Punta de los Órganos

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wie die Orgelpfeifen …

Wenn man von Santa Cruz auf der Küstenstraße Richtung Igueste de San Andres fährt, kommt man zuerst zum Strand von Teresitas, la  Playa de las Teresitasund ein kleines Stück weiter erreicht man eine Stelle direkt neben der Strasse, von der man von hoch oben, fast wie eine Möwe, auf die Küste blicken kann. Punta de los Órganos heißt dieses Plätzchen. Der Platz über den Klippen hat den Namen mit Sicherheit den Felsen, die wie Orgelpfeifen geformt sind, zu verdanken. Auf diesem vorspringenden Küstenteil fallen die schlanken Felsen sehr steil von hoch oben in den Bergen über der Küste in die Tiefe Richtung Atlantiks.

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Bis vor kurzer Zeit war dieser Aussichtspunkt ein ziemlich vernachlässigter und trostloser Platz. Verfallene Mauern, einige Ruinen von irgendwelchen Häuschen mit eingestürzten Dächern und Steinbrocken, die großzügig, wenn auch ziemlich fantasielos, mit schwarzer Grafitisprüherei verziert waren. A lost place, ein vergessener Platz. Ein Ort ohne Zukunft, ohne Plan.

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Meistens verfallen und verdrecken ja Häuser oder ganze Orte, die keine Bedeutung für die Allgemeinheit haben, aber das trifft hier nicht zu, denn es gab durchaus Pläne der Stadt Santa Cruz, an diesem Aussichtspunkt etwas Sinnvolles für den Tourismus zu errichten. Was das sein sollte? Noch ein Mirador mit einem ausgestorbenen Restaurant oder nur eine Bar? Eine eingezäunte Aussichtsplattform mit Bänken und Infotafeln? Wahrscheinlich haben sich  die Fachleute wieder einmal nicht einigen können oder die Stadt hatte kein Geld. ✿ Aber was ist dann hier geschehen?

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Während der letzten Monate tauchten plötzlich an allen Ecken farbenfrohe Kunstwerke auf. Die kaputten Steinbänke und beschädigten Mauern wurden renoviert und mit Liebeserklärungen und anderen Sprüchen verziert. Auf den Malereien tummeln sich Hühner und andere Vögel, geometrische Formen und bunte Blumen bringen Farbe an ehemals graue Wände und sinnige Texte ergänzen das Angebot. ✿  Es handelt sich nicht um anspruchsvolle Kunstwerke, aber es verschönt die Melancholie des Verfalls. Dabei handelt es sich nicht um ein zufällig entstandenes Wirrwarr sondern um eine geplante Aktion. Hinter dieser spontanen Kunstexplosion steht ein Menschen – der Amerikaner Tom Strong und sein Projekt Arte Okupa.

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Tom Strong lebt bereits zwanzig Jahre in Spanien und seit es ihn vor sechs Jahren auf die Insel verschlagen hat, fuhr er oft mit dem Fahrrad von Santa Cruz zu diesem Aussichtspunkt. Im Juli 2015 begann er seinen Plan in die Realität umzusetzen. Der Ort wurde von ihm gesäubert und entrümpelt und gemeinsam mit anderen Künstlern der Insel wurde der graue Alltag mit Farbe verschönt. Jede Mauer der acht Häuschen und jeder Innenraum soll nach den Vorstellungen der jungen Menschen gestaltet werden. Mit Hilfe der Natur, also der Sonne, des Regens, des Windes und der Pflanzen wird und soll sich der Platz trotzdem ständig verändern und lebendig bleiben.

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Ein Aussichtspunkt der Träume – un mirador de los sueños!  Hier soll jeder seinen Träume für eine bessere Zukunft der Insel ein Plätzchen geben können. „Todo el mundo puede venir cuando quiera e incluir algo nuevo. De hecho, hace tiempo dejamos unos lápices para que las personas que quisieran escribieran sus mensajes en las paredes de las diferentes habitaciones“. Bis jetzt haben schon viele Jugendliche ihre Gedanken zu Papier gebracht und in den verschiedenen Räumen angebracht. Vielleicht erfüllt das Universum ja einige dieser Träume und die Welt bekommt ein bisschen Menschlichkeit zurück.

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Der Idealist Tom Strong ist selbst sehr oft an diesem Platz über den Klippen zu finden, denn seine Arbeit geht weiter. Es wird aufgeräumt, sauber gemacht und weiter gemalt. Es gibt noch so viel zu tun und ich wünsche allen Beteiligten viel Glück, Begeisterung und Durchhaltevermögen. Vielleicht lässt sich ja der Traum von Tom verwirklichen? Su idea es „convertir el espacio en un museo y dar espacio gratuito a los jóvenes artistas“  Einen Platz zu schaffen, an dem junge Künstler ihre Werke der Öffentlichkeit vorstellen können.

•*¨*•❥  Farben sind Illusion – ich denke farbig. Frank Dommenz (*1961) Malermeister und Illustrator

 

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Über ARTlandya - der Blog

Teneriffa ist eine ganz besondere Insel im Atlantik und auf ARTlandya, einer wunderschönen Finca in Icod de los Vinos erwartet euch eine verzauberte Welt mit KünstlerPUPPEN, TEDDYbären und viel Natur :-) Lasst euch überraschen und stöbert einfach in meinen Beiträgen!
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2 Antworten zu Punta de los Órganos

  1. Hocke schreibt:

    Ich finde die Malereien u Bilder sehr Farbenfroh , u so manch ein Schandfleck , wird wieder schön hergerichtet , das ist doch was wundervolles , u Kunst noch dazu

    Gefällt 1 Person

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