Rose O’Neill

Die Geschichte von Rose O’Neill klingt wie ein modernes Märchen. Cecilia Rose O’Neill wurde 1874 in Pennsylvanien geboren und lebte in einer Zeit, die dem Normalbürger nicht viel Luxus zu bieten hatte. Es gab keine sozialen Programme um Menschen aus ihrer Armut zu helfen, jeder musste selbst sehen, wie er seine Familie durchfüttern konnte. Das Leben von Rose wurde in der Geschichte sehr oft als abenteuerlich und schillernd beschrieben, aber es gab auch eine andere Seite der Medaille.

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Ihre Mutter kam aus einer wohlhabenden Familie und wuchs als kleine, behütete Dame mit Dienern und feinen Kleidern auf. Ihr Vater hatte ebenfalls Glück und erbte das ganze Vermögen seine Familie. Er spekulierte mit seinem Vermögen und hoffte auf noch größeren Reichtum, aber wie so oft im Leben, kam es ganz anders und verlor er fast seinen ganzen Besitz. Und dann kam 1870 die große Wirtschaftskrise und legte das ganze Land wirtschaftlich lahm.

Die Eltern von Rose, vor allem ihr Vater, hatten die Vorstellung von einem einfachen Leben auf dem Land. Er hatte die romantisch angehauchte  Idee Farmer zu werden und nichts anderes zu tun, als zu lesen und zu leben. In Wahrheit fuhr er von Ort zu Ort um Bücher an Leute zu verkaufen, die nicht einmal wußten, wofür sie Bücher brauchen sollten. Ihre Mutter „Meemie“ konnte sich zwar besser an die Krise anpassen, doch sie hatte keine Ahnung wie man einen Haushalt führen sollte oder konnte gar kochen, geschweige denn irgendwelche Gartenarbeit erledigen. Das Ehepaar glaubte, dass es hier am Land umgeben von Satinvorhängen, Wandteppichen und feinem Porzellan in die Welt der Pioniere eintauchen könnte. Mit ihrer Erziehung und der Kindheit in der vornehmen Gesellschaft hatten sie allerdings die schlechtesten Voraussetzungen für das idyllische Landleben. Sie waren für diese Art von Leben vollkommen ungeeignet und nach einem kurzen Gastspiel im harten Landleben siedelte die kleine Familie bald wieder in die nächste Stadt.

In dieser Familie wuchs Rose als zweitälteste Tochter von sechs Geschwistern auf. Sie zeichnete gerne und so kam ihr Vater auf den glorreichen Gedanken, seiner Tochter den Rücken frei zu halten, indem sie ihre Zeit ausschließlich mit Zeichnen und nicht mit sinnlosen Studien verbringen sollte.  „Give me this child,“ my father was saying. „I want to make an experiment. Specialize. She shall have no studies except those conducive to the Arts“.   „For pity’s sake,“ said my mother. „Let the poor little creature get an ordinary education first“.  „She will have no occasion for an ordinary education.“  my father replied. „But she can’t say two and two make four“.  „Why should she? „he asked. „I don’t expect her to be at such a loss for something to say“. I was present. But I was not conspicuously present, being under a table drawing little fat frogs on lily-pads in the fly-leaves of a book. The frogs had a Kewpish look though it was a quarter of a century before I drew my first Kewpie. (Rose O’Neill)

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Als Rose vierzehn Jahre alt war, verkaufte sie bereits die ersten Zeichnungen in Denver und Chicago, die auch veröffentlicht wurden. Es wird die Geschichte erzählt, dass ihre Mutter die Kuh der Familie verkauft haben soll, damit ihre Tochter mit achtzehn Jahren nach New York ziehen konnte, um dort als Illustratorin arbeiten zu können.

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Viele Jahre später wurde die junge Rose die erste weibliche Illustratorin beim Puck Magazin und heiratete ihren Herzallerliebsten Gray Latham. Der gute Mann hatte leider die unangenehme Angewohnheit ihr Geld schneller auszugeben als Rose es verdiente und so ließ sie sich nach fünf Jahren wieder von ihm scheiden. Obwohl sie nach ihrer Scheidung vollkommen ruiniert war, unterstütze sie in Zukunft weiterhin ihre Familie in Missouri. So war es für ihre Eltern möglich, mit dem Bau eines schönen Hauses zu beginnen. Ein großzügiges Haus mit vierzehn Räumen, Ozark Mansion. Rose nannte ihr Heim Bonniebrook und kehrte im Laufe ihres Lebens immer wieder dort hin zurück. Heute befindet sich dort ein Museum über Rose O’Neill und ihre Werke.

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Aber zurück in die alten Zeiten. Rose war auch eine der ersten Verfechterinnen der Frauenrechte, sie war Schriftstellerin, Zeichnerin, Artistin und Weltreisende. Rose O’Neill hat vier Romane geschrieben, einen Gedichtband und einige Kinderbücher, die sie selbst illustriert hat. Und sie war die Schöpferin der Kewpies.

In allen lustigen Abenteuern die sie erleben, werden die kleinen Wichte vom Wind getragen. Da sie zwei blaue Flügelchen haben, ist Fliegen für sie eine Kleinigkeit und die Händler verkauften die Puppen bald als Schutzengel. In erster Linie wurden die Kewpies aus Porzellan hergestellt, doch schon bald erschienen sie in anderen Ausführungen auf dem Markt. Elfenbein, Knochen, Gummi und Celluloid waren die bekanntesten Materialien. Die „Negermodelle“,  die sogenannten Hottentotten, wurden aus Celluloid hergestellt. Mit diesen kleinen Puppen wurde Rose O’Neill weltberühmt und die Kewpies waren wahrscheinlich das beliebteste Spielzeug, das je geschaffen wurde!  Aber darüber erzähle ich euch ein anders Mal mehr.

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Über ARTlandya - der Blog

Teneriffa ist eine ganz besondere Insel im Atlantik und auf ARTlandya, einer wunderschönen Finca in Icod de los Vinos erwartet euch eine verzauberte Welt mit KünstlerPUPPEN, TEDDYbären und viel Natur :-) Lasst euch überraschen und stöbert einfach in meinen Beiträgen!
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Eine Antwort zu Rose O’Neill

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