Roque de Las Bodegas

Das Anaga Gebirge gehört zum ältesten Teil der Insel und an der Nordküste von Teneriffa kann man mit ein bisschen Fantasie die heute abgeflachten Gipfel eines alten Bergzuges in der Form eines Bogens, el Arco de Taganana erkennen. Die ältesten Felsen dieser Landschaft erhoben sich vor über sechs Millionen Jahren aus dem Meer und erreichten eine so große Höhe, dass der ganze nördliche Teil der Gipfel einstürzte und ins Meer rutschte. Hochmut kommt vor dem Fall könnte man sagen.

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Heute liegen diese Felsbrocken  ganz friedlich an der Küste, aber damals möchte ich nicht dabei gewesen sein. Da blieb in dieser Gegend wahrscheinlich kein Stein auf dem anderen!  Einige Ortsnamen in dieser Gegend können wahrscheinlich auch aus diesem Grund ihre eigenen Geschichten  erzählen. Ein schönes Beispiel dafür findet man auf der Ortstafel, die vor diesem Felsen im Meer steht. Ein Felsen, der an der Küste des Atlantiks liegt und Roque de Las Bodegas, also der Weinkellerfelsen, genannt wird. Warum wohl?

Hier gibt es weit und breit keine Weinkeller zu sehen. Das stimmt, aber das ist nicht immer so gewesen. In längst vergangenen Zeiten standen direkt neben dem Strand kleine Steinhütten, in denen die Bauern von Taganana einen Großteil ihres Weines gelagert hatten. Man kann es sich heute kaum vorstellen, aber an dieser Küste florierte im 17. und 18. Jahrhundert der Weinhandel.

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Händler aus England und Flandern kamen mit ihren großen Handelsschiffen und kauften hier Wein ein. Einen Hafen in dem Sinn gab es zwar nicht und die Schiffe konnten auch nicht an der Küste anlegen, aber es gibt kein Problem, das man nicht lösen könnte. Die Schiffe ankerten einfach weiter draußen im Meer. Die Weinfässer wurden an Land mit Seilen verschnürt und festgebunden. Auf diese Art wurden sie übers Wasser und die Wellen zu den ankernden Schiffen befördert.

Die Seeleute mit ihren Ruderbooten zogen die Fässer zu den großen Segelschiffen und dort wurden sie schließlich mit einem Flaschenzug an Bord gehievt. Eine etwas außergewöhnliche Prozedur, doch auf diese Weise war es möglich, den Wein zu verkaufen. Vielleicht handelte es sich wirklich um ein ganz besonders gutes Tröpfchen? Das muss wohl so gewesen sein, denn wer würde sich diesen Aufwand sonst antun?  Vielleicht ist auf diesem Weg sogar der eine oder andere Passagier an Bord gegangen?

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Der Strand war also ein wichtiger Hafen in dieser Gegend – obwohl es gar keinen Hafen gab!  Alles ist möglich, geht nicht, gibt es nicht! Wie so oft trifft es auch auf diesen Küstenstreifen zu.

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