Warum eigentlich Teddy?

Bäriger Geschichtsunterricht …

Warum gibt es  TEDDYbären? Achtung Leute  –  die Betonung liegt auf dem Wort Teddy und nicht auf Stoff- oder Plüschbär! Es geht nur um den Namen und nicht um die Tatsache, dass Teddybären heute nicht mehr auf einem Brett mit Rädern stehen sondern eigenständige Wesen geworden sind. Pelzige Gesellen, die jeder von euch in den Arm nehmen kann. Sie können den Kopf drehen, Arme und Beine bewegen, sitzen, stehen oder neben euch im Bett liegen. Wir reden hier über zwei komplett verschiedene Dinge, verstanden?

Also beginnen wir mit dem Namen. Wie sind Teddybären dazu gekommen? Warum heißen sie nicht Emil, Edward, Bärtold, Kuschel oder Schnuffel? Darüber, dass kein Geringerer als Theodore Roosevelt, ein Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, ihr Taufpate gewesen ist, sind sich die Geschichtsschreiber ja noch einig. Das ist aber schon alles. Obwohl es noch eine zweite Möglichkeit gäbe, eine europäische, sogar eine königliche Geschichte. Aber bleiben wir einmal bei Variante Nummer eins.

Durch Clifford Kennedy Berryman, einem Karikaturisten der Washington Post, wurde ein kleiner, gezeichneter Bär zur Symbolfigur des Präsidenten. Und dann geschah etwas Eigenartiges. Innerhalb einiger  Jahre verwandelte sich der gezeichnete Bär in ein Spielzeug für Kinder – den Teddybären. Der Teddybär hatte das Licht der Welt erblickt. Doch wenn der Teddybär einen Amerikanischen Präsident als Taufpaten hat, wer ist oder war dann sein Vater?Diese Frage ist schwierig zu beantworten, denn um die Vaterschaft wird noch immer heftig gestritten. ✿  Es gibt, wie im wirklichen Leben durchaus mehrere Möglichkeiten der Vaterschaft. Aber dazu später. Wir bleiben erst einmal bei der Geschichte mit „Teddy“, dem Präsidenten und einem kleinen, Bären.

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Damit ihr die ganze Geschichte wirklich verstehen könnt, müsst ihr folgendes wissen: wer um die Jahrhundertwende in Amerika etwas gelten wollte, musste entweder Segeln, Fischen, Golfspielen oder auf die Jagd gehen. Bei gesellschaftlichen Veranstaltungen der guten Gesellschaft verschwanden die Männer nach dem Abendessen in ihren Raucherzimmern und erzählten sich bei einem Gläschen und einer Zigarre von ihren Heldentaten. Wer dazu gehören wollte, musste auch in der guten alten Zeit Trophäen vorweisen können. ✿  Ohne Schein kein Sein. In Nordamerika gab es viele Herren die von der Jagd fasziniert waren. Auch Theodore Roosevelt war ein begeisterter Jäger und als er einen Grenzkonflikt zwischen den Bundesstaaten Louisiana und Mississippi schlichten sollte, wurde ihm zu Ehren an der Grenzlinie eine Bärenjagd organisiert.

Diese geplante Jagd muss sich jedoch unter den Bären herumgesprochen haben, denn selbst nach tagelangem Suchen fanden die Treiber nur einen kleinen, mutterlosen Bären. Das passte den Männern zwar gar nicht, aber was sollten sie tun? Da weit und breit kein anders Opfer aufgespürt werden konnte, wurde der kleine Bär gefangen und an einem Baum festgebunden. Schnell wurden der Präsident und seine Jagdgesellschaft über den neusten Stand der Dinge informiert, doch als Roosevelt das Bärenjunge sah, weigerte er sich, das hilflose Fellbündel zu erschießen. „Würde ich diesen kleinen Bären töten, könnte ich meinen Kindern niemals mehr in die Augen schauen.“ soll der Präsident gesagt haben.

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Clifford Berryman und seine Karikatur auf der Titelseite der Washington Post

Unter den vielen illustren Gästen der Jagdgesellschaft befand sich auch ein Karikaturist der Washington Post. Clifford K. Berryman hatte schon öfter mit seinem spitzen Stift die Jagdleidenschaft des Präsidenten unbarmherzig aufs Korn genommen und so druckte die Washington Post auch die Geschichte über diese absurde Bärenjagd. Sie erschien am 16. November 1902 mit dem Text „Drawing The Line In Mississippi“ auf der Titelseite der Tageszeitung, Theodore Roosevelt, der von seinen Freunden Teddy genannt wurde, mit einem kleinen Bären. Die meisten Leser lachten zwar über diese Geschichte, sie hatten aber auch Achtung für das Handeln des Präsidenten und sie wollten mehr Zeichnungen sehen. Der Leser Wünsche sind Befehl und so zeichnete Clifford Berryman bald täglich eine Bildchen mit dem Bären, der mit der Zeit kleiner und niedlicher wurde, aber immer den Präsidenten an seiner Seite hatte. So wurde mit der Zeit aus Teddy’s Bear irgendwann der uns bekannte TeddyBear.

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Die Geschichte hat dadurch einen politischen Unterton bekommen, denn der putzige Bär erzählte die Dinge, die der Präsident im Kopf hatte. A pitiable little bear with big, brown and innocent eyes. Roosevelt nutzte den Bären sogar bei seinen späteren Wahlkämpfen als Maskottchen und hat mit dieser bärigen Hilfe auch gewonnen. So wird es jedenfalls erzählt. Die Politik hat sich seitdem verändert, die Bären übrigens auch. ✿  Der Name ist jedoch geblieben: „Teddy“ – weil ein Präsident nicht schießen wollte!

Eine schöne Geschichte, oder? Es gibt aber, wie gesagt, noch eine Variante  und wenn ihr euch dafür interessiert, könnt ihr hier die königliche Geschichte lesen. Trotzdem wisst ihr noch immer nicht,  wie der Teddybär, der heute in allen Kinderzimmern zu finden ist, zu diesem Namen gekommen ist! Wer hat denn nun den Teddybären wirklich erfunden? Das ist allerdings eine ganz andere Geschichte , aber Fortsetzung folgt – versprochen!

•*¨*•❥  Übrigens – der eigentliche Grund für diesen Ausflug von Theodore Roosevelt an die südliche Grenze Nordamerikas,  die Schlichtung des Grenzkonfliktes war überhaupt nicht wichtig, denn der Streit wurde von Roosevelt mit einer Unterschrift am runden Tisch aus der Welt geschafft.

Und was wurde aus dem kleinen Bärenjungen? Das ist keine nette Geschichte, den angeblich wurde er von Jagdhelfern mit einem Messer in die ewigen Jagdgründe befördert …

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Über ARTlandya - der Blog

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