Afrikanischer Tulpenbaum

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Wer jetzt auf Teneriffa durch die Landschaft fährt, sieht entweder in Gärten, Parks aber auch am Strassenrand immer wieder Bäume mit großen, feuerroten Blüten. Es sind die spektakulären Blüten des Afrikanischen Tulpenbaums. Auf den Kanarischen Inseln wird er auch Tulipero oder Llama africana, also afrikanische Flamme, genannt und er ist wirklich ein echter Immigrant aus Afrika. Auch wenn er heute in den gesamten Tropen zu finden ist, war seine ehemalige Heimat ursprünglich das Hochland im tropischen Westafrika.

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Der Afrikanische Tulpenbaum, Spathodea campanulata, wird 1787 zum ersten Mal in Reisetagebüchern beschrieben und gehört damals wie heute zu den auffälligsten tropischen Zierbäumen. Die großen Blütenstände verstecken sich nicht im Laub sondern ragen über die Blattkrone hinaus und sind so weit sichtbar. Die Knospen wachsen ziemlich unbemerkt zwischen den tiefgrünen Blättern. Zuerst sind sie hellgrün und zart, später wechselt die Farbe ins orangebraun?  ✿  Unseren Sohn haben diese Gebilde immer an eine Spinne erinnert. Die Blüten sind wie handtellergroße Halbkugeln aufgebaut. Zuerst öffnet sich der äußere Kreis der Knospen und sobald diese Blütenblätter verwelken, rückt die nächste Reihe nach – und so ist es möglich, dass eine Blüte wochenlang blüht.

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Gepflanzt wird der Baum natürlich hauptsächlich wegen seiner Blüten, aber weil er sehr schnell wächst, sein grünes Blätterkleid das ganze Jahr über behält und ständig blüht, ist er auch ein perfekter, traumhaft schöner Sonnenschirm. In der freien Natur kann der Tulpenbaum schon eine Höhe zwischen zwanzig und dreißig Meter erreichen, aber da man den Baum ohne weiteres regelmäßig schneiden kann, passt er fast in jeden noch so kleinen Garten.

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Der Afrikanische Tulpenbaum ist also ein perfekter Zierbaum und einen anderen Nutzen kann er auch nicht bieten. Er gehört zur Familie der Trompetenbaumgewächse und deshalb hat sein Holz eine ganz schlechte Qualität. Man kann es nicht einmal als Brennholz verwenden, in einigen Ländern wird daraus allerdings Papier erzeugt. Über den Duft der wunderschönen, scharlachroten Blüten sprechen wir lieber nicht, denn sie riechen irgendwie unangenehm, aber nur wenn man die Nase direkt hinein steckt, in der Realität verduftet der Geruch ganz unbemerkt.  ✿  Vielleicht ist etwas für den Obstkorb dabei? Fehlanzeige, er produziert auch keine essbaren Früchte. Aus den Blüten entwickeln sich ungefähr zwanzig Zentimeter lange, aufrecht stehende, braune Kapseln, die nach einiger Zeit der Länge nach aufplatzen und ihre Samen für die nächste Generation verstreuen.

Für die Bestäubung der Blüten sind übrigens nicht die Bienen sondern Fledermäuse zuständig! Falls sich jetzt jemand fragt, ob es auf Teneriffa Fledermäuse gibt – ja es gibt sie und die fliegenden Säugetiere sind mit Sicherheit schon vor den Menschen auf der vulkanischen Insel wohnhaft gewesen. Die Langohrfledermaus steht inzwischen unter Schutz und lebt hauptsächlich in den Wäldern und in Höhlen der Cañadas, aber wenn es bei uns auf der Finca dunkel wird, sieht man sie auch auf ARTlandya. Ich vermute, sie haben ihre Unterkünfte während des Tages unter den alten Dachziegeln, aber im Schutz der Dunkelheit gehen sie auf Raubzug und ab und zu dürften sie auch die Blüten der Tulpenbäume besuchen. Sonst würden sich an unseren Bäumen ja keine Samen bilden, oder?

Bei uns Menschen punktet der Baum also in erster Linie mit Schönheit, die Vögel würden uns eine andere Geschichte erzählen. Das weiche Holz der abgestorbenen Äste ist ein perfekter Baustoff für ihre Nester und in den großen Knospen der Blüten sammelt sich während der Nacht Wasser, das die Vögel aber auch die Fledermäuse als Brunnen benutzen. Probiert es einmal aus, wenn ihr die geschlossenen Blütenknospen zusammendrückt, schießt ein kräftiger Wasserstrahl heraus. Dieser Mechanismus soll eigentlich Fledermäuse zur Bestäubung anzulocken, aber auch Menschenkinder haben diese Wassertanks längst entdeckt und benutzen sie als kostenlose Wasserbomben. Deshalb werden die Bäume in ihrer afrikanischen Heimat auch Pis Pis genannt.

•*¨*•❥   Übrigens – die Blätter, Blüten und auch die Rinde des Tulpenbaums wird in der traditionellen afrikanischen Medizin sehr vielfältig verwendet. An der Elfenbeinküste stellt man aus einem Gemisch von Blättern des Tulpenbaumes, einiger anderer Pflanzen und Kaolin eine Paste hergestellt. In anderen Regionen wie in Kamerun oder Benin wird aus der Rinde ein Pulver zubereitet, das mit Wasser vermischt zur Behandlung von Wunden und Narben verwendet wird.

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Über ARTlandya - der Blog

Teneriffa ist eine ganz besondere Insel im Atlantik und auf ARTlandya, einer wunderschönen Finca in Icod de los Vinos erwartet euch eine verzauberte Welt mit KünstlerPUPPEN, TEDDYbären und viel Natur :-) Lasst euch überraschen und stöbert einfach in meinen Beiträgen!
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