Wisch und weg

Das Motto des Tages lautet – eine Rose für die Putzfrau, eine reinweiße natürlich!

rose

Laut offizieller Beschreibung ist eine Reinigungskraft eine Person, die beruflich sauber macht. Traditionell ist sie weiblich und wird auch als Putzfrau bezeichnet, diese Bezeichnung ist durch den Wandel der Sprache heutzutage aber leicht negativ und gilt als politisch unkorrekt. Ich bin mit meinem Beitrag auch einen Tag zu spät dran, aber ihr müsst das entschuldigen, denn erstens hatte ich gestern keine Zeit und zweitens habe ich keine Putzfrau. Egal. Am 8. November ist der Tag der Putzfrauen, der 2010 das erste Mal auf Mallorca zelebriert wurde. Wer ihn da wohl erfunden hat? Die spanischen Hausmädchen oder die ausländischen Hausbesitzer? Die Schweizer werden es in diesem Fall wohl nicht gewesen sein – nehme ich einmal an.

Das ist auch tatsächlich so, denn Karo Rutkowsky ist schuld. Ohne sie gäbe es keinen Tag der Putzfrau. In den Kriminalromanen von Gesine Schulz ist Karo Rutkowsky eine Privatdetektivin, die nebenbei auch schwarz als Putzfrau arbeitet. Beim Recherchieren im Internet stieß sie Schriftstellerin 2004 auf eine Seite bei Wikipedia, auf der alle Aktionstage aufgelistet waren. „Selbst den Tag des Butterbrots gab es“, sagt sie. „Da dachte ich mir, die Putzfrauen haben auch einen verdient.“ Kurzerhand rief sie den Aktionstag aus und schrieb ihn in die Liste im Internet: Internationaler Tag der Putzfrau am 8. November, dem Geburtstag ihrer Romanheldin Rutkowsky.

Über den Sinn möchte ich gar nicht näher nachdenken, Hauptsache die Medien haben wieder etwas, worüber sie berichten können. Dort und da wird auf die üble Situation legal und schwarz arbeitender Putzfrauen mit dem Finger gezeigt und Missstände mehr halb als herzig aufgedeckt und Zeitungen bringen Porträts von Putzfrauen, die stolz auf ihre Arbeit sind. Es werden Glossen geschrieben, Forderungen gestellt, Videos gedreht und weiße Rosen überreicht.

Angeblich wollen die Leute ja immer seltener selbst putzen und beschäftigen immer mehr Reinigungsfachkräfte – wie es so schön heißt. „Putzperle gesucht. Ehrlich und zuverlässig und natürlich gründlich soll sie sein – aber billig bitte!“ Mehr Ansehen – ja, sofort, das schlechte Image muss sich unbedingt ändern! Den Putzfeen mehr bezahlen? Nein, danke! Sauber wollen es alle haben, aber bezahlen wollen sie dafür so wenig wie möglich. Das ist aber auch gar nicht Neues und ein Ehrentag wird an der Situation auch nichts ändern. Denn wenn es anders wäre, müssten wir ja nur dem Muttertag umfunktionieren, oder?

Aber warum geht es dabei eigentlich nur um die Frauen? Schließlich gibt es auch genug Putzmänner! Dieses geschlechterbezogene Verhalten  ist ganz ungewohnt und vermittelt fast einen Hauch von Diskriminierung. Putzen Männer schlechter als Frauen oder hat bei dieser Beschäftigung die Gleichberechtigung ebenfalls versagt? Putzen ist doch einfach, das kann sowieso jeder, oder nicht? Reinigungskräfte machen einen Job, für den sich viele andere zu gut sind. Sie räumen den Dreck Schmutz anderer weg und werden dafür auch noch komisch angeschaut. Wer selbst am Wochenende Hausputz macht, der weiß am Ende des Tages, was er getan hat. Das erledigt sich nicht so nebenbei. Gesine Schulz hat schon recht, mit dem Schmuddeljob-Image muss aufgeräumt werden! Am besten: wisch und weg damit.

•*¨*•❥   Übrigens – Wischen ist Macht! Ich muss noch aufräumen, morgen kommt meine Putzfrau …

 

 

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Über ARTlandya - der Blog

Teneriffa ist eine ganz besondere Insel im Atlantik und auf ARTlandya, einer wunderschönen Finca in Icod de los Vinos erwartet euch eine verzauberte Welt mit KünstlerPUPPEN, TEDDYbären und viel Natur :-) Lasst euch überraschen und stöbert einfach in meinen Beiträgen!
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