Warum die Zitronen sauer wurden

Sauer macht lustig – sagt man. Wenn das so ist, kann ich nur mehr gute Laune haben, denn bei uns auf der Finca reifen momentan Unmengen von Zitronen und Orangen, die Zeit ist reif für saure Früchtchen! Deshalb wird der Salat jetzt nicht mit Essig sondern mit Zitronensaft verfeinert und die vielen reifen Orangen werden ihr Leben wohl hauptsächlich in Marmeladengläsern beenden.

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Das Geheimnis, warum es für uns heute überhaupt und so selbstverständliche Zitronen gibt und aus welcher Ecke der Erde die Pflanze stammt, liegt leider völlig im Dunkeln. Man, also die Wissenschaft, vermutet, dass die Heimat der Urpflanze in Südostasien, vielleicht an den sonnigen Hängen des Himalaja oder in den Bergwäldern Nordindiens liegen könnte lag. Nach einem kurzen Zwischenstopp in den fruchtbaren Ebenen des Euphrat und Tigris im Zweistromland, wanderte die Frucht im 13. Jahrhundert im Gepäck der Araber nach Spanien. Später wurden sie durch die Kreuzritter in Europa verbreitet und heute wird die Zitrone auf der ganzen Welt angebaut und ganzjährig geerntet. Ihren Namen erhielt die Zitrone allerdings erst 1766.

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Da es die Zitrone in der unberührten Natur, sprich in der Wildnis, nicht gibt,  ist sie wahrscheinlich eine Kreuzung aus Zitronatzitrone, der indischen Limette und einer anderen Zitrusfrucht wie der zum Beispiel der Bitterorange. Doch so genau kann man das nicht feststellen. 1f60a Das stört aber nicht, oder? Wir wissen, dass sie rund, gelb, sehr saftig und sauer ist. Wie in einen knackigen Apfel kann man in duftende Frucht nicht hineinbeißen, wie eine süße Orange kann man sie auch nicht verspeisen und trotzdem ist die Zitrone aus unserem Obstkorb nicht weg zu denken.

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Johann Strauss Sohn hat für seine Italienreise im Jahr 1874 einen Walzer mit dem Titel „Wo die Citronen blüh’n“ geschrieben. Ursprünglich wählte er den Titel „Bella Italia“ für sein Musikstück, doch später benannte er sein eigenes Werk einfach um. Als Goethe seine Mignon sehnsüchtig vom Land wo die Zitronen blüh’n träumen ließ, wusste jeder – es ging um Italien. Heute müsste der Dichter allerdings ebenfalls umdenken, denn inzwischen hat Spanien das Land am Stiefel als Hauptlieferant für Zitronen längst überholt. Aus dem Text von Johann Wolfgang von Goethe aus „Kennst du das Land wo die Zitronen blühn“ kennt wahrscheinlich jeder nur die erste Zeile. Ich habe ein bisschen gestöbert und noch ein paar Zeilen mehr gefunden. 1f60a  Sie passen eigentlich perfekt zu Teneriffa – oder was meint ihr?

Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?
Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg;
In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut;
Es stürzt der Fels und über ihn die Flut!
Kennst du ihn wohl?
Dahin geht unser Weg!
O Vater, laß uns ziehn!

Und weil es so schön ist, habe ich hier noch ein Gedicht für euch. Beim Thema Zitronen fällt es mir immer wieder ein und deshalb darf es auch hier nicht fehlen, vielleicht gefällt es euch ja genau so gut wie mir?

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Warum die Zitronen sauer wurden
Ich muss das wirklich mal betonen:
Ganz früher waren die Zitronen
(ich weiß nur nicht genau mehr, wann dies gewesen ist)
so süß wie Kandis.

Bis sie einst sprachen:
„Wir Zitronen, wir wollen groß sein wie Melonen!
Auch finden wir das Gelb abscheulich,
wir wollen rot sein oder bläulich!“
Gott hörte oben die Beschwerden und sagte:
„Daraus kann nichts werden!
Ihr müsst so bleiben! Ich bedauer!“
Da wurden die Zitronen sauer …
Heinz Erhardt

In Europa reifen die sauren Früchtchen hauptsächlich in Spanien, Griechenland, auf Korsika und Sizilien. Die Konkurrenz für die europäische Zitrone kommt heute aus Argentinien, Südafrika und Nordafrika. Klar, denn diese Länder produzieren zu einem Bruchteil der Kosten und können in Jahreszeiten liefern, in denen in Südeuropa nicht geerntet wird.

•*¨*•❥  Ein kleiner Tipp von Virginia E. Wolff: „Wenn dir das Leben eine Zitrone gibt, mach Limonade draus!“

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Über ARTlandya - der Blog

Teneriffa ist eine ganz besondere Insel im Atlantik und auf ARTlandya, einer wunderschönen Finca in Icod de los Vinos erwartet euch eine verzauberte Welt mit KünstlerPUPPEN, TEDDYbären und viel Natur :-) Lasst euch überraschen und stöbert einfach in meinen Beiträgen!
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2 Antworten zu Warum die Zitronen sauer wurden

  1. Teda Lessiak schreibt:

    Liebe Ingrid, deine Teneriffa-Zitronen haben uns nach Villach „begleitet“ und wir haben sie genossssssssssen!!!!! Danke nochmals!

    Gefällt 1 Person

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