eine tödliche Schönheit

Keine Angst, niemand von euch ist in Lebensgefahr, aber den Fischen kann es schon an den Kragen gehen und das Leben kosten. Die Strände zwischen Buenavista del Norte und Bajamar sind durch die hohen Wellen des Atlantiks das ganze Jahr über so gut wie Quallen frei. Rund um die Kanarischen Inseln leben allerdings viele verschiedene Arten von Quallen und deshalb gibt es ab und zu Warnungen für den einen oder den anderen Strand von Teneriffa. Das kommt aber sehr selten vor und der Quallenalarm dauert meistens auch nicht sehr lange an, denn mit den kräftigen Wellen des Atlantiks verschwinden die ungebetenen Besucher nach einigen Tagen wieder im Meer.

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Zurzeit sollte man an der Ostküste von Teneriffa aber ein bisschen aufpassen, denn seit ein paar Tagen wurden öfter Quallen gesehen. Es handelt sich um die Portugiesische Galeere und obwohl sie wunderschön aussieht, sollte man vorsichtig sein. Eine nähere Bekanntschaft mit ihr könnte ziemlich schmerzhaft werden. Genau genommen ist die Portugiesische Galeere gar keine Qualle, sie wird aber meistens so genannt. Das ist aber heute nicht der Punkt und gar nicht so wichtig. Nur eine kurze Erklärung – es handelt sich dabei um eine ganze Kolonie von voneinander abhängigen Polypen. Einer für alle und alle für einen ist das Motto dieser Lebensgemeinschaft. Dieses Gebilde ist nicht nur ein Lebewesen sondern jede Menge! Die schöne Blase an der Oberfläche ist nur für die Fortbewegung des Gebildes zuständig. Ein einziger Polyp ist sozusagen das Segel auf der Oberfläche und die anderen Kollegen im Untergrund sind auf Angriff, Verteidigung, Fressen und Vermehrung spezialisiert.

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Sie schaukeln wie wunderschöne Seifenblasen mit den Wellen im Atlantik und machen mit großer Sicherheit den einen oder anderen Strandbesucher neugierig. Doch der Schein trügt, denn an der harmlosen Blase hängen lange Tentakel im Wasser und wenn man in deren Reichweite kommt, oder sie berührt, bekommt man ganz schnell eine unangenehme Rechnung serviert. Also, wenn ihr so eine bläulich schimmernde, große Blase sehen solltet, sucht das Weite, denn die giftigen Anhängsel, die im Wasser verteilt sind, können meterlang sein! Die harmlos aussehenden Meeresbewohner verteilen ihr Gift sehr großzügig und es dauert meistens über drei Tage, bis die schmerzhaften Bläschen auf der Haut wieder verschwinden. Also, falls ihr am Strand angeschwemmte Exemplare finden solltet –Finger weg! Die Blase selbst ist zwar harmlos, aber nicht die Tentakeln. Das Gift wirkt in diesen, scheinbar toten Teilen noch tagelang.

Quallen leben bereits seit fünfhundert Millionen Jahren auf diesem Planeten – obwohl sie kein Gehirn haben. 1f60a Das müsste doch eine gute Nachricht für viele Menschen sein, oder? Okay, Spass beiseite …

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Noch lange bevor die ersten Dinosaurier die Kontinente beherrschten, war das Wasser schon der große Lebensraum der Quallen. Die Nesseltiere leben in allen Weltmeeren und bestehen selbst fast vollkommen aus Wasser. Sie haben weder Herz noch Gehirn und haben trotzdem verschiedene Arten, unterschiedliche Lebensweisen und Formen entwickelt. Zu den Lieblingsspeisen der Qualle gehören Plankton, Kieselalgen und kleine Krebse und Fische. Sie selbst werden oft Opfer von Thunfischen, Delfinen oder der Karettschildkröte. Zum Jagen ihrer Beute schwimmen sie nahe an die Oberfläche und fangen dort mit ihren Tentakeln kleine Meerestiere. Sie betäuben sie, um sie anschließend in aller Ruhe fressen zu können und wenn sie satt sind, lassen sie sich meistens von der Strömung treiben und tauchen wieder in tiefere Gewässer ab.

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Portugiesische Galeere oder Physalia physalis

Kurz zusammen gefasst – die Portugiesische Galeere hat meterlange Tentakel, die mit giftigen Nesseln versehen sind. Wenn man mit diesen Teilen in Berührung kommt, kann das Nervengift starke Schmerzen verursachen, sogar zeitweise Lähmungen sind möglich. Da die giftigen Zellen sogar bei toten Quallen, die an Strand gespült werden noch aktiv sind, sollte man auch von diesen Exemplaren die Finger lassen und sie besser nicht berühren. Die Atlantikströme schwemmen nicht selten hunderte Exemplare dieser Quallenart bis an die Küsten von Spanien und Portugal. Auf den Kanarischen Inseln wurden große Schwärme das letzte Mal im Jahr 2012 und 2014 beobachtet.

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Portugiesische Galeere oder Physalia physalis auf einem Foto von Aaron Ansarov

•*¨*•❥ übrigens – die Portugiesische Galeere ist sogar ein Thema im Kamasutra …

 

 

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Über ARTlandya - der Blog

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2 Antworten zu eine tödliche Schönheit

  1. La Imperial Feng schreibt:

    uiii – ich erinnere Begegnungen mit Quallen noch aus meiner Kindheit und muss gestehen, so schön sie auch aussehen, mir sind sie immer (noch) etwas unheimlich.

    Gefällt 1 Person

    • im Wasser möchte ich den Dingern auch nicht begegnen, aber wenn du so am Strand eine kleine und so harmlos aussehende blaue Blase findest, ist sie einfach nur schön. Mit den Fingern angefasst habe ich sie aber auch nicht 🙂 obwohl man – bei der blauen Galeere – die Blase anfassen kann, denn nur die Anhängsel sind gefährlich. Da habe ich zuviel Respekt oder sogar Angst?!
      Zum Glück sind diese Meeresbewohner an den Küsten der Kanaren relativ selten zu sehen …

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