El Pris und die Idylle

Wir sind Richtung Tacoronte unterwegs und landen nach kurzer Fahrt an unserem Ziel, einem kleinen Ort an der Küste.  El Pris wird ja in den Reiseführern als idyllischer Fischerort, in dem die Zeit stehen geblieben ist, bezeichnet. „Ein unberührtes, einfaches Fischerdorf an der Nordküste, an dem der Tourismus bislang spurlos vorüber gegangen ist. Es gibt ein Meerwasserschwimmbecken, zwei Fischrestaurants und einen idyllischen Spazierweg hinüber zum schwarzen Sandstrand von Mesa del Mar.“ So oder so ähnlich wird der kleine Ort an der Küste, der wie Mesa del Mar zum Gemeindegebiet von Tacoronte gehört, beschrieben.

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Es tut mir leid, aber diese Romantik kann ich in diesem Ort leider nicht entdecken. Der Tourismus soll hier spurlos vorbei geschlichen sein?   lachen  Wer hat denn dann die vielen scheußlichen Apartmentanlagen an die Felswände geklatscht? Nach einem normalen Dorf sieht diese Konstruktion wirklich nicht aus, oder? Die einheimischen Fischer haben sich diese Architektur mit Sicherheit nicht einfallen lassen.

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Wir selbst fahren immer wieder gerne nach El Pris. Der Blick Richtung Teide ist atemberaubend schön und der Küstenstreifen zeigt sich jedesmal märchenhaft und fast mystisch. An diesem flachen Küstenabschnitt von Tacoronte kann man direkt am Meer spazieren gehen. Die kräftigen Wellen des Atlantiks schlagen vor allem im Winter mit voller Wucht gegen die Mauern an der Küste, feiner Wasserstaub liegt in der Luft und es richt angenehm nach Meer.

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Wenn ihr wirklich etwas von dem kleinen Ort begreifen wollt, müsst ihr ihn jedoch sozusagen erklettern. Die sogenannten Gassen sind hier meistens Treppengässchen, die sich zwischen den Häusern nach oben kämpfen oder man geht steile, betonierte Wege nach oben.

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Die Straßenschilder von El Pris erkennt man nicht immer auf den ersten Blick. Am Anfang jeder Gasse steht der Name zwar auf den üblichen bunten Schildern an den Häuserwänden doch zwischendurch muss man sich mit Hilfe der Fischfiguren aus Metall orientieren. Daran erkennt man, dass es sich nicht um einen privaten Zugang zu einem Haus sondern um einen öffentlichen Weg handelt. Aber das ist alles keine Problem, denn auch ohne Straßennamen ist ein Spaziergang keine komplizierte Sache. Die Siedlung ist klein und übersichtlich und wer sich hier verläuft, ist schon ein besonderer Künstler. smile  Man kann sich eigentlich gar nicht verlaufen, wenn man sich am Wasser orientiert – denn von dort unten führen alle Wege nach oben!

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Ich könnte mir nicht vorstellen, hier zu wohnen. Die Aussicht ist zwar perfekt und der Blick auf den Teide mit dem markanten Küstenstreifen im Vordergrund ist mit Sicherheit einmalig auf der Insel, aber wenn ich daran denke, dass ich jede einzelne Wasserflasche und jedes Kilo Kartoffel, Mehl oder sonstige Lebensmittel jedesmal eine ganz schön lange Strecke über Stufen oder steile Wege bis zum Haus schleppen müsste, dann sieht die Sache gleich anders aus. Obwohl es auch dafür eine Lösung gibt, denn ich habe schon gesehen, wie eine fleißige Mitarbeiterin von Mercadona eine Lieferung von Lebensmitteln  die Treppen hoch getragen hat. smile Der bequeme  Lieferservice funktioniert also auch an abgelegenen Orten von Teneriffa, zumindest hier im Norden.

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Als Fischliebhaberin hätte ich natürlich einen riesengroßen Vorteil, denn hier kommen die Meeresbewohner wirklich fangfrisch auf den Teller. Einige Einwohner von El Pris verdienen sich ihr Geld noch immer mit dem Fischfang und auch deshalb gefällt mir dieses Plätzchen auf der Insel so gut. Die vielen bunten Fischerboote sind hier nicht nur als romantische Dekoration aufgestellt, sie sind überlebenswichtig für die tägliche Arbeit der Menschen.

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Hoffentlich gibt es die Fischer und den Fischreichtum an der Küste der Kanarischen Inseln noch sehr lange, auch wenn die Fischerei selbst absolut nichts mit Romantik, sondern mit knochenharter Arbeit zu tun hat. Wenn nichts gefangen wird, wird kein Cent verdient, die Arbeitszeit hat auch nicht viel mit einem acht Stundentag zu tun und vor allem im Winter sind der Wind, das Wetter und der Atlantik eine besondere Herausforderung. Es ist keine Arbeit für Jammerlappen und trotzdem sagen viele Fischer, dass es der schönste Beruf der Welt sein soll.

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Über ARTlandya - der Blog

Teneriffa ist eine ganz besondere Insel im Atlantik und auf ARTlandya, einer wunderschönen Finca in Icod de los Vinos erwartet euch eine verzauberte Welt mit KünstlerPUPPEN, TEDDYbären und viel Natur :-) Lasst euch überraschen und stöbert einfach in meinen Beiträgen!
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