Arico und die Küste

Als Ziel für unseren Ausflug haben wir uns dieses Mal Arico vorgenommen. Wir wollen aber nicht in die Berge, also direkt ins Herz von Arico fahren, sondern die Gegend Richtung Küste erkunden. smile Ihr werdet es nicht glauben, aber in dieser speziellen Ecke von Teneriffa sind wir noch nie gewesen. Die dunkelgrauen fast bedrohlichen Wolken, die hier fast ständig in den Hügeln hängen, kennen wir schon , doch Richtung Atlantik ist der Himmel wolkenlos und dunkelblau. Ihr werdet es  ja auf den Fotos bemerken, denn wenn ich Richtung Land fotografiere ist die Stimmung dunkel und fast mystisch, liegt das Motiv aber Blickrichtung Meer ist der Hintergrund sommerlich blau. Schon von der Autobahn aus sieht man an der Küste einen schönen, alten Leuchtturm und genau da wollen wir hin!

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Poris de Abona lassen wir schnell hinter uns und nach kurzer Zeit sehen wir eine kleine, unscheinbare Häuseransammlung rechts und links der Straße. Direkt beim Strand la Playa Grande, der auch als Playa de la Punta bekannt ist, gruppieren sich vielleicht zwanzig Häuschen rund um eine relativ große Kirche. Es ist la Iglesia de Nuestra Señora de Las Mercedes.

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Die alte Kapelle wurde im Jahr 1514 gebaut und im Jahr 1741 von algerischen Seeräubern geplündert. 1835 ist das Kirchlein dann durch einen Brand völlig zerstört worden. Es wird erzählt, dass man sie zwar gleich wieder aufbauen wollte, aber die Kirche, die wir heute sehen, wurde erst zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts auf den Grundmauern der alten Kapelle errichtet.

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La Señora de Las Mercedes wurde 1772 von der Gemeinde Arico zur Schutzpatronin des Ortes erklärt und seitdem steigt sie, also die Jungfrau, alle fünf Jahre, natürlich nur symbolisch, vom Berg an die Küste herunter an die Küste. Wie überall auf der Insel wird dieses Ereignis dann mit einer großen Prozession gefeiert und die Heilige wird mit Rosmarin und Blumen geschmückt auf starken Schultern bis zur Parroquia de San Juan in Poris de Abona getragen. Nach dem rauschenden Fest kehrt sie für die nächsten fünf Jahre wieder ins ruhige Dörfchen Arico zurück und wartet dort auf ihren nächsten Auftritt.

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Als wir am frühen Nachmittag durch diese Siedlung gefahren sind, habe ich keine einzige Menschenseele gesehen. smile Nicht einmal eine faule Katze konnte ich irgendwo entdecken. Entweder haben alle Bewohner Siesta gehalten oder sie sind am Strand gewesen. Der Ort wirkt zwar wie ausgestorben, aber die Häuser müssen bewohnt sein. Neben der Kirche standen ein paar Autos und einige Fenster waren auch geöffnet. Etwas, was man eigentlich in jedem Kaff findet, nämlich eine Bar, habe ich hier auch nicht gesehen. Dafür warten am Platz vor der Kirche Spielgeräte auf Kinder und einem der Häuser ist – oder war – das Rote Kreuz untergebracht.

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Dieses Haus mit der liebevoll verzierten Haustüre und den abwechslungsreich gestalteten Fenstern stand direkt an der Straße. smile  Ich musste diese Fotos knipsen, ich konnte einfach nicht widerstehen!

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Von hier aus ist der Leuchtturm an der Küste schon fast greifbar. Schlank und rank steht er nur wenige Meter vom Wasser entfernt in der Landschaft. Jetzt schnell ins Auto und dann geht es noch ein kurzes Stückchen auf der Schotterstrasse Richtung Atlantik, aber über den Leuchtturm von Abona erzähle ich euch in den nächsten Tagen. Ich muss erst die Fotos dafür ordnen.

•*¨*•❥  hier geht es weiter zur Geschichte des Leuchtturms von Abona

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Über ARTlandya - der Blog

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3 Antworten zu Arico und die Küste

  1. Teda Lessiak schreibt:

    Da will ich auch hin!!!!!! Wunderschön, danke.

    Gefällt 1 Person

  2. Diese Gegend ist wirklich nicht das, was man als Tourist sucht. Schön, dass sie hier mal beschrieben wird, mit viel versprechenden Fotos.
    Wer sich traut, einmal eine Wanderung durch die Wüste zu machen, sollte mal hier nachschauen:
    https://mitenerifeblog.wordpress.com/2016/05/02/sanatorio-de-abades/
    Ganz in der Nähe des Leuchtturm gibt es nämlich noch eine Geisterstadt zu besichtigen: Ein Konzentrationslager für Lepra-Kranke, das aber zum Glück nie in Betrieb ging – ein gruseliges Stück Inselgeschichte.
    Liebe Grüsse, gerardo

    Gefällt 1 Person

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