Wenn Mauern Geschichten erzählen

Was fällt euch spontan ein, wenn ihr den Namen Adeje hört? Ich bin mir sicher ihr habt Luxushotels und schöne Sandstrände vor Augen. Vielleicht noch aufgeputzt mit ein paar Designerboutiquen, Bars und Restaurants. Stimmts? smile  Aber ihr liegt falsch, denn dabei handelt es sich um Costa Adeje und das ist geographisch betrachtet eine Verlängerung der Touristenhochburgen Los Cristianos und Playa de las Americas. Mit dem Ausbau des Küstengebietes von Adeje wollte man das angeknackste Image des Südens von Teneriffa wieder aufzupolieren und das ist den Erfindern auch gelungen – die Stadt wurde schnell zum Synonym für luxuriösen Urlaub mit Sonnengarantie. Aber darüber will ich euch heute gar nichts erzählen …

Adeje hat sich durch den Tourismus zu einer der wohlhabendsten Gemeinden Teneriffas gemausert und heute denkt fast niemand mehr daran, dass Adeje einmal der Sitz des Königs der Guanchen war. Ihr habt schon richtig gelesen, die Guanchen hatten einen König, der über die ganze Insel herrschte. Erst nach dem Tod von Mencey Thinerfe  wurde die Insel in neun Gebiete aufgeteilt. Ab da herrschten seine Söhne als Menceys über Land und Leute. smile  Aber auch das ist wieder eine andere Geschichte.

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Adeje hatte in alten Zeiten eine sehr gute Wasserversorgung und so war es auch ein begehrter Platz für die spanischen Eroberer, die sich in dieser Gegend niederließen und über das Land bestimmten. Die Wandbilder von Adeje sollen ein paar Momente aus der Geschichte der Stadt erzählen und ich finde Conrado Díaz Ruíz, ein Künstler der Insel, hat das wunderbar dargestellt.

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Mit dem Hinweis auf eine alte Wassermühle im oberen Teil der alten Siedlung hat er das Bild an dieser Hauswand Molino de Arriba genannt. Die Malerei besteht zwar aus zwei Teilen – links ein Guanche und rechts eine Frau mit einem Kind, aber das Wasser spielt die eigentliche Hauptrolle. Die Geschichte erzählt, wie wichtig das Wasser vor allem im Süden der Insel war, denn ohne Wasser gab es keine Chance auf ein angenehmes Leben.

Im Ort am Rio de Adeje konnten die Menschen gut leben. Am Rio de Adeje? Ihr werdet euch jetzt denken, wo auf der Insel gibt es denn überhaupt einen Fluss und dann auch noch im Süden?  Ihr habt recht, jetzt gibt es keinen Fluss mehr, aber es existieren viele Wasserläufe, die es früher auf der Insel gegeben hat nicht mehr. Der Rio de Adeje ist heute als Barranco del Infierno bekannt und dafür gibt es auch eine ganz einfache Erklärung. Die Guanchen lebten und bauten ihre Siedlungen an den Orten, wo das Wasser aus der Erde kam. So konnten sie sich und ihre Tiere immer mit Wasser versorgen. Die Spanier bauten ihre aber Häuser weiter unten, auf dem relativ flachem Land. Der Fluss wurde also kurzerhand in Kanäle geleitet und dort hin gebracht, wo man Ackerbau betreiben konnte. Das war dann meistens das Ende der natürlichen Bäche und Flüsse und so ist es auch bis heute geblieben.

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Auf dem Wandbild in Adeje trinkt der Guanche sein Wasser noch mit Hilfe eines Schneckengehäuses, el bucio, und trägt einen Schurz aus Ziegenfell. Die Frau rechts auf dem Bild bewegt sich schon Richtung Gegenwart.

In vergangenen Zeiten wurde in Adeje das Wasser über einen hölzernen Kanal, der am Wegrand entlang verlegt wurde, von Norden nach Süden, quer durch die Stadt geleitet. Dort konnten die Bewohner ihr Wasser holen, die Tiere tränken und ihre Wäsche waschen. 1936 entstand dann ein eigener Platz für die Wäscherinnen und 1938 wurden für frisches Trinkwasser gesorgt und vier öffentliche Brunnen gebaut. Die Frau kommt mit ihrer frisch gewaschenen Wäsche also vom Waschplatz und ist mit ihrem Kind auf dem Weg nach Hause. Mit dem Bündel auf dem Kopf steht sie für die typische Art des Transportes von allen Dingen, die man von A nach B bringen wollte. smile  Egal ob Milchkannen, Holz, Fische oder eben Wäsche.

So, das war wieder einmal ein bisschen Geschichte von der Insel – bis bald, ich bleibe dran! lachen Es wird sicher nie langweilig …

 

 

 

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