Die Calla – auch eine Hochstaplerin!

Jetzt blüht sie wieder auf der Insel. Egal ob irgendwo zwischen den Weinstöcken in der prallen Sonne oder auf schattigen Plätzchen unter einer Mauer, auf Wiesen, unter Bäumen oder Palmen. Die weiße Calla ist ja wahrscheinlich jedem ein Begriff, oder? Sie ist eine Klasse für sich, elegant, stolz, sinnlich und weich – eine Blume mit Starqualitäten. Wer denkt schon daran, dass auch dieses Blumenkind ursprünglich in den Sümpfen Afrikas zu Hause war?

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Ursprünglich wuchs die Calla ganz unbekümmert in den sumpfigen Gebieten von Südafrika bis Malawi. Da es dort abwechselnd sumpfig und dann wieder trocken ist, hat sich die Calla nicht nur zu einer schönen, sondern auch zu einer robusten Pflanze entwickeln können. Im 18. Jahrhundert wurde sie dort von einem Italiener mit dem eigenartigen Namen Giovanni Zantedeschi entdeckt. Er brachte die Schönheit nach Italien und dort wurde der Neuankömmling der Name des Entdeckers gegeben. Der Name hat sich anscheinend nicht durch gesetzt, denn wir kennen sie alle unter dem Namen Calla.

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Das Auffälligste an der Calla ist ihr elegant geformter Kelch. Eigentlich ist es ja nur ein einziges Hochblatt, das sich direkt am Stiel entwickelt und sich dann mit einem eleganten Schwung langsam öffnet, bis man tief ins Herz der Blüte hineinblicken kann. Und siehe da, dort findet man die wirklichen, sehr kleinen Blüten an einem sinnlichen Blütenkolben in der Mitte des Kelches.

Wenn eine Blume für die Unsterblichkeit steht, dann ist es die Calla. Die sanft geschwungenen weißen Blüten wurden bereits in früheren Zeiten als ein Symbol für das ewige Leben gesehen. Das könnte auch der Grund dafür sein, dass die Calla in vielen Ländern eine Blume der Trauer ist oder war. Vor vielen Jahren ist man bin ich in Südafrika so richtig ins Fettnäpfchen getreten, als ich dem Geburtstagskind einen wunderschönen Strauß mit den strahlend weißen Blumen mitgebracht habe. smile

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Die Blume hat aber noch andere symbolische Bedeutungen. Sie ist die Blume der Reinheit und Sympathie, sie steht für die Schönheit – und sie gilt als Glücksbringer! Diese Bedeutung hat sie noch aus der Zeit der Griechen und Römer. Weil die Form der Blüte an einen Weinkelch erinnert, gehörte für sie die Blume zu Feiern, Festen und guter Laune!

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Das schneeweiße, geschwungene Hochblatt der Calla, das fälschlicherweise als Blüte bezeichnet wird, wird oft, durch seine perfekte kurvenreiche Form, mit dem Körper einer Frau verglichen. Sie symbolisiert das sinnliche, zarte, verletzliche, weibliche. Eine elfenhafte, geheimnisvolle Blume. Sie ist eine Faszination in der Pflanzenwelt und wer würde da glauben, dass sie ein tödliches Geheimnis hat?  Alle Teile der Pflanze sind giftig und erzeugen Reizungen und Schwellungen im Mund und Rachen, Erbrechen und Durchfall. Ich habe gelesen, dass die Blätter manchmal gekocht gegessen werden, aber ehrlich gesagt, würde ich es nicht ausprobieren. Man muss ja nicht alles essen, oder?

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Für ein Plätzchen am Ufer unseres Teiches haben wir ein paar ganz spezielle Exemplare erstanden. Wie die Pflanze auf deutsch genannt wird, habe ich leider nicht heraus finden können. Die gängige Bezeichnung auf der Insel lautet ganz einfach calla, flor blanca y verde. Ich bin fasziniert von der Blüte und ich hoffe, sie vermehrt sich genau so gut wie ihre Schwester!

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Die weiße Calla ist eine meiner Lieblingsblumen und auf der Finca wachsen sie wirklich an den unmöglichsten Stellen. Sogar aus den Ritzen auf unserer Stiege – und die ist immerhin betoniert – hat sich eine besonders eigensinnige Pflanze ans Licht gekämpft. Wovon sie lebt? Das ist mir ein Rätsel, denn es ist weit und breit kein Krümmelchen Erde zu finden. Da soll einer noch die Welt verstehen? Auf der einen Seite hegt und pflegt man seine Pflanzen und trotzdem wollen sie oft nicht so wie ich es will und dann suchen sie sich selbst einen Platz, wo ich sie selbst nicht einmal einpflanzen könnte!

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Auch wenn man bei der Calla von einer klassischen Schönheit spricht, die Pflanze hat für mich , auch etwas sehr Starkes an sich. Schaut euch doch einmal diese dunkelgrünen, kräftigen Pflanzenstile und die festen Blätter an. Stolz recken sie die Blüten in die Sonne, eine Schönheit mit weißen Kelchen, afrikanischen Wurzel und einem sonnigen Character. Was sie gar nicht mögen? Regentropfen, die auf die Blüten klopfen. Dann reagieren sie mit unschönen, braunen Flecken und für mich sind sie für die Blumenvase dann gar nicht mehr geeignet.

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Obwohl man es gewöhnt ist, dass Pflanzen von Insekten bestäubt werden, wird diese Aufgabe bei der Calla von Schnecken übernommen. Ich habe bei uns im Garten zwar noch keine Schnecke entdecken können, aber es müssen Rennläufer dieser Art unterwegs sein. Einige unserer Callas bilden Samen oder besser gesagt Früchte aus. Doch wo sind die Schnecken? Die müssen sich gut getarnt verstecken, denn die Callas vermehren sich bei uns sowohl über Samen als auch über ihren Wurzelstock.

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Von der Totenblume auf die Festtagstafel für den schönsten Tag im Leben – Callas sind momentan die beliebtesten Hochzeitsblumen. Habt ihr das gewusst? Ich nicht, aber bei mir stehen sie sehr oft als Blickfang im Zimmer, denn Callas sehen nicht nur schön aus, sie halten in der Vase bis zu zwei Wochen. Ihr müsst nur darauf achten, dass sie immer genug frisches Wasser haben und daran denken, dass die stolzen Blumen keine kleine Vasen mögen. Dann kann eigentlich nichts schiefgehen und ihr habt lange Freude an einem ganz besonderen Blumenschmuck.

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Über ARTlandya - der Blog

Teneriffa ist eine ganz besondere Insel im Atlantik und auf ARTlandya, einer wunderschönen Finca in Icod de los Vinos erwartet euch eine verzauberte Welt mit KünstlerPUPPEN, TEDDYbären und viel Natur :-) Lasst euch überraschen und stöbert einfach in meinen Beiträgen!
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