Tag der Mütter

Muttertag, Día de la madre, steht morgen im Kalender – in Österreich und diversen anderen Ländern. In Spanien liegt er ja bereits seit einer Woche hinter mir.

kueche

Für die Mütter heißt es morgen früh aufstehen, denn die fleißigen Kinder sind ja schon auf das Gesicht ihrer überraschten Mama neugierig. 1f609 Zumindest so lange sie noch klein sind. Also – wo bleibt denn die Mutter? Das Frühstück ist fertig, der Tag verplant, aber wo ist das Herzstück? Etwa noch immer gemütlich im Bett? Das kann ja wohl nicht wahr sein! Oder ist die Mutter bei der Großmutter und sagt brav ein Muttertagsgedicht auf? Wer hat das Recht ungestört Muttertag zu feiern? Wer steht auf der Liste ganz oben? Wer genießt als Mutter das uneingeschränkte Privileg des Muttertages? Die Mutter, die Oma, die Schwiegermutter oder man selbst? Wofür der ganze Stress, wenn es anscheinend das ganze Jahr über keinen Tag gibt, an dem irgendjemand daran denkt, was Mütter so alles machen?

Eine Mutter – was ist das überhaupt? Das ist die Managerin einer kleinen, aber feinen Firma, die vierundzwanzig Stunden am Tag dafür haftbar gemacht wird, dass diese Institution auch funktioniert. Und das ohne wenn und aber. Dafür braucht es keinen Ehrentag! Oder gibt es einen Managertag? Na, wer weiß, so viele internationale Tage zu Ehren von so ziemlich allem, die es heute schon gibt, ist das auch möglich. Ich habe davon zwar noch nichts mitbekommen, aber vielleicht bin ich in der Beziehung so wieso nicht normal. Mein Motto war immer klar. „Die beste Mutter ist immer die Mutter, die gerade eben gut genug ist.“ Denn was hat ein Kind von einer Mutter, die mit sich selbst unzufrieden und frustriert ist? Was ich mir wünschen würde wenn ich könnte? Eine Fee, die zack-zack, ohne viel zu fragen, alle Fenster putzt und mir im Garten hilft. Ein Roboter, der selbst Staub wischen und mit dem Staubsauger durch die Gegend flitzen kann wäre auch nicht zu verachten. Wunschträume eben, denn darauf werde ich wohl vergeblich warten.

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Aber da gibt es noch ein Problemchen, welchen Muttertag soll ich denn nehmen? Den gewohnten von daheim oder den neuen? Oder lieber gleich beide? Da fällt mir Hans Moser in seiner Rolle als Dienstmann ein. Er hatte zwar ein mit zwei großen Koffern als er lapidar gefragt hat: „wie nehmen wir ihn denn?“ lachen Aber mir geht es bei meinem Problem mit dem Muttertag ähnlich.

Von Verleugnung der eigenen Kultur halte ich nämlich gar nix. Das heißt nicht, dass ich auf Teneriffa genau so leben will wie in Kärnten, dann hätte ich ja gleich zu Hause bleiben können. Mir gefällt es hier, ich fühle mich pudelwohl und ich halte für die Insulaner auch nicht den üblichen Standardsatz vieler Einwanderer parat. Ach so, ihr kennt ihn nicht?  1f609 „Aber bei uns zu Hause wird das gaanz anders gemacht!“ lautet die Feststellung.

Wir leben in Spanien, aber erstens sind wir nicht eingewandert sondern haben nur unseren Lebenspunkt von Mitteleuropa auf den südlichsten Teil dieses Kontinents verlegt. Zweitens bleibt und ist der Mensch so wie er eben ist. Mit seinen Vorlieben, Kenntnissen und Abneigungen. Warum sollte sich das ändern, nur weil man seinen Wohnsitz wechselt? Das wäre doch absurd, oder? Warum sollte ich als Erwachsener auf einmal daran glauben, dass mir die Heiligen Drei Könige zu Weihnachten die Geschenke bringen – wenn ich mit dem geheimnisvollen Christkind aufgewachsen bin?  Warum sollte ich den Adventkranz aus meinem Gedächtnis streichen, nur weil die Menschen um mich diesen Brauch nicht kennen?

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Der Vorteil unserer Zeit besteht eigentlich eher aus dem von einander lernen können. Man muss ja niemanden belehren und man ist nicht nur dann angekommen, wenn man plötzlich nur mehr die Umstände des, sagen wir einmal, Gastlandes für gut, toll, lecker und vollkommen findet. 1f609 Das Miteinander ist doch wunderschön – und es funktioniert auch! Aus diesem Grund haben wir unsere Gewohnheiten und andere Mitmenschen ihre. Weil ich auf den Kanarischen Inseln lebe, muss ich noch lange nicht Gofio mit Salat lieben! Geschmäcker und Vorlieben sind eben einmal verschieden – Gott sei Dank. Und deshalb feiere ich den Muttertag wie gehabt – am zweiten Sonntag im Mai!

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P.S.: ich glaube, ich werde den Muttertag für uns umzufunktionieren.  Wir nennen ihn in Zukunft Elterntag! Dann geht alles in einem Abwaschen, ich muss diesen Tag eigentlich nicht unbedingt haben und der Vatertag wird sowieso immer vergessen. Schlaft gut! ¡Que descanses!

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Über ARTlandya - der Blog

Teneriffa ist eine ganz besondere Insel im Atlantik und auf ARTlandya, einer wunderschönen Finca in Icod de los Vinos erwartet euch eine verzauberte Welt mit KünstlerPUPPEN, TEDDYbären und viel Natur :-) Lasst euch überraschen und stöbert einfach in meinen Beiträgen!
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