Teneriffas lebende Statuen

In den Gassen und auf den Plätzen in Puerto de la Cruz kann man immer wieder etwas Neues entdecken. Dort eine Wandmalerei, da liebevoll und bunt umhäkelte Palmen, viele steinerne Köpfe von wichtigen Männern der Stadt, lebensgroße Figuren aus Bronze, plätschernde Brunnen und eigentlich sind immer irgendwo Strassenkünstler unterwegs. Egal ob es sich dabei um Musikanten, Maler oder Pantomime handelt.

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Sie sehen aus wie Statuen, doch der Schein trügt, denn es steckt Leben in diesen Kunstwerken. Aber nur ja keine falsche Bewegung – die Mimen, oder mimos wie sie hier genannt werden, verdienen ihr Geld mit Stillstand. Ganz ehrlich? Ich glaube nicht, das ich das könnte. Stundenlang in einer Pose verharren und ganz still auf einem Platz stehen und nur dann eine Bewegung machen, wenn wieder einmal eine Münze mit einem metallischen Klang auf den Teller landet.

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Plötzlich bewegt sie sich! Stück für Stück, fast wie ein Roboter. Ein schelmisches Zwinkern mit den Augen, ein kleines Lächeln – dann wird sie wieder starr wie ein Stein. Bewegung ist nur erlaubt, wenn sie zur Rolle gehört, so lauten die Regeln. Bei Kindern hat diese Elfe allerdings eine Ausnahme gemacht, sie hat ganz leicht mit einer Hand gewunken und den staunenden Mädchen ihre Glaskugel gezeigt. Diese strahlenden Kinderaugen hätte wohl keine Statue mit Technik fertig gebracht, das schafft nur ein Standbild mit Herz. kuss (2)

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Die lebenden Statuen werden der Gruppe der Pantomimen zugeordnet und das griechische Wort pantomimos bedeutet soviel wie „der alles Nachahmende“. Im Vergleich zu normalen Schauspielern beschreiben uns Pantomime ihre Geschichten ganz stumm und ohne Worte, Sie erzählen uns ihre Gedanken allein durch Gestik und Mimik, also durch ihre Körpersprache. Pantomime – das ist wie Theaterspielen ohne Ton und sehr oft bringt sogar ein trauriger Clown sein Publikum nur mit seinen Gesichtsausdrücken und seiner Körpersprache zum Lachen.

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Aber Pantomime muss nicht immer lustig sein. Diese zwei Männer haben ihr wortloses Kunstwerk in der Nähe der kleinen Kapelle von San Telmo gezeigt und ihre Umkleidekabine können sie ganz ohne Probleme zusammen falten, in die Tasche stecken und wieder mitnehmen.

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Aber erst stehen sie einmal für ein paar Stunden ganz still und starr. Der eine oder andere Beobachter überlegt sich wahrscheinlich wie es möglich ist, dass man so einfach in der Luft sitzend schweben kann, aber obwohl ich den Trick kenne, bewundere ich die beiden Männer für ihr Stillhalten. Was mir diese Beiden sagen wollten, habe ich allerdings nicht begriffen.

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Heute sind Pantomimen vor allem in Fußgängerzonen zu sehen. Als bunt bemalte oder schneeweiße Gestalten bewegen sie sich immer dann, wenn ihnen jemand eine Münze in den Hut wirft. Verwandlungskünstler gibt es also nicht nur im Theater oder im Fernsehen, wo man sie vor allem in Stummfilmen bestaunen kann, sondern vor allem im realen Strassenleben auf Teneriffa. Bunte, schillernde Punkte in Form von Statuen, Kunst nicht im Museum sondern auf der Strasse.

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Nur wer seinen Körper gut beherrscht, kann etwas richtig gut nachmachen und viele Pantomimen haben heute eine lange Ausbildung als Tänzer oder Akrobaten hinter sich. lippen Unter den lebenden Statuen in Puerto de la Cruz stecken deshalb hie und da auch Studenten, die mit ihrer Kunst am Strassenrand in den Ferien ihr Geld für ihr Studium verdienen.

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Das Wort Kunst wird weder von können, noch von künden herleitet, es hat schon existiert, als die Wörter können und künden noch nicht in Gebrauch waren. Nähere Information und nützliches Wissen darüber findet ihr jederzeit im weltweiten Netz oder in einem Lexikon – falls es euch interessiert.

Ganz richtig kann aber auch der alles wissende Brockhaus nicht liegen, denn in diesem Nachschlagwerk wird behauptet, dass Kunst „jedes zur Meisterschaft entwickelte Können“ sei.  Dann müsste man ein perfekt gebügeltes Hemd ja als Kunstwerk einzustufen, oder? lachen Das ist hundertprozentig nicht der Fall, doch eines steht fest – wenn Emotionen und Situationen ohne Worte dargestellt werden, geht es auch um die Kunst des Schweigens.

•*¨*•❥ übrigens – in England werden die Statuen mit Leben in sich auch living dolls genannt, aber keine Angst, die Puppen, die wir auf ARTlandya ausstellen erwachen nicht zum Leben. Auch wenn einige von ihnen wirklich sehr lebendig aussehen

Über ARTlandya - der Blog

Teneriffa ist eine ganz besondere Insel im Atlantik und auf ARTlandya, einer wunderschönen Finca in Icod de los Vinos erwartet euch eine verzauberte Welt mit KünstlerPUPPEN, TEDDYbären und viel Natur :-) Lasst euch überraschen und stöbert einfach in meinen Beiträgen!
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