Teneriffa und die Drachenbäume

Icod de los Vinos, Mittwoch 20. September 2017 

Die Sonne scheint, der Tag ist fast vorbei und mir sind gerade durch Zufall zwei lustige Fotos unter gekommen. Die Aufnahmen sind schon sieben Jahre alt und das Gewächs darauf hat sich in der Zwischenzeit ziemlich verändert, aber seht selbst …

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Was soll denn das sein? Eine Riesenananas? Sieht fast so aus – ist es aber nicht! lachen Es ist aber auch eine blöde Frage, denn wer soll darin schon einen Drachenbaum erkennen? Doch so putzig sieht der mystische Drachenbaum in den Kinderschuhen eben aus. Man kann ihn eigentlich kaum von einer Agave unterscheiden. Aber es ist wirklich El Drago, der Drache unter den Bäumen und das Wahrzeichen der Kanarischen Inseln. Mit dem mystischen Baum hat dieses Drachenkind natürlich noch keine Ähnlichkeit.  Aber was nicht ist kann ja noch werden, oder?

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Dieses Exemplar ist ungefähr drei, vier Jahre alt und damals habe ich dem armen Kerl mit einem scharfen Messer die unteren Blätter abgeschnitten. Durch diesen Schnitt trocknen die verbliebenen Teile der Blätter schneller, fallen nach ein paar Monaten von selbst ab und der Stamm bleibt unverletzt. Er soll möchte ja – irgendwann einmal – auch zu einem Prachtexemplar heranwachsen.

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Mittlerweile sieht unser Exemplar schon etwas erwachsener aus, aber verästelt hat sich der Drachenbaum trotzdem noch nie, denn bis heute hat er sich geweigert nur eine einzige Blüte zu treiben – und ohne Blüten gibt es keine neuen Verästelungen.

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Der kleine Drachenbaum hat sein großes Vorbild ja fast vor der Nase – el Drago Milenario de Icod, den tausendjährigen Drachenbaum. Seine volle Schönheit werde ich selbst mit Sicherheit nicht mehr erleben. Dafür reicht meine Zeit auf Erden beim besten Willen und bei gesündester Lebensweise nicht aus. Aber der kleine Drago darf jetzt schon davon träumen. lachen Wir werden ihn dabei auch mit aller Kraft unterstützen – mehr können wir leider nicht zu seinen Träumen beisteuern.

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El Drago Milenario in Icod de los Vinos

Dragos, wie die Einheimischen die Drachenbäume nennen, sind faszinierende Gewächse der Kanarischen Inseln. Mit ihrer Ausstrahlung übertreffen sie jede Palme, jeden Kaktus und andere tropische Pflanzen. Der Drachenbaum ist ein verzauberter, skurriler Baum, der gar kein Baum ist und aus einem anderen Zeitalter zu kommen scheint.

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Drachenbäume auf unserer Nachbarinsel La Palma

Man findet kleine und große Drachenbäume überall auf der Insel und meistens sind es auf Teneriffa Einzelgänger. Gruppen von Drachenbäumen habe ich bis jetzt nur auf unserer Nachbarinsel La Palma gesehen. Von Natur aus wachsen sie verstreut in der Landschaft – so, als hätte jemand Samenkörner vom Himmel regnen lassen. Sie sind uralt, eigentlich ein Relikt aus dem Tertiär, ein lebendes Fossil, wie es auch versteinerte Funde in Südfrankreich bestätigen.

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Drachenbäume bei Barlovento auf La Palma

Das ist wieder einmal der Beweis, dass an vielen Tatsachen das Klima schuld ist und war. Heute würden die Medien mit Sicherheit von einer Klimakatastrophe oder zumindest von Klimawandel berichten. Aber dass sich das Wetter nicht an die Vorstellung der Menschen halten kann oder will beweist die Entwicklung der Erde. Die Eiszeiten veränderten biologisch und geologisch nicht nur den gesamten Mittelmeerraum  – bis nach Marokko. Auf Grund dieser Veränderungen im Klimageschehen bildete sich Makaronesien.

Dazu zählt man heute die Azoren, Madeira, las Ilhas Selvagens, die Kanarische Inseln und zuletzt die Kapverdischen Inseln. Lange dachte man, dass der Drachenbaum, el Dracaena draco, eine endemische Pflanze der Kanarischen Insel sei, aber er wächst auch auf Madeira, den Kap Verden und in Marokko. Er ist also eine typische Pflanze von Makaronesien.

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Drago auf La Palma

Von weitem sieht der Drago fast wie der Rasierpinsel von meinem Opa aus aber wenn man direkt vor ihm steht, wirkt er wie ein Dinosaurier der Pflanzenwelt. Mit der Altersbestimmung ist es allerdings ziemlich schwer, denn da es ja kein Baum ist, kann auch niemand seine Jahresringe zählten. Die gibt es schlicht und einfach nicht. Damit hat sich auch schon der vielzitierte Humbold herum geschlagen, denn er hat angeblich den damals größten Drachenbaum im Orotavatal, den Drago de Franchy auf viertausend Jahre geschätzt und hat damit natürlich arg daneben gegriffen. Den Baum gibt es schon lange nicht mehr, denn wie so viele seiner Altersgenossen hat er sein Leben bereits im vergangenen Jahrtausend ausgehaucht, er wurde vor über 150 Jahren von einem orkanartigen Sturm ins Jensseits befördert.

Über die Drachenbäume der Insel gibt es noch viel zu erzählen. Heute habe ich leider keine Zeit mehr dafür, aber in den nächsten Tagen könnt ihr mehr darüber lesen – wenn ihr wollt lachen Bleibt also neugierig …

•*¨*•❥ el Drago Milenario, der tausendjährige Drachenbaum in Icod de los Vinos
•*¨*•❥ Die Drachen und Teneriffa
•*¨*•❥ Drachenbäume in Los Realejos

Über ARTlandya - der Blog

Teneriffa ist eine ganz besondere Insel im Atlantik und auf ARTlandya, einer wunderschönen Finca in Icod de los Vinos erwartet euch eine verzauberte Welt mit KünstlerPUPPEN, TEDDYbären und viel Natur :-) Lasst euch überraschen und stöbert einfach in meinen Beiträgen!
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4 Antworten zu Teneriffa und die Drachenbäume

  1. Pingback: Der tausendjährige Drachenbaum | Teneriffa – InselLEBEN einmal anders …

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  3. Teda Lessiak schreibt:

    Du wunderst dich, dass ich heute sooo viel zum Schreiben habe?!? Mama hatte ja ihren 90er und seit Mittwoch feiern wir!!! Und ob du’s glaubst oder nicht, sie ist immer dabei – nur das Maibachl lässt sie aus! Und auf Grund dieser Feierlichkeiten, habe ich deine letzten Mails erst jetzt in aller Ruhe gelesen. Interessante Sache mit dem Drachenbaum, ich wusste eigentlich nix von ihm. Es ist Sonntagabend und ich genieße es jetzt in der geheizten Wohnung und mit Blick auf die eingenebelten Karawanken von dir zu lesen.

    Gefällt 1 Person

    • sag deiner Mama gaaanz liebe Grüße! Ich kann mir vorstellen, dass ihr alle anständig feiert. Immerhin ist eure Familie ja nicht gerade die kleinste und es wird mit Sicherheit viel gelacht.

      Irgendwie beneide ich dich um dein Kaminfeuer – aber nur ein ganz kleines bisschen 🙂 Wir haben gerade Hochsommer …

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