Masca – Geschichte und Geschichten

Viele Jahre lang wurde el Caserío de Masca als Geheimtipp für das ursprüngliche Teneriffa gehandelt. Die Zeiten sind allerdings schon lange Geschichte und ein Besuch in Masca ist zu einem must see für jeden Teneriffaurlauber geworden. 1f609 Deshalb will jeder hin und wundert sich dann, wenn er nicht allein auf weiter Flur steht.

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Wer heute die vielen Busse am Straßenrand vor Masca sieht, kann kaum glauben, dass hier vor vierzig, fünfzig Jahren nur Esel und keine Autos unterwegs waren. Mittlerweile werden die Touristen gleich Bussweise dort abgeladen. Schade, denn dadurch hat die kleine Ansiedlung viel Charme verloren. Massen von Menschen stehen dort, knipsen schnell ein Foto, werden wieder in die Busse gescheucht und weiter geht’s. Vom Flair der alten Häuser bekommen sie wahrscheinlich so gut wie gar nichts mit und die Besucher, die sich wirklich dort umsehen, müssen mit diesen Menschenansammlungen ebenfalls zurecht kommen. 1f609 Wir selbst sind ja gut dran, denn wir können Masca dann besuchen, wenn relativ wenige Urlauber auf der Insel sind und ohne Menschenmassen ist es dort wirklich wunderschön.

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Bis in die 80er Jahre konnte man Masca nur über einen alten Weg von El Palmar aus erreichen. Es gab keinen Strom oder gar ein Telefon und auch keine asphaltierte Straße. Der Ort war vom restlichen Teil der Insel abgeschnitten und mit Esel, Maultieren oder Pferden war es mit Sicherheit ein mühsamer Marsch in dieses Örtchen. Heute kann man sowohl von Buenavista del Norte, über El Palmar als auch über Santiago del Teide ganz bequem mit dem Auto nach Masca fahren.

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Der Name Masca, el mascara, bedeutet soviel wie Maske oder Larve, also könnte man ihn wohl mit einem versteckten Dorf interpretieren. Und so ist es vor nicht allzu langer Zeit auch gewesen, denn Masca war eine kleine, versteckte Ansiedlung im Tenogebirge, in der höchstens 150 Menschen gelebt haben.

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Verstreute Häuschen, die durch gepflasterte Wegen miteinander verbunden worden sind. Der Mittelpunkt des Ortes war und ist die kleine Plaza bei der Kirche la Iglesia de la Inmaculada Concepción aus dem 18. Jahrhundert.

Die Häuser von Masca verteilen sich über mehrere Berghänge und deshalb mussten für den Anbau von Gemüse oder Getreide zuerst überall Terrassen angelegt werden. Um die Wasserversorgung war für alle Bewohner zu sichern wurden lange Wasserstollen, sogenannte galerias in den Monte del Aqua getrieben. Diese alte Wassergenossenschaft la Comunidad de Aqua, existiert heute noch und jedes Mitglied dieser Gemeinschaft hat das Recht auf frisches Wasser aus den Galerien.

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Mit Masca werden auch oft Piraten in Verbindung gebracht. Einige Geschichten machen Masca gleich zu einem ehemaligen Piratendorf und andere erzählen davon, dass sich hier Menschen vor Piraten versteckt haben könnten. Der kleine, gut verborgene Strand wäre natürlich ein erstklassiger Landeplatz für die Räuber der Meere gewesen und in den Höhlen des Tenogebirges hätten sie auch ihre Schätze perfekt verstecken können. Die tiefen Schluchten und Felsen wären bestimmt dafür geeignet gewesen.

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Einer anderen Legende nach war Masca ein Rückzugsort für ehemalige Piraten. Die Bucht konnte man nur über das Meer erreichen und für die Bewohner hoch oben in den Hügeln waren die Männer eine willkommene Abwechslung. Die Seeräuber fühlten sie sich sicher, wurden sesshaft und lebten bald ein Leben wie die Bergbewohner. Frisches Blut soll für alte Familien ja ganz gut sein und anscheinend ist hier eine gute Mischung entstanden. Durch die Mischung von alt und neu soll es in Masca immer besonders hübsche Mädchen gegeben haben.

Wie gesagt, es handelt sich dabei nur um geheimnisvolle Legenden und Geschichten aber irgendwie verleihen sie der Gegend einen romantischen Zauber. Das kann nie schaden, oder? Seht euch den Ort einfach selbst einmal an und entscheidet euch dann für eure Variante … 1f618

Über ARTlandya - der Blog

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7 Antworten zu Masca – Geschichte und Geschichten

  1. Sylvia schreibt:

    Schöner Bericht, schade, dass das kleine Museum nicht mehr existiert. Dort konnten Besucher Eindrucksvolles über das Dorfleben erfahren. U.a. hab es die kleinste Nähmaschine und das erste Telefon des Bürgermeisters zu besichtigen.
    Liebe Grüße aus Bajamar

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  2. Teda Lessiak schreibt:

    Nächstes Mal muss ich auch wieder nach Masca. Ich erinnere mich noch gerne an die alte Schule mit dem lauschigen Plätzchen und dem guten Wein.

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  3. siebeninseln schreibt:

    Ein sehr schöner Bericht über den „fast“ bekanntesten Ort der Insel. Das alte Foto mit den Eseln finde ich besonders schön. Ich habe es vor einiger Zeit von jemanden bekommen, der noch auf der alten Eselfarm in Santiago del Teide gearbeitet hat. Und im Zusammenhang mit Masca vielleicht auch noch zu erwähnen: die „wirklich“ bekannteste Wanderroute der Insel, die ich auf Siebeninseln zum Nachlaufen beschrieben habe:https://siebeninseln.de/masca-schlucht/ . Liebe Grüße zu Euch, Dagmar

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