Playa de Chimisay, der heilige Strand

Am vergangenen Montag sind wir an einem sehr ungewöhnlichen Strand im Südosten der Insel gestrandet und leider ziemlich schnell wieder vom Winde verweht, oder besser gesagt, vertrieben worden. Mich wundert es noch immer, dass ich es geschafft habe, wenigstens ein paar unverwackelte Fotos mit nach Hause zu nehmen. Aber der Wind ist eine andere Geschichte.

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Ihr fragt euch jetzt sicher, was dieses Kreuz am Strand bedeuten soll, oder? Ihr werdet es nicht glauben, aber hier ist einer der historisch bedeutendsten Plätze auf dieser schönen Insel. Ohne diese Stelle wäre die Basilika in Candelaria, la Basilica de Nuestra Senora de Candelaria mit Sicherheit nicht gebaut worden. Warum? Weil es dafür keinen Grund gegeben hätte! Wenn es keine schwarze Jungfrau geben würde, gäbe es wohl auch keine Kirche. lachen Ich will euch aber jetzt keine Geschichte von Candelaria erzählen, also wieder zurück zum Anfang.

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Wir sind ein paar Kilometer von Candelaria entfernt an einem heiligen Strand gelandet, la Playa de Chimisay oder Playa del Socorro wird er genannt. Dieser Teil der Küste gehört zum Gemeindegebiet von Güímar und hat eine wichtige historische und kulturelle Bedeutung als Ort, wo die Guanchen, Jahre vor der Eroberung durch die Spanier, die berühmte Jungfrau von Candelaria fanden.

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Damals war es natürlich noch nicht die heilige Jungfrau sondern eine unbekannte, angstauslösende Figur aus Holz die zuerst im Höhlenpalast von Mencey Acaymo in der Schlucht von Chinguaro landete und später als Chaxiraxi von den Guanchen verehrt wurde. Chaxíraxí ist der Name einer Göttin der Guanchen. Sie war die Sonnengöttin der Ureinwohner und ihr Sohn wurde Chijoraji genannt. Im Laufe der Zeit, zwischen den Jahren 1392 und 1401, wurde aus zwei verehrten Frauen der Einfachheit eine Heilige – la Virgen de Candelaria. 1f607 Aber diese Geschichte erzähle ich euch ein anderes Mal.

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Im Bild rechts oben seht ihr eine kleine Kapelle, la Capilla, die 1915 fast direkt am Strand gebaut wurde. La Ermita del Socorro, die größere Kapelle steht an der Plaza del Socorro und wurde schon Ende des 16. Jahrhunderts errichtet.

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Dieser steinige Strand ist also nicht nur ein Platz zum Sonnenbaden und Schwimmen sondern seit 2009 auch eine Schutzzone. Llano de la Virgen, das Feld oder die Ebene der Jungfrau, wurde von der Regierung der Kanarischen Inseln zu einem Ort von kulturellem Interesse in der Kategorie historischer Stätten erklärt.

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Llano de la Virgen und die Prachtstrasse Avenida Maritim

Hier ist der Mittelpunkt der ältesten Wallfahrt von Teneriffa, der traditionellen Romería del Socorro und das Kreuz soll genau die Stelle markieren, an dem die Guanchen die Jungfrau gefunden haben, aber wer weiß da schon so genau.

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Wir haben uns trotz Sturm ein bisschen umgesehen und sind die Avenida Maritima entlang gegangen. Es ist eine ziemlich trostlose und verlassene Gegend, aber ich bin mir sicher, während der Sommermonate sieht es hier ganz anders aus. Dann steppt wahrscheinlich sogar hier der Bär.

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Wir haben außer zwei alten Damen, die mutig im Atlantik geschwommen sind, keine Menschenseele gesehen. Für mich haben sie nicht wie Feriengäste gewirkt, also müssen einige der Häuser doch das ganze Jahr über bewohnt sein, auch wenn es nicht so scheint.

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Die drei Restaurants und Bars an der Avenida Maritim waren allerdings geschlossen – aber das kann auch mit dem Wochentag zu tun gehabt haben, denn am Montag steht man öfter als gedacht vor verschlossenen Türen. 1f60e Nicht nur bei uns auf ARTlandya.

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Und noch etwas Interessantes habe ich an diesem Küstenstreifen entdeckt. Zeugen aus alten Zeiten, als das Leben auf der Insel nicht so friedlich gewesen ist. Damals tauchten an den Küsten der Kanarischen Inseln immer wieder Piraten mit ihren Schiffen auf und machten den Inselbewohnern das Leben schwer. Deshalb sieht man an vielen Stellen entweder kleine Festungen oder Bunker in der Nähe der Küste.

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Von hier aus wurden die Eindringlinge beschossen und meistens auch erfolgreich vertrieben. Für mich wirken diese Steinhäuschen, die las Baterías de Artillería de Costa genannt werden, eigentlich nicht besonders abschreckend, aber wenn daraus natürlich geschossen wird, sieht die Sache auch schon wieder anders aus …

 

Über ARTlandya - der Blog

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3 Antworten zu Playa de Chimisay, der heilige Strand

  1. Pingback: Playa del Socorro | Teneriffa – InselLEBEN einmal anders …

  2. siebeninseln schreibt:

    Danke Ingrid für diesen überaus interessanten Artikel – spannende Geschichte und tolle Bilder. Liebe Grüße zu euch nach Icod, Dagmar

    Gefällt 1 Person

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