Dia de la Cruz

La Primavera, der Frühling ist in Santa Cruz de Tenerife eine ganz besondere Jahreszeit. Bei den Feiern im Mai, las Fiestas de Mayo, spielen Blumen und Traditionen die Hauptrolle und verwandeln das Bild der Stadt.

Santa Cruz feiert am Freitag nicht nur das Kreuz sondern auch seine Gründung am 3.Mai 1494 und dafür werden kunstvolle Blumenkreuze aufgestellt und im Parque García Sanabria stellen Gärtner und Kunsthandwerker ihre Werke aus Blumen aus.

Los Realejos, die Stadt zwischen La Orotava und Puerto de la Cruz hat kein cruz im Namen – feiert aber trotzdem den Tag des Kreuzes. Der Überlieferung nach, sollte hier die erste christliche Kirche zu Ehren des Apostels Santiago gebaut werden und so wurde an dieser Stelle ein Kreuz errichtet. 

Kurz nach der Eroberung der Insel durch die Spanier inszenierte der damalige Bischof Muros, Obispo Muros, ein Fest bei dem ein Kreuz aufgestellt, getanzt und auch gefeiert wurde.

Heutzutage werden an diesem Tag über dreihundert Kreuze mit Unmengen von Blumen geschmückt, die Tänze werden noch immer getanzt, nur die Lagerfeuer haben sich im Laufe der Zeit gewandelt. Die Zeit verändert eben auch Traditionen. Las flores y fuegos artificiales, Blumen und Feuerwerk – Andacht und kurzlebige Kunst ist das Motto für den 3. Mai und für den Start der ersten Rakete zählt die Uhr vor der Bibliothek von Los Realejos das ganze Jahr die Minuten. Der Countdown läuft…

das Foto ist natürlich noch nicht aktuell :o)

Der Tag des Kreuzes, el Dia de Cruz. Ich habe mir eigentlich keine Gedanken darüber gemacht, warum dieser Tag überhaupt gefeiert wird. Andere Länder andere Sitten, andere Feste – dachte ich mir, aber die Dekoration vor dem Casino von Cruz Santa hat mich ein wenig irritiert – und neugierig gemacht. Was sollte diese Anordnung von Holzkreuzen, einem Brunnen und allerhand anderen Utensilien wohl bedeuten?

Ihr kennt mich – ich habe mich schlau gemacht und jetzt kann ich euch auch erklären, was es mit dem Tag des Kreuzes auf sich hat! Es handelt sich dabei zwar nicht um historisch belegte Tatsachen, aber davon erzählt die Bibel ja auch nicht. Immerhin geht es um einen Gegenstand, der in dieser Geschichte zum offiziellen Zeichen des Glaubens geworden ist! Es gibt darüber drei unterschiedliche Versionen die noch dazu in verschiedenen Sprachen überliefert worden sind. Ich erzähle euch nur eine davon, einverstanden? 

Die erste Legende erzählt von der römischen Kaiserin Helena und einer Wallfahrt nach Jerusalem. In einer zweiten Legende findet nicht Helena, sondern der Jude Judas das Kreuz. Nach seiner Entdeckung des Kreuzes wechselt er zum Christentum, gibt sich den christlichen Beinamen Cyriacus und wird später Bischof von Jerusalem. Im Mittelalter war diese Version sehr beliebt, denn in der Erzählung findet man einen lauten Unterton gegen die Juden. Und dann gibt es auch noch eine dritte Legende in der das Geschehen gleich einmal vom vierten ins erst Jahrhundert vorverlegt wurde.  Und diese Geschichte werde ich euch jetzt erzählen, denn sie passt für mich am besten ins Land der Märchen.

Die Hauptdarstellerin ist in diesem Fall eine Frau mit dem komischen Namen Protonike. Sie wurde kurz und schmerzlos dem römischen Kaiser Claudius als Ehefrau angedichtet. Der Name Protonike bedeutet „erster Sieg“ und sollte wohl ein Hinweis auf den Sieg des Christentums über die Heiden und besonders über die Juden hinweisen. Die junge Protonike reiste also in der Erzählung mit ihren beiden Söhnen und einer jungfräulichen Tochter nach Jerusalem. Dort will sie den Berg Golgota und das Kreuz Jesu zu sehen. Das war aber nicht so einfach, denn das Kirchenoberhaupt von  Jerusalem erklärte ihr, dass der Berg Golgota den Juden gehöre. Weil die Juden aber die Christen unterdrückten wäre ein Zugang nicht möglich. Für die Ehefrau des Kaisers war das natürlich kein Problem, sie befahl den Oberen der Juden kurzerhand den Golgota an die Christen zu übergeben. Dem Befehl einer Frau wurde natürlich sofort Folge geleistet. Als die Übergabe erfolgt war, ging Protonike dorthin und fand, wie könnte es auch anders sein, drei Kreuze im Grab von Jesus. Als sie mit ihren Kindern die Grabstätte betrat, fiel ihre jungfräuliche Tochter auf der Stelle tot um. Und jetzt kommt der älteste Sohn ins Spiel, denn der stellte eigentlich ganz logisch fest, dass „es Christus nicht zulassen würde, dass jemand, der an ihn glaubt, seinetwegen stirbt.“ Jetzt war guter Rat teuer, aber Protonike wußte sofort, was zu tun sei. Sie legte eines der Kreuze, auf den toten Körper ihrer Tochter und betete. Nichts geschah. Als das ohne Wirkung blieb, versuchte sie dasselbe erfolglos mit dem zweiten Kreuz. Erst als sie das dritte Kreuz über das tote Mädchen hielt, kehrte es augenblicklich ins Leben zurück. Damit war das Kreuz Christi identifiziert.

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt, Protonike ließ eine Kirche über dem Ort erbauen und kehrte nach Rom zurück. Dort erzählte sie Claudius von ihren Abenteuern, worauf der Kaiser alle Juden aufforderte, Italien zu verlassen. Diese Legende ist übrigens nur in syrischer und später in armenischer Sprache überliefert, von den beiden anderen sind Fassungen auf Latein, Griechisch und Aramäisch bekannt.

Die Legende der Kreuzauffindung ist also in drei unterschiedlichen Versionen überliefert. Die ursprüngliche Version ist die Helena-Legende, deren Existenz seit den 390er Jahren belegt ist. Neben dem Heiligen Kreuz sollen auch die Nägel und das Heilige Grab wiedergefunden worden sein. Also nehmen wir einmal an, Helena war die Finderin des Kreuzes. Helena von Konstantinopel, war die Mutter des römischen Kaisers Konstantin, von dem sie zur Augusta ernannt wurde. In der katholischen und der orthodoxen Kirche wird sie als Heilige verehrt. Helena veranlasste Grabungen, bei denen unter anderem Reste des Kreuzes Christi sowie der Ort des Heiligen Grabes gefunden wurden.

Sie ließ die Reste des Kreuzes Christi in drei Teile teilen. Ein Drittel des Kreuzes blieb in Jerusalem, ein Drittel nahm die Kaisermutter mit nach Rom, und ein Drittel sandte sie ihrem Sohn nach Konstantinopel. Ob die heute bekannten Reliquien tatsächlich zum Kreuz Jesu gehörten oder auch nur echt in dem Sinne sind, dass sie überhaupt aus der Zeit um 33 nach Christus stammen, ist jedoch umstritten. Über dem Grab und der Fundstelle ließen Helena und ihr Sohn Konstantin eine Basilika errichten, die sogenannte Grabeskirche. Auch die Geburtskirche in Bethlehem und die später zerstörte Basilika auf dem Ölberg gehen auf Helena zurück. Zudem ist sie auch Stifterin vieler anderer Kirchenbauten in und um Jerusalem sowie an anderen Orten. Helena soll übrigens auch Reliquien der Heiligen Drei Könige gefunden haben. Lange waren die Reliquien im Familienbesitz und Jahre später wurden sie Bischof Eustorgius geschenkt. Sie kamen schließlich nach Mailand, bis sie von Kaiser Friedrich Barbarossa in den Kölner Dom verbracht wurden. Und wenn sie nicht gestorben sind dort werden sie heute noch verwahrt.

Jetzt ist die Geschichte doch wieder länger geworden als ich es eigentlich wollte, aber wenn ich einmal zu stöbern beginne, dann kann ich meistens nicht mehr aufhören. Egal. Auf alle Fälle wird der Tag des Kreuzes deshalb gefeiert, weil seit diesem Tag – wenigstens symbolisch – das Holzkreuz zum offiziellen Zeichen der Kirche geworden ist.  Und wie hat der Papst treffend festgestellt? „Eines ist sicher, Gott war nicht katholisch!“

P.S.: Einige Historiker sehen zwischen dem Cruz de Mayo eine Verbindung zum Ursprung des Maibaumes. Der Kult um den Maibaum war in den europäischen Religionen hauptsächlich bei den Kelten, Griechen, Römern und Slawen verbreitet. Im mittelalterlichen Frankreich stellten die Bauern am 1. Mai geschmückte Bäume vor den Herrenhäusern und Kirchen auf. In Österreich werden heute noch viele Maibäume geschmückt und starke Burschen klettern um die Wette bis an die Spitze. Eigentlich ist es ja mehr ein Klammern und Kraxeln und für den Sieg brauchen die Burschen nicht nur Können und Glück – sondern auch Pech!

Wer noch mehr über das Kreuz mit dem Kreuz oder den Feuerzauber in Los Realejos erfahren will …

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5 Antworten zu Dia de la Cruz

  1. Hallo.
    Da hätte ich noch ein paar Ergänzungen. Angeblich hat ja am 3. Mai 1494 der spanische Eroberer Fernando de Lugo am Strand von Santa Cruz ein Kreuz aufgestellt und damit die Insel für die spanische Krone „in Besitz genommen“. Ob es wirklich genau der 3. Mai war, oder ob das nur zufällig mit den bestehenden Traditionen im Mai zusammenfällt, ist nicht gesichert.
    In Los Realejos gibt es einen Stadtteil namens La Cruz Santa. Dort sind auch viele Blumenkreuze zu sehen. An der Strasse von Realejo Alto nach Cuz Santa (TF-324) ist nach der Linkskurve ein guter Platz, um das Feuerwerk zu beobachten. Dort kann man auf einer Weise sitzen und ist ganz nah, direkt oberhalb, am Platz, wo es abgebrannt wird. Gigantisch! Die Strasse ist aber gesperrt, man muss aus Richtung Cruz Santa anfahren.
    Liebe Grüsse
    gerardo

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