Teneriffa und die Klischees

Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Ihr werdet es nicht glauben, aber Klischees über Teneriffa findet man überall in allen Medien. Das beginnt schon bei den Texten der diversen Reiseführer und da es heutzutage üblich ist, seine Texte nicht mehr zu hinterfragen, sprich zu recherchieren, sondern einfach zu kopieren, verbreiten sich die einmal aufgeschriebenen Feststellungen wie von selbst im Eilzugtempo. Eins, zwei, drei und schon wird aus einem Klischee eine Art Wahrheit! Diese Erkenntnis wird nun mit fester Überzeugung, als Verstärkung sogar noch als Mundpropaganda, lustig weiter in die Welt getragen wird.

Dabei wollte der Verfasser der ursprünglichen Aussage vielleicht nur besonders gut formulieren und hat seine Beschreibung gar nicht so ernst gemeint. Wovon ich hier die ganze Zeit rede schreibe?  Ich werde euch einfach ein paar Beispiele nennen und dann bin ich bin gespannt, wie ihr diese Behauptung dann verstehen werdet.

Also, hier ist erst einmal Punkt Nummer eins:  Teneriffa, die Insel des ewigen Frühlings. Kein Klischee hält sich so hartnäckig, wie das des Ewigen Frühlings. Woher diese Aussage ursprünglich kommt weiß ich nicht, aber eines kann ich mit Sicherheit behaupten – auf Teneriffa treibt sich nicht das ganze Jahr der Frühling herum, die drei anderen Jahreszeiten gehen an der Insel nicht unbemerkt vorbei. Frühling, Sommer, Herbst und Winter sind nur nicht so extrem kalt und warm wie am Festland Europa.

La Playa Blanca

Klischee Nummer zwei: der sogenannte Süden ist immer sonnig und im grünen Norden regnet es das ganze Jahr. Diese Aussage ist gleich doppelt falsch. Das die Zuordnung der Orte zu den richtigen Himmelsrichtungen nicht genau stimmen, liegt wahrscheinlich daran, dass die Insel ziemlich schief im Atlantik liegt. Der sogenannte „Süden“ also das Gebiet von Los Cristianos, Playa de las Americas, Adeje bis Los Gigantes ist zwar in den Sommermonaten ziemlich heiß und im Winter gibt es hier kaum Niederschlag aber dafür ist es in den Wintermonaten oft stark windig – und ab und zu regnet es auch hier.

im Anaga Gebirge

Im „Norden“, also eigentlich an der Nordwestküste bis an die nördliche Spitze regnet es in den Monaten November bis April des öfteren. Das heißt aber nicht, dass dieser Teil von Teneriffa ständig unter Wasser steht, denn wenn es regnet, regnet es einige Stunden lang, vielleicht ab und zu etwas länger, aber sobald die Sonne die Wolken vertrieben hat, ist es auch auf diesem Teil der Insel angenehm warm.

ein Blick von ARTlandya auf den verschneiten Teide im Jänner 2019

Winter auf Teneriffa bedeutet Schnee auf dem Teide und hoffentlich immer genügend Regen in den Wintermonaten. Im Winter scheint aber auch die Sonne und sorgt für angenehme Wärme – nur die Nächte sind natürlich kühler. Statt Schnee schaufeln und Eis kratzen dürfen wir Rasen mähen. Da kann man wirklich nicht klagen, oder? Für einen Badeurlaub um diese Zeit wäre es mir allerdings zu kalt. Trotzdem – Teneriffa hat ein fast perfektes Klima mit vielen Sonnenstunden und angenehm warmen Tagestemperaturen das ganze Jahr über.  Wenn hier jemand über das Wetter schimpft ist er falsch angezogen und jammert auf sehr hohem Niveau!

La Orotava

Es geht weiter, wer sind die Glückseligen, die hier leben sollen? Die Millionen von Touristen, die ihren Urlaub hier verbringen, die Insulaner selbst, die das ganze Jahr über im Paradies leben, oder sind es gar die Pensionisten, die hier auf Teneriffa überwintern? Doch wir leben nicht auf der Insel der Glückseligen, denn wenn es überall kracht, sind auch die Kanarischen Inseln nicht ausgenommen. Die acht größeren Inseln und die weniger bekannten kleineren Inseln Alegranza, Montaña Clara, Roque del Este, Roque del Oeste und Lobos, gehören eben zu Europa und nicht zu irgendeinem anderen Universum.

El Auditorio – das markante Bauwerk in Santa Cruz de Tenerife

Auf Teneriffa müssen die Menschen wie überall in Europa arbeiten um ihr Leben zu finanzieren. Für die Menschen, die keine Arbeit haben, ist es sogar härter als in vielen anderen Ländern, da das soziale Netz auf den Kanaren sehr grobmaschig gestrickt ist. Auch wenn einige Schnäppchenjäger glauben, hier bekommt man Alles um fast Nix. Auf dieser schönen Insel bekommt niemand etwas geschenkt. Weder die Inselbewohner noch die Touristen. Wie sollte das denn auch funktionieren?  Dann wären wir ja wirklich im Paradies auf Erden, oder?

Der Drachenbaum von Icod de los Vinos

Mittlerweile ist es schon spät geworden und ich lasse das Thema für heute ruhen. Eines kann ich mir aber nicht verkneifen, ich lasse zum Abschluss einfach noch einen Satz mit Klischee in der Luft stehen – Teneriffa ist eine wunderschöne Insel mit vielen Gesichtern! 

Der Eingang von ARTlandya – ein Puppenmuseum umgeben von viel Natur

Genau so ist es, die Insel im Atlantik bietet für jeden Urlauber das Richtige – abwechslungsreiche Landschaften, schöne Strände, verträumte Städtchen und eine moderne Großstadt mit einem schönen, alten Stadtkern. Man kann Kirchen, Klöster und alte Herrenhäuser erkunden, am Strand liegen oder in den Bergen herumkraxeln. Die Insel besteht eben nicht nur aus Natur, sie bietet auch viel Kultur. Es kann sich also jeder Urlauber seine Leckerbissen heraus suchen oder einfach nur die Seele baumeln lassen und die Zeit genießen. Dazu passt dieser Satz natürlich perfekt: „Wahrhaft glückselig ist jeder, der sich für eine Reise nach Teneriffa entschieden hat!“  Typisch Tourist würde ich sagen – aber das ist natürlich auch schon wieder ein Klischee  …

•*¨*•❥  Übrigens, die wohlhabenden Engländer waren die allerersten Europäer, die die Insel im 19. Jahrhundert als Urlaubsziel entdeckten. Wer es sich leisten konnte, kaufte sich ein Ticket für den Bananendampfer und erholte sich unter der kanarischen Sonne in Puerto de la Cruz.   Und das ist kein Klischee sondern Geschichte!

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Über ARTlandya - der Blog

Teneriffa ist eine ganz besondere Insel im Atlantik und auf ARTlandya, einer wunderschönen Finca in Icod de los Vinos erwartet euch eine verzauberte Welt mit KünstlerPUPPEN, TEDDYbären und viel Natur :-) Lasst euch überraschen und stöbert einfach in meinen Beiträgen!
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6 Antworten zu Teneriffa und die Klischees

  1. Teda Lessiak schreibt:

    Wir sind am Jakobsweg unterwegs und deshalb nicht regelmäßig online. Wenn wir aber irgendwo eine Netzverbindung kriegen, dann freuen wir uns jetzt nocheinmal mehr als sonst über deine Berichte. Ultreia.

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  2. mit dem ewigen Frühling ist das so eine Sache 🙂 Wir machen uns jetzt einmal auf den Weg in deine Richtung, dann werden wir ja sehen, ob bei dir heute die Sonne scheint. Die Wolken haben es sich nämlich bei uns bequem gemacht …

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    • Oh jee… bei uns auch. Graue Wolken und Nieselregen, gestern und heute.
      Wir wollten heute Sonne und waren in Los Abrigos, Las Galletas – Sonne pur !!
      So viel zum Thema Klischees.

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      • der Nachmittag in Puerto de la Cruz war auch perfekt 🙂 zwar bewölkt aber eine angenehme Temperatur. Da gibt es nichts zu jammern.

        Bei uns war es für den Süden heute schon etwas zu spät sonst wären wir uns vielleicht sogar über den Weg gelaufen…

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  3. Hallo Ingrid.
    Das hast du richtig gut geschrieben!
    Glückselig ist, wer sich hier einen Urlaub leisten kann und die Beine im Pool baumeln lässt, oder die Beine in Wanderschuhe steckt und in den Bergen herumkraxelt. Aber ansonsten ist Leben und Arbeiten hier genau so hart wie anderswo.
    Das mit dem „ewigen Frühling“ erkläre ich immer so: Im mitteleuropäischen Frühling gibt es warme, sonnige Tage, aber auch Regen und Schmuddelwetter – und das haben wir hier halt das ganze Jahr…
    Liebe Grüsse – aus dem heute ziemlich kühlen und wolkigen La Orotava
    gerardo

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