Das Christbäumchen

Petrus entwickelt zur Zeit nicht gerade viel Fantasie bei seiner Wettergestaltung. Jeden Tag dasselbe. Ein bisschen Sonnenschein am Morgen und dann ziehen wieder Wolken auf. Grau in grau ist zur Zeit unsere Trendfarbe am südlichen Himmel. Und als Draufgabe schickt er uns am Abend auch noch ein bisschen frischen Schneewind vom Teide vorbei. Zum Glück haben wir unseren Kamin!  Es wird Zeit, dass wir wieder ein gemütliches Feuerchen anzünden … 

könnte man fast als Christbaum verwenden, oder?

Apropos Christbaum – ich hätte mir nie in meinem früheren Leben gedacht, dass bei uns im Wohnzimmer je ein künstlicher Baum mit einer elektrischen Lichterkette stehen würde. Das war ein absolutes No go! Ein Christbaum ohne flackernden Kerzen und den frischen Geruch nach Tannengrün war einfach unvorstellbar. Auch wenn nach einigen Tagen statt Schnee die Nadeln leise rieselten…

Auf der Insel ist das ein bisschen anders, hier ist der Christbaum eigentlich nicht zu Hause – auch wenn die bunt geschmückten Plastikbäume mittlerweile wochenlang und an jeder Ecke stehen und begeistert vor sich hin blinken. Kanarische Kinder würden die Geschichte über das Christbäumchen wahrscheinlich nicht verstehen, aber euch erzähle ich sie.

Das Christbäumchen

Die Bäume stritten irgendwann einmal miteinander, wer von ihnen der vornehmste wäre. Zu allererst trat die alte Eiche vor und sagte: „Seht mich an! Ich bin hoch und dick und habe viele Äste, und meine Zweige sind reich an Blättern und Früchten.“

„Früchte hast du wohl“, sagte der Pfirsichbaum; „allein es sind nur Früchte für die Schweine; die Menschen mögen nichts davon wissen. Aber ich, ich liefere die rotbackigen Pfirsiche für die Tafel des Königs“.

„Das hilft nicht viel“, sagte der Apfelbaum, „von deinen Pfirsichen werden nur wenige Leute satt. Auch dauern sie nur wenige Wochen; dann werden sie faul, und niemand kann sie mehr brauchen. Da bin ich ein anderer Baum. Ich trage alle Jahre Körbe voll Äpfel, die brauchen sich nicht zu schämen, wenn sie auf eine vornehme Tafel gesetzt werden. Sie machen auch die Armen satt. Man kann sie den ganzen Winter im Keller aufbewahren oder im Ofen dörren oder Most daraus keltern. Ich bin der nützlichste Baum!“

eine Zeichnung aus meinem allerersten Märchenbuch

„Das bildest du dir nur ein“ sagte die Fichte, „aber du irrst dich. Mit meinem Holz baut man die Häuser und heizt man die Öfen. Mich schneidet man zu Brettern und macht Tische, Stühle, Schränke, ja sogar Schiffe daraus. Dazu bin ich im Winter nicht so kahl wie ihr: Ich bin das ganze Jahr hindurch schön grün. Auch habe ich noch einen Vorzug. Wenn es Weihnachten wird, dann kommt das Christkindchen, setzt mich in ein schönes Gärtchen und hängt goldene Nüsse und Äpfel an meine Zweige. über mich freuen sich die Kinder am allermeisten. Ist das nicht wahr?“

Dem konnten die anderen Bäume nicht widersprechen.
Wilhelm Curtman (1802-1871)

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2 Antworten zu Das Christbäumchen

  1. Anonymous schreibt:

    Wir sind gerade gelandet und freuen uns schon auf die Zeit hier bei euch! Alles Liebe und vielen Dank dafür, dass du uns immer so mit deinen Geschichten und Ausflugserlebnissen verwöhnst!

    Gefällt 1 Person

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