Wüstensand und Babypuder …

Es war und ist noch immer Sand in der Luft, aber das hat uns am Montag nicht wirklich gestört. Unser Auto sah zwar katastrofürchterlich aus, aber was soll’s? Es wirkt auch heute noch wie ein Auto, das eine tagelange Safari durch die Wüste hinter sich hat. Autowäsche macht noch nicht wirklich Sinn, denn der Rest des afrikanischen Sandschleiers wird sich nicht ins Jenseits verflüchtigen sondern langsam aber sicher am Boden landen. Alles Gute kommt von oben, oder sagt man anders? Wir haben also alle Fensterscheiben unseres treuen Fahruntersatzes beherzt entstaubt und haben uns auf den Weg nach Puerto de la Cruz gemacht.

Für diese Tageszeit sind uns verhältnismäßig wenige Autos entgegen gekommen und die Landschaft sah so mystisch verschleiert irgendwie anders aus. Unser mit Sand getarntes Auto musste sich nicht schämen, es war zum Glück kein Außenseiter, die blitzblank polierten Kollegen waren eher selten zu sehen.

Wo ist nur die schöne Küste hin verschwunden? Diese Strasse könnte sich irgendwo anders durch die Landschaft schlängeln, die Küste oder besser gesagt das Meer ist einfach nicht da. Bis San Juan de la Rambla war die Welt trotzdem noch in Ordnung, aber knapp vor La Orotava erkennt man, dass hier der Sturm anständig zugeschlagen hat. Die Bananenstauden liegen teilweise kreuz und quer und am Strassenrand lagern nicht nur trockene Blätter sondern ganze Äste und nicht weit daneben stehen still und stumm zerfledderte Baumstämme in den Gärten. Da haben einige Bäume ihr Leben vorzeitig ausgehaucht.

Von der Mole aus hat man normalerweise einen tollen Blick auf die bunten Häuser von Punta Brava, aber heute erkenne ich nur schemenhaft den Umriss einer farblosen Häuserzeile. Die an und für sich farbenfrohe Welt zeigt sich momentan grau in grau.

Als wir von der Mole Richtung Plaza del Charco gehen, kommen uns plötzlich vier außergewöhnliche Señoras entgegen. Das Gesicht kommt mir aber sehr bekannt vor. Dieses Lachen gibt es nur einmal! Aber das kann ja gar nicht sein, haben sich die Vier auf die falsche Insel verirrt?

Es heißt ja kein Vorteil ohne Nachteil – oder so ähnlich. In diesem Fall trifft es umgekehrt zu, denn die Schönheiten aus Kuba La Laguna wollten am Vormittag auf die Nachbarinsel La Palma fliegen, doch es hat nicht sollen sein, der Sand aus der Sahara hatte andere Pläne. Das Flugzeug durfte nicht starten und so sind sie eben in Puerto de la Cruz gelandet. Für Isa und ihre Freundinnen war es zwar Pech, aber wir hätten sie sonst in diesem Kostüm nie zu Gesicht bekommen und das wäre schade gewesen. Santa Cruz de la Palma muss also bis zum nächsten Jahr warten. Ob sie ihren Vorrat an Babypuder auf Teneriffa verstaubt haben weiß ich leider nicht…

Kennt ihr die Geschichte des Carnaval von La Palma? Am Dia de los Indianos versinkt die Hauptstadt unserer Nachbarinsel einmal im Jahr, am Rosenmontag, für einen Tag in einem weißen Traum einer weißen Wolke aus Babypuder. In der Hauptstadt unserer kleinen Nachbarinsel, in Santa Cruz de la Palma, besteht die Welt für einen Tag, am Rosenmontag, aus der Farbe Weiß – und was nicht Weiß ist, wird Weiß gemacht! Diese Tradition erinnert auf eine ganz besondere Art an die Ankunft der Indianos Wer mehr darüber wissen will, kann hier weiterlesen… Dia de los Indianos

Über ARTlandya - der Blog

Teneriffa ist eine ganz besondere Insel im Atlantik und auf ARTlandya, einer wunderschönen Finca in Icod de los Vinos erwartet euch eine verzauberte Welt mit KünstlerPUPPEN, TEDDYbären und viel Natur :-) Lasst euch überraschen und stöbert einfach in meinen Beiträgen!
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3 Antworten zu Wüstensand und Babypuder …

  1. monisertel schreibt:

    Sehr spannend, eine so schöne Insel im Sandsturm.
    Die Begegnung mit den kostümierten Damen war natürlich ein Geschenk. 🙂
    Liebe Grüße
    moni

    Gefällt 1 Person

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