Playa del Socorro

Seit unserem letzten Ausflug sind zwar schon ein paar Tage vergangen, aber ich bin leider nicht früher zum Schreiben gekommen. Tut mir leid und wir haben am Montag auch nichts Aufregendes erlebt, wir wollten einfach nur einen Spaziergang irgendwo an der Küste machen, den Kopf auslüften und frische Meeresluft schnuppern. Wir sind also um die Mittagszeit von Icod de los Vinos Richtung Puerto de la Cruz gefahren und wollten eigentlich nur einen Abstecher zum Playa del Socorro machen. Doch wie so oft, kam alles anders als man denkt.

Ich habe in der Zeitung gelesen, dass der Strand im Moment für Schwimmer gesperrt ist. Es sollen Exemplare der Portugiesischen Galeere angespült worden sein und ich dachte mir, wenn wir schon hier sind – und mit ein bisschen Glück, könnte ich ein paar dieser Quallen entdecken und fotografieren. Sehr oft ist mir das leider noch nicht gelungen und mich faszinieren diese Lebewesen.

Wie vermutet, habe ich dieses Mal leider keine einzige Qualle im Sand gefunden, die Fotos der blauen Schönheiten habe ich vor einem Jahr an einem Strand von Güímar geknipst. Wenn ihr mehr über dieses Meeresbewohner wissen wollt, klickt einfach auf den Link zum Beitrag über die Portugiesische Galeere.

Wir biegen also Richtung Socorro von der Bundesstrasse ab und sehen gleich nach der Kurve ein Hinweisschild mit der netten Aufschrift Carretera cerrada!

Auch gut, dann lassen wir das Auto eben stehen und machen uns aufs Schusters Rappen auf den Weg nach unten. Wir wollten ja sowieso spazieren gehen. Ein paar hundert Meter weiter war es auch klar, warum die Strasse zur Zeit gesperrt ist. Der Sturm, der mit dem letzten Calima in dieser Gegend so einiges durcheinander gewirbelt hat, hat auch Teile einer Grenzmauer ziemlich unsanft auf die Strasse befördert. Jetzt liegen Ziegel, Schutt und Eisen auf der Fahrbahn und warten auf den Abtransport. Oder auf bessere Zeiten? So ganz verstehe ich nicht, warum der Schutt noch immer hier liegt. Es kann doch nicht so schwer sein, die Strasse wieder frei zu machen? Ein paar Männer, ein paar Schaufeln, ein kleiner LKW und ab damit.

Aber das ist nur meine Meinung, vielleicht gibt es ja einen schwerwiegenden Grund dafür. Ich weiß es nicht. Mir kann es recht sein, denn es war richtig angenehm ohne Autoverkehr Richtung Strand zu spazieren. Alles war still und leise, ein paar Vögel haben gezwitschert, zwei, drei Eidechsen sind schnell ins Gras gehuscht aber außer uns war keine Menschenseele unterwegs. Leider oder logisch gedacht, war auch die kleine Strandbar geschlossen. Ohne Auto bleiben auch die Gäste aus und die sonst so raren Parkplätze sind ebenfalls nicht gefragt.

La Playa del Socorro ist ja besonders bei Surfern sehr beliebt und die Wellenreiter waren auch am Montag im Wasser. Für andere Wasserratten ist der Strand sogar im Sommer nicht besonders gut geeignet, da die Strömungen in der Bucht oft sehr stark und damit für Schwimmer gefährlich sind. Manchmal sagen Namen eben schon alles Wissenswerte aus, socorro heißt auf deutsch Hilfe, Bergung oder Rettung und das ist wirklich ein sehr passender Name für gefährliche Strömungen und hohen Wellen.

Wellenreiter gleiten hier aber nicht nur über hohe Wellen, denn surfen kann man nicht nur im Wasser sondern auch im Internet – ganz gemütlich und kostenlos am Strand. Vor allem ist es ein wunderschön gelegener, leicht geschwungener Strand mit feinem, schwarzem Lavasand. Wir fahren gerne dort hin, auch wenn der Strand im Winter meistens ein bisschen steiniger als im Sommer ist. Es ist einfach nur schön, im warmen Sand zu liegen, die Wellen zu beobachten und die Zeit vergehen zu lassen…

Von hier aus könnt ihr euch einen – vielleicht geheimen – Wunsch erfüllen. Vom Strand aus führt ein direkter Weg vom Meer bis zum Himmel! Wer möchte, kann an einem einzigen Tag vom Meeresufer ausgehend den Gipfel des Teide stürmen. Es un camino difícil que sube al techo de España de una sola vez. Ich gehe davon aus, dass es ein harter Weg ist, aber Geschmäcker und Ohrfeigen sind ja verschieden. Für mich wäre das nix, aber wer sich dafür interessiert findet die Unterlagen für die Wanderung unter PR-TF 41 Playa de El Socorro – Pico del Teide ganz leicht im Internet.

Ach ja, damit ich nicht drauf vergesse – La Playa del Socorro liegt zwischen Los Realejos und San Juan de la Rambla, nicht zu verwechseln mit einem Strand auf der anderen Seite der Insel. La Playa de Chimisay wird ebenfalls oft Playa del Socorro genannt, aber dieser Strand gehört zum Gemeindegebiet von Güímar und hat eine wichtige historische und kulturelle Bedeutung als Ort, wo die Guanchen, Jahre vor der Eroberung durch die Spanier, die berühmte Jungfrau von Candelaria fanden.

Über ARTlandya - der Blog

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4 Antworten zu Playa del Socorro

  1. Anonymous schreibt:

    Der Sturm war wirklich arg, Harald hat uns vom Balkon aus ein kleines Video geschickt. Danke, wieder einmal aus Villach für deine Geschichten. Wenn alles gut geht, dann fliegt Gü am 18.3. zu euch auf die Insel und ich komme zu Ostern. Bin schon gespannt, wie das alles mit der Fliegerei weiter geht. Viele Bussalan:

    Gefällt 1 Person

    • fürs Fliegen drücke ich dir alle Daumen! Ich bin gespannt, wie diese Panik weiter gehen wird…

      Bis Ostern dauert es ja nicht mehr lange 🙂 wäre toll, wenn wir uns dann einmal sehen würden. Für heute ganz liebe Grüße und einen festen Drücker ♥

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  2. Susanne Henke schreibt:

    Er behandelte sie wie eine Sklavin. Sie brachte eine Portugiesische Galeere auf, um sich zu befreien. 😉

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