Wellenspiele am Playa del Socorro

Bei Santiago del Teide blühen bereits die Mandelbäume, der Teide hat wieder eine neue Schneehaube bekommen und ein Ausflug ins Anaga Gebirge wäre auch nicht so verkehrt. Wer die Wahl hat, hat die Qual – oder so ähnlich. Das Wetter war gestern allerdings nicht so berühmt und das hat uns fast dazu verführt, einfach daheim zu bleiben und einen gemütlichen Nachmittag auf der Coach zu verbringen.

Das haben wir natürlich nicht gemacht. Wir haben kurzerhand unsere Strandtücher und etwas Proviant in eine Tasche gepackt und haben uns auf den Weg zum Strand Richtung Los Realejos gemacht. Warmer, schwarzer Sand unter den Füßen, erfrischende Meeresluft um die Nase und tolle Wellen sind zu jeder Zeit wunderbar und eine perfekte Kulisse für ein paar schöne Stunden. Ein paar Sonnenstrahlen einfangen und ein bisschen Urlaubsfeeling am Anfang der Woche kann auch nicht schaden.

Der Blick auf die Küste der Insel ist auf dem Abschnitt von Puerto de la Cruz bis San Juan de la Rambla einzigartig auf der Insel. Zumindest sehe ich das so. Unter uns liegt ein fast menschenleerer Strand aber direkt an der Straße, die entlang der Küste führt, ist kein einzig freier Parkplatz zu erkennen. Das gibt’s doch gar nicht, oder? Bei einem schärferen Blick in die Wellenlandschaft löste sich das Rätsel aber ganz schnell auf. La Playa del Socorro ist ja besonders bei Surfern beliebt und Wellenreiter waren am Montag Nachmittag in Massen im Wasser. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich hier schon einmal so viele Surfer zugleich im Wasser gesehen habe.

Geduld, la paciencia, soll ja eine Tugend sein. Wenn das so ist, sind Surfer wohl die tugendhaftesten Menschen auf diesem Planeten, denn es wartet wohl niemand so geduldig auf seine Welle wie ein Surfer. Er treibt eine gefühlte Ewigkeit da draußen auf dem Wasser, bis der Augenblick kommt. Egal, wie kalt das Wasser ist oder die Wellen über ihn drüber rollen. Wann der perfekte Augenblick da ist, ist für Uneingeweihte wie mich überhaupt nicht zu erkennen, aber plötzlich ist er da! Wer immer da im vorher fast regungslos im Wasser treibt, richtet sich auf, springt auf die Füße und reitet los. Vielleicht auf der perfekten Welle…

Bleiben sie auf dem Brett stehen oder fallen sie jeden Moment kopfüber ins Wasser? Es ist spannend die Wellenreiter und das Meer zu beobachten und ruck zuck ist der Nachmittag vorbei gerauscht. Ich bin keine Sekunde während der drei Stunden am Strand, auf den Gedanken gekommen, mein vorsorglich mitgenommenes Buch aufzuschlagen. Ich habe es schlicht und einfach vergessen. Manchmal genügt es, einfach da zu sitzen, auf die Wellen zu schauen und an nichts zu denken.

„Jetzt kommt sie langsam auf dich zu, das Wasser schlägt dir ins Gesicht
siehst dein Leben wie ein Film, du kannst nicht glauben, dass sie bricht…
Das ist die perfekte Welle, das ist der perfekte Tag,
lass dich einfach von ihr tragen, denk am besten gar nicht nach…“

…hat Juli gesungen. Ich habe das Lied noch im Ohr. Ich bin mir ziemlich sicher, das es zur Zeit des Tsunamis von Tahiland gewesen ist, dass muss 2004 gewesen sein. Der Song wurde nicht im perfekten Moment heraus gebracht, denn wegen dieser Naturkatastrophe ist das Lied, zumindest in Österreich, nicht mehr im öffentlichen Rundfunk gespielt worden. Es war in diesem Fall nicht der perfekte Moment. Blöd gelaufen.

Wenn dieser bestimmte Moment da ist, muss der Surfer im Wasser, wie jeder Mensch im Leben, darauf gefasst sein. jetzt steht nur noch eine Frage im Raum – woran erkennt man die perfekte Welle, sprich den perfekten Moment im Leben?

„Wellen sind über das Meer reisende Energie. Sie reisen oft Hunderte oder gar Tausende Kilometer weit, um an einem bestimmten Ort und Zeitpunkt auf den Strand zu treffen. Das ist unser Moment als Surfer.“ Autor unbekannt

Für andere Wasserratten, sprich normale Schwimmer ist dieser Strand sogar im Sommer nicht besonders gut geeignet, da die Strömungen in der Bucht oft sehr stark, und damit für Schwimmer gefährlich, sind. Die rote Fahne ist hier aus diesem Grund relativ oft zu sehen.

Manchmal sagen Namen eben schon alles Wissenswerte aus, Auf deutsch heißt  socorro nämlich Hilfe, Bergung oder Rettung und das ist wirklich ein sehr passender Name für gefährliche Strömungen und hohen Wellen. Also immer daran denken – der Atlantik ist kein Schwimmbecken und schon gar keine Badewanne!

Ach ja, damit ich nicht drauf vergesse – La Playa del Socorro liegt zwischen Los Realejos und San Juan de la Rambla, nicht zu verwechseln mit einem Strand auf der anderen Seite der Insel. La Playa de Chimisay wird ebenfalls oft Playa del Socorro genannt, aber dieser Strand gehört zum Gemeindegebiet von Güímar und hat eine wichtige historische und kulturelle Bedeutung als Ort, wo die Guanchen, Jahre vor der Eroberung durch die Spanier, die berühmte Jungfrau von Candelaria fanden.

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4 Antworten zu Wellenspiele am Playa del Socorro

  1. inselmalin schreibt:

    Schwarzer Sand und wunderbare Wellen! Eine herrliche Kombination!

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  2. hanneweb schreibt:

    Traumhaft schön und ich wünschte ich wäre auch dort… 🌞😍
    Liebe Grüße von Hanne

    Gefällt 1 Person

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