El Médano – das Spiel mit Wasser und Wind

Wenn ich den Namen El Médano höre, sehe ich sofort bunte Drachen am Himmel vor meinen Augen und denke an Wind und Wellen. Kein Wunder, dass sich gerade an diesem Strand vor allem Wind- und Kitesurfer im Wasser und in der Luft tummeln. Die vielen bunten Segel in der Luft gehören zum Himmel von El Médano wie Salz in die Suppe.

Der Platz an der Promenade ist ja nicht besonders einladend, aber solange die Sonne noch nicht zu heiß auf die Steinfläche knallt, hat man von den Stufen am Rand der Plaza sozusagen einen Logenplatz erster Klasse und kann in aller Ruhe das bunte Treiben genießen.

Ich glaube, das Leben spielt sich hier fast ausschließlich am Strand ab. Entweder im oder auf dem Wasser. Vielleicht auch in einer der vielen Bars oder ganz entspannt irgendwo im Sand. Platz ist genügend vorhanden, denn in und um den Ort gibt es gleich mehrere tolle Strände. Einer davon ist wahrscheinlich der bekannteste Strand von El Médano, la Playa de la Tejita, der längste Strand der Insel, der gleich ums Eck, direkt neben dem roten Berg, la Montaña Roja auf Sonnenanbeter wartet.

Die angenehmen Temperaturen, Sonne satt und die einzigartige Landschaft ziehen Surfer aus aller Welt an und der fast ständig wehend Winde machen den Ort zu einem wahren Surfer-Eldorado. Wobei sogar hier ab und zu Windstille herrschen kann – Freunde von uns können ein Lied davon singen. Das Leben ist leider kein Wunschkonzert! Sogar Petrus weiß das und weigert sich bis heute, einen Garantieschein fürs Wetter für irgendeinen Ort auf diesem blauen Planeten auszustellen.

Was kommt denn da geflogen? Was sind das für komische, bunte Vögel? Ach, es ist gar kein Vogel sondern ein Mensch mit einem Surfbrett an den Füßen, der an einem Drachen hängt. Kiter können beim richtigen Wind und der passenden Welle nicht nur viele Meter hoch springen, sondern, wie Segler und Surfer, auch gegen den Wind kreuzen. Mich wundert es immer wieder, dass sich die vielen Segel und Schnüre, die da gleichzeitig im Wind tanzen nicht miteinander verheddern und ins Wasser stürzen.

Kitesurfen, Kiteboarding, Flysurfing oder kurz kiten genannt, ist wahrscheinlich von Surfern und Seglern erfunden worden. Vielleicht musste ein Wellenreiter zu lange auf die perfekte Welle warten und hat deshalb den Wind zu Hilfe geholt?

Die Idee, durch Drachen Gegenstände und Personen zu bewegen, ist so alt wie der Flug-Drachen selbst. Schon immer wollten sich die Menschen mit Hilfe von Segeltuch und Wind fortbewegen und wenn man ein bisschen in den Geschichtsbüchern stöbert, findet man sogar schon bei den alten Ägyptern Gefährte, die mit Hilfe von Segeln durch die Wüste fuhren. Die Chinesen sollen gar schon tausend Jahre vor Christus aus Seide und Bambus Flugdrachen gebaut haben, um damit Menschen in die Luft zu befördern, die so leichter die Umgebung auskundschaften konnten.

Im Jahr 1820 experimentierte ein englischer Lehrer namens George Pocock mit Kutschen, die er mit zwei Segeln antrieb. Er soll damals schon ein System mit vier Seilen zum Lenken entwickelt haben, das heute noch so ähnlich verwendet wird. Seine berühmteste Erfindung ist eine Kutsche, die statt von Pferden, von Lenkdrachen gezogen wurde. Habe ich gelesen. Vielleicht hat sich daraus ja das Strandsegeln entwickelt? Das gibt es nämlich auch noch. Boote mit Rädern und Segeln, die mit ziemlich hoher Geschwindigkeit nicht übers Wasser sondern über den Sand zischen. Ich selbst habe das noch nie gesehen, aber auf Fuerteventura soll es eine beliebte Sportart sein. Wird Zeit, dass wir einmal selbst auf die Insel des Windes fahren. Bis dahin beobachte ich eben die bunten Drachen in El Médano

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2 Antworten zu El Médano – das Spiel mit Wasser und Wind

  1. inselleben schreibt:

    Wie schön, hier sind die Bilder aus El Médano! Danke für das Mitnehmen! Als wir hier das letzte Mal zum Kiten waren, gab es tatsächlich 10 Tage lang Flaute. Und alle Locals haben uns versichert, dass das wirklich nicht oft passiert. Liebe Grüße nach Teneriffa!

    Gefällt 1 Person

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