Granadilla – ein häßlicher Hafen und ein besonderes Schiff

Granadilla de Abona – der Namen des Ortes hat ein schönen Klang für mich. Woher der Name kommt? Ich habe gelesen, dass einige kluge Köpfe von Forschern vermuten, dass der Name der Stadt von Siedlern wegen der Ähnlichkeit der Landschaft von Granada in Spanien stammen könnte. Keine Ahnung ob das so war, ich kenne Granada leider nicht. Aber ich will heute sowieso nicht über das Städtchen Granadilla de Abona erzählen…

Ich bin ja gerne in Häfen unterwegs und deshalb war ich auch neugierig, wie wohl der Hafen von Granadilla aussieht. Das Wetter war ziemlich durchwachsen, genau gesagt windig bis stürmisch, graue Wolken und als Draufgabe hat es sogar noch zu regnen begonnen. Der sonnige Süden hat seinem Namen dieses Mal wirklich keine große Ehre gemacht.

Auf Teneriffa, wie auch auf allen anderen Inseln der Kanaren, kommt der Strom, der aus der Steckdose kommt nicht von der Sonne oder sonstigen grünen Lieferanten. Er wird, wie fast überall, aus Öl produziert. Hier, neben dem Hafen von Granadilla arbeiten sie im Institut ITER mit erneuerbaren Energien. Soviel weiß, beschäftigen sie sich mit Photovoltaik, Windenergie und nachhaltiger Architektur. 

Früher, also vor Corona, konnte man das Gelände besuchen und sich selbst ein Bild machen, seit zwei Jahren ist der Schlagbaum leider zu und man kann nur die Windräder, die hier in der Gegend ziemlich dicht an dicht stehen bestaunen. Die Frage, warum sich von den vielen Windrädern immer nur ein paar wenige bewegen, kann ich mir selbst nicht beantworten aber irgendwann wird das Besucherzentrum ja wieder öffnen und vielleicht löst sich dieses Rätsel dann für mich. Ich habe leider nur ein Foto mit blauem Himmel, Minuten später haben die grauen Wolken die Herrschaft am Himmel übernommen.

Das sind ein paar der Gebäude auf dem Weg zum Hafen. Vom Hafenbecken oder der Anlage selbst habe ich keine Fotos. Meine Kamera ist leider sehr wasserscheu und bei den Regentropfen, die vom Wind durch die Gegend getrieben wurden, wollte ich sie nicht eines besseren belehren. Wasser und Kamera sind für mich ein sehr empfindliches Thema

Für diesen Hafen wurden ja vor Jahren große Pläne geschmiedet. Er sollte riesig werden und einen begehrten Anlegeplatz für Kreuzfahrtschiffe werden. Geworden ist daraus nicht viel, denn der ständige Wind und die gesamte Infrastruktur sind wirklich nicht die beste Voraussetzung für exclusiven und nachhaltigen Tourismus, oder doch? Diese skurrilen Gebäude geben zwar für mich ein tolles Fotomotiv ab, aber der begleitende Geruch und das ganze Drum Herum sprechen eine andere Sprache für sich. Die Korruption hat bei diesen Plänen wohl die Hauptrolle übernommen. Aber man weiß es nicht so genau.

Außer einer riesigen Baustelle gibt es hier ohnehin nicht viel zu sehen. Weit draußen, am Rand des Hafenbeckens steht noch eine der vier alten Ölplattformen im Wasser und im Hafen liegt einsam und verlassen ein einziges Schiffe. Davon habe ich kein eigenes, vorzeigbares Bild, deshalb zeige ich hier ein Foto aus der Zeitung El Dia. Warum? Weil es ein sehr besonderes Schiff ist.

Es ist die Global Mercy®, das größte zivile Krankenhausschiff der Welt und ich muss ehrlich gestehen, dass ich nicht einmal gewusst habe, dass es so etwas überhaupt gibt. Ich habe noch nie davon gehört. Naja, für die Medien ist es wahrscheinlich kein besonders ergiebiges Thema, wer interessiert sich schon für gut Meldungen? Negative Katastrophenmeldungen begeistern erreichen eben mehr Menschen und man kann damit tolle Geschäfte machen.

Ende März, also vor ein paar Tagen, ist das Krankenhausschiff in Granadilla eingetroffen, wird hier fertig ausgerüstet, die Besatzung aus freiwilligen Helfern vollständig gemacht und dann wird es Anfang Mai Richtung Senegal, mit dem Ziel Dakar, auslaufen. In den vergangenen dreißig Jahren war Ships of Hope in vierzehn afrikanischen Ländern unterwegs um dort kostenlose Operationen, medizinische Ausbildungsprojekte und den Ausbau der Gesundheitsinfrastruktur möglich zu machen.

Über Schiffe der Hoffnung
Mercy Ships nutzt Krankenhausschiffe, um kostenlose, erstklassige Gesundheitsdienste, Krankenhausinfrastruktur und nachhaltige Entwicklung für Menschen mit eingeschränktem Zugang in den Entwicklungsländern bereitzustellen. Mercy Ships wurde 1978 von Don und Deyon Stephens gegründet und hat in mehr als 55 Entwicklungsländern gearbeitet, Dienstleistungen im Wert von mehr als 1,5 Milliarden Euro erbracht und mehr als 2,8 Millionen Menschen direkt geholfen. Unsere Schiffe sind mit Freiwilligen aus mehr als 60 Ländern besetzt, mit durchschnittlich mehr als 1.200 Freiwilligen pro Jahr. Fachleute wie Chirurgen, Zahnärzte, Krankenschwestern, Gesundheitspädagogen, Lehrer, Köche, Seeleute, Ingenieure und Landwirte spenden ihre Zeit und ihr Können. Mercy Ships strebt danach, Menschen zu verändern und Nationen zu dienen.

„Jeder Mensch ist wertvoll – jeder Mensch hat das Recht auf Gesundheit.“ ist der Leitfaden dieser Organisation und wer mehr über die Mercy Ships erfahren will, findet alle Informationen auf ihrer Webseite. Einfach auf den Link klicken.

Über ARTlandya - der Blog

Teneriffa ist eine ganz besondere Insel im Atlantik und auf ARTlandya, einer wunderschönen Finca in Icod de los Vinos erwartet euch eine verzauberte Welt mit KünstlerPUPPEN, TEDDYbären und viel Natur :-) Lasst euch überraschen und stöbert einfach in meinen Beiträgen!
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Eine Antwort zu Granadilla – ein häßlicher Hafen und ein besonderes Schiff

  1. Hallo.
    Ja, ein hässlicher Hafen. Riesige Investitionen und nichts los dort.
    Es war übrigens schon einmal so ein Krankenhaus-Schiff dort zur Reparatur, die „African Mercy“.
    22 Monaten war es da und hat im Januar wieder abgelegt. Während der Pandemie konnten sie in Afrika kene Operationen mehr durchführen, und so nutzte die Reederei die Zeit für Wartungsarbeiten.

    Gefällt mir

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