Tajinaste rojo und mehr…

Am Sonntag Abend hat uns die Wettervorhersage am Handy für die kommenden Tage Sonnenschein versprochen. Sonne pur, ohne ein Wölkchen! Und welches Wetter hat uns Petrus heute am Montag geliefert? Graue Wolken wohin man schaut! Ich werde die Wetterapp in Zukunft nur noch für ein Wetter Horoskop benutzen. Vorhersagen stimmen so gut wie nie. Leider. Am sichersten ist immer noch der Blick aus dem Fenster. Verlassen kann man sich auf die wissenschaftlichen Wetterfrösche irgendwie nicht wirklich. Leider. Jedenfalls ist es uns am vergangenen Montag so passiert.

Irgendwo scheint auf der Insel immer die Sonne – behaupten zumindest die Verfasser der gängigen Reiseführer und ich muss zugeben, meistens stimmt das auch. Wie sollte es auch anders sein? Auch über den Wolken scheint die Sonne, oder? Also wird nicht gejammert sondern alles für unseren Ausflug zusammen gepackt. Wir wollen dieses Mal auf Grund der bescheidenen Wetterlage nicht irgendwo ans Meer sondern hoch hinauf, wir fahren einfach über die Wolken.

Bevor wir uns auf die Suche nach den roten Tajinasten machen, legen wir noch eine kurze Pause ein. Wir haben Glück und bekommen einen Parkplatz direkt vor den Eingangstoren des Centro de Visitantes El Portillo. In den Räumen des Besucherzentrums kann man sich über die  Flora und Fauna und die Entstehung der Caldera informieren und es wartet sogar die Nachbildung des Inneren einer Vulkanröhre auf die Besucher. Das haben wir uns schon einmal angesehen. Die Ausstellung ist zwar sehr interessant, aber einmal reicht. Wir gehen lieber in den Garten.

Zwischen den Steinen blüht hier das Teide-Mauerblümchen, botanisch korrekt Erysimum scoparium. Diese Blume kam ursprünglich nur in den Cañadas del Teide und auf La Palma vor und wird hier auf der Insel meistens alhelí del Teide genannt. Se conoce como alhelí del Teide, alhelí camaleón​ y alhelí de cumbre. Mittlerweile haben sich aber auch zahlreiche Exemplare in tieferen Lagen, wie im Gebiet rund um Santiago del Teide, angesiedelt.

Uns gefällt vor allem der Garten rund herum. Er ist gar nicht so klein und es gibt immer wieder zu jeder Jahreszeit viel zu sehen. In der Anlage werden nicht nur kleine Pflanzen gehegt und gepflegt. In den Gewächshäusern auf dem Gelände sorgt man dafür, dass die Pflanzenarten der Insel erhalten bleiben und als Unterstützung für diese Arbeit stehen dafür auch spezielle Labors mit Keimschränken und eine Saatgutbibliothekzur Verfügung. Habe ich gelesen. Vielleicht ist diese rosarote Tajinaste ja auch das Ergebnis dieser Arbeit?

Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Umgebung und vor allem eine besonders schöne Aussicht auf den Montaña Blanca und den Gipfel des Teide. Bei einem Rundgang kann man von hier aus bequem die Landschaft betrachten, eine Landschaft, die im Winter weiß von Schnee, im Frühling bunt gefärbt oder im Sommer und Herbst zwar viele Farben hat, aber sehr trocken ist.

An einigen Stellen wirkt die sonst so kahle Landschaft fast wie ein frisch angelegter Park. Der Landschaftsgärtner war in diesem Fall aber die Natur. Ich frage mich oft, woher die Pflanzen wohl ihr Wasser nehmen. Weit und breit nur trockener Sand oder irgendwelche Lavasteine und mitten drinnen wachsen wunderschöne Blumen, die aussehen, als würde jemand jeden Tag mit der Gießkanne vorbei kommen.

Im Moment grünt und blüht es in den Cañadas in Hülle und Fülle und wenn man Glück hat, kann man sein Näschen in die Blüten des weißen Ginsters stecken. Der Duft ist einfach unbeschreiblich und verteilt sich in der Umgebung der Sträucher meterweit. Schade, dass man mit der Kamera nur die Schönheit der Blüten aber nicht den Duft einfangen kann.

In der guten alten Zeit wurde der Teide-Ginster zu verschiedenen Zwecken verwendet. Tiere wurden damit gefüttert, im Stall wurde er wie Stroh genutzt, das Holz diente zum Heizen und sogar Holzkohle wurde daraus hergestellt. Aus Ginster wurden Besen gebunden und mit Hilfe der magischen Kraft der Pflanze konnten sogar Flüche aufgehoben werden. Es kam wie es kommen musste, der Ginster war am Ende fast vom Aussterben bedroht. Damit das nicht passiert, ist er heute geschützt und darf nur noch von den Bienen ausgebeutet werden.

Der Nationalpark von Teneriffa ist zu jeder Zeit einen Ausflug wert, aber jetzt zeigt sich die Landschaft der Cañadas noch einmal um einen Tupfen schöner. Von Anfang, Mitte Mai bis Juni recken sich hier ganz besondere Pflanzen in die Höhe. Der rote Natternkopf, la Tajinaste rojo, mit seinen tausenden, winzigen, intensiv roten Blüten verleiht der steinigen Lavalandschaft eine einzigartigen Flair.

Einen der unvermeidlichen Stopps machen wir immer bei den Minen von San José, den San José Mines. Der Name hat mich schon immer irritiert. Was soll denn hier in Minen abgebaut werden? Sand aus dem Nationalpark? Soviel ich weiß, ist es streng verboten nur ein winziges Steinchen als Souvenir einzustecken. Naja, bei der Namensgebung könnte ja ein Felsgebilde Pate gewesen sein. Vielleicht sieht hier irgend ein Gebilde nach einem Mineneingang aus?

Alles falsch! Der Teide Nationalpark ist zwar 1954 gegründet worden aber trotzdem wurde in diesem Gebiet auf beiden Seiten der Straße, Nord und Süd, Bimsstein abgebaut und bis ins zwanzigste Jahrhundert transportierten jeden Tag mehrere Lastwagen Tonnen Bimsstein von den Gipfeln nach La Orotava. In La Orotava gab es Mitte eine sogenannte Bimssteinfabrik. Hier wurde Vim-Pulver durch Mahlen von Bimsstein hergestellt. Vielleicht hat sogar meine Mutti mit diesem Pulver geputzt? Ich kann mich noch daran erinnern. Damit wurden Kochtöpfe gescheuert und poliert – und anschießend die Abflüsse verstopft.

Die Tradition des Bergbaus im heutigen Nationalpark geht auf das Ende des Ersten Weltkriegs zurück. Aus dem Vulkankessel wurde Schwefel gewonnen wurde und am Montaña Blanca baute man Bimstein ab. Die Abbauarbeiten für Schwefel wurden eingestellt die Genehmigung für den Steinabbau blieb allerdings noch aufrecht. Endgültig eingestellt wurde das Geschäft mit dem Bimstein erst im Jahr 1981. Seit diesem Zeitpunkt verbietet ein neues Gesetzes für den Nationalpark die Suche und Gewinnung von Bodenschätzen aller Art.

So, jetzt ist aber Schluss mit dem Geschichtsunterricht, auch wenn es darüber noch viel zu erzählen gibt. Aber das mache ich ein anderes Mal. Hier sind noch ein paar Fotos von unserem Zwischenstopp bei den Minas de San José und dann nichts wie weiter. Wie wollen ja noch die roten Tajinasten sehen. Die Geschichten aus längst vergangenen Zeiten laufen ja nicht davon.

Die Canarios nennen ihre Tajinaste auch den Stolz Teneriffasel orgullo de Tenerife und sie ist eines der Wahrzeichen Teneriffas. Auf diesem Foto sind also gleich zwei typische Erkennungsmerkmale der Insel Teneriffa friedlich vereint. Sie passen doch perfekt zusammen – das uralte Lavagestein und die königliche Pflanze, die sich erst mühsam ans Licht kämpfen muss, kurze Zeit bewundert wird um anschließend unscheinbar und vertrocknet vom Erdboden verschwindet.

Jetzt ist die Zeit, in der die meisten Tajinasten blühen und nicht nur Touristen, auch viele Tinerfeños fahren in den Nationalpark, um die Blüten zu bewundern. Das war aber nicht immer so, denn vor dreißig, vierzig Jahren kam die Tajinaste rojo viel seltener vor als heute. Wie es dazu gekommen ist? Ganz einfach, in der Vergangenheit war es vollkommen normal, die Ziegenherden im Sommer in den Cañadas weiden zu lassen. Für die Ziegen standen die jungen Pflänzchen ganz oben auf der Speisekarte, die rauen, aber relativ saftigen Rosetten der Tajinasten zählten wahrscheinlich zu ihren Leckerbissen und wurden gerne gefressen. Das war zwar gut für die Ziegen, aber der empfindlichen Pflanzenwelt hat es nicht besonders gut getan.

Als dieses Gebiet 1954 zum Nationalpark erklärt wurde, änderte sich daran nicht viel. Erst in den 90er Jahren war es mit der köstlichen Sommerweide für die Ziegen aus dem Tal endgültig vorbei, ab da durften nur mehr die Bienen an den Blüten naschen. Und obwohl seitdem die schützende Hand des Nationalparks seit Jahrzehnten für mehr Schutz seltener Pflanzen sorgt, müssen sich die Samenkörner der Tajinasten trotzdem jedes Jahr sehr anstrengen um im steinigen Untergrunds ihre Wurzeln schlagen zu können.

Der Tag im Nationalpark war wunderschön und die Flucht aus der grauen Wolkenlandschaft hat sich ausgezahlt. Auch wenn uns die Nebelschwaden auf der Heimfahrt schon bei Santiago del Teide entgegen gekommen sind. Irgendwo auf der Insel scheint immer die Sonne – wenn nicht unter, dann über den Wolken.

Wenn ihr mehr über den rote Natternkopf, la tajinaste rojo, lesen wollt, müsst ihr in meinen älteren Blogbeiträgen nachlesen. Dort findet ihr auch Unmengen von tollen Fotos…

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Los Roques de Fasnia

Bizarr geformte Felsen und Küstenlandschaften sind auf Teneriffa keine Seltenheit. Wer mit offenen Augen und ein wenig Fantasie durch die Landschaft geht, entdeckt an vielen Stellen die tollsten Gebilde in allen möglichen Farben. Sie sind großzügig auf der ganzen Insel verteilt, egal ob man dabei in den Bergen oder an der Küste wandert. Vulkane sind ja im allgemeinen tolle Bildhauer Landschaftsgärtner, denn bei ihren Ausbrüchen zerstören sie nicht nur Bestehendes sondern schaffen gleichzeitig neue, oft fantastische Gebilde und Landschaften.

Bei den Felsen von Fasnia handelt es sich allerdings nicht nur um irgendwelche Felsen sondern eigentlich um eine winzig kleine Ansiedlung direkt am Meer. Ein paar Häuser, die dicht aneinander gedrängt an die Felswände gebaut wurden, halten hier tapfer die Stellung.

Die Namensgeber des Ortes Los Roques sind allerdings tatsächlich zwei Felsen – El Roque de Dentro, an den sich ein Haus und eine kleine Kapelle schmiegt und El Roque de Fuera, der mich ein bisschen an den Felsen vor Garachico erinnert.

Wir sind schon vor einigen Jahren einmal an diesem Ort gewesen und waren ziemlich erstaunt, dass die sogenannte Promenade direkt an der Küste noch immer eine Baustelle ist. In einigen Reiseführern wird der kleine Strand in der Bucht häufig als Geheimtipp beschrieben, aber wenn man hier steht, genießt man eher den Flair des Verfalls als Badevergnügen. Naturaleza lucha con el hombre, el hombre pierde, auf deutsch, die Natur kämpft mit dem Menschen, der Mensch verliert…

Die Hauptstrasse in diesem Ort ist keine Strasse, keine Gasse sondern eine breite Treppe, die sich zwischen den Häusern Richtung Meer nach unten schlängelt. Einige der Häuser sind liebevoll gepflegt doch andere erinnern eher an Ruinen als an bewohnte Häuser. Aber ich bin mir nicht ganz sicher, wie oft der erste Eindruck falsch ist und sich hinter den grauen Ziegelwänden durchaus gemütliche Wohnungen verstecken.

Das Meer und die salzige Luft fressen sich hier deutlich sichtbar durch die vom Menschen mühsam aufgebauten Ziegelmauern und Wände. Vor diesem riesigen Felsen wird mir bewusst, wie unbedeutend und hilflos der Mensch im Grunde genommen ist. Klein wie ein Ameise.

Dabei war dieses kleine Fleckchen Erde nicht immer so ruhig und verlassen. Seit dem 16. Jahrhundert war es ein ziemlich wichtiger Hafen für die Menschen in dieser Gegend. Die kleinen Segelschiffe waren fast das einzige Verkehrsmittel zwischen diesem abgelegenen Ort und der Hauptstadt. Von hier aus wurden Waren und Menschen nicht nur nach Santa Cruz, sondern auch zu den anderen Inseln des Archipels geschippert.

Der Landweg nach Santa Cruz war ziemlich lang und beschwerlich und so wurden Kartoffeln, Wein und Obst, aber auch Steinplatten und Baumaterial in die Großstadt und alle notwendigen Produkte für den lokalen Gebrauch mit Schiffen transportiert. Auch Passagiere benutzten den Seeweg, denn sie kamen mit dem Boot viel schneller nach Santa Cruz de Tenerife als auf dem alten Camino Real.

Als der kleine aber wichtige Hafen seine Bedeutung verlor, versuchten die Menschen, Los Roques in ein Urlaubsparadies zu verwandeln, aber wie man sieht, kämpfte die Natur dagegen an und zerstört, was die Menschen als Errungenschaft feiern. Übrig bleibt am Ende eine kleine Siedlung, die zwischen den Felsen und dem Meer eingekeilt ist. Das Haus, das bis jetzt noch stolz und selbstbewusst direkt ganz am Felsen klebt und die kleine Kapelle daneben wird es wahrscheinlich bald nur noch auf Fotos oder alten Postkarten geben. Lange werden diese Bauten mit Sicherheit nicht mehr stehen bleiben.

Auch auf der anderen Seite des Vulkanfelsens regiert die Tristesse. Direkt hinter dem Felsen steht, für diese Gegend, ein großer Wohnbau, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Das Gebäude sieht schon ziemlich vernachlässigt und verlassen aus, der Anstrich blättert leise von den Wänden und rund herum herrscht staubige Baustellenstimmung. Auf dem Parkplatz vor einem der Häuser stehen ein paar Autos obwohl ein hoher Bauzaun das ganze Areal bis zum Meer hin umschließt. In einer aktuellen Zeitungsmeldung habe ich gelesen, dass einige Familien das ganze Jahr über hier wohnen und im Sommer soll das Gebäude sogar komplett bevölkert sein. Ich kann mir das gut vorstellen, denn in den Sommermonaten spielt sich das Leben für die meisten Inselbewohner wirklich am Strand ab. Trotzdem – Schöner Wohnen ist etwas anderes.

Wie geht es wohl den Menschen, die sich wegen der Schönheit des Ortes im Wohnblock Bahía eine Wohnung gekauft haben? Wie lebt man mit dem Verfall der Mauern und dieser Ungewissheit? Im Laufe der Jahre haben sich nicht nur Gesetze geändert. Das Meer zerstörte alle Fundamente, nahm das Schwimmbad und die Träume der Bewohner mit. Ich beneide keinen von ihnen, denn sie bezahlen heute eine Hypothek für einen Traum vom exclusivem Wohnen, der sich in Wasser Luft auflöst.

Zur Zeit wird das Schwimmbecken komplett abgerissen. Dort wo einmal Liegestühle ihren Platz hatten und Menschen im Pool plantschten entsteht ein neuer Strandabschnitt für alle Insulaner. Außerdem soll der neue Strand durch einen Tunnel mit dem Strand von Los Roques verbunden werden. Ich bin jetzt schon neugierig, wann dieser Plan Realität wird. Der Bagger ist bereits im Einsatz…

Auf der linken Seite des Roque de Donde liegt als Draufgabe, oder besser gesagt als Entschädigung für den Zerfall der alten Luftschlösser, ein toller Sandstrand, la Playa del Abrigo. Blauer Himmel, leise plätschernde Wellen, warmer, schwarzer Sand und unsere Nachbarinsel Gran Canaria weit draußen am Horizont. Einfach nur schön, oder?

Wer will,kann hier noch einen kleinen Spaziergang durch die Siedlung machen…

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Blumen und Feuerwerk

Blumen und Feuerwerk, cruces y fuegos de mayo, las flores y fuegos artificiales – tagsüber stehen in Los Realejos die Kreuze im Mittelpunkt und nach der Messe und einer prunkvollen Prozession findet in der Nacht das wohl größte und berühmteste Feuerwerk der Kanarischen Inseln statt. Zwei Stadtviertel veranstalten dieses Spektakel, bei dem sich die Straßen Calle del Sol und Calle del Medio mit ihren Feuerwerkskünsten zu überbieten versuchen. So will es die Tradition.

La Invención de la Cruz gehört zu den ältesten Festen der Insel und wurde schon bald nach der Eroberung von Bischof Muros ins Leben gerufen. Ursprünglich war es ein kirchliches Fest mit Tanz, Lagerfeuer und Blumenschmuck. Im Laufe der Zeit wurden dann immer mehr Kreuze, Kapellen und Privathäuser aufwendig geschmückt und die rauchenden Maifeuer Lagerfeuer haben sich ein grandioses Feuerwerk verwandelt.

Die Geschichte geht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Alles begann mit der Rivalität zweier Stadtteile oder genau gesagt von zwei Gassen. Es war ein Wettstreit der Bewohner von zwei Straßen in einer weit auseinander klaffende Zweiklassen Gesellschaft. In der Calle del Medio lebten reiche Bürger, Grundbesitzer und Landherren, man nannte die Straße deshalb auch Calle de los Marqueses.

In der Calle del Sol wohnten die ärmeren Leute. Die meisten waren ungebildete Tagelöhner, einfache Landarbeiter und Kleinbauern, die in primitiven, kleinen Wohnungen am Rand der großen Felder der angrenzenden Haciendas und Landgüter hausten. Diese Lebensumstände waren der Grund der Rivalität des Wettstreits zweier Straßen, sozusagen ein Konflikt zwischen Markgrafen und Bauern. Aber da war doch noch dieses kirchliche Fest für die Verehrung des Kreuzes am 3. Mai?  Die allerbeste Gelegenheit, um den reichen Nachbarn zu zeigen, dass der kleine Mann von nebenan gleich gut sein konnte, wie der wohlhabende Bürger. Auch wenn damals bereits Geld die Welt regierte. Die ganze Geschichte und viele Fotos von dem gigantischen Feuerwerk könnt ihr auf meinem Blogbeitrag vom Feuerzauber in Los Realejos nachlesen.

Wir haben gestern nur einen Rundgang durch die alten Gassen von Los Realejos und Cruz Santa gemacht. Viele fertige Kunstwerke konnten wir noch nicht sehen, aber überall waren die Vorbereitungen in vollem Gang und bei diesem Spaziergang möchte ich euch gerne mitnehmen.

Cruz Santa ist ein Ortsteil der im wahrsten Sinne des Wortes hoch über Los Realejos thront. Genau genommen liegt der Ort im Orotava-Tal, in einer Gegend, die früher als Pago de Higa bekannt war.

Es gibt eine Legende von einem Reiter und einem Pferd, der bei einem Ritt durch den Barranco la Raya fast tödlich verunglückt wäre und bei seinem Sturz ein Kreuz gefunden haben soll. Daraufhin versprach er eine Kapelle zu bauen und der Ort wurde in Cruz Santa, also Heiliges Kreuz, umbenannt. Das Kreuz selbst wird in einem Gehäuse aus Silber und Kristall aufbewahrt. Ich vermute, es wird in der Kirche sein, aber das weiß ich nicht, denn gestern waren die Kirchentore leider verschlossen.

Nachdem es gestern Mittag noch nicht viel zu sehen gab und das Wetter auch ziemlich grau und trüb war, haben wir uns auf den Weg nach Los Realejos gemacht.

La Parroquia Matriz del Apóstol Santiago, soll eines der ersten religiösen Gebäude auf Teneriffa gewesen sein. Zu dieser Zeit muss man sich allerdings eher eine primitive, sakrale Hütte mit einem einfachen Strohdach vorstellen. Die wurde kurzerhand zum christlichen Tempel zu Ehren des Apostels Jakob. Eine richtige Kirche wurde erst im Laufe der nächsten Jahre gebaut. Für die Spanier musste es ja ruck zuck schnell gehen, denn die aus den Menceys der Guanchen sollten Christen werden. Aus diesem Grund fand nach der Eroberung der Insel bereits am 25. Juli 1496 hier die Taufe der neun Menceys statt. Aber das ist wirklich eine andere Geschichte.

Was mir gestern das erste Mal aufgefallen ist – das Dach des Kirchturms ist durchlöchert wie ein Emmentaler Käse. Der Turm wurde 1774 neu gebaut und wurde mit bunten Keramikschindeln gedeckt. Wozu die Öffnungen im Dach sein sollen? Ich habe keine Ahnung.

Wenn ich irgendwo ein offenes Kirchentor sehe, kann ich natürlich nicht dran vorbei gehen. Mir gefallen Kirchen und Friedhöfe und diese Kirche ist besonders schön. Vor allem die Holzdecke im Altarraum ist faszinierend. Der Blumenschmuck war leider noch nicht fertig, trotzdem hat sich der Zwischenstopp in der Kirche gelohnt.

Heute wird in allen Gemeinden, die das Wort cruz im Namen tragen gefeiert, es ist ein ganz besonderer Feiertag. Und das ist in vielen Dörfern und Städten der Fall, denn irgendein Ortsteil hat schon ein Kreuz im Namen. Jeder Ort hat für diesen Tag seine eigenen Traditionen, doch eines haben alle gemeinsam – die geschmückten Kreuze. 

Auch in Los Realejos haben uns die Wolken begleitet und so sind wir nach einem kurzen Rundgang ein paar Kilometer weiter nach Puerto de la Cruz gefahren. An der Mole beim alten Hafen haben wir den Tag mit ein paar Sonnenstrahlen und glucksenden Wellen ausklingen lassen.

Ein paar Fotos habe ich noch, auf dem Weg zum Parkplatz haben wir noch diese Kunstwerke gesehen.

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Granadilla – ein häßlicher Hafen und ein besonderes Schiff

Granadilla de Abona – der Namen des Ortes hat ein schönen Klang für mich. Woher der Name kommt? Ich habe gelesen, dass einige kluge Köpfe von Forschern vermuten, dass der Name der Stadt von Siedlern wegen der Ähnlichkeit der Landschaft von Granada in Spanien stammen könnte. Keine Ahnung ob das so war, ich kenne Granada leider nicht. Aber ich will heute sowieso nicht über das Städtchen Granadilla de Abona erzählen…

Ich bin ja gerne in Häfen unterwegs und deshalb war ich auch neugierig, wie wohl der Hafen von Granadilla aussieht. Das Wetter war ziemlich durchwachsen, genau gesagt windig bis stürmisch, graue Wolken und als Draufgabe hat es sogar noch zu regnen begonnen. Der sonnige Süden hat seinem Namen dieses Mal wirklich keine große Ehre gemacht.

Auf Teneriffa, wie auch auf allen anderen Inseln der Kanaren, kommt der Strom, der aus der Steckdose kommt nicht von der Sonne oder sonstigen grünen Lieferanten. Er wird, wie fast überall, aus Öl produziert. Hier, neben dem Hafen von Granadilla arbeiten sie im Institut ITER mit erneuerbaren Energien. Soviel weiß, beschäftigen sie sich mit Photovoltaik, Windenergie und nachhaltiger Architektur. 

Früher, also vor Corona, konnte man das Gelände besuchen und sich selbst ein Bild machen, seit zwei Jahren ist der Schlagbaum leider zu und man kann nur die Windräder, die hier in der Gegend ziemlich dicht an dicht stehen bestaunen. Die Frage, warum sich von den vielen Windrädern immer nur ein paar wenige bewegen, kann ich mir selbst nicht beantworten aber irgendwann wird das Besucherzentrum ja wieder öffnen und vielleicht löst sich dieses Rätsel dann für mich. Ich habe leider nur ein Foto mit blauem Himmel, Minuten später haben die grauen Wolken die Herrschaft am Himmel übernommen.

Das sind ein paar der Gebäude auf dem Weg zum Hafen. Vom Hafenbecken oder der Anlage selbst habe ich keine Fotos. Meine Kamera ist leider sehr wasserscheu und bei den Regentropfen, die vom Wind durch die Gegend getrieben wurden, wollte ich sie nicht eines besseren belehren. Wasser und Kamera sind für mich ein sehr empfindliches Thema

Für diesen Hafen wurden ja vor Jahren große Pläne geschmiedet. Er sollte riesig werden und einen begehrten Anlegeplatz für Kreuzfahrtschiffe werden. Geworden ist daraus nicht viel, denn der ständige Wind und die gesamte Infrastruktur sind wirklich nicht die beste Voraussetzung für exclusiven und nachhaltigen Tourismus, oder doch? Diese skurrilen Gebäude geben zwar für mich ein tolles Fotomotiv ab, aber der begleitende Geruch und das ganze Drum Herum sprechen eine andere Sprache für sich. Die Korruption hat bei diesen Plänen wohl die Hauptrolle übernommen. Aber man weiß es nicht so genau.

Außer einer riesigen Baustelle gibt es hier ohnehin nicht viel zu sehen. Weit draußen, am Rand des Hafenbeckens steht noch eine der vier alten Ölplattformen im Wasser und im Hafen liegt einsam und verlassen ein einziges Schiffe. Davon habe ich kein eigenes, vorzeigbares Bild, deshalb zeige ich hier ein Foto aus der Zeitung El Dia. Warum? Weil es ein sehr besonderes Schiff ist.

Es ist die Global Mercy®, das größte zivile Krankenhausschiff der Welt und ich muss ehrlich gestehen, dass ich nicht einmal gewusst habe, dass es so etwas überhaupt gibt. Ich habe noch nie davon gehört. Naja, für die Medien ist es wahrscheinlich kein besonders ergiebiges Thema, wer interessiert sich schon für gut Meldungen? Negative Katastrophenmeldungen begeistern erreichen eben mehr Menschen und man kann damit tolle Geschäfte machen.

Ende März, also vor ein paar Tagen, ist das Krankenhausschiff in Granadilla eingetroffen, wird hier fertig ausgerüstet, die Besatzung aus freiwilligen Helfern vollständig gemacht und dann wird es Anfang Mai Richtung Senegal, mit dem Ziel Dakar, auslaufen. In den vergangenen dreißig Jahren war Ships of Hope in vierzehn afrikanischen Ländern unterwegs um dort kostenlose Operationen, medizinische Ausbildungsprojekte und den Ausbau der Gesundheitsinfrastruktur möglich zu machen.

Über Schiffe der Hoffnung
Mercy Ships nutzt Krankenhausschiffe, um kostenlose, erstklassige Gesundheitsdienste, Krankenhausinfrastruktur und nachhaltige Entwicklung für Menschen mit eingeschränktem Zugang in den Entwicklungsländern bereitzustellen. Mercy Ships wurde 1978 von Don und Deyon Stephens gegründet und hat in mehr als 55 Entwicklungsländern gearbeitet, Dienstleistungen im Wert von mehr als 1,5 Milliarden Euro erbracht und mehr als 2,8 Millionen Menschen direkt geholfen. Unsere Schiffe sind mit Freiwilligen aus mehr als 60 Ländern besetzt, mit durchschnittlich mehr als 1.200 Freiwilligen pro Jahr. Fachleute wie Chirurgen, Zahnärzte, Krankenschwestern, Gesundheitspädagogen, Lehrer, Köche, Seeleute, Ingenieure und Landwirte spenden ihre Zeit und ihr Können. Mercy Ships strebt danach, Menschen zu verändern und Nationen zu dienen.

„Jeder Mensch ist wertvoll – jeder Mensch hat das Recht auf Gesundheit.“ ist der Leitfaden dieser Organisation und wer mehr über die Mercy Ships erfahren will, findet alle Informationen auf ihrer Webseite. Einfach auf den Link klicken.

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Wellenspiele bei Buenavista del Norte

Auch auf Teneriffa hat der Frühling begonnen, doch zur Zeit ist das Wetter bei uns leider ziemlich wechselhaft und launisch. Petrus hat das Spiel mit den Wolken entdeckt und anscheinend gefällt es ihm ganz gut. Ich hoffe, irgendwann wird es ihm zu langweilig, aber wer weiß das schon so genau? Auf den Fotos vom Tag des Frühlingsbeginns ist der Himmel deshalb mehr grau als blau, aber ein Spaziergang an der Küste ist auch mit grauem Hintergrund wunderschön.

Wir wollten nicht weit fahren und so haben wir uns für die Küste von Buenavista del Norte entschieden. Also nichts wie auf nach Buenavista del Norte oder besser gesagt Richtung Punta de Teno. Ein bisschen außerhalb des Ortes, ganz in der Nähe des Golfplatzes, kann man die Küste in dieser Gegend ganz bequem auf angelegten Wegen erkunden. Einer davon schlängelt sich rund um den Golfplatz und man kommt zum La Playa de los Barqueros und den ehemaligen Salinen der Gegend. Wir wollten dieses Mal allerdings in die entgegengesetzte Richtung.

Teneriffa ohne Kakteen kann man sich nicht vorstellen, aber hier sind besonders viele und vor allem viele verschiedene stachelige Gesellen vertreten. Kein Wunder, denn ganz in der Nähe soll eine der größten Kakteengärtnereien Europas sein.

Vom Weg aus gesehen, kann ich das nicht erkennen, doch oft verbirgt sich hinter hohen Mauern und Zäunen etwas ganz anderes als man vermutet. Die Gebäude haben allerdings schon bessere Zeiten gesehen, aber der Eindruck kann natürlich täuschen.

Gegenüber stehen ein paar halb fertige oder halb verfallene Häuschen in der Gegend. Dahinter ist ein großer Platz mit zwei Steinmonumenten. Oder sind es versteinerte Segel?

Ich habe keine Ahnung. Davor steht ein Informationsschild, das über die Geschichte der Kamele auf der Insel erzählt. Den Zusammenhang mit den Kunstwerken aus Stein und den Wüstenschiffen habe ich nicht wirklich gefunden, aber vielleicht fehlt mir dazu einfach die Fantasie…

Es ist zwar nicht sehr bekannt, aber in Buenavista del Norte gibt es sage und schreibe acht Strände! Zur Zeit ist davon allerdings nicht besonders viel zu erkennen und wenn man die Landschaft das erste Mal im Winter sieht, kann man sich das gar nicht vorstellen. Weit und breit kein Sand in Sicht und man fragt sich, warum da auch noch ein Weg hinunter führt.

Die kräftigen Atlantikwellen nehmen den Sand in den Wintermonaten mit ins Meer und bringen ihn erst im Sommer wieder zurück. Das macht auch richtig Sinn, denn schwimmen wäre bei der starken Brandung lebensgefährlich und so wird niemand in Versuchung geführt es doch zu versuchen. Ich zeige euch hier einmal drei Fotos – die beiden Fotos links habe ich im Sommer gemacht und das andere am vergangenen Montag.

„… das Meer öffnet sich uns mit seiner Wildheit. Die Wellen streifen die Felsen und hinterlassen weiße Fäden aus Meerschaum, die sich in der Schwärze der Oberfläche verfangen...“

Am Playa del Fraile ist der Weg dann zu Ende und wir kehren wieder um. Ihr könnt gerne noch einen Spaziergang durch die Galerie machen, ich glaube, die Fotos erzählen ihre eigene Geschichte.

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La Villa y Puerto Garachico

In vielen Reiseführern wird das kleine Städtchen Garachico ja noch oft als Geheimtipp verkauft, doch das ist es mit Sicherheit schon lange nicht mehr. Garachico ist ein hübscher Ort und tagsüber tummeln sich dort Touristen aus aller Herren Länder. Ich bin mir sicher, dass fast jeder Besucher von Teneriffa die Geschichte vom letzten Vulkanausbruch, dem verloren gegangenen Hafen und die Entstehung der Meeresschwimmbecken kennt. Habe ich recht? Ich glaube schon.

„La Villa y Puerto Garachico wurde Ende des 15. Jahrhunderts von dem genuesischen Bankier Cristóbal de Ponte gegründet. Das 16. und 17. Jahrhundert bildeten das goldene Zeitalter der Geschichte von Garachico. Der wirtschaftliche Wohlstand des Ortes basierte auf der Konsolidierung seiner Reede, insbesondere im 16. Jahrhundert, als Haupttor Teneriffas mit dem Handelsverkehr mit Europa, Amerika und Afrika“ kann man in den Unterlagen der Stadt lesen. Aber die Geschichte beginnt ein kleines Stückchen neben der Stadt – und wir haben am Montag einen Spaziergang dorthin gemacht…

Heute kann ich mir das gar nicht mehr vorstellen, aber vor dem Vulkanausbruch reichte das Meer bis San Pedro del Daute. „Antiguamente, antes de que la lava cubriera Garachico, el muelle llegaba hasta este barrio del municipio.“ erzählte José Velázquez Méndez, ein Chronist von Garachico. Damals hatte der Ort 628 Einwohner, die fast alle auf dem Meer arbeiteten. Nicht auf den großen Schiffen, die hier ankamen, sondern auf kleinen Booten. Sie halfen auch bei den Arbeiten im Hafen.

Im Hafen kamen Schiffe aus aller Welt an, es wurde reger Handel betrieben und die Bewohner der Gemeinde wurde immer reicher. So wurde es Zeit, endlich eine Kirche zu bauen. Es wird angenommen, dass die erste Siedlung der heutigen Isla Baja, die von San Pedro de Daute, auf dem Hügel westlich der Bucht von Garachico, war. Es war der perfekte Ort mit einem natürlichen Aussichtspunkt mit Blick auf die Küste. Das war in dieser Zeit ziemlich wichtig, denn man darf nicht vergessen, dass auf den Weltmeeren nicht nur friedliche Handelsschiffe sondern auch Piraten unterwegs waren.

Hier wurde im Jahr 1497 auch mit dem Bau der ersten Kirche begonnen. In den ersten Büchern des Cabildo von Teneriffa steht, dass es in San Pedro seit 1509 eine Kirche gab und dass dort im Jahr 1514 eine Pfarrei gegründet wurde, die als „Oberhaupt der kirchlichen Wohltätigkeit von Daute“ bezeichnet wurde. Später wurde die Kirche vergrößert doch 1588 wurde in Garachico das erste Kloster gegründet und am Ende verlagerte sich das kirchliche Leben in die mittlerweile ebenfalls errichtete Kirche Santa Ana. San Pedro wurde immer unwichtiger und hatte bald so gut wie keine Bedeutung mehr. Es wurde vergessen, dabei ist es eigentlich die Keimzelle der Stadt Garachico.

Das Gebiet von San Pedro de Daute war ein geografisch wichtiger Punkt, da es weit von der Costa de Daute entfernt war, was es den Eroberern ermöglichte, vor Piraten aus Frankreich und Großbritannien zu fliehen. Die Straße, die das Dorf durchquerte, verband den Rest der Isla Baja mit dem Hafen von Garachico, dem Tor zur großen, weiten Welt. Die Gegend war perfekt für die Landwirtschaft geeignet und zwischen 1501 und 1516 wurde mit viel Geld der Banken von Sevilla und Genua die Produktion von Zuckerrohr. Nach dem Ausbruch des Vulkans im Jahr 1706 war das Gebiet von San Pedro del Daute eines der wenigen, das der Lava entging. Kein Wunder, es befand sich ja hoch oben auf der Spitze der Landzunge.

Nach einem kleinen Rundgang in San Pedro sind wir auf der alten Straße weiter nach Las Cruces spaziert. Auf dem Weg hat man einen wunderschönen Blick auf eines der ältesten Herrenhäuser dieser Gegend – la Hacienda del Marqués de la Quinta Roja. Auf den Ländereien des ersten Marquis von La Quinta Roja, Cristóbal de Ponte y Llarena wuchsen früher Wein, Getreide und Zuckerrohr in Hülle und Fülle. Das imposante Herrenhaus wurde 1735 fertig gestellt und hinter seinen Mauern verbergen sich mit Sicherheit viele Geschichten der Insel. Geschichten über die Freimaurerei, geheimnisvolle Handelspakte, geheime Liebesaffären und andere Schicksale. Schade, dass es noch immer niemand geschafft hat, eine Maschine für eine kurze Zeitreise zu erfinden. Ich würde liebend gerne einmal einen Tag in so einem Herrenhaus erleben.

Cristóbal de Ponte, der aus Genua stammte, gründete bekanntlich um 1500 Garachico. Er bekam dieses Land kurz nach der Eroberung der Insel von Adelantado Fernández de Lugo als Gegenleistung für das Darlehen, das er zur Finanzierung der Eroberung der Insel aufgenommen hatte. Das Haus war für lange Zeit die Residenzen der Marquise von La Quinta Roja. Einen von ihnen, Diego de Ponte y del Castillo, kennt ihr vielleicht aus La Orotava. Er ist der berühmte Freimaurer, für den das Mausoleum in den Jardines de la Quinta Roja in La Orotava, gebaut worden ist. Aber das ist jetzt wirklich eine andere Geschichte.

Ein Stückchen weiter steht noch ein altes Haus in der Landschaft. Den Namen habe ich leider nicht heraus gefunden, aber in einem anderen Jahrhundert war es sicher ebenfalls ein schönes Herrenhaus, das viele Geschichten erzählen könnte. Leider verfällt es jedes Jahr ein Stücken mehr und wenn nicht bald etwas geschieht, wird es sich wohl in Staub auflösen und in sich zusammen fallen.

Von Las Cruces kann ich so gut wie nichts erzählen aber ich werde mit diesem Namen wahrscheinlich noch lange einen himmelblauen Fußballplatz vor meinen Augen haben. Spielt man da Fußball oder Wasserball? Ich konnte leider niemanden fragen, denn wir haben weit und breit keinen Menschen auf der Straße gesehen.

Nachdem die alte Straße hier auf die neue Hauptstrasse trifft, haben wir entschieden, umzudrehen. Am Ende der Gasse führt nur mehr eine kurze Stiege auf die Hauptstrasse und am Straßenrand wollen wir nicht weiter gehen.

Also genießen wir noch einmal die tolle Aussicht, denn hier liegt uns die ganze Isla Baja zu Füßen. Nach einem letzten Blick Richtung Los Silos mache wir uns wieder auf den Heimweg, unser Auto wartet in Garachico auf uns…

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Die AIDAnova in Santa Cruz

Heute ist der achtundzwanzigste des Monats und weil wir kein Schaltjahr haben, auch der letzte Tag im Februar. Vor genau einer Woche stand am Montag ein besonderes Datum im Kalender. Der 22. 02. 2022. Man kann es drehen und wenden wie man will, dieses Datum liest man von vorne und von hinten gleich. Die Fachleute nennen es ein kalendarisches Palindrom, für mich ist es ein schönes Zahlenspiel. Auf das nächste Datum dieser Art müssen wir allerdings noch ein paar Jährchen warten, genau genommen wird es erst am 03.02.2030, also in acht Jahren, so weit sein.

Man kann auch mit Buchstaben herrlich spielen. Es gibt sowohl Wörter aber ebenso ganze Sätze, die vorwärts und rückwärts gelesen den gleichen Sinn ergeben. Auch wenn sie nicht wirklich Sinn machen. Ein Esel lese nie oder ein esel lesE niE Und dann wäre da noch das Anagramm, wo man ein Wort zwar ebenfalls rückwärts lesen kann, die aneinander gereihten Buchstaben dann aber eine andere Bedeutung bekommen. Nebel und Leben oder Lager und Regal fallen mir dazu spontan ein.

Was habe ich am 22. 02. 2022 gemacht? Wir haben ein bestimmtes Geschäft für Schmuckzubehör in Santa Cruz gesucht. Ein Bekannter hat uns davon erzählt und da ich schon seit Wochen nach ganz bestimmten Lavaperlen suche, hatte ich die Hoffnung, sie dort zu ergattern. Wir leben zwar auf einer Insel, die eigentlich ein einziger Berg ist. Ein Berg, der aus verschiedenen Lavaschichten in allen Farben und Formen besteht. Überall stolpert man über Steine aus Lava, aber ich konnte noch niemanden ausfindig machen, der daraus Perlen herstellt.

Lange Rede kurzer Sinn – wir haben nach langem Suchen das Geschäft nicht gefunden und so muss ich meine Augen und Ohren wohl oder übel weiter offen lassen. Irgendwann wird es sich ergeben und ich werde finden wonach ich suche. Das Leben ist eben kein Wunschkonzert. Egal.

Positiv bleiben ist die Devise und deshalb haben wir den Tag am Strand von Santa Cruz, la Playa de las Teresitas, ausklingen lassen. Im Hafen lag an diesem Tag die AIDAnova vor Anker. Ein riesiger Koloss aus Metall, der mit seinen 22 Decks den Hochhäusern der Stadt durchaus Konkurrenz machen kann.

Geschmäcker sind zum Glück ja verschieden, aber auf so einem schwimmenden Hochhaus möchte ich keinen Urlaub machen. Da würde mich so ein Segelschiff wie die Amundsen schon mehr reizen.

„Die AIDAnova ist das größte Kreuzfahrtschiff, das jemals in Deutschland gebaut wurde und es ist das sauberste. Als weltweit erster Ozeanriese fährt die AIDAnova mit Flüssigerdgas (LNG). So lässt sich der Ausstoß von Feinstaub und Schwefeloxiden vollständig vermeiden; Stickoxide und Kohlendioxid werden deutlich reduziert. Für diese Technologie hat die Bundesregierung das Schiff mit dem Umweltsiegel Blauer Engel ausgezeichnet – als erstes Kreuzfahrtschiff überhaupt.“ habe ich auf der Seite der Meyerwerft gelesen. Das klingt alles ganz gut und sauber, aber wie kommt das Flüßiggas zum Kreuzfahrtschiff? Vielleicht mit diesem Schiff, das ganz in der Nähe liegt?

Die AIDAnova wird zwar als besonders umweltfreundlich bezeichnet, aber in Deutschland funktioniert das schon einmal nicht. Die vier starken Motoren im Schiffsbauch sind eigentlich für den Betrieb mit emissionsarmen LNG, Liquefied Natural Gas, gebaut, aber um Flüssiggas zu tanken, muss die AIDAnova erst einmal mit Diesel nach Eemshaven in den Niederlanden fahren. In Deutschland dürfen LNG-Schiffe nämlich nur von LKWs aus betankt werden und so befüllt das Tankschiff Cardissa aus Antwerpen die drei Spezialtanks des Kreuzfahrtschiffes. Das Schiff auf dem Foto ist übrigens nur ein ganz normaler Frachter und hat nichts mit Flüßiggas zu tun.

Wir haben noch eine Stunde Sonnenschein am Strand genossen und sind anschließend gemütlich nach Hause gefahren. Solange die Sonne scheint ist es im Moment angenehm warm, aber sobald sie verschwindet, wird die Luft doch ziemlich frisch. Es ist eben Winter – auch auf der Insel des ewigen Frühlings…

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El Médano – das Spiel mit Wasser und Wind

Wenn ich den Namen El Médano höre, sehe ich sofort bunte Drachen am Himmel vor meinen Augen und denke an Wind und Wellen. Kein Wunder, dass sich gerade an diesem Strand vor allem Wind- und Kitesurfer im Wasser und in der Luft tummeln. Die vielen bunten Segel in der Luft gehören zum Himmel von El Médano wie Salz in die Suppe.

Der Platz an der Promenade ist ja nicht besonders einladend, aber solange die Sonne noch nicht zu heiß auf die Steinfläche knallt, hat man von den Stufen am Rand der Plaza sozusagen einen Logenplatz erster Klasse und kann in aller Ruhe das bunte Treiben genießen.

Ich glaube, das Leben spielt sich hier fast ausschließlich am Strand ab. Entweder im oder auf dem Wasser. Vielleicht auch in einer der vielen Bars oder ganz entspannt irgendwo im Sand. Platz ist genügend vorhanden, denn in und um den Ort gibt es gleich mehrere tolle Strände. Einer davon ist wahrscheinlich der bekannteste Strand von El Médano, la Playa de la Tejita, der längste Strand der Insel, der gleich ums Eck, direkt neben dem roten Berg, la Montaña Roja auf Sonnenanbeter wartet.

Die angenehmen Temperaturen, Sonne satt und die einzigartige Landschaft ziehen Surfer aus aller Welt an und der fast ständig wehend Winde machen den Ort zu einem wahren Surfer-Eldorado. Wobei sogar hier ab und zu Windstille herrschen kann – Freunde von uns können ein Lied davon singen. Das Leben ist leider kein Wunschkonzert! Sogar Petrus weiß das und weigert sich bis heute, einen Garantieschein fürs Wetter für irgendeinen Ort auf diesem blauen Planeten auszustellen.

Was kommt denn da geflogen? Was sind das für komische, bunte Vögel? Ach, es ist gar kein Vogel sondern ein Mensch mit einem Surfbrett an den Füßen, der an einem Drachen hängt. Kiter können beim richtigen Wind und der passenden Welle nicht nur viele Meter hoch springen, sondern, wie Segler und Surfer, auch gegen den Wind kreuzen. Mich wundert es immer wieder, dass sich die vielen Segel und Schnüre, die da gleichzeitig im Wind tanzen nicht miteinander verheddern und ins Wasser stürzen.

Kitesurfen, Kiteboarding, Flysurfing oder kurz kiten genannt, ist wahrscheinlich von Surfern und Seglern erfunden worden. Vielleicht musste ein Wellenreiter zu lange auf die perfekte Welle warten und hat deshalb den Wind zu Hilfe geholt?

Die Idee, durch Drachen Gegenstände und Personen zu bewegen, ist so alt wie der Flug-Drachen selbst. Schon immer wollten sich die Menschen mit Hilfe von Segeltuch und Wind fortbewegen und wenn man ein bisschen in den Geschichtsbüchern stöbert, findet man sogar schon bei den alten Ägyptern Gefährte, die mit Hilfe von Segeln durch die Wüste fuhren. Die Chinesen sollen gar schon tausend Jahre vor Christus aus Seide und Bambus Flugdrachen gebaut haben, um damit Menschen in die Luft zu befördern, die so leichter die Umgebung auskundschaften konnten.

Im Jahr 1820 experimentierte ein englischer Lehrer namens George Pocock mit Kutschen, die er mit zwei Segeln antrieb. Er soll damals schon ein System mit vier Seilen zum Lenken entwickelt haben, das heute noch so ähnlich verwendet wird. Seine berühmteste Erfindung ist eine Kutsche, die statt von Pferden, von Lenkdrachen gezogen wurde. Habe ich gelesen. Vielleicht hat sich daraus ja das Strandsegeln entwickelt? Das gibt es nämlich auch noch. Boote mit Rädern und Segeln, die mit ziemlich hoher Geschwindigkeit nicht übers Wasser sondern über den Sand zischen. Ich selbst habe das noch nie gesehen, aber auf Fuerteventura soll es eine beliebte Sportart sein. Wird Zeit, dass wir einmal selbst auf die Insel des Windes fahren. Bis dahin beobachte ich eben die bunten Drachen in El Médano

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Sterne und Träume

Sterne und Träume
Weißt du noch,
wie ich dir die Sterne vom Himmel holen wollte,
um uns einen Traum zu erfüllen?
Aber du meintest, sie hingen viel zu hoch!
Gestern streckte ich mich zufällig dem Himmel entgegen,
und ein Stern fiel in meine Hand hinein.
Er war noch warm und zeigte mir,
dass Träume vielleicht nicht sofort in Erfüllung gehen –
aber irgendwann?!
Markus Bomhard

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Wellenspiele am Playa del Socorro

Bei Santiago del Teide blühen bereits die Mandelbäume, der Teide hat wieder eine neue Schneehaube bekommen und ein Ausflug ins Anaga Gebirge wäre auch nicht so verkehrt. Wer die Wahl hat, hat die Qual – oder so ähnlich. Das Wetter war gestern allerdings nicht so berühmt und das hat uns fast dazu verführt, einfach daheim zu bleiben und einen gemütlichen Nachmittag auf der Coach zu verbringen.

Das haben wir natürlich nicht gemacht. Wir haben kurzerhand unsere Strandtücher und etwas Proviant in eine Tasche gepackt und haben uns auf den Weg zum Strand Richtung Los Realejos gemacht. Warmer, schwarzer Sand unter den Füßen, erfrischende Meeresluft um die Nase und tolle Wellen sind zu jeder Zeit wunderbar und eine perfekte Kulisse für ein paar schöne Stunden. Ein paar Sonnenstrahlen einfangen und ein bisschen Urlaubsfeeling am Anfang der Woche kann auch nicht schaden.

Der Blick auf die Küste der Insel ist auf dem Abschnitt von Puerto de la Cruz bis San Juan de la Rambla einzigartig auf der Insel. Zumindest sehe ich das so. Unter uns liegt ein fast menschenleerer Strand aber direkt an der Straße, die entlang der Küste führt, ist kein einzig freier Parkplatz zu erkennen. Das gibt’s doch gar nicht, oder? Bei einem schärferen Blick in die Wellenlandschaft löste sich das Rätsel aber ganz schnell auf. La Playa del Socorro ist ja besonders bei Surfern beliebt und Wellenreiter waren am Montag Nachmittag in Massen im Wasser. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich hier schon einmal so viele Surfer zugleich im Wasser gesehen habe.

Geduld, la paciencia, soll ja eine Tugend sein. Wenn das so ist, sind Surfer wohl die tugendhaftesten Menschen auf diesem Planeten, denn es wartet wohl niemand so geduldig auf seine Welle wie ein Surfer. Er treibt eine gefühlte Ewigkeit da draußen auf dem Wasser, bis der Augenblick kommt. Egal, wie kalt das Wasser ist oder die Wellen über ihn drüber rollen. Wann der perfekte Augenblick da ist, ist für Uneingeweihte wie mich überhaupt nicht zu erkennen, aber plötzlich ist er da! Wer immer da im vorher fast regungslos im Wasser treibt, richtet sich auf, springt auf die Füße und reitet los. Vielleicht auf der perfekten Welle…

Bleiben sie auf dem Brett stehen oder fallen sie jeden Moment kopfüber ins Wasser? Es ist spannend die Wellenreiter und das Meer zu beobachten und ruck zuck ist der Nachmittag vorbei gerauscht. Ich bin keine Sekunde während der drei Stunden am Strand, auf den Gedanken gekommen, mein vorsorglich mitgenommenes Buch aufzuschlagen. Ich habe es schlicht und einfach vergessen. Manchmal genügt es, einfach da zu sitzen, auf die Wellen zu schauen und an nichts zu denken.

„Jetzt kommt sie langsam auf dich zu, das Wasser schlägt dir ins Gesicht
siehst dein Leben wie ein Film, du kannst nicht glauben, dass sie bricht…
Das ist die perfekte Welle, das ist der perfekte Tag,
lass dich einfach von ihr tragen, denk am besten gar nicht nach…“

…hat Juli gesungen. Ich habe das Lied noch im Ohr. Ich bin mir ziemlich sicher, das es zur Zeit des Tsunamis von Tahiland gewesen ist, dass muss 2004 gewesen sein. Der Song wurde nicht im perfekten Moment heraus gebracht, denn wegen dieser Naturkatastrophe ist das Lied, zumindest in Österreich, nicht mehr im öffentlichen Rundfunk gespielt worden. Es war in diesem Fall nicht der perfekte Moment. Blöd gelaufen.

Wenn dieser bestimmte Moment da ist, muss der Surfer im Wasser, wie jeder Mensch im Leben, darauf gefasst sein. jetzt steht nur noch eine Frage im Raum – woran erkennt man die perfekte Welle, sprich den perfekten Moment im Leben?

„Wellen sind über das Meer reisende Energie. Sie reisen oft Hunderte oder gar Tausende Kilometer weit, um an einem bestimmten Ort und Zeitpunkt auf den Strand zu treffen. Das ist unser Moment als Surfer.“ Autor unbekannt

Für andere Wasserratten, sprich normale Schwimmer ist dieser Strand sogar im Sommer nicht besonders gut geeignet, da die Strömungen in der Bucht oft sehr stark, und damit für Schwimmer gefährlich, sind. Die rote Fahne ist hier aus diesem Grund relativ oft zu sehen.

Manchmal sagen Namen eben schon alles Wissenswerte aus, Auf deutsch heißt  socorro nämlich Hilfe, Bergung oder Rettung und das ist wirklich ein sehr passender Name für gefährliche Strömungen und hohen Wellen. Also immer daran denken – der Atlantik ist kein Schwimmbecken und schon gar keine Badewanne!

Ach ja, damit ich nicht drauf vergesse – La Playa del Socorro liegt zwischen Los Realejos und San Juan de la Rambla, nicht zu verwechseln mit einem Strand auf der anderen Seite der Insel. La Playa de Chimisay wird ebenfalls oft Playa del Socorro genannt, aber dieser Strand gehört zum Gemeindegebiet von Güímar und hat eine wichtige historische und kulturelle Bedeutung als Ort, wo die Guanchen, Jahre vor der Eroberung durch die Spanier, die berühmte Jungfrau von Candelaria fanden.

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