ein Ei, Kolumbus und Amerika

Nachdem heute in Spanien Nationalfeiertag, la Fiesta Nacional de España  ist und dieser Tag mit einem ganz bestimmten italienischen Seefahrer im Dienste der spanischen Krone zu tun hat, möchte ich euch eine Geschichte erzählen. Die nächste Gelegenheit dazu würde sich ja erst wieder in einem Jahr ergeben und das dauert mir dann doch ein bisschen zu lange. 1f60a Also zurück zum 12. Oktober des Jahres 1492, als Christoph Kolumbus Amerika entdeckte. Besser gesagt, als er Amerika entdeckte, ohne es selbst zu wissen.

Er war am 3. August 1492 mit seinen drei Schiffen von Palos de la Frontera in Andalusien in die Richtung der Kanarischer Inseln aufgebrochen und war auf der Suche nach einem kurzen Seeweg nach Indien in Richtung Westen. Die Portugiesen hatten bereits Anfang des 14.Jahrhunderts damit begonnen, einen Handelsweg nach Indien zu suchen. Sie wählten dabei aber die Route um Afrika herum. Mit der westlichen Route wollte die spanische Krone den Vorsprung der Portugiesen im lukrativen Gewürzhandel mit Indien wettmachen. Geschafft haben sie es nicht. 1f607 Kolumbus hat Indien – außer in seiner eigenen Vorstellung – nie erreicht.

Aber damit habe ich euch ja nichts Neues erzählt, die Geschichte kennt, glaube ich, jedes Kind. Bei Kolumbus ist mir heute beim Frühstück aber etwas ganz anderes durch den Kopf gegangen – ein Ei. Ein ganz normales Hühnerei. Wo in der ganzen Geschichte hat sich eigentlich dieses blöde Ei versteckt?

Das Ei des Kolumbus ist ja eine Redensart, die eine einfache Lösung für ein unlösbar scheinendes Problem beschreibt. Die Herkunft der Redensart soll auf einer Anekdote beruhen, die so lautet:

Christoph Kolumbus wurde nach seiner Rückkehr aus Amerika während eines Essens bei Kardinal Mendoza im Jahr 1493 vorgehalten, es sei ja ein Kinderspiel gewesen, die Neue Welt zu entdecken. Das hätte jeder andere Mensch auch schaffen können! Dafür hätte Spanien keinen Kolumbus aus Italien gebraucht. Den anwesenden Herren vom spanischen Hofe passte es nämlich ganz und gar nicht, dass einem Ausländer und noch dazu einem Mann, der nicht einmal von adeliger Herkunft war, so große Anerkennung und Ehre erwiesen wurde. „Mich dünkt„, sagte einer der adeligen Herren, „der Weg nach der sogenannten Neuen Welt war nicht so schwer zu finden: das Weltmeer stand überall offen, und kein spanischer Seefahrer würde das Ziel verfehlt haben!“

Kolumbus ärgerte sich über diese Äußerungen und forderte die anwesenden Herren dazu auf, ein Ei so auf die Spitze zu stellen, dass es nicht umfällt. Alle versuchten die Aufgabe zu lösen, aber niemand schaffte es! Am Ende der Aktion waren alle Beteiligten davon überzeugt, dass dies eine unlösbare Aufgabe sei. Unmöglich, kein Mensch kann ein Ei auf mit der Spitze nach unten auf einen Tisch stellen. Abgesehen davon, ich glaube auch nicht, dass man ein Ei überhaupt frei stehend irgendwo aufstellen kann, aber ich muss zugeben, ich habe es noch nie versucht. 1f607 Wofür gibt es denn Eierbecher?

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diese Radierung von William Hogarth hängt in London, im British Museum

Aber zurück in die Vergangenheit. Kolumbus wird also darum gebeten, es selbst zu versuchen. Er schlägt sein Ei mit der Spitze auf den Tisch, so dass sie leicht eingedrückt wird – und das Ei bleibt stehen! Als die Anwesenden protestieren, dass sie das auch gekonnt hätten, antwortete er: „Der Unterschied, meine Herren, ist, dass Sie es hätten tun können, ich hingegen habe es getan!“

Wahrscheinlich hat diese Episode nie stattgefunden, aber es ist trotzdem eine nette Anekdote, oder nur die halbe Wahrheit. Man findet diese Aussage zwar im Buch „Die Geschichte der Neuen Welt“ in dem Girolamo Benzoni im Jahr 1565 über Kolumbus berichtete, aber er selbst kannte die Geschichte vom Ei auch nur vom Hörensagen.

Es gibt auch noch andere Theorien über den Ursprung dieses Sprichwortes. Eine hat mit dem Bau der Kuppel des Doms in Florenz zu tun und irgendwann im Jahr 1922 tauchte der Trick mit dem Ei sogar im Orient auf. Warum auch nicht – alles ist möglich!

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Kolumbus im Ei als Denkmal in Sevilla

Aber heute passt die nette Erzählung für mich am besten zu Kolumbus und das Ei des Kolumbus hat in Spanien einige Ehrenplätze, eines davon steht in Sevilla. Es ist ein Denkmal mit dem klingenden Namen „El nacimiento del hombre nuevo“, die Geburt eines neuen Menschen, das im allgemeinen aber nur Huevo de Colón genannt wird.

Die Skulptur hat eigentlich auch nicht direkt etwas mit dem Ei des Kolumbus sondern mit der Entdeckung Amerikas zu tun, denn seit diesem Tag hat sich die Welt für immer verändert. Es ist so, ob es uns gefällt oder nicht. Die politischen und wirtschaftlichen Spielregeln auf der Weltkugel wurden mit diesem Ereignis neu geschrieben und die spanische Sprache ist zu einer Weltsprache geworden.

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Die große Skulptur hat ihren Platz im Park von San Jerónimo und ist, mit einer Höhe von 32 Metern, stolze 45 Meter mit Eierschale, die größte Bronzeskulptur in Sevilla und ganz Spanien. Es ist das Werk des russischen Bildhauers Zurab Tsereteli aus Tiflis und ein Geschenk der Stadt Moskau für Sevilla. Eingeweiht wurde die Skulptur im Oktober 1995 von der damaligen Infantin Elena de Borbón.

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Das ganze Kunstwerk wurde auf dem Seeweg von Russland in die Stadt Santurce gebracht und von dort im August 1994 auf der Straße nach Sevilla befördert. Die gigantische Skulptur besteht aus einem großen Ei, das aus den Segeln eines Schiffes besteht und der Statue von Christoph Kolumbus, der in seinen Händen eine Seekarte hält, auf der die drei Schiffe über das Meer segeln. Es ist ein Symbol für den Wandel der Weltanschauung, den die Entdeckung Amerikas ausgelöst hat.

Anlässlich des 500. Jahrestages im Jahr 1992 beschlossen Spanier und Amerikaner gemeinsam, Monumente auf beide Kontinente dies und jenseits des Ozeans zu bauen. Mit einem Wettbewerb wurde das beste Projekt gesucht und gefunden und die Wahl fiel auf den Vorschlag von Zurab Zereteli. Seine zwei Monumente vereinigen symbolisch die Städte des Anfangs und des Endes der Reise von Columbus.

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Nacimiento del Nuevo Mundo“ in Puerto Rico

Das Denkmal in der alten Welt hat seinen Platz in Sevilla bekommen und die zweite Skulptur für Kolumbus symbolisiert die Geburt der Neuen Welt und ragt auf der anderen Seite des Atlantiks in den Himmel. In Puerto Rico, in der kleinen Stadt Arecibo, an der Atlantikküste der Insel, steht ein Denkmal mit dem Titel “Nacimiento del Nuevo Mundo“, die Geburt der Neuen Welt. Dieses Denkmal ist 126 Meter hoch, alleine die Figur des spanischen Admirals beträgt 25 Meter. Der russische Bildhauers war der Meinung, dass das Monument so groß sein sollte, dass es von den Booten, die von Europa nach Amerika segeln, gut gesehen werden kann.

Falls ihr noch mehr über den Feiertag oder Christoph Kolumbus wissen wollt, in dem Beitrag la Fiesta Nacional de España könnt ihr weiter lesen … kuss (2)

 

 

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Illusionen …

Klingt gut – aber tun sie gut? Vision, Illusion, Halluzination oder Traum?

Was wäre, wenn alles, was man sieht, nur eine Illusion wäre? Niemand könnte das Gegenteil beweisen, oder doch? Entpuppen sich Träume dann als Schaumbad Schäume? Ein altes Sprichwort sagt ja ‚Träume sind Schäume“. Ab und zu kann das schon stimmen – aber das muss nicht immer so sein.

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eine Illustration aus einem russischen Buch über den Kleinen Prinz

Besteht die Realität aus Logik oder aus einer schönen Illusion? Für den einen ist es Realität, für den anderen lediglich ein Witz, eine Illusion. Doch wo entstehen die Bilder? Entstehen sie einfach in unserem Kopf, ist die Wirklichkeit doch nur ein Traum? Albert Einstein hat dieses Problem vielleicht besser auf den Punkt gebracht – alles ist relativ!

Ich habe noch immer Träume und bin mir ziemlich sicher, dass einige davon auch in Erfüllung gehen werden. Träume und Pläne sind über lebenswichtig. Was würden wir denn ohne sie tun? Ohne sie wäre der Alltag doch ziemlich grau und trostlos. Ohne Träume hätten wir auch kein Ziel mehr vor Augen. Ein Leben ohne Ziele? Das ist auch nicht das Gelbe vom Ei.

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ein Druck von Salvador Dalis L’Auroran

Vielleicht hat aber Salvador Dali recht? Er sagte einmal: „Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt der Träume.“ Ich hoffe, bis zu dieser Erkenntnis dauert es noch ein paar Tage und bis es soweit ist, machen wir uns noch ganz schnell ans Werk um unsere Träume zu verwirklichen…

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eine russische Interpretation des Kleinen Prinzen

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El Diablo y la Diabla

Achtung – in Icod de los Vinos ist der Teufel los und das ist in diesem Fall nicht nur eine Redewendung sondern eine Tatsache! An einem Nachmittag im September, sind im Stadtteil Las Angustias zwei unheimliche Gestalten unterwegs. Es ist der Teufel mit seiner Frau, der Teufelin.

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El baile del Diablo y la diabla – der Tanz des Teufels und der Teufelin. Wenn die zwei übermenschlich großen Gestalten mit ihren skurrilen Köpfen nach dem Rhythmus der Trommeln durch die Gassen tanzen, sind nicht nur mutige Kinder auf den Beinen und begleiten das unheimliche Paar. Gestalten aus der Hölle bei einem kirchlichen Fest? Wie verträgt sich denn das? Auf der Insel der unzähligen Klöster und Kirchen tanzt der Teufel auf katholischen, spanischen Strassen?

Es geht wie immer um das Gute und das Böse auf der Welt. Es ist der Kampf des Bösen gegen das Gute und nicht selten verwendet auch die katholische Kirche Dämonen oder andere schlimme Gestalten aus der Welt der Ungläubigen um mit deren Hilfe das Böse zu vertreiben. Damit werden gleich zwei Fliegen mit einer Klatsche erschlagen. Alte Gewohnheiten müssen nicht verboten werden, man funktioniert sie nur ein bisschen um – und die ganze Welt ist zufrieden. 1f607 Klingt doch logisch, oder?

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Mich erinnert das Spektakel an das winterliche Krampustreiben bei uns zu Hause. Irgendwie haben alle Kinder Angst vor den gruseligen Gestalten mit ihrem Fellkleid und dem Kettengerassel, aber sie können es doch nicht lassen, den Teufel zu reizen um dann mit lautem Geschrei davon zu laufen. Genau so verhalten sich die Kinder auch hier auf der Insel – und werden dazu noch mit Süßigkeiten belohnt. Erst mit dem huldvollen Erscheinen der Jungfrau, in diesem Fall der Virgen de las Angustias, hat das lustige schaurige Spektakel ein Ende. Die gute Frau weist die bösen Ungeheuer in ihre Schranken und nimmt ihnen damit die Macht in diesem Leben – sie müssen verschwinden! Zumindest für dieses Jahr.

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Dieses Fest hatte eine jahrhundertelange Tradition im gesamten Nordwesten der Insel Teneriffa und wurde ursprünglich im Rahmen von Fronleichnam, also  Corpus Christi, gefeiert. Unter dem Regime Franco wurde der Brauch verboten, doch was bewirken Verbote meistens?  Im Grunde genommen haben sich gerade durch solche unsinnigen Vorschriften Traditionen erhalten. Das beste Beispiel das ich kenne, ist der mittlerweile so berühmte und beliebte Carneval von Venedig. 1f607 Aber wie auch immer, Heute wird das Fest mit den riesigen Teufeln nur mehr in Icod de los Vinos, la Ciudad del Drago als la Librea de los Diablos de Las Angustias, gefeiert und damit ein altes Kulturerbe am Leben erhalten.

Las fiestas en honor a Nuestra Señora de Las Angustias vivieron uno de sus días grandes este domingo con la tradicional ‘Librea del Diablo y la Diabla‘. Una costumbre centenaria del barrio icodense de Las Angustias que representa la histórica lucha alegórica entre el bien y el mail, enraizada en las creencias católicas. El Diablo y La Diabla. Es una tradición que era frecuente en los barrios y caseríos en la época del Corpus Christi.

En esta se representaba la lucha de las fuerzas del infierno contra el Arcángel San Miguel. Salían el diablo y la diabla acompañados de su corte de gigantes y cabezudos, que divertían al municipio al ritmo del tajaraste.Esta costumbre fue prohibida, ya que decían que solo invitaba al desorden y distracción de la devoción religiosa. Pero esta costumbre se siguió practicando y prueba de ello es que hoy en día el diablo y la diabla siguen saliendo a mediados de septiembre por el barrio del las Angustias en honor a la virgen.

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Cascada de Lomo Morín

Ist euch dieser weiße Fleck in der Landschaft bei Los Silos schon einmal aufgefallen?

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Mein erster Gedanke war: „wer betoniert denn da mitten im Grünen eine Piste?, Wofür soll denn das gut sein?“ Keine Ahnung warum mir das durch den Kopf geschossen ist, aber ist da wirklich ein Wagen mit Fertigbeton am Werk gewesen?

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Diesen weißen Fleck in der Landschaft wollte ich von der Nähe sehen und deshalb haben wir uns auf den Weg gemacht. Zuerst einmal Richtung Los Silos und dann geht es in die Höhe. Unser Ziel ist la Tierra del Trigo, ein kleiner Ort, der noch zu Los Silos gehört. Unser Auto haben wir auf einem Schotterplatz neben der kleinen Ermita de Nuestra Señora de Lourdes erfolgreich abgestellt, aber wohin jetzt?

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Viel gibt es hier nicht zu sehen. Eine Kapelle, eine Bühne für Fiestas, eine kleine Schule und eine große Karosseriewerkstatt. Gegenüber der Plaza steht zwar ein Wegweiser, aber dieser Weg führt zu den Cuevas Negras, und dort wollen nicht hin. Unser Ziel ist ein Wasserfall, la Cascada de Lomo Morín.

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Am Ende der Plaza ist auch mehr oder weniger Schluss mit der Besiedlung, rechts sehen wir eine Sackgasse, also spazieren wir links zwischen den Häusern durch und ein alter Mann, der am Rande eines Weingartens in der Sonne sitzt, erklärt uns dann, erfreut über eine kleine Abwechslung, den Weg.

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Eigentlich sieht es eher wie der Zugang zu seinem Haus aus, aber hinter der Hausecke beginnt wirklich der Weg, den wir suchen.

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Zuerst gehen wir auf einem schmalen Steig am Rande von kleinen Feldern, vorbei an Obstbäumen und uralten Weinstöcken. Weit und breit ist keine Menschenseele zu sehen, ein paar Vögel zwitschern, einige Eidechsen huschen über den Weg aber sonst ist es still. Nicht einmal der Wind raschelt mit den Blättern.

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Es dauert nicht lange und wir stoßen auf einen zweiten Weg. Nachdem uns der alte Mann als Anhaltspunkt ein Haus gezeigt hat, biegen wir nach links ab und nach einigen Minuten hören wir Wasser rauschen. Ab jetzt begleitet uns das lustige Glucksen und Plätschern von Wasser. Der Wasserkanal führt uns wie ein roter Faden zu unserem Ziel.

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An einigen Stellen fließt Wasser auf die Erde, dann wird es ziemlich glitschig auf den Steinen aber im Grunde genommen ist es ein wundervoller, gemütlicher Spaziergang.  Der schmale Weg führt entlang des Kanals bis zum Lomo Morín.

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Aber warum fließt hier so viel Wasser einfach in einem offenen Kanal durch die Gegend. Geht das ganze Wasser einfach verloren? Nur damit es hier einen Wasserfall gibt, der das ganze Jahr über in die Tiefe fällt? Das ist doch eine reine Verschwendung, oder doch nicht? Es ist keine Verschwendung und alles hat seinen Sinn und Zweck, dahinter steckt ein ausgeklügeltes System und dafür gibt es auch einen natürlichen Grund und eine ganz einfache Erklärung. Aber dazu ein bisschen später …

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Der Kanal führt uns ein allerletztes Mal um eine Kurve und knapp danach lösen sich der Weg und auch der Kanal in Luft auf. Ja, der Kanal endet und das Wasser rinnt bergab und bildet weiter unten einen beeindruckenden Wasserfall.

Den großen Wasserfall kann man von hier oben natürlich nicht sehen, aber von diesem herrlichen Aussichtspunkt über den Felsen haben wir einen traumhaften Panoramablick auf die Isla Baja. Einfach wunderschön!

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Die Aussicht an dieser Stelle ist einfach unglaublich, Los Silos aber auch Buenavista del Norte liegen wie Spielzeugdörfer zu unseren Füssen, wir sehen den neuen Leuchtturm von Buenavista an der Küste, sogar die Kirche und das Kloster von Los Silos können wir erkennen. Von hier sieht man auch den Vulkankegel Taco und wie riesig dieses Becken ist – und wir selbst stehen in einer ganz ungewöhnlichen unglaublichen Landschaft.

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Und dann liegt da noch dieses große, strahlend weißes Steinfeld vor uns. Auf dem Foto könnte man es fast mit Schnee verwechseln, oder? Aber die weiße Fläche ist kein Schnee, genauso wenig, wie es sich hier um einen normalen Wasserfall handelt.

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Als wir vorsichtig nach unten klettern, tut sich eine ganz andere Welt vor unseren Augen auf. Auf der einen Seite plätschern kleine und größere Rinnsale über die dick bemoosten Steine in die unbekannte Tiefe aber was ist da auf der anderen Seite?

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La Cascada de Lomo Morín von Tierra del Trigo, ist mit Sicherheit eine der kuriosen Ecken dieser Insel und die Bestandteile dieser Geschichte sind ein Vulkan, Wasser und viele andere Elemente Minerale, die die Natur großzügig verteilt hat.

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Dieses Wasser kommt aus einer nahe gelegenen Galerie, la Galería del Cubo, wird durch den Wasserkanal hier her geleitetet, rinnt über die Steine und fällt anschließend als Wasserfall nach unten, wo es wieder gesammelt wird und genutzt werden kann. Aber warum und wozu dieser ganze Aufwand?

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Auf Teneriffa existiert kaum Grundwasser und es gibt auch keine natürlichen Seen, deshalb wurde auf der Insel an Stellen, an denen man Wasser vermutet hat, einfach gegraben. Es wurden sogenannte Galerias in den Berg getrieben und mit viel Glück ist man auch auf Wasser gestoßen. Das Geschäft mit dem Wasser könnte man auch mit einem Lotteriespiel vergleichen – ist der neue Stollen ein Hauptgewinn oder eine Niete? Auf Teneriffa wurden ungefähr neunhundert Galerien gebaut, davon wurde ungefähr ein Drittel wieder aufgegeben weil nie Wasser gefunden wurde. Diese Stollen gehören allerdings nicht dem Staat sondern Aktionären, die den laufenden Betrieb finanzieren und in Schuss halten müssen. Aber die auch, wie weltweit üblich, mit diesen Aktien spekulieren.

Aber das ist im Moment nicht das Thema. In dieser Wassergalerie bei Tierra del Trigo ist man auf extrem kalkhaltiges Wasser gestoßen und irgendwie muss dieser nicht erwünschte Bestandteil aus dem Wasser raus, denn so ist dieses Wasser weder zum Trinken noch für die Bewässerung geeignet.

Um das Wasser zu demineralisieren nutzt  man auf Teneriffa die Luft und Steine. Schon in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde dokumentiert, dass Wasser durch „Ecken und Kanten der Steine gebrochen“ worden ist. Dafür lässt man das Wasser über offene Kanäle und über Steine laufen und die nicht brauchbaren Minerale, und vor allem der Kalk, trennen sich vom Wasser.

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Fortschritt und Neuentdeckungen sind ja meistens sehr hilfreich und gut, aber als die Kanäle zum Großteil durch Metallrohre und dann immer häufiger durch PVC-Kanäle ersetzt wurden, verschlechterte sich die Qualität des Wassers vor allem im Süden der Insel. Außerdem verstopften die Ablagerungen die Rohre im Rekordtempo und anstatt sie zu reinigen wurde kurzerhand ein paralleles Rohr installiert. Es gibt Fälle, da laufen sogar fünf Rohre nebeneinander und nur eines davon ist voll Wasser. Die anderen werden, oder besser gesagt können gar nicht mehr benutzt werden.

Este cauce ha sido formado por la decantación del agua del canal de La Tierra del Trigo, montaña abajo, para eliminar la cal. In Tierra del Trigo ging man einen anderen Weg. Es wurde beschlossen, die PVC-Kanäle wieder zu beseitigen und zum offenen, mit Zementmörtel gebauten, Kanal zurück zukehren. Das erleichtert die Arbeit, denn so ist es viel einfacher die Sedimentation Ablagerung von Mineralien an den Wänden des Kanals zu entfernen.

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Am Lomo Morín wird die Oberfläche für die Verdunstung des Wasser nicht nur noch weiter vergrößert, durch den Felsen kann sich das Wasser auch erwärmen und den Rest erledigen Moose, Algen und Bakterien. Der Kalk löst sich, die feinen, glitzernden Kristalle legen sich über die Steine. Mich erinnert diese Landschaft mit den skurril geformten Steinen sofort an eine Tropfsteinhöhle, doch hier sind es eben Tropfsteine ohne Höhle.

Die traditionellen gemauerten Kanäle, die auf der ganzen Insel überleben, werden in der Regel von Zeit zu Zeit gereinigt, und die Überreste bleiben meistens in unmittelbarer Nähe in der Landschaft liegen. Bei Luftaufnahmen der Insel kann man diese gewaltigen Ablagerungen sogar erkennen. Es sind Tonnen von einem Material, das man eigentlich verwerten könnte. Klingt dumm? Ist es aber nicht, denn es hat sogar schon einmal eine Ausstellung mit Objekten, die aus diesen Steinen geschaffen wurden gegeben.

Künstler schätzen die Schönheit der Materialien. Die Steine werden geschnitten, poliert und modelliert. So entstehen daraus Kunstwerke, die glatt, rau, glänzend oder poliert ihre ganz neue Geschichte des Wassers auf Teneriffa erzählen – und es gäbe sicher noch andere Möglichkeiten, dieses „Abfallmaterial“ zu verwenden …

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Tag des Teddybären

Am 9. September werden alle Teddybären gefeiert! Keine Ahnung warum gerade heute, aber so ist es nun einmal. Wie viele andere sinnlose Dinge kommt auch dieser kuriose Feiertage aus den  USA nach Europa, aber was soll’s? Verdient hat der kleine Kerl diesen Ehrentag mit Sicherheit! Ein Leben ohne den kuscheligen Teddybären ist für viele Menschen jenseits der Vorstellungskraft. Ich glaube kein anderes Spielzeug hat es in so viele Herzen und so viele Kinderzimmer dieser Welt geschafft.  Und dabei ist es auch bis in unsere ach so digitale und moderne Zeit geblieben!

Der typische Teddy ist die Nachbildung eines Bären. Er hat meistens ein braunes Fell und dunkle Knopfaugen, die Größe variiert von klein bis groß. Sein Innenleben besteht aus Baumwolle, Holzwolle, Kunststoffgranulat oder anderen Materialien. Die ersten Teddies sind für Kinder genäht worden, denn der Teddybär war, im Gegensatz zur Puppe, immer schon ein Kinderspielzeug. Heute sind Teddybären aber auch begehrte Sammlerstücke und werden von Erwachsenen auf der ganzen Welt gesammelt.

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Wie und warum der liebenswerte Plüschbär zu seinem Namen gekommen ist? Darüber gibt es viele Geschichten und einer Legende nach verdankt er seinen Namen Theodore Roosevelt. Der amerikanische Präsident, von seinen Freunden auch Teddy genannt, liebte die Jagd. Im Jahr 1902 wurde ihm auf einer Jagd in Mississippi von den Mitgliedern seiner Jagdgesellschaft ein angebundenes Bärenbaby vor die Flinte gesetzt. Er weigerte sich jedoch das hilflose Bärenjunge zu erschießen und die Geschichte nahm ihren Lauf. Darüber erzähle ich euch ein anderes Mal, denn das würde heute zuviel Zeit brauchen. Nur noch kurz als Ergänzung der Geschichte – der kleine Bär überlebte trotzdem nicht, John M. Parker, der Gouverneur von Louisiana, konnte es nicht lassen und tötete ihm mit einem Jagdmesser. Also kein märchenhaftes Ende.

P.S.: Der TEDDYbär auf dem Foto ist ein original Miola Teddy. Dieser Bär kommt aus Tschechien und wurde von Olga Sulcova und ihrer Mutter Anna Borisova liebevoll genäht. Die junge Bärenmacherin wurde in Moskau geborgen, lebt aber nun schon seit einigen Jahren in Prag und hat erst vor wenigen Jahren mit dem Nähen von Teddybären begonnen.

Mich faszinieren ihre Teddies, auf besondere Art. Man könnte fast glauben, dass sie durch viel Glück von einem mitleidigen Menschen aus ihrem Versteck am Dachboden befreit worden wären. Nun geht es ihnen zwar wieder gut, aber irgendetwas macht sie nachdenklich und traurig. Denken sie an das Kind, das sie eine Zeit lang durchs Leben begleitet haben? Ich bin mir sicher, wir werden noch viele bärige Gesellen von Olga zu Gesicht bekommen.

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Plaza de los Patos

Jetzt bin ich schon so lange auf Teneriffa und Santa Cruz ist wirklich keine unbekannte Stadt für mich, aber diesen Platz habe ich erst vor ein paar Wochen das erste Mal mit eigenen Augen gesehen. Gesucht habe ich ihn schon längere Zeit, aber irgendwie hat dieses Rendezvous nicht klappen wollen. Heute sage ich „zum Glück“, denn der ganze Platz wurde ein Jahr lang renoviert und erstrahlt jetzt im neuen, alten Glanz.

Plaza de los Patos heißt eigentlich Platz der Enten, aber außer Fröschen und einer einsamen Ente – oder ist es doch eine Gans – die auf dem Rücken einer Schildkröte mitten im Brunnen Wasser spuckt sind keine Vögel zu sehen. Warum heißt dieser Platz dann so? Laut einigen Zeitungsberichten soll es hier auch nie Enten gegeben haben, aber ich kann beweisen, dass diese Meldungen nicht stimmen. Also wie so oft – ich mache mit euch einen kleinen Spaziergang in die Vergangenheit. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr gerne mit kommen!

Wir schreiben das Jahr 1888 und in dieser Gegend werden die ersten Häuser gebaut. Die High Society von Santa Cruz verwandelt die grüne Wiese in eine feudale Wohngegend, die ihr jetzt als Barrio de los Hoteles im Stadtplan findet und die mittlerweile sogar unter Denkmalschutz steht.

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Hier siedelte sich die neue Bourgeoisie, die den Handelsverkehr des Hafens kontrollierte. an. Damals ging es allerdings nicht um Villen und Paläste sondern um die Planung der Straßen und an dieser Stelle sollte eine Kreuzung entstehen. Von einem Park war keine Rede.

Im Jahr 1901 hatte der Bürgermeister von Santa Cruz die Idee, an der Kreuzung ein Denkmal aufzustellen. Irgendwann gab es einmal einen spanischen Ministerpräsidenten der aus Santa Cruz stammte – General Leopoldo O’Donnell – und der sollte hier verewigt werden. Um das Geld dafür zusammen zu bekommen, wurde in Madrid und in Santa Cruz de Tenerife ein Ausschuss gegründet um die Mittel für ein Reiterdenkmal zu sammeln.

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1906 wurde der erste und einzige Stein für das Denkmals an der Stelle aufgestellt, wo Jahre später die Plaza 25 de Julio oder Los Patos gebaut wurde.

Als im Jahr 1906 König Alfons XIII. mit seiner Schwester Teresa de Bourbon Santa Cruz de Tenerife besuchte, legte er sogar den Grundstein für dieses Denkmal und der Bischof segnete seine Tat. Von da an war der Platz als La Piedra del Rey „der Stein des Königs“ bekannt. Der kirchliche Segen hat es aber auch nicht richten können oder der spanische General dürfte doch nicht so beliebt gewesen sein, denn die gesammelten Spenden für die Errichtung des Reiterdenkmals reichten nicht aus und so blieb der Platz leer. Da die Arbeiten aufgrund der zu hohen Kosten von damals 15.000 Peseten nicht begonnen werden konnten, wurde der Stein für drei Jahre von einem Metallzaun geschützt. Im Jahr 1909 wurde dann ein kleiner Brunnen aufgestellt.

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Im Jahr 1913 wurde der Brunnen in einen Teich mit einem Durchmesser von etwa zehn Metern angelegt. Mitten drinnen sprudelte aus einem Felsen, auf dem ein steinernes Kind stand, Wasser.  Wegen dieser Statue tauchte dann der Name Plaza del Niño auf, aber auf diesem Teich schwammen gelegentlich Enten!

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Es gab hier also Enten und dieser Name hat sich einfach gehalten – la Plaza de los Patos – obwohl er seinen ursprünglichen Namen, Plaza 25 de Julio. der Niederlage von Admiral Horacio Nelson in Santa Cruz de Tenerife verdankt, dem 25. Juli 1797. Aber das ist eben nur der offizielle Name, der sich nie richtig durchgesetzt hat. Kein Wunder, denn der Ort hatte im Laufe der Jahre viele Namen und wer will sich die schon alle merken? Die Gewohnheit siegt eben doch meistens.

Im Jahr 1917 wurden bunte Blumenbeete angelegt und Bäume gepflanzt, die Statue des Kindes wurde von einem Reiher oder einem Schwan, der einen Wasserstrahl aus dem Schnabel spuckte, verändert. Der Springbrunnen, die sechs Holzbänke und einige Blumenbeete wurden von der Junta de Fomento de Turismo, also einer Vereinigung zur Förderung des Tourismus, finanziert.

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Und dann kam das Jahr 1926 und die Bewohner dieses Ortsteiles wollten dem Platz einen anderen, schöneren Charakter geben. Mit vielen Sammlungen, Festen und Tombolas sammelten sie über viertausend Peseten um damit die Arbeiten zu finanzieren. Ihr großes Vorbild war ein Brunnen in Spanien, la Fuente de las Ranas. 

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Der Fuente de las Ranas ist einer der ältesten Brunnen im Parque de María Luisa in Sevilla und auf diesem Platz in Santa Cruz steht seit hundert Jahren eine der zwei Kopien dieses Brunnens. Die zweite Kopie des andalusischen Froschbrunnens hat ihren Platz in Mexiko City und auch diese Fliesen wurden von Manuel García Montalván entworfen und angefertigt. Es ist ein Brunnen mit acht Wasser speienden Keramikfröschen am bunten Brunnenrand und einer Ente, die mitten drinnen auf einer Schildkröte steht.

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Es wurden indische Lorbeerbäume und Palmen gepflanzt und dazu kamen noch über zweihundert Rosenstöcke. Nicht zu vergessen, es wurden auch sechsundzwanzig Bänke gebaut. Einige davon standen auf der Rambla, die anderen stehen im Park und runden das Bild des kleinen Parks ab.

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Auf diesen Bänken sind bis heute die edlen Spender festgehalten. Ohne sie, hätte dieser schöne Platz wahrscheinlich nie diesen schönen Flair bekommen, den man heute noch spürt.

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zwischen diesen beiden Fotos liegen fast 100 Jahre

Der Platz und der Brunnen wurde zwar im Krieg teilweise zerstört und bekam immer wieder den Mutwillen von dummen Menschen zu spüren, doch seit einigen Wochen erstrahlt er wieder in seinem alten Glanz und für mich ist es ist eines der schönen, stillen Plätzchen in dieser lauten Großstadt, die mich ganz schnell vergessen lassen, dass sich gleich nebenan die Autoschlangen durch die Strassen winden.

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Santa Cruz hat ein wunderschönes, romantisches und fas stilles Herz, wenn ihr einmal dort hin kommt, nehmt euch die Zeit und lasst euch in eine andere Zeit versetzen.

Wenn es euch interessiert, hier sind noch ein paar Fotos aus alten Zeiten, ein Stück weiter unten auf der Seite ist denn die Galerie mit meinen Fotos. Klickt einfach auf das erste Foto, dann könnt ihr euch die gesamte Galerie in Ruhe ansehen …

Also zuerst einmal der Ausflug in die Vergangenheit …

… und hier kommt der Rest …

… und wer noch mehr Bänke sehen will …

 

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kennt ihr den Geldbaum?

Es ist die unwichtigste Sache der Welt – wenn man genug davon hat. Man spricht nicht darüber – aber sämtliche Regierungen der Welt zerbrechen sich darüber den Kopf – oder zerbrechen sogar daran. Einige Menschen schwimmen darin und andere ersticken angeblich daran. Manche Menschen halten es zusammen, dem nächsten Erdbewohner rinnt es zwischen den Fingern davon. Franz verdient es sauer und bei Hans flattert es von selbst beim Fenster herein. Hinz lässt es für sich arbeiten und Kunz hat es wie Heu. Ob er auch Kühe im Stall stehen hat?  Heutzutage ist diese Aussage wohl nicht mehr zutreffend.

Es wird also doch darüber gesprochen?! 1f607 Ist doch klar, dass es so ist, denn Geld regiert die Welt und dabei ist es ganz nebensächlich, ob jemand drauf sitzt oder nur so damit herum wirft. Kompliziert wird es nur dadurch, dass heute einige wenige schlaue Köpfe Unmengen von Geld besitzen und das normale Volk sparen muss, die Wirtschaft aus diesem Grund immer einseitiger wird und die Reichen noch reicher werden. Wozu eigentlich? Was haben Menschen davon, so ein unvorstellbar riesiges Vermögen anzuhäufen, mit dem sie in Wahrheit eigentlich gar nichts mehr anfangen können? Ich habe keine Ahnung – es wird ja wohl niemand heimlich verbrannt haben, oder? Es muss also irgendwo auf diesem Planeten versteckt sein.  Vielleicht in diesem kleinen, legendären Topf am Fuße des Regenbogens?

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In der Luft flattert es nicht herum, auf der Strasse liegt es auch nicht, Banken geizen damit und im Garten will es auch nicht wachsen – weder auf Bäumen noch in Beeten. Dabei habe ich irgendwo gelesen, dass in jedem Garten immer mehr wächst als man gesät hat und wir haben sogar einen Geldbaum auf der Finca. 1f60a Ihr glaubt mir nicht? Es stimmt aber, doch vielleicht kennt ihr ihn ja unter einem anderen Namen?

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Der Geldbaum auch Crassula ovata oder Crassula argentea genannt, ist auch unter den deutschen Namen Dickblatt, Pfennigbaum, Elefantenbaum, Speckeiche, Jadestrauch oder Judasbaum bekannt. Wer weiß, welche fantasievollen Namen er zusätzlich in anderen Sprachen hat. Ursprünglich kommt die Pflanze aus den südafrikanischen Provinzen Ostkap und KwaZulu und auch wenn er Geldbaum heißt, er speichert lediglich viel Wasser in seinen Blättern und nach der Blüte findet man auch keine Geldscheine oder gar Goldmünzen in seinem Geäst. lachen  Wie so oft frage ich mich, wie diese Pflanze eigentlich zu ihrem vielversprechenden Namen gekommen ist.

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Es ist eben nicht alles Geld Gold was glänzt und mir gefällt der Geldbaum auch ohne wertvolle Früchte. Wenigstens die zarten Blüten halten was sie versprechen, sie duften herrlich und sind in diesem Sinne den meisten Rosen um eine duftende Nasenlänge voraus!

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das alte Rathaus in Regensburg

Die Redewendung „das Geld zum Fenster hinauswerfen“ soll übrigens im Mittelalter in Regensburg entstanden sein. Im alten Rathaus der Stadt gibt es ein Fenster, in dem sich der Kaiser bei seinen Besuchen der Stadt dem Volk zeigte, das ihm auf dem Platz davor huldigte. Von dem Erkerfenster in der Mitte warf er Münzen ins Volk – für die Armen. Da es aber im Grunde genommen ihre eigenen Steuergelder waren, sagten die Bürger: „Er wirft unser Geld zum Fenster raus“ 

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Das Rathaus ist heute wunderschön renoviert, aber an der Geldverschwendung fremder Gelder hat sich bis heute leider nichts geändert. Na ja, fast nichts, in unserer modernen Zeit kommen Kaiser und Könige ja nicht mehr so leicht an die Staatskasse heran. lachen Diese Aufgabe haben ihnen schon vor vielen, vielen Jahren die Politiker aller Farben abgenommen.

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