Fiesta de Julio

Einen Nachmittag im Jahr steht Puerto de la Cruz  Jahr Kopf. Die ganze Stadt feiert die Heiligen, die für die Fischer zuständig sind – und natürlich auch sich selbst. La Embarcación de la Virgen del Carmen y San Telmo. Aus diesem Grund ist dieser besondere Tag in Puerto de la Cruz auch ein Feiertag. Dann heißt es ¡Viva la Fiesta de Julio! Unter diesem Link könnt ihr auch die Geschichte und den Ablauf der Fiesta nachlesen.

Einen Hauch der Fiesta kann man schon tagelang davor rund um das Hafenviertel spüren, denn die Vorbereitungen für das Fest und vor allem für die Prozession sind aufwendig und fordern den Einsatz ganzer Familien. Es werden kunstvolle Gestecke aus frischen, bunten Blumen gesteckt und gebunden und die warten dann in den engen Türeingängen auf ihren Einsatz zu Ehren der Jungfrau. Kreuze und Balkone werden geschmückt und an den meisten Hausfassaden hängen bunte Fahnen. Am alten Hafen stehen Markthändler, die die passenden Utensilien für Jung und Alt verkaufen und ein Teil der Parkplätze ist den Stellplätzen für die kulinarische Versorgung zum Opfer gefallen.

Wir haben gestern einen Spaziergang durch die Stadt gemacht und haben die Heiligen in ihrer Kirche besucht. Sie waren bereits festlich geschmückt.

Im Mittelpunkt des Geschehens stehen ein Mann und eine Frau. Es handelt sich dabei nicht um den Ehrentag eines Ehepaares sondern um zwei unabhängige Heilige. Die Jungfrau Maria und der Heilige Telmo sind zuständig für den Schutz der Fischer. 

Dieser Mann hat die Prozession bereits hinter sich. Er wird Señor del Gran Poder genannt, wie uns einer der Männer, die San Telmo mit Blumen geschmückt hat, verraten hat. Welche Aufgabe ihm zugeschrieben wird, kann ich euch leider nicht verraten. Ich weiß es nicht. Obwohl er so schön geschmückt worden ist, schaut er irgendwie ganz nachdenklich, fast traurig auf uns herab. Was er sich wohl denken mag?

Jetzt um die Zeit, also am späten Nachmittag werden die Jungfrau und San Telmo bereits Richtung Hafen getragen um anschließend eine kurze Reise übers Meer zu machen – bevor sie wieder für ein Jahr in den sicheren Heimathafen ihrer Kirche zurück kehren. In Puerto de la Cruz wird nach einer zweijährigen Pause wieder bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Viel Spass und – ¡Viva la Fiesta de Julio!

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Roque de los Muchachos

La Palma Tag Drei – und damit der letzte Tag unseres Kurztrips auf die Nachbarinsel. Petrus hat für traumhaftes Wetter gesorgt, die Sonne lacht vom blauen Himmel und so steht einem schönen Ausflug in die Berge nichts im Weg. Das Flugzeug hebt erst um sieben Uhr abends ab und so haben wir noch einen ganzen, langen Tag vor uns. Dieses Mal wollen wir hoch hinauf, auf den höchsten Punkt der Insel.

In allen Reiseführern steht geschrieben, dass es keinen Urlaub auf La Palma ohne einen Ausflug zum Roque de los Muchachos geben dürfte. Ich bin gespannt ob das stimmt, denn wir sind schon einige Male auf der Insel gewesen – aber bis jetzt haben wir es noch nie dort hin geschafft. Keine Ahnung warum, wahrscheinlich weil es für uns so viele andere interessante Dinge zu erkunden gab. Die Insel hat neben Natur eben auch noch andere Spezialitäten anzubieten und wir haben uns jedesmal etwas anderes angesehen. Heute ist die Natur dran…

In unserem Reiseführer steht:“ Von Santa Cruz aus können sie den Roque de los Muchachos direkt über Mirca anfahren. Von dort aus haben sie bei klarem Wetter fantastische Ausblicke über die ganze Insel und hinein in den Kessel der Caldera. Selbst wenn Sie Ihren Ausflug an einem wolkigen Tag unternehmen hat er seinen Reiz. Der Rand der Caldera liegt fast immer über den Wolken. Vom Parkplatz am höchsten Punkt, dem Roque de los Muchachos, kann man einen schönen Spaziergang auf angelegten Wegen am Caldera-Rand machen.“ Die Entfernung über Straßen beträgt 42.9 km und 43 Minuten…

Die Entfernung mag ja stimmen, aber die Zeit hat wahrscheinlich die künstliche Intelligenz errechnet – oder kennt ihr eine Bergstraße, auf der man mit hundert Stundenkilometern fahren kann? Ich nicht! Abgesehen davon, dass man dann so rein gar nichts von dieser faszinierenden Landschaft mitbekommen würde. Entlang der Straßen gibt es zwar immer wieder sogenannte Miradore an denen man halten und die Aussicht genießen kann, aber schöne Ausblicke ermöglichen auch andere Stellen.

Einer davon war ein Platz vor einer kleinen Kirche. Mirca heißt dieser Ortsteil von Santa Cruz und in der kleinen Kapelle soll ebenfalls eine wichtige Jungfrau aufbewahrt werden. Nuestra Señora de Candelaria soll die kleine Schwester der Virgen de las Nieves sein, aber gesehen haben wir sie leider nicht, denn das Kirchentor war geschlossen. Dafür war der Blick nach Santa Cruz einfach traumhaft.

Für die Fahrt zum höchsten Punkt der Insel haben wir weit mehr als eine Stunde gebraucht. Kein Wunder, wir haben, zwar nicht an jeder Ecke, aber doch sehr oft, angehalten und uns in aller Ruhe umgesehen. Zum Glück war so gut wie kein Verkehr auf dieser Strasse, ich glaube, nur ein einziges Mal ist ein anderes Auto an uns vorbei gefahren, sodass wir mit gutem Gewissen einfach auf der Strasse anhalten konnten. Ausweichstellen oder gar Miradore existieren auf dieser Bergstrasse natürlich nicht.

Mai und Juni sind auch auf La Palma die Monate, in denen die Natur in dieser Höhe in voller Blüte steht. Gelbe und weiße Ginsterbüsche wohin das Auge schaut, schade, dass man auf den Fotos den unbeschreiblichen Duft nicht festhalten kann. Ich liebe diesen Geruch!

Leider ist die Blütezeit der Tajinasten so gut wie vorbei. Schade. Wir haben zwar noch ein paar Exemplare mit den hellrosa Blüten gesehen, der Großteil stand allerdings nur mehr verblüht und damit als grüne Kerze am Straßenrand. Trotzdem schwirrten noch eine Menge fleißiger Bienen und kugelige, schwarze Hummeln um die vereinzelten kleinen Blüten – und eine Unzahl an kleinen Schmetterlingen. Ich habe so kleine Schmetterlinge noch nie gesehen und ich habe auch nirgendwo nachlesen können, um welche Art es sich handelt. Vielleicht weiß es ja jemand von euch?

Je näher wir dem Ziel kommen, desto bunter wird die Landschaft. Ich habe eigentlich gar nicht das Gefühl auf einem Vulkan unterwegs zu sein, denn die sanften Hügel und die Pflanzen erinnern mich eher an eine Almlandschaft in den Alpen. Nur die bunten Felsgebilde passen nicht ganz ins Bild. So kräftig gefärbte Steinmassen können wahrscheinlich nur feuerspeiende Vulkan schaffen.

Bei diesem Felsgebilde mussten wir ganz einfach anhalten. Die Aussicht von hier ist, wie von vielen anderen Stellen natürlich auch, wunderbar. Rechts und links rotes Gestein, ockerfärbige Steinschichten und zu unseren Füssen dicht bewaldete Abhänge. Darüber spannt sich der strahlende, dunkelblaue Himmel, der über dem Meer mit ein paar schneeweißen Wattewölkchen verziert ist.

Knapp unter dem höchsten Punkt der Insel tauchen dann weit verstreut weiße Gebäude inmitten der bunten Landschaft auf, das Observatorium Roque de Los Muchachos. Oberhalb der Wolkenobergrenze, am Rand des Nationalparks, ist einer der besten Orte der Welt, um den Himmel zu betrachten. Deshalb ist auch das Observatorium und nicht der Tourismus ist in diesem Fall der Grund, warum wir heute ganz bequem auf dieser Strasse zum höchsten Punkt der Insel fahren können. Für den Bau der vielen Gebäude brauchte man natürlich eine gute Zufahrtsstraße.

Schon 1979 unterzeichneten die Staaten Spanien, Schweden, Dänemark und Großbritannien einen Vertrag, für astrophysikalische Forschungen in diesem Gebiet. Im Laufe der Jahre schlossen sich noch mehr Länder diesem Verbund an und mittlerweile arbeiten hier über sechzig Institute aus neunzehn Staaten und La Palma ist, nach den Anden in Chile, einer der bedeutendsten Forschungs- und Beobachtungsplätze der Welt. Das Hauptquartier der beiden Observatorien der Kanarischen Inseln liegt allerdings in La Laguna auf Teneriffa, das sogenannte Europäische Nordobservatorium (ENO).

Im Jahr 2009 wurde hier das weltgrößte optische Spiegelteleskop, das Gran Telescopio Canarias, für 130 Millionen Euro errichtet. Es soll die Sehkraft von vier Millionen menschlichen Pupillen haben. Ich kann mir das gar nicht vorstellen, aber man könnte damit von hier aus die Flamme einer Kerze in Moskau erkennen – wenn die Erde eine Scheibe und keine Kugel wäre.

Neben den allgemein üblichen weißen, kugeligen und eckigen Gebäude eines Observatoriums stehen hier auch noch ganz besonder Spiegel in der Gegend. Auf einem Schild habe ich den Namen MAGIC gelesen. Laut der Informationstafel forscht hier die Gammastrahlen-Astronomie. Die weltgrößten Teleskope und Hightech Schüsseln mit bis zu dreiundzwanzig Meter Durchmesser fangen Licht und Gammastrahlen aus galaktischen Entfernungen auf. Das sieht schon imposant aus. Gearbeitet wird damit in der Nacht, bei Tag spiegelt sich die umliegende Landschaft in den vielen Spiegeln.  und es sollen im Laufe der Jahre noch dreizehn weitere Teleskope dazu kommen.

Die Wissenschaftler, die hier arbeiten müssen auch dafür sorgen, dass die Technik reibungslos funktioniert und so müssen die die Forscher ab und zu selbst in das riesige Skelett der Teleskope klettern. Beim Bau von MAGIC 2 kam es 2008 zu einem Unfall bei dem der deutsche Physiker Florian Goebel abstürzte und ums Leben kam. Deshalb heißt ihm zu Ehren diese Anlage inzwischen Florian-Goebel-Teleskop. Damit ein so tragisches Ereignis nicht mehr passiert, gibt es jetzt auch technisches Personal im IAC-Observatorium.

Über diese Teleskope könnte ich noch viel erzählen, aber dann wäre dieser Beitrag eindeutig eine Themaverfehlung. Hätte meine Deutschprofessorin in meiner Schulzeit gesagt. Wer sich dafür interessiert kann aber gerne in den Artikeln Insider geben Einblicke oder Die Observatotien auf dem Roque de los Muchachos mehr darüber lesen. Es ist wirklich interessant, aber wir wollen jetzt auf den höchsten Punkt von La Palma und es dauert von hier aus nur mehr ein paar Minuten.

Begrüßt wurden wir von zwei großen, schwarzen Raben. Die haben sich anscheinend ihr Wohnzimmer auf diesen Parkplatz eingerichtet. Uns haben sie nicht beachtet, aber die zwei schwarzen Vögel können auch anders, denn bei anderen Besuchern hat sich einer von ihnen ziemlich frech und heftig direkt auf die Motorhaube fallen lassen. So unter dem Motto – hast du kein Futter, erschrecke ich dich. Sie fressen zwar vor allem Insekten, Eidechsen, Mäuse und Aas, aber Körner, Eier und Obst stehen ebenfalls auf ihrem Speisezettel. Da sind Menschen, die etwas Essbares mitbringen könnten natürlich sehr gefragt.  

Nachdem wir auf der ganzen Fahrt so gut wie kein Auto gesehen habe, hätte ich nie gedacht, dass wir hier heroben so viele Menschen sehen würden. Im nachhinein muss ich sagen, dass das eigentlich logisch war, denn auf die Zufahrtsstraße von der anderen Seite der Insel habe ich ganz vergessen. Es wurde zwar eng, doch es waren trotzdem keine Menschenmassen daran schuld. Der kleine Parkplatz hat eben nur für zwanzig Autos Platz – und den allerletzten haben wir bekommen. Glück muss man haben! Einer Entdeckungstour stand also nichts mehr im Weg.

Der Roque de los Muchachos ist mit seinen 2426 Metern nicht nur der höchst Berg La Palmas, er ist nach dem Teide auch der zweithöchste Gipfel der Kanarischen Inseln. Aber woher kommt der Name Roque de los Muchachos? Den hat er der Form dieser Felsgruppe zu verdanken. Einer Gruppe von kleinen, drei Meter hohen Felsen, die einer Gruppe von jungen Burschen ähneln soll. Naja, mit viel Fantasie ist das vielleicht zu schaffen. Mich erinnert der Name eher an alte Western die in Mexiko spielten.

Der Nationalpark Caldera de Taburiente liegt in der Mitte der Insel, sozusagen im Herzen La Palmas. Es ist ein riesiger, halbkreisförmiger Krater im nördlichen Zentrum der Insel. Er hat einen Umfang von knapp dreißig Kilometern, einen Durchmesser von ungefähr acht Kilometern und die schroffen Felswände gehen bis zu zweitausend Meter in die Tiefe. Die Caldera de Taburiente gehört damit zu den größten Erosionskratern der Erde.

Die Caldera de Taburiente spielte auf La Palma immer eine wichtige Rolle. In den Wintermonaten stürzen hier bei Regenfällen ziemlich große Wasserfälle die Kraterwände hinunter und sammeln sich im Taburiente, dem einzigen Fluss der Kanaren.

„Bei klarem Wetter sieht man den Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa aus Meer und Wolken ragen. Bei sehr guter Sicht auch die Inseln La Gomera und El Hierro.“ heißt es im Reiseführer. Die beiden Inseln konnten wir zwar nicht entdecken, aber weit draußen am Horizont können wir den Umriss des Teide erkennen. Jetzt noch weit entfernt, aber in ein paar Stunden hebt unser Flugzeug Richtung Teneriffa ab. Es wird Zeit für uns, wir sollten uns schön langsam auf die Rückfahrt machen.

Meistens wird man ja durch perfekte Fotos in den Reisekatalogen zu einem Urlaub verführt und ist dann ganz enttäuscht, wenn es in der Realität ganz anders aussieht. Auf La Palma ist die Natur schöner als Fotos, die Stimmung festhalten können.

Nach einem kurzem Stopp in Santa Cruz sind wir dann abends am Flughafen von La Palma gewesen. Das Flugzeug ist pünktlich abgeflogen und wir sind wieder gut auf Teneriffa gelandet. Ein paar Fotos aus der Abflughalle des feudalen Aeropuerto de La Palma möchte ich euch aber doch noch zeigen.

Den Platz für unseren Mietwagen haben wir relativ schnell gefunden und nachdem wir über vier oder fünf Rolltreppen und Treppen in die Haupthalle gelangt sind, die Schlüssel am Schalter in der Ankunftshalle zurück gegeben haben, ging es über eine weitere Rolltreppe zur Sicherheitskontrolle. Den BoardingPass haben wir bereits beim Abflug in Los Rodeos bekommen und so geht es jetzt frisch geprüft und für flugsicher befunden Abflugbereich.

Über Platzmangel kann sich hier wirklich niemand aufregen, oder? Die Gates liegen jetzt übrigens im ersten Stock und deshalb muss jeder Passagier über eine Treppe wieder nach unten aufs Rollfeld gehen. Ich habe gelesen, dass der neue Flugplatz für drei Millionen Passagiere ausgelegt worden ist. La Palma hat aber nicht einmal ein Drittel davon.

Ob da bei der Planung etwas daneben gegangen ist? Mir hat der alte Flughafen besser gefallen. Klein aber fein – genau richtig für diese kleine, grüne Insel mit ihren wunderschönen Ecken. Wir kommen sicher bald wieder – aber vorher stehen noch ein paar andere Inseln auf meiner Wunschliste…

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Los Llanos und der Vulkan

Tag Zwei auf La Palma. Das Wetter ist perfekt und nach einem Kaffee im Schatten der Lorbeerbäume auf der Plaza de la Alameda machen wir uns auf dem Weg zum Auto. Am Abend haben wir nämlich hier in der Nähe des Barrancos einen Übernachtungsplatz für unseren fahrbaren Untersatz für die vergangene Nacht gefunden. Auf dem Weg dort hin kommen wir an einem sehr bekannten Schiff und einem, vielleicht weniger bekannten, Zwerg vorbei.

Christoph Kolumbus segelte mit seinem Flaggschiff Santa Maria und den beiden Begleitschiffen, den Karavellen Nina und Pina zwar öfter an den Kanarischen Insel vorbei und obwohl er nie einen Fuss auf La Palma gesetzt hat, steht am Anfang oder am Ende der Plaza ein originalgetreuer Nachbau der Santa Maria. Davor steht ein lustiger Zwerg, el Enano, der ebenfalls eine eigene Geschichte hat, aber die erzähle ich euch ein anderes Mal…

Von Santa Cruz nach Los Llanos führt ein gutes Stück lang eine alte, kurvige Straße durch dichte Kastanienwälder. Seit der Tunnel gebaut wurde fährt man in diese Richtung teilweise ganz entspannt auf einer Einbahnstrasse durch die Landschaft. Auf der Rückfahrt führt die Strasse durch einen langen Tunnel, deshalb bekommt man dann leider gar nichts von der Umgebung mit. Dafür ist man schneller am Ziel und Zeit soll ja bekanntlich Geld sein. Kein Vorteil ohne Nachteil.

In die Richtung Los Llanos gibt es ebenfalls zwei oder drei kurze Tunnelröhren durch die Felswände, ich kann es nicht mehr genau sagen. Auf alle Fälle sieht die Landschaft am Ende des letzten Tunnels plötzlich anders aus. Die Kastanienwälder sind verschwunden und eine hügelige, sanfte Landschaft breitet sich vor unseren Augen aus.

Ein paar Kilometer weiter liegt Argual, einer der ältesten Stadtteile von Los Llanos. Hier sind wir vor Jahren schon einmal gewesen und eine wunderschöne Vase aus der Glasbläserei in der hintersten Ecke des Platzes erinnert mich noch sehr oft an diesen Ort.

Nach der Eroberung durch die Spanier ließen sich hier die Zuckerbarone häuslich nieder. Ein paar handverlesene Großgrundbesitzer, die bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts im Aridanetal die Wasserrechte besaßen, Zuckerrohr anbauten und in ihren eigenen Mühlen verkochten, waren die Gewinner und Nutznießer der Missionierung der sogenannten Heiden auf der Inseln im Atlantik. Diese kleine Elite hatte damals nicht nur die wirtschaftliche sondern auch die soziale und politische Macht über alles und jeden fest im Griff.

Die Plaza de Sotomayor war in alten Zeiten angeblich der Treffpunkt der Adeligen feinen Gesellschaft von La Palma. Die ersten Großgrundbesitzer bauten hier in dieser Ebene von Argual ab Ende des 15. Jahrhunderts ihre Sommerhäuser. Im Winter hielten sich die hohen Herren, den Erzählungen nach, meistens in der Hauptstadt Santa Cruz de La Palma auf.

Die wohlhabenden Familien hatten ihre Ländereien mit Zuckerrohr rund um die Plaza Sotomayor und in den niederen, einfachen Häusern lebten Diener und Sklaven. In anderen Gebäuden wurde Zuckerrohr gewalzt und gewaschen und dafür wurde Wasser benötigt. Das kostbare Nass musste allerdings aus der Caldera de Taburiente hier her geleitet werden und dafür wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts ein Aquädukt gebaut. Später wurde auf der Plaza Sotomayor sogar ein Teich mit diesem Wasser angelegt, heute sieht man davon allerdings nicht mehr.

Der sogenannte Park sieht ziemlich vernachlässigt und ungepflegt aus. Die Pracht aus vergangenen Zeit ist längst verschwunden und auch wenn jetzt ein Teil der Häuser renoviert ist kann man sich das Leben von damals nicht mehr vorstellen. Die Häuser wirken nur mehr wie eine schöne Kulisse für einen Film.

Die Glasbläserei war leider auch geschlossen, mehr zu sehen gab es nicht und so sind wir nach einer kurzen Pause bald weiter gefahren. An der Hauptstraße haben wir doch noch einmal kurz angehalten, denn von diesem Platz sieht man die Häuser wunderschön eingebettet in die grünen Bananenplantagen. Die Zeiten des Zuckerrohrs sind ja vorbei.

Ach ja, fast hätte ich es vergessen, von Argual aus habe ich auch den neuen Vulkan das erste Mal in seiner vollen Größe gesehen. Ab jetzt wird er auf vielen Fotos auftauchen, denn er ist gekommen um zu bleiben. Einige Zeit vor dem Ausbruch hat ein Vulkanologe des College of Geologists noch verkündet, dass ein Ausbruch des Vulkans in Cumbre Vieja auf La Palma eine bis mehrere Wochen, aber wahrscheinlich nicht länger als einen Monat dauern und mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Flutwelle oder keinen Tsunami auslösen könnte. Aber es ist ganz anders gekommen…

Ich kann mich noch ganz genau auf die Nachrichtenmeldung am 19. September 2021 erinnern: „Auf La Palma ist am 19. September 2021 ein Vulkan in der Vulkankette Cubre Vieja ausgebrochen“. An diesem Sonntag, nach drei Uhr nachmittags, hörte für die Bewohner auf dieser Seite der Insel die Stille auf, an ihrer Stelle trat ein ohrenbetäubendes Tosen aus dem Erdinneren. Asche regnete vom Himmel, die Lava floss unbarmherzig durch die Vegetation und verschlang am Ende über tausend Häuser, Erdbeben und Explosionen erschütterten die Erde und das ständige Grollen begleitete ab diesem Tag die Bewohner des Tales.

Fünfundachtzig Tage hatte der neue Vulkan, der noch immer keinen Namen hat, die Welt der Kanaren fest im Griff. Die alten Lavafelder des Vulkans San Juan sind verschwunden, Existenzen wurden zerstört oder völlig durcheinander gewirbelt. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie das ist, wenn man von einem Tag zum anderen plötzlich so gut wie nichts mehr besitzt. Keine Fotoalben, keine Erinnerungsstücke, das Haus und der Garten für immer weg. Alles unter einer dicken Lavaschicht vergraben. Die Natur ist der triumphierende Sieger über den Menschen, der sie so oft ignoriert und unterschätzt. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir auf einer Erde leben, die zum großen Teil von solchen Vulkanausbrüchen gebildet worden sind.

La Palma ist wieder um ein Stück gewachsen und auf der Insel erhebt sich jetzt ein neuer Vulkankegel. Ein Hauptkegel, den einen Kranz in grünen und gelben Farben ziert, die Oberfläche mit Schwefel verschmiert Monate, ein junger Vulkan, der nach dem offiziellen Ende seines Ausbruchs noch immer Rauchwolken in die Luft schickt. Er hat das Leben und die Landschaft der Westküste von La Palma hat verändert. Ob es für immer sein wird, kann mit Sicherheit niemand sagen.

Der Vulkan spuckt zwar seit fast vier Monaten nicht mehr, aber ich habe gelesen, dass der Hauptkrater nur sehr langsam abkühlt. Die Temperatur der Magma soll noch bei fast tausend Grad liegen. Man sieht es zwar nicht mehr, aber unter der dünnen Lavakruste fließt weiterhin Lava ins Meer und durch viele Spalten und Ritze gelangen Gase an die Oberfläche. Im Küstengebiet tritt vor allem Kohlenmonoxid aus. Deshalb können einige Menschen aus der Gegend von Puerto Naos und Umgebung noch immer nicht in ihre Häuser zurückkehren. Es sind nicht mehr die Lavaströme sondern Kohlenmonoxid und Kohlendioxid, schwere Gase, die in hohen Konzentrationen den Sauerstoff verdrängen und momentan jedes Leben unmöglich machen. Ihr könnt euch in der Fotogalerie am Ende des Beitrags noch mehr Fotos ansehen – wir fahren jetzt endgültig nach Los Llanos.

Los Llanos soll ja die heimliche Hauptstadt von La Palma sein. „In Los Llanos sitzt das Geld“ wird in Santa Cruz erzählt. Begrüßt wird man vor allem mit vielen, sterilen und fantasielosen Zweckbauten der Stadt. Auf den ersten Blick verkauft sich die Stadt nicht sehr schön. Sie hat so gar nichts von einer Inselromantik an sich.

Und doch hat auch Los Llanos reizvolle Winkel – man muss sich nur ein bisschen Zeit nehmen und durch die Gassen rund um die Kirche schlendern. Hier ist die Welt bunt und lebenslustig.

Das Zentrum von Los Llanos bilden die Plaza de Espana, die Kirche Nuestra Senora De Los Remedios, das Rathaus und die Plaza Chica. Rund um diesen Ortskern stehen liebevoll restaurierte, traditionell kanarische Häuser, die zum Teil denkmalgeschützt sind. Gegründet wurde der Ort, laut schriftlichen Aufzeichnungen, erst im Jahr 1812 und hat sich im Laufe der Jahre zu einem wichtigen wirtschaftlichen Zentrum auf der Westseite der Insel entwickelt. Heute könnte kann man Los Llanos de Aridane als heimliche Hauptstadt der Insel bezeichnen. Klein aber fein, sauber und lebendig – einfach ein zauberhaftes Städtchen, in dem man an jeder Ecke der Innenstadt die unterschiedlichsten Kleinode entdecken kann. Der erste Eindruck stimmt also nicht immer.

Der Reichtum und die Bedeutung hat Los Llanos dem Wasserreichtum der Caldera de Taburiente zu verdanken. Die reichsten Männer waren immer diejenigen, die durch irgendwelche Beziehungen das Wasserrecht bekommen haben. Ohne Wasser hätte es weder einen landwirtschaftlichen Anbau noch Zuckermühlen gegeben. Vor ein paar hundert Jahren lautete die Devise nicht Zeit oder Geld ist Macht, sondern Wasser macht reich! Das wertvolle Nass machte den Erfolg erst möglich und Los Llanos ist damals schon eines der reichsten Gebiete der kleinen Insel gewesen.

La Plaza Chica, liegt hinter der Kirche und wird von den Einheimischen auch Plaza de Enamorados, Platz der Verliebten, genannt. Unter hohen Palmen, einem plätschernden Brunnen warten steinerne Sitzbänke auf uns müde Stadtwanderer. Ein ruhiges, idyllisches Plätzchen, nicht weit weg vom täglichen Trubel des normalen Lebens.

Die Stadt im Museum, la Ciudad en el Museo, ist die Besonderheit von Los Llanos. Ein Forum zeitgenössischer Kunst, un Foro de Arte Contemporáneo, kurz CEMFAC genannt, ist ein ein neues Museumskonzept in Form einer Freiluftsammlung von Fassadenmalerei. Diese Aktion gibt es wahrscheinlich nirgendwo sonst in Europa. Die farbenprächtigen Bilder werden auf bis zu hundertvierzig Quadratmetern große Paneele montiert und an den Fassaden der Häuser in der Innenstadt in luftiger Höhe angebracht. So kann man die Werke berühmter Maler der Kanaren aber auch vom
spanischen Festland bewundern.

Also Augen auf und den Blick nach oben richten – die farbenprächtigen Kunstwerke befinden sich hoch über den Dächern der stilvollen, zum Teil geduckten Häuser der Altstadt auf den sonst so fantasielosen Fassaden der neuen Hochhäuser der Stadt.

Die kleinste Gemeinde im Westen La Palmas ist Tazacorte. Das kleine Städtchen liegt hoch über der Küste, hat aber trotzdem einen Hafen, einen großen Strand und – jede Menge Bananen. Deshalb lautet der offizielle Name des Ortes auch Villa y Puerto Tazacorteel Pueblo am Hang und el Puerto am Meer. Wir wollen noch an die Küste, aber ein Kaffee wäre nicht zu verachten und deshalb machen wir uns auf die Suche nach einer Bar, bei der man auch im Schatten sitzen kann.

Wir haben sie auch gefunden. Direkt gegenüber des Rathauses, auf einem Platz mit einem schönen Arkadengang am Rand. Bunte Mosaiksäulen und dazwischen mit kleinen Fliesen verzierte Bänke umschließen die Plaza mit einem kleinen Kiosk und schattigen Bäumen. Perfekt für eine kurze Pause.

Jetzt noch ein bisschen die Füsse vertreten und dann sind wir wieder fit für die nächste Etappe für diesen Tag. Drei Tage oder besser gesagt zweieinhalb Tage sind leider nicht genug um an jedem Ort so viel Zeit zu verbringen wie man will, aber La Palma ist ja nicht aus der Welt und wir lassen mit Sicherheit nicht mehr einige Jahre für die nächste Erkundungsfahrt vergehen.

Für diesen Tag endet unser Ausflug am Strand von Tazacorte. Ein bunter Ort mit einem schönen Sandstrand – und Ausblick auf den neuen Vulkan. Am letzten Tag geht die Reise auf den höchsten Punkt der Insel, el Roque de los Muchachos.

Wie versprochen sind hier noch einige Fotos mehr…

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San Juan oder Corpus Christi?

Auf Teneriffa den Kanarischen Inseln wird der längste Tag des Jahres oder besser gesagt die Sommersonnenwende nicht am 21. Juni sondern erst zwei Tage später, in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni, in der Johannisnacht, la Noche San Juan, gebührend gefeuert gefeiert. Heute kommen die feierwilligen Inselbewohner aber anständig in Stress. Nicht alle natürlich! Aber die Bewohner von La Orotava trifft es mit voller Wucht. Jetzt darf das erste Mal nach zwei Jahren wieder gefeiert werden und dann gibt es plötzlich alles auf einmal. Warum?

Auf Teneriffa gibt es keine Donnerstagfeiertage und so wird auch Christi Himmelfahrt oder Fronleichnam am darauf folgenden Sonntag gefeiert. Anlässlich von Corpus Christi werden in vielen Orten wunderschöne Teppiche aus Blumen, Sand oder Salz auf die Strassen gestreut. Prozessionen ziehen durch die Gassen und der Tag wäre eigentlich ausgefüllt. La Orotava feiert dieses Fest allerdings immer am Donnerstag danach. In diesem Jahr fällt es dadurch auf den 23. Juni 2022. Und jetzt kommt Johannes, San Juan, der nächste Heilige, ins Spiel  …

Auch in Icod de los Vinos darf heute die Sonnenwende auf die traditionelle Art gefeiert werden. Die Vorbereitungen für das große Fest haben an vielen Plätzen schon vor einigen Tagen begonnen. Der Mittelpunkt der Veranstaltung liegt heute nicht in der Stadtmitte oder auf der Plaza um die Kirche sondern am Berg und am Strand unserer kleinen Stadt, in El Amparo und am Playa San Marcos. Icod feiert übrigens auch nicht den Erwachsenen Johannes sondern das Wickelkind.

Der zentrale Treffpunkt ist der Strand von Icod, la Playa San Marcos. Dort spielt die Musik, es wird gefeiert und gegen Mitternacht wird dann Juanito, wie er liebevoll genannt wird, prächtig geschmückt und in Begleitung von vielen Fackeln zur Kapelle am Strand getragen. Ungefähr um zehn Uhr ist es dann soweit. Klein Juanito macht sich mit Hilfe von sechs kräftigen Männern auf den Weg zu seinem Treffpunkt mit den normal Sterblichen etwas oberhalb der Bucht. Dort brennt schon ein großer Holzhaufen, die Musiker warten auf ihren Einsatz und die Polizei kontrolliert zum aller letzten Mal ob die Straße frei von Autos ist. 

Und dann kommt der Prozessionszug zurück an den Strand und zur Kapelle. An der Spitze, über den Köpfen der Männer, Juanito im Gefolge erschöpfter, aber fröhlicher Feuerträger. Sie tragen ganz spezielle Fackeln, sogenannte Hachitos mit sich. Die schönsten Hachitos de San Juan werden in El Amparo durch die Nacht getragen und die großen, schweren Exemplare bleiben natürlich am Berg, aber mit der kleineren Ausführung der Fackeln strömen unzählige Menschen an den Strand. Die Prozession nimmt und nimmt kein Ende. Die Lichterkette wandert in Kurvenform den Hügel abwärts. Das ersehnte Ziel – la Playa de San Marcos.

Fast jeder Ort auf der Insel hat seine eigenen Bräuche dafür, aber Feuer, Musik und Fröhlichkeit sind überall die perfekten Zutaten. Meistens bis in die frühen Morgenstunden. Ich wünsche euch allen eine schöne Sommersonnwendfeier – und vergesst nicht, man darf sich auch etwas wünschen!

– wer noch mehr wissen will, kann ja in den Blogbeiträgen der vergangenen Jahre nachlesen …

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Kurzurlaub auf La Palma

La Isla Bonita – die schöne Insel wird La Palma gerne genannt. Für mich ist sie eine Insel der Farben! Die vorherrschende Farbe ist eindeutig Grün. Grün in allen möglichen Schattierungen, vom dunklen Tannengrün bis zum hellen Flaschengrün ist jede Nuance vertreten. Auch wenn man das Tannengrün in diesem Fall wohl Kiefergrün nennen könnte sollte. Die unterschiedlichen Gesteinsschichten und die überall in der Landschaft verstreuten Lavabrocken mit ihren bunten Farben geben der Landschaft zusätzlich noch ein ganz besonderes Gesicht. Dazu der blaue Himmel, die weißen Wolken und farbenprächtig gefärbelte Häuser…

Seit unserem letzter Besuch der kleinen Insel sind schon ein paar Jährchen vergangen, aber vor einer Woche haben wir das geändert. Am Montag hob das Flugzeug am Vormittag in Los Rodeos ab und landete eine halbe Stunde später am Flughafen von La Palma. Zugegeben, es sind ein paar Jahre seit unserem letzten Besuch vergangen, aber seit 2009 hat sich hier einiges getan. Der erste Punkt – der Flughafen. Wo ist das nette, kleine und übersichtliche Gebäude denn hin? Es hat sich, wahrscheinlich nicht still und leise, in den International Airport La Palma verwandelt.

Früher standen praktisch fast neben der Landebahn die Mietwagen bereit, dieses Mal war das nicht ganz so einfach. Wie auf jedem anderen Flughafen auch sind hier die Mietwagenfirmen jetzt mit einem Schalter in der Ankunftshalle vertreten. Alles noch kein Problem, doch dann beginnt in der riesigen Parkgarage die Suche nach dem richtigen Auto. Alles gut, wir haben es geschafft und sind eine halbe Stunde später Richtung Santa Cruz unterwegs gewesen.

Das klingt für die meisten von euch nicht besonders außergewöhnlich, aber man darf nicht vergessen, dass der Flugverkehr zwischen den einzelnen Inseln der Kanaren eher mit einer Bus- oder Bahnverbindung zu vergleichen ist. Um von A nach B, sprich von einer Insel zur anderen Insel, zu kommen, kann man entweder den Weg übers Wasser oder durch die Lüfte benutzen und aus diesem Grund sitzen in den Flugzeugen auch eher Menschen, die auf einer Nachbarinsel etwas zu erledigen haben und am selben Tag wieder zu Hause schlafen. Natürlich sind auch Touristen und Ausflügler wie wir dabei, aber ob man dafür einen so überdimensional großen Flughafen braucht ist eine andere Frage.

Egal. Wir haben in der Altstadt von Santa Cruz ein Zimmer gebucht und wollten eigentlich nur schnell die Schlüssel holen und am Nachmittag noch nach San Andrés y Sauces und an die Küste fahren. Das scheußliche Kraftwerk vor der Stadt ist noch immer da, aber wo ist bitte der große Parkplatz? Er kann ja nicht einfach von der Bildfläche verschwunden sein? Oder doch?

Es begann im Jahr 2011… Für das Projekt Stadtstrand vor der Haustür, sollte für einen Vorzeigestrand der Hauptstadt sogar erst weißer Sand aus Fuerteventura oder der Sahara nach La Palma geschippert werden. Vielleicht wollten die Stadtväter damit ja Teneriffa übertrumpfen? Dazu kam es aber zum Glück nicht, es wurde am Ende doch Sand von der eigenen Insel verwendet. Um den Plan zu verwirklichen, musste der alte Parkplatz für immerhin siebenhundert Autos natürlich Platz machen. An Ersatz für diese Parkplätze hat anscheinend niemand gedacht, denn ein Plätzchen für den fahrbaren Untersatz ist seitdem Mangelware in Santa Cruz. Wir haben mit viel Glück doch noch einen Platz in der Kurzparkzone ergattert und haben uns auf den Weg zu unserer Unterkunft gemacht.

Nach einer kurzen Pause und frisch gestärkt sind wir am frühen Nachmittag Richtung San Andrés y Sauces aufgebrochen. Der Urlaub kann beginnen! San Andrés und Los Sauces sind zwei Orte vereint in einer gemeinsamen Gemeinde. Los Sauces liegt sozusagen oben auf dem Berg und San Andrés unten an der Küste. Der Name stammt von den Weidenbäumen, el sauce, die Weide, die hier zu Zeiten der Ortsgründung noch weit verbreitet waren.

Über die Puente de Los Sauces, einer Brücke, die sich über dreihundert Meter über einen Barranco spannt, ging es an San Andrés vorbei und nach einer kurzen Fahrt durch Bananenplantagen landeten wir auf einem großen Parkplatz. Vor uns liegt das Meer und unser Ziel für heute, las Piscinas Naturales de Charco Azul.

Das Wetter verleitet nicht wirklich zu einem kühlen Bad im kalten Wasser, aber wir sind sowieso nicht zum Baden hier her gekommen. Ein Spaziergang direkt am Meer ist bei jedem Wetter schön.

Obwohl graue Wolken über den Himmel ziehen leuchtet das Wasser in einigen dieser natürlichen Lavabecken in fast unwirklichen Blautönen. Der Atlantik ist an diesem Nachmittag relativ ruhig, die Wellen schlagen nur sanft und leise gegen die Felsen und wenn jetzt noch die Sonne scheinen würde, wäre es sehr verführerisch hier ins Wasser zu tauchen. Dem ist aber nicht so und deshalb wandern wir trocken und angezogen bis zum Ende dieser Bucht. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen, nur die Wellen schaukeln träge an die Küste. Das einsame Haus am Ende der Bucht ist übrigens eine Rumfabrik die noch immer betrieben wird.

Wo heute Bananen, die fast kein Land in Europa verkaufen kann will, wachsen, müssen wir uns, mit ein bisschen Fantasie, Zuckerrohrplantagen vorstellen. Dann haben wir das Bild vor Augen, warum ein heute kleiner Ort wie San Andrés einmal eine der wichtigsten Städte der Insel war. Zucker war das Zauberwort. Damit konnte man reich werden. Was braucht man dazu? Guten Boden, passende Temperaturen, Arbeitskräfte und vor allem Wasser. Wasser war nicht nur für die Bewässerung der Plantagen sondern auch für den Antrieb der Mühlen eine wichtige Voraussetzung. Nachdem das Klima und der Boden passte und hier genügend Wasser vorhanden war, wurden die ersten Mühlen errichtet und was an Arbeitskräften fehlte wurde gekauft. Sklavenarbeit und Zuckerproduktion gingen friedlich Hand in Hand.

Einem guten Geschäft stand nichts im Wege – kein Wunder, das begehrte Zuckerrohr gedieh prächtig und Wasser gab es ebenfalls in Hülle und Fülle. Die besten Voraussetzungen für regen Handel mit dem begehrten süßem Gold und voll gefüllte Kassen. So residierten hier bald einflussreiche Familien und erbauten herrschaftliche Häuser. Als kleine Draufgabe gab es auch noch den Rum. In einer alten Geschichte aus dem Jahr 1505 taucht die Aussage auf, „dass Amerika mit Wasser aus La Gomera gesegnet, aber mit Rum aus La Palma gefeiert wurde.“

Das Zuckerrohr bekam zwar Ende des 16. Jahrhunderts Konkurrenz aus Amerika und verlor in Europa seine Bedeutung, aber die schönen Häuser sind zum Teil erhalten geblieben. Schade, dass man sich bei einem Spaziergang durch die engen und steilen gepflasterten Gassen nicht für einige Stunden in eine andere Zeit versetzen kann. Da wäre die Wissenschaft einmal gefordert. Statt irgendwelche schwarzen Löcher im Weltraum zu erkunden, könnten sie besser eine Zeitmaschine erfinden, oder?

Wir haben am Abend noch einen Rundgang durch die Strassen und Gassen von Santa Cruz bemacht. Hier sind noch ein paar Fotos davon, die Geschichten der Hauptstadt von Santa Cruz de la Palma, den berühmten Balkonen, dem neuen Vulkan und dem höchsten Gipfel der Insel könnt ihr morgen lesen. Mir läuft heute leider die Zeit davon… hasta pronto!

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Tajinaste rojo und mehr…

Am Sonntag Abend hat uns die Wettervorhersage am Handy für die kommenden Tage Sonnenschein versprochen. Sonne pur, ohne ein Wölkchen! Und welches Wetter hat uns Petrus heute am Montag geliefert? Graue Wolken wohin man schaut! Ich werde die Wetterapp in Zukunft nur noch für ein Wetter Horoskop benutzen. Vorhersagen stimmen so gut wie nie. Leider. Am sichersten ist immer noch der Blick aus dem Fenster. Verlassen kann man sich auf die wissenschaftlichen Wetterfrösche irgendwie nicht wirklich. Leider. Jedenfalls ist es uns am vergangenen Montag so passiert.

Irgendwo scheint auf der Insel immer die Sonne – behaupten zumindest die Verfasser der gängigen Reiseführer und ich muss zugeben, meistens stimmt das auch. Wie sollte es auch anders sein? Auch über den Wolken scheint die Sonne, oder? Also wird nicht gejammert sondern alles für unseren Ausflug zusammen gepackt. Wir wollen dieses Mal auf Grund der bescheidenen Wetterlage nicht irgendwo ans Meer sondern hoch hinauf, wir fahren einfach über die Wolken.

Bevor wir uns auf die Suche nach den roten Tajinasten machen, legen wir noch eine kurze Pause ein. Wir haben Glück und bekommen einen Parkplatz direkt vor den Eingangstoren des Centro de Visitantes El Portillo. In den Räumen des Besucherzentrums kann man sich über die  Flora und Fauna und die Entstehung der Caldera informieren und es wartet sogar die Nachbildung des Inneren einer Vulkanröhre auf die Besucher. Das haben wir uns schon einmal angesehen. Die Ausstellung ist zwar sehr interessant, aber einmal reicht. Wir gehen lieber in den Garten.

Zwischen den Steinen blüht hier das Teide-Mauerblümchen, botanisch korrekt Erysimum scoparium. Diese Blume kam ursprünglich nur in den Cañadas del Teide und auf La Palma vor und wird hier auf der Insel meistens alhelí del Teide genannt. Se conoce como alhelí del Teide, alhelí camaleón​ y alhelí de cumbre. Mittlerweile haben sich aber auch zahlreiche Exemplare in tieferen Lagen, wie im Gebiet rund um Santiago del Teide, angesiedelt.

Uns gefällt vor allem der Garten rund herum. Er ist gar nicht so klein und es gibt immer wieder zu jeder Jahreszeit viel zu sehen. In der Anlage werden nicht nur kleine Pflanzen gehegt und gepflegt. In den Gewächshäusern auf dem Gelände sorgt man dafür, dass die Pflanzenarten der Insel erhalten bleiben und als Unterstützung für diese Arbeit stehen dafür auch spezielle Labors mit Keimschränken und eine Saatgutbibliothekzur Verfügung. Habe ich gelesen. Vielleicht ist diese rosarote Tajinaste ja auch das Ergebnis dieser Arbeit?

Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Umgebung und vor allem eine besonders schöne Aussicht auf den Montaña Blanca und den Gipfel des Teide. Bei einem Rundgang kann man von hier aus bequem die Landschaft betrachten, eine Landschaft, die im Winter weiß von Schnee, im Frühling bunt gefärbt oder im Sommer und Herbst zwar viele Farben hat, aber sehr trocken ist.

An einigen Stellen wirkt die sonst so kahle Landschaft fast wie ein frisch angelegter Park. Der Landschaftsgärtner war in diesem Fall aber die Natur. Ich frage mich oft, woher die Pflanzen wohl ihr Wasser nehmen. Weit und breit nur trockener Sand oder irgendwelche Lavasteine und mitten drinnen wachsen wunderschöne Blumen, die aussehen, als würde jemand jeden Tag mit der Gießkanne vorbei kommen.

Im Moment grünt und blüht es in den Cañadas in Hülle und Fülle und wenn man Glück hat, kann man sein Näschen in die Blüten des weißen Ginsters stecken. Der Duft ist einfach unbeschreiblich und verteilt sich in der Umgebung der Sträucher meterweit. Schade, dass man mit der Kamera nur die Schönheit der Blüten aber nicht den Duft einfangen kann.

In der guten alten Zeit wurde der Teide-Ginster zu verschiedenen Zwecken verwendet. Tiere wurden damit gefüttert, im Stall wurde er wie Stroh genutzt, das Holz diente zum Heizen und sogar Holzkohle wurde daraus hergestellt. Aus Ginster wurden Besen gebunden und mit Hilfe der magischen Kraft der Pflanze konnten sogar Flüche aufgehoben werden. Es kam wie es kommen musste, der Ginster war am Ende fast vom Aussterben bedroht. Damit das nicht passiert, ist er heute geschützt und darf nur noch von den Bienen ausgebeutet werden.

Der Nationalpark von Teneriffa ist zu jeder Zeit einen Ausflug wert, aber jetzt zeigt sich die Landschaft der Cañadas noch einmal um einen Tupfen schöner. Von Anfang, Mitte Mai bis Juni recken sich hier ganz besondere Pflanzen in die Höhe. Der rote Natternkopf, la Tajinaste rojo, mit seinen tausenden, winzigen, intensiv roten Blüten verleiht der steinigen Lavalandschaft eine einzigartigen Flair.

Einen der unvermeidlichen Stopps machen wir immer bei den Minen von San José, den San José Mines. Der Name hat mich schon immer irritiert. Was soll denn hier in Minen abgebaut werden? Sand aus dem Nationalpark? Soviel ich weiß, ist es streng verboten nur ein winziges Steinchen als Souvenir einzustecken. Naja, bei der Namensgebung könnte ja ein Felsgebilde Pate gewesen sein. Vielleicht sieht hier irgend ein Gebilde nach einem Mineneingang aus?

Alles falsch! Der Teide Nationalpark ist zwar 1954 gegründet worden aber trotzdem wurde in diesem Gebiet auf beiden Seiten der Straße, Nord und Süd, Bimsstein abgebaut und bis ins zwanzigste Jahrhundert transportierten jeden Tag mehrere Lastwagen Tonnen Bimsstein von den Gipfeln nach La Orotava. In La Orotava gab es Mitte eine sogenannte Bimssteinfabrik. Hier wurde Vim-Pulver durch Mahlen von Bimsstein hergestellt. Vielleicht hat sogar meine Mutti mit diesem Pulver geputzt? Ich kann mich noch daran erinnern. Damit wurden Kochtöpfe gescheuert und poliert – und anschießend die Abflüsse verstopft.

Die Tradition des Bergbaus im heutigen Nationalpark geht auf das Ende des Ersten Weltkriegs zurück. Aus dem Vulkankessel wurde Schwefel gewonnen wurde und am Montaña Blanca baute man Bimstein ab. Die Abbauarbeiten für Schwefel wurden eingestellt die Genehmigung für den Steinabbau blieb allerdings noch aufrecht. Endgültig eingestellt wurde das Geschäft mit dem Bimstein erst im Jahr 1981. Seit diesem Zeitpunkt verbietet ein neues Gesetzes für den Nationalpark die Suche und Gewinnung von Bodenschätzen aller Art.

So, jetzt ist aber Schluss mit dem Geschichtsunterricht, auch wenn es darüber noch viel zu erzählen gibt. Aber das mache ich ein anderes Mal. Hier sind noch ein paar Fotos von unserem Zwischenstopp bei den Minas de San José und dann nichts wie weiter. Wie wollen ja noch die roten Tajinasten sehen. Die Geschichten aus längst vergangenen Zeiten laufen ja nicht davon.

Die Canarios nennen ihre Tajinaste auch den Stolz Teneriffasel orgullo de Tenerife und sie ist eines der Wahrzeichen Teneriffas. Auf diesem Foto sind also gleich zwei typische Erkennungsmerkmale der Insel Teneriffa friedlich vereint. Sie passen doch perfekt zusammen – das uralte Lavagestein und die königliche Pflanze, die sich erst mühsam ans Licht kämpfen muss, kurze Zeit bewundert wird um anschließend unscheinbar und vertrocknet vom Erdboden verschwindet.

Jetzt ist die Zeit, in der die meisten Tajinasten blühen und nicht nur Touristen, auch viele Tinerfeños fahren in den Nationalpark, um die Blüten zu bewundern. Das war aber nicht immer so, denn vor dreißig, vierzig Jahren kam die Tajinaste rojo viel seltener vor als heute. Wie es dazu gekommen ist? Ganz einfach, in der Vergangenheit war es vollkommen normal, die Ziegenherden im Sommer in den Cañadas weiden zu lassen. Für die Ziegen standen die jungen Pflänzchen ganz oben auf der Speisekarte, die rauen, aber relativ saftigen Rosetten der Tajinasten zählten wahrscheinlich zu ihren Leckerbissen und wurden gerne gefressen. Das war zwar gut für die Ziegen, aber der empfindlichen Pflanzenwelt hat es nicht besonders gut getan.

Als dieses Gebiet 1954 zum Nationalpark erklärt wurde, änderte sich daran nicht viel. Erst in den 90er Jahren war es mit der köstlichen Sommerweide für die Ziegen aus dem Tal endgültig vorbei, ab da durften nur mehr die Bienen an den Blüten naschen. Und obwohl seitdem die schützende Hand des Nationalparks seit Jahrzehnten für mehr Schutz seltener Pflanzen sorgt, müssen sich die Samenkörner der Tajinasten trotzdem jedes Jahr sehr anstrengen um im steinigen Untergrunds ihre Wurzeln schlagen zu können.

Der Tag im Nationalpark war wunderschön und die Flucht aus der grauen Wolkenlandschaft hat sich ausgezahlt. Auch wenn uns die Nebelschwaden auf der Heimfahrt schon bei Santiago del Teide entgegen gekommen sind. Irgendwo auf der Insel scheint immer die Sonne – wenn nicht unter, dann über den Wolken.

Wenn ihr mehr über den rote Natternkopf, la tajinaste rojo, lesen wollt, müsst ihr in meinen älteren Blogbeiträgen nachlesen. Dort findet ihr auch Unmengen von tollen Fotos…

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Los Roques de Fasnia

Bizarr geformte Felsen und Küstenlandschaften sind auf Teneriffa keine Seltenheit. Wer mit offenen Augen und ein wenig Fantasie durch die Landschaft geht, entdeckt an vielen Stellen die tollsten Gebilde in allen möglichen Farben. Sie sind großzügig auf der ganzen Insel verteilt, egal ob man dabei in den Bergen oder an der Küste wandert. Vulkane sind ja im allgemeinen tolle Bildhauer Landschaftsgärtner, denn bei ihren Ausbrüchen zerstören sie nicht nur Bestehendes sondern schaffen gleichzeitig neue, oft fantastische Gebilde und Landschaften.

Bei den Felsen von Fasnia handelt es sich allerdings nicht nur um irgendwelche Felsen sondern eigentlich um eine winzig kleine Ansiedlung direkt am Meer. Ein paar Häuser, die dicht aneinander gedrängt an die Felswände gebaut wurden, halten hier tapfer die Stellung.

Die Namensgeber des Ortes Los Roques sind allerdings tatsächlich zwei Felsen – El Roque de Dentro, an den sich ein Haus und eine kleine Kapelle schmiegt und El Roque de Fuera, der mich ein bisschen an den Felsen vor Garachico erinnert.

Wir sind schon vor einigen Jahren einmal an diesem Ort gewesen und waren ziemlich erstaunt, dass die sogenannte Promenade direkt an der Küste noch immer eine Baustelle ist. In einigen Reiseführern wird der kleine Strand in der Bucht häufig als Geheimtipp beschrieben, aber wenn man hier steht, genießt man eher den Flair des Verfalls als Badevergnügen. Naturaleza lucha con el hombre, el hombre pierde, auf deutsch, die Natur kämpft mit dem Menschen, der Mensch verliert…

Die Hauptstrasse in diesem Ort ist keine Strasse, keine Gasse sondern eine breite Treppe, die sich zwischen den Häusern Richtung Meer nach unten schlängelt. Einige der Häuser sind liebevoll gepflegt doch andere erinnern eher an Ruinen als an bewohnte Häuser. Aber ich bin mir nicht ganz sicher, wie oft der erste Eindruck falsch ist und sich hinter den grauen Ziegelwänden durchaus gemütliche Wohnungen verstecken.

Das Meer und die salzige Luft fressen sich hier deutlich sichtbar durch die vom Menschen mühsam aufgebauten Ziegelmauern und Wände. Vor diesem riesigen Felsen wird mir bewusst, wie unbedeutend und hilflos der Mensch im Grunde genommen ist. Klein wie ein Ameise.

Dabei war dieses kleine Fleckchen Erde nicht immer so ruhig und verlassen. Seit dem 16. Jahrhundert war es ein ziemlich wichtiger Hafen für die Menschen in dieser Gegend. Die kleinen Segelschiffe waren fast das einzige Verkehrsmittel zwischen diesem abgelegenen Ort und der Hauptstadt. Von hier aus wurden Waren und Menschen nicht nur nach Santa Cruz, sondern auch zu den anderen Inseln des Archipels geschippert.

Der Landweg nach Santa Cruz war ziemlich lang und beschwerlich und so wurden Kartoffeln, Wein und Obst, aber auch Steinplatten und Baumaterial in die Großstadt und alle notwendigen Produkte für den lokalen Gebrauch mit Schiffen transportiert. Auch Passagiere benutzten den Seeweg, denn sie kamen mit dem Boot viel schneller nach Santa Cruz de Tenerife als auf dem alten Camino Real.

Als der kleine aber wichtige Hafen seine Bedeutung verlor, versuchten die Menschen, Los Roques in ein Urlaubsparadies zu verwandeln, aber wie man sieht, kämpfte die Natur dagegen an und zerstört, was die Menschen als Errungenschaft feiern. Übrig bleibt am Ende eine kleine Siedlung, die zwischen den Felsen und dem Meer eingekeilt ist. Das Haus, das bis jetzt noch stolz und selbstbewusst direkt ganz am Felsen klebt und die kleine Kapelle daneben wird es wahrscheinlich bald nur noch auf Fotos oder alten Postkarten geben. Lange werden diese Bauten mit Sicherheit nicht mehr stehen bleiben.

Auch auf der anderen Seite des Vulkanfelsens regiert die Tristesse. Direkt hinter dem Felsen steht, für diese Gegend, ein großer Wohnbau, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Das Gebäude sieht schon ziemlich vernachlässigt und verlassen aus, der Anstrich blättert leise von den Wänden und rund herum herrscht staubige Baustellenstimmung. Auf dem Parkplatz vor einem der Häuser stehen ein paar Autos obwohl ein hoher Bauzaun das ganze Areal bis zum Meer hin umschließt. In einer aktuellen Zeitungsmeldung habe ich gelesen, dass einige Familien das ganze Jahr über hier wohnen und im Sommer soll das Gebäude sogar komplett bevölkert sein. Ich kann mir das gut vorstellen, denn in den Sommermonaten spielt sich das Leben für die meisten Inselbewohner wirklich am Strand ab. Trotzdem – Schöner Wohnen ist etwas anderes.

Wie geht es wohl den Menschen, die sich wegen der Schönheit des Ortes im Wohnblock Bahía eine Wohnung gekauft haben? Wie lebt man mit dem Verfall der Mauern und dieser Ungewissheit? Im Laufe der Jahre haben sich nicht nur Gesetze geändert. Das Meer zerstörte alle Fundamente, nahm das Schwimmbad und die Träume der Bewohner mit. Ich beneide keinen von ihnen, denn sie bezahlen heute eine Hypothek für einen Traum vom exclusivem Wohnen, der sich in Wasser Luft auflöst.

Zur Zeit wird das Schwimmbecken komplett abgerissen. Dort wo einmal Liegestühle ihren Platz hatten und Menschen im Pool plantschten entsteht ein neuer Strandabschnitt für alle Insulaner. Außerdem soll der neue Strand durch einen Tunnel mit dem Strand von Los Roques verbunden werden. Ich bin jetzt schon neugierig, wann dieser Plan Realität wird. Der Bagger ist bereits im Einsatz…

Auf der linken Seite des Roque de Donde liegt als Draufgabe, oder besser gesagt als Entschädigung für den Zerfall der alten Luftschlösser, ein toller Sandstrand, la Playa del Abrigo. Blauer Himmel, leise plätschernde Wellen, warmer, schwarzer Sand und unsere Nachbarinsel Gran Canaria weit draußen am Horizont. Einfach nur schön, oder?

Wer will,kann hier noch einen kleinen Spaziergang durch die Siedlung machen…

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Blumen und Feuerwerk

Blumen und Feuerwerk, cruces y fuegos de mayo, las flores y fuegos artificiales – tagsüber stehen in Los Realejos die Kreuze im Mittelpunkt und nach der Messe und einer prunkvollen Prozession findet in der Nacht das wohl größte und berühmteste Feuerwerk der Kanarischen Inseln statt. Zwei Stadtviertel veranstalten dieses Spektakel, bei dem sich die Straßen Calle del Sol und Calle del Medio mit ihren Feuerwerkskünsten zu überbieten versuchen. So will es die Tradition.

La Invención de la Cruz gehört zu den ältesten Festen der Insel und wurde schon bald nach der Eroberung von Bischof Muros ins Leben gerufen. Ursprünglich war es ein kirchliches Fest mit Tanz, Lagerfeuer und Blumenschmuck. Im Laufe der Zeit wurden dann immer mehr Kreuze, Kapellen und Privathäuser aufwendig geschmückt und die rauchenden Maifeuer Lagerfeuer haben sich ein grandioses Feuerwerk verwandelt.

Die Geschichte geht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Alles begann mit der Rivalität zweier Stadtteile oder genau gesagt von zwei Gassen. Es war ein Wettstreit der Bewohner von zwei Straßen in einer weit auseinander klaffende Zweiklassen Gesellschaft. In der Calle del Medio lebten reiche Bürger, Grundbesitzer und Landherren, man nannte die Straße deshalb auch Calle de los Marqueses.

In der Calle del Sol wohnten die ärmeren Leute. Die meisten waren ungebildete Tagelöhner, einfache Landarbeiter und Kleinbauern, die in primitiven, kleinen Wohnungen am Rand der großen Felder der angrenzenden Haciendas und Landgüter hausten. Diese Lebensumstände waren der Grund der Rivalität des Wettstreits zweier Straßen, sozusagen ein Konflikt zwischen Markgrafen und Bauern. Aber da war doch noch dieses kirchliche Fest für die Verehrung des Kreuzes am 3. Mai?  Die allerbeste Gelegenheit, um den reichen Nachbarn zu zeigen, dass der kleine Mann von nebenan gleich gut sein konnte, wie der wohlhabende Bürger. Auch wenn damals bereits Geld die Welt regierte. Die ganze Geschichte und viele Fotos von dem gigantischen Feuerwerk könnt ihr auf meinem Blogbeitrag vom Feuerzauber in Los Realejos nachlesen.

Wir haben gestern nur einen Rundgang durch die alten Gassen von Los Realejos und Cruz Santa gemacht. Viele fertige Kunstwerke konnten wir noch nicht sehen, aber überall waren die Vorbereitungen in vollem Gang und bei diesem Spaziergang möchte ich euch gerne mitnehmen.

Cruz Santa ist ein Ortsteil der im wahrsten Sinne des Wortes hoch über Los Realejos thront. Genau genommen liegt der Ort im Orotava-Tal, in einer Gegend, die früher als Pago de Higa bekannt war.

Es gibt eine Legende von einem Reiter und einem Pferd, der bei einem Ritt durch den Barranco la Raya fast tödlich verunglückt wäre und bei seinem Sturz ein Kreuz gefunden haben soll. Daraufhin versprach er eine Kapelle zu bauen und der Ort wurde in Cruz Santa, also Heiliges Kreuz, umbenannt. Das Kreuz selbst wird in einem Gehäuse aus Silber und Kristall aufbewahrt. Ich vermute, es wird in der Kirche sein, aber das weiß ich nicht, denn gestern waren die Kirchentore leider verschlossen.

Nachdem es gestern Mittag noch nicht viel zu sehen gab und das Wetter auch ziemlich grau und trüb war, haben wir uns auf den Weg nach Los Realejos gemacht.

La Parroquia Matriz del Apóstol Santiago, soll eines der ersten religiösen Gebäude auf Teneriffa gewesen sein. Zu dieser Zeit muss man sich allerdings eher eine primitive, sakrale Hütte mit einem einfachen Strohdach vorstellen. Die wurde kurzerhand zum christlichen Tempel zu Ehren des Apostels Jakob. Eine richtige Kirche wurde erst im Laufe der nächsten Jahre gebaut. Für die Spanier musste es ja ruck zuck schnell gehen, denn die aus den Menceys der Guanchen sollten Christen werden. Aus diesem Grund fand nach der Eroberung der Insel bereits am 25. Juli 1496 hier die Taufe der neun Menceys statt. Aber das ist wirklich eine andere Geschichte.

Was mir gestern das erste Mal aufgefallen ist – das Dach des Kirchturms ist durchlöchert wie ein Emmentaler Käse. Der Turm wurde 1774 neu gebaut und wurde mit bunten Keramikschindeln gedeckt. Wozu die Öffnungen im Dach sein sollen? Ich habe keine Ahnung.

Wenn ich irgendwo ein offenes Kirchentor sehe, kann ich natürlich nicht dran vorbei gehen. Mir gefallen Kirchen und Friedhöfe und diese Kirche ist besonders schön. Vor allem die Holzdecke im Altarraum ist faszinierend. Der Blumenschmuck war leider noch nicht fertig, trotzdem hat sich der Zwischenstopp in der Kirche gelohnt.

Heute wird in allen Gemeinden, die das Wort cruz im Namen tragen gefeiert, es ist ein ganz besonderer Feiertag. Und das ist in vielen Dörfern und Städten der Fall, denn irgendein Ortsteil hat schon ein Kreuz im Namen. Jeder Ort hat für diesen Tag seine eigenen Traditionen, doch eines haben alle gemeinsam – die geschmückten Kreuze. 

Auch in Los Realejos haben uns die Wolken begleitet und so sind wir nach einem kurzen Rundgang ein paar Kilometer weiter nach Puerto de la Cruz gefahren. An der Mole beim alten Hafen haben wir den Tag mit ein paar Sonnenstrahlen und glucksenden Wellen ausklingen lassen.

Ein paar Fotos habe ich noch, auf dem Weg zum Parkplatz haben wir noch diese Kunstwerke gesehen.

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Granadilla – ein häßlicher Hafen und ein besonderes Schiff

Granadilla de Abona – der Namen des Ortes hat ein schönen Klang für mich. Woher der Name kommt? Ich habe gelesen, dass einige kluge Köpfe von Forschern vermuten, dass der Name der Stadt von Siedlern wegen der Ähnlichkeit der Landschaft von Granada in Spanien stammen könnte. Keine Ahnung ob das so war, ich kenne Granada leider nicht. Aber ich will heute sowieso nicht über das Städtchen Granadilla de Abona erzählen…

Ich bin ja gerne in Häfen unterwegs und deshalb war ich auch neugierig, wie wohl der Hafen von Granadilla aussieht. Das Wetter war ziemlich durchwachsen, genau gesagt windig bis stürmisch, graue Wolken und als Draufgabe hat es sogar noch zu regnen begonnen. Der sonnige Süden hat seinem Namen dieses Mal wirklich keine große Ehre gemacht.

Auf Teneriffa, wie auch auf allen anderen Inseln der Kanaren, kommt der Strom, der aus der Steckdose kommt nicht von der Sonne oder sonstigen grünen Lieferanten. Er wird, wie fast überall, aus Öl produziert. Hier, neben dem Hafen von Granadilla arbeiten sie im Institut ITER mit erneuerbaren Energien. Soviel weiß, beschäftigen sie sich mit Photovoltaik, Windenergie und nachhaltiger Architektur. 

Früher, also vor Corona, konnte man das Gelände besuchen und sich selbst ein Bild machen, seit zwei Jahren ist der Schlagbaum leider zu und man kann nur die Windräder, die hier in der Gegend ziemlich dicht an dicht stehen bestaunen. Die Frage, warum sich von den vielen Windrädern immer nur ein paar wenige bewegen, kann ich mir selbst nicht beantworten aber irgendwann wird das Besucherzentrum ja wieder öffnen und vielleicht löst sich dieses Rätsel dann für mich. Ich habe leider nur ein Foto mit blauem Himmel, Minuten später haben die grauen Wolken die Herrschaft am Himmel übernommen.

Das sind ein paar der Gebäude auf dem Weg zum Hafen. Vom Hafenbecken oder der Anlage selbst habe ich keine Fotos. Meine Kamera ist leider sehr wasserscheu und bei den Regentropfen, die vom Wind durch die Gegend getrieben wurden, wollte ich sie nicht eines besseren belehren. Wasser und Kamera sind für mich ein sehr empfindliches Thema

Für diesen Hafen wurden ja vor Jahren große Pläne geschmiedet. Er sollte riesig werden und einen begehrten Anlegeplatz für Kreuzfahrtschiffe werden. Geworden ist daraus nicht viel, denn der ständige Wind und die gesamte Infrastruktur sind wirklich nicht die beste Voraussetzung für exclusiven und nachhaltigen Tourismus, oder doch? Diese skurrilen Gebäude geben zwar für mich ein tolles Fotomotiv ab, aber der begleitende Geruch und das ganze Drum Herum sprechen eine andere Sprache für sich. Die Korruption hat bei diesen Plänen wohl die Hauptrolle übernommen. Aber man weiß es nicht so genau.

Außer einer riesigen Baustelle gibt es hier ohnehin nicht viel zu sehen. Weit draußen, am Rand des Hafenbeckens steht noch eine der vier alten Ölplattformen im Wasser und im Hafen liegt einsam und verlassen ein einziges Schiffe. Davon habe ich kein eigenes, vorzeigbares Bild, deshalb zeige ich hier ein Foto aus der Zeitung El Dia. Warum? Weil es ein sehr besonderes Schiff ist.

Es ist die Global Mercy®, das größte zivile Krankenhausschiff der Welt und ich muss ehrlich gestehen, dass ich nicht einmal gewusst habe, dass es so etwas überhaupt gibt. Ich habe noch nie davon gehört. Naja, für die Medien ist es wahrscheinlich kein besonders ergiebiges Thema, wer interessiert sich schon für gut Meldungen? Negative Katastrophenmeldungen begeistern erreichen eben mehr Menschen und man kann damit tolle Geschäfte machen.

Ende März, also vor ein paar Tagen, ist das Krankenhausschiff in Granadilla eingetroffen, wird hier fertig ausgerüstet, die Besatzung aus freiwilligen Helfern vollständig gemacht und dann wird es Anfang Mai Richtung Senegal, mit dem Ziel Dakar, auslaufen. In den vergangenen dreißig Jahren war Ships of Hope in vierzehn afrikanischen Ländern unterwegs um dort kostenlose Operationen, medizinische Ausbildungsprojekte und den Ausbau der Gesundheitsinfrastruktur möglich zu machen.

Über Schiffe der Hoffnung
Mercy Ships nutzt Krankenhausschiffe, um kostenlose, erstklassige Gesundheitsdienste, Krankenhausinfrastruktur und nachhaltige Entwicklung für Menschen mit eingeschränktem Zugang in den Entwicklungsländern bereitzustellen. Mercy Ships wurde 1978 von Don und Deyon Stephens gegründet und hat in mehr als 55 Entwicklungsländern gearbeitet, Dienstleistungen im Wert von mehr als 1,5 Milliarden Euro erbracht und mehr als 2,8 Millionen Menschen direkt geholfen. Unsere Schiffe sind mit Freiwilligen aus mehr als 60 Ländern besetzt, mit durchschnittlich mehr als 1.200 Freiwilligen pro Jahr. Fachleute wie Chirurgen, Zahnärzte, Krankenschwestern, Gesundheitspädagogen, Lehrer, Köche, Seeleute, Ingenieure und Landwirte spenden ihre Zeit und ihr Können. Mercy Ships strebt danach, Menschen zu verändern und Nationen zu dienen.

„Jeder Mensch ist wertvoll – jeder Mensch hat das Recht auf Gesundheit.“ ist der Leitfaden dieser Organisation und wer mehr über die Mercy Ships erfahren will, findet alle Informationen auf ihrer Webseite. Einfach auf den Link klicken.

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Wellenspiele bei Buenavista del Norte

Auch auf Teneriffa hat der Frühling begonnen, doch zur Zeit ist das Wetter bei uns leider ziemlich wechselhaft und launisch. Petrus hat das Spiel mit den Wolken entdeckt und anscheinend gefällt es ihm ganz gut. Ich hoffe, irgendwann wird es ihm zu langweilig, aber wer weiß das schon so genau? Auf den Fotos vom Tag des Frühlingsbeginns ist der Himmel deshalb mehr grau als blau, aber ein Spaziergang an der Küste ist auch mit grauem Hintergrund wunderschön.

Wir wollten nicht weit fahren und so haben wir uns für die Küste von Buenavista del Norte entschieden. Also nichts wie auf nach Buenavista del Norte oder besser gesagt Richtung Punta de Teno. Ein bisschen außerhalb des Ortes, ganz in der Nähe des Golfplatzes, kann man die Küste in dieser Gegend ganz bequem auf angelegten Wegen erkunden. Einer davon schlängelt sich rund um den Golfplatz und man kommt zum La Playa de los Barqueros und den ehemaligen Salinen der Gegend. Wir wollten dieses Mal allerdings in die entgegengesetzte Richtung.

Teneriffa ohne Kakteen kann man sich nicht vorstellen, aber hier sind besonders viele und vor allem viele verschiedene stachelige Gesellen vertreten. Kein Wunder, denn ganz in der Nähe soll eine der größten Kakteengärtnereien Europas sein.

Vom Weg aus gesehen, kann ich das nicht erkennen, doch oft verbirgt sich hinter hohen Mauern und Zäunen etwas ganz anderes als man vermutet. Die Gebäude haben allerdings schon bessere Zeiten gesehen, aber der Eindruck kann natürlich täuschen.

Gegenüber stehen ein paar halb fertige oder halb verfallene Häuschen in der Gegend. Dahinter ist ein großer Platz mit zwei Steinmonumenten. Oder sind es versteinerte Segel?

Ich habe keine Ahnung. Davor steht ein Informationsschild, das über die Geschichte der Kamele auf der Insel erzählt. Den Zusammenhang mit den Kunstwerken aus Stein und den Wüstenschiffen habe ich nicht wirklich gefunden, aber vielleicht fehlt mir dazu einfach die Fantasie…

Es ist zwar nicht sehr bekannt, aber in Buenavista del Norte gibt es sage und schreibe acht Strände! Zur Zeit ist davon allerdings nicht besonders viel zu erkennen und wenn man die Landschaft das erste Mal im Winter sieht, kann man sich das gar nicht vorstellen. Weit und breit kein Sand in Sicht und man fragt sich, warum da auch noch ein Weg hinunter führt.

Die kräftigen Atlantikwellen nehmen den Sand in den Wintermonaten mit ins Meer und bringen ihn erst im Sommer wieder zurück. Das macht auch richtig Sinn, denn schwimmen wäre bei der starken Brandung lebensgefährlich und so wird niemand in Versuchung geführt es doch zu versuchen. Ich zeige euch hier einmal drei Fotos – die beiden Fotos links habe ich im Sommer gemacht und das andere am vergangenen Montag.

„… das Meer öffnet sich uns mit seiner Wildheit. Die Wellen streifen die Felsen und hinterlassen weiße Fäden aus Meerschaum, die sich in der Schwärze der Oberfläche verfangen...“

Am Playa del Fraile ist der Weg dann zu Ende und wir kehren wieder um. Ihr könnt gerne noch einen Spaziergang durch die Galerie machen, ich glaube, die Fotos erzählen ihre eigene Geschichte.

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