Erinnerungen

Die Zeit vergeht, oft wie im Flug, ab und zu schleicht sie wie eine Schnecke dahin. Doch egal wie schnell oder wie langsam sie vergeht, jede Sekunde in unserem Leben ist mit dem nächsten Wimpernschlag schon vorbei und geht, wird Geschichte. Vielleicht gibt es die Gegenwart ja gar nicht? Vielleicht bewegen wir uns ja nur am Schnittpunkt von Zukunft und Vergangenheit. Wer weiß das schon so genau.

eine zauberhafte Elfe von Robin Wight

Aber darum geht’s mir heute gar nicht, ich denke da eher an den ersten Kuss.  Ganz ehrlich? Ich kann mich an meinen allerersten Kuss gar nicht mehr erinnern. Dafür erinnere ich mich noch an einen Tag, an dem ich verbotener Weise auf dem Schulweg meine Strumpfhose ausgezogen und mit Kniestrümpfen ausgetauscht habe. Auf dem Heimweg habe ich aufs Umziehen vergessen doch auf die Folgen kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich kann mich noch an Märchenstunden zweier Mädchen am Gartenzaun erinnern, aber an meine Erstkommunion kann ich mich nicht mehr erinnern. Obwohl es davon sogar Fotos gibt. In meinem Kopf ist aber kein Bild vorhanden. Ich kann mich sogar noch an den Geschmack von bestimmten Dingen die ich in meiner Kindheit gegessen habe erinnern, ich habe den Geschmack fast im Mund und ich ärgere mich darüber, dass ich diese Erinnerung nicht nach kochen kann. Ich bekomme diesen Geschmack einfach nicht hin. Ob sich die Eigenschaften der Zutaten verändert haben?  Oder täuschen mich meine Erinnerungen?

und noch eine Elfe von Robin Wight

„Wenn ich alle meine Erinnerungen an einer Wäscheleine aufhängen würde, dann wäre diese nicht nur endlos lang. Sie wäre auch extrem bunt und würde jeden, der vorbeikommen würde, mit ihren Farben erschlagen.

Einige dieser Erinnerungen würde ich gerne aufbügeln, und fortführen, oder auch reaktivieren und neu erleben. Andere würde ich abhängen, zusammenfalten und wegschließen, denn ihre Zeit ist vorbei. Doch Eines haben sie gemeinsam – sie gehören zu meinem Leben!“

Den klugen Menschen, dem diese Gedanken eingefallen sind oder der sie irgendwann auf Papier geschrieben hat, kenne ich leider nicht. Ich habe den Text zwar des öfteren gelesen, allerdings immer mit dem Vermerk Autor unbekannt. Vielleicht sind es auch nur einige, wenige Sätze, die jemand aus einem Text heraus gerissen hat. Ich weiß es nicht.  Trotzdem habe ich diese fremden Zeilen hier festgehalten, denn besser hätte ich es auch nicht schreiben können.

Nichts bleibt für immer, außer die Erinnerungen. Sie zeigen uns nicht wie es gerade ist, sie zeigen uns nur wie es einmal war gewesen sein könnte und nie wieder sein wird. Erinnerungen geben auch Trost und Kraft, und keiner kann sie uns nehmen! Wie sagte der Hutmacher in Alice im Wunderland „Es ist sehr einfach, mehr als nichts zu nehmen.“ Ich glaube, damit könnte er auch die Momente gemeint haben, an die wir uns erinnern…

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Es begann 2002 …

Eigentlich wollten wir ja nur ein schönes, altes Gebäude in Puerto de la Cruz mieten und darin ein Museum der zeitgenössischen PUPPENkunst einrichten. Wir haben endlos gesucht, Kontakte geknüpft, sind mehrfach auf die Insel geflogen – und haben nichts Richtiges gefunden. Entweder war das Objekt zu teuer, an der falschen Stelle oder nicht zu mieten.

Irgendwann und irgendwie sind wir dann auf diese Finca in Santa Barbara in Icod de los Vinos gestoßen. Bei Georg war es Liebe auf den ersten Blick!

Ein Hektar braches Land, wunderschön gelegen, der Teide zum Greifen nahe und dreht man sich einmal um – ein wunderschöner Blick auf die Küste, rundum, blaues Meer bis zum Horizont. Etwas Schöneres kann man sich gar nicht vorstellen.

Nicht mitten in einem Touristenzentrum eingezwängt zwischen anderen Häusern sondern wunderschön ländlich, am Stadtrand eines alten Weinstädtchens gelegen. Wirklich maßgeschneidert für uns! Die Finca und der – damals noch zukünftige -Themenpark ARTlandya, mit TEDDYbären und PUPPEN als Einwohner, die Mundo Muñecas, ist nur vier Kilometer vom Zentrum Icods entfernt, der Ortsteil heißt Santa Bárbara und liegt, fast zentral aber doch nicht in der Stadt, idyllisch in den Hügeln eingebettet. Aber darüber erzähle ich euch später mehr …

Icod de los Vinos kennt jeder Mensch auf Teneriffa, egal ob Inselbewohner oder Tourist. Der „tausendjährige Drachenbaum“ der Drago Milenario steht sogar im Guinness Buch der Rekorde! Wie der Bürgermeister das geschafft hat ist für mich ein Rätsel, aber die Beweisurkunde hängt im Rathaus von Icod an der Wand. Er ist zwar keine tausend Jahre alt, aber immerhin der älteste Drachenbaum des Archipels.

Begonnen hat unsere Inselgeschichte ja schon im Jänner 2003  – mit einer Ausstellung von Künstlerpuppen. Wie lange ist das schon her? Irgendwie kommt es mir vor, als ob alles bereits in einem anderen Leben passiert wäre. Es geschah irgendwann einmal. Vor einer kleinen Ewigkeit. iSer más largo que un día de ayuno!

Ein Teil unserer Puppen machte sich per Schiff auf den Weg auf eine kleine Insel im Atlantik. Sie wurden in Villach sorgfältig verpackt, in einen großen Container, un contenedor, verladen und in Triest auf die lange Reise übers Meer geschickt. Im Dezember 2002 sind sie dann hier im Hafen von Santa Cruz, begleitet von ihren Freunden, den Teddybären, an Land gegangen .

Jetzt ging es erst einmal ans Auspacken und daran, eine schöne Ausstellung aufzubauen, also nichts wie ran an die Arbeit! Kartons auspacken, Tische und Regale bauen, aufstellen und anschließend dekorieren. Nebenbei ein ganz spezielles Miethaus halbwegs wohnlich gestalten – und Weihnachten steht auch vor der Türe. Richtig, das ist wieder eine andere Geschichte!

Die Räume für die Ausstellung haben wir vom Ayuntamiento von Icod de los Vinos in einem wunderschönen alten Herrenhaus zur Verfügung gestellt bekommen. Mundo Muñecas im Casa de los Cáseres, an der Plaza de la Constitución.

Mit vereinten Kräften haben wir es tatsächlich in kurzer Zeit geschafft und ein paar Tage nach Weihnachten war die Ausstellung fertig aufgebaut und wurde mit einer kleinen Feier durch den Bürgermeister – Juan José Dorta, Alcalde de Icod, eröffnet.

Drei Räume im Obergeschoss des Herrenhauses haben neue Bewohner bekommen und mit Leben gefüllt. Nein, ich will damit nicht sagen, dass die Puppen und Bären zum Leben erwacht sind, auch wenn einige Menschen glauben, sie könnten sich vielleicht doch bewegen. Ich wollte damit sagen, dass endlich wieder einmal Menschen diese Räume betreten haben, denn auch wenn PuppenKUNST nicht sehr bekannt ist, haben sich von Anfang an Besucher und Medien für diese Ausstellung interessiert.

Damals waren die Zeiten noch etwas besser anders, denn auf der Insel gab es, so über den Daumen, noch sieben oder acht Zeitungen, private Fernseh- und Radiosender – und alle haben über die neue Attraktion berichtet. Das hat sich geändert, fast alle Zeitungen sind in der Versenkung verschwunden und Teil der Geschichte. In unserer digitalisierten Welt macht sich die Mehrheit der Urlauber im Internet schlau…

Eineinhalb Jahre später, war die Ausstellung vorbei und wir mussten die Türen schließen. Die Gemeinde benötigte die Räume angeblich selbst für ihre kulturellen Einrichtungen. Jetzt war guter Rat teuer, denn wohin sollten denn alle Puppen? Wir hatten Glück im Unglück, wir durften erst einmal einen der Ausstellungsräume als Lagerraum nutzen.

Eigentlich sollten wir schon lange die Genehmigung für unser Projekt haben, aber wir konnten noch immer nicht mit dem Bau beginnen. Ein allgemeiner Flächenwidmungsplan, der Plan General, ist uns dazwischen gekommen. Die Flächen der gesamten Kanarischen Insel sollten für die nächsten zehn Jahre neu gewidmet werden. Eine neue Situation für alle Beamten, denn das erste Mal wurde eine unabhängige Kommission eingerichtet, die mögliche Bestechungsversuche und Korruption verhindern sollte. Mittlerweile sind über zehn siebzehn Jahre vergangen, Politiker sind gegangen und gekommen, jede Gemeinde legte im Laufe der Jahre immer wieder neue Wünsche auf den Tisch, Pläne verstaubten in Regalen  – und dieser ominöse Plan ist noch immer nicht fertig.

Jeder Mensch, oder zumindest fast jeder, schmiedet Zukunftspläne. Wir haben auch Pläne für unsere Zukunft auf der Insel gemacht. Es macht ja keinen Sinn, sich Hals über Kopf in ein so großes Abenteuer zu stürzen, also müssen Pläne gemacht werden. Womit wir nicht gerechnet hatten – uns wurden immer andere Märchen erzählt. Moral aus der Geschichte? Glaube einem Makler nicht! Aber was soll’s! Es hat sich alles zum Guten gewandelt und es ging endlich weiter. Oft geht das Schicksal eben seltsame Wege, besser gesagt Umwege. Gott sein Dank haben wir im Jahr 2002 nicht gewusst, wie sehr unser Nervenkostüm belastet werden würde.

Es war einmal …

Eine Finca in Santa Barbara in Icod de los Vinos. Camino el Moleiro 21. Die Hausnummer verfolgt uns irgendwie. Bevor in Vassach Straßennamen eingeführt wurden, hatte unser Bauernhof auch dieselbe Nummer über der Haustüre – Gross Vassach 21 war die Adresse.


Im April 2002 hat also diese Finca den oder besser gesagt die Besitzer gewechselt. Eigentümer war eine Erbengemeinschaft, die in alle Winde zerstreut war. Für die Vertragsunterzeichnung mussten jedoch alle gemeinsam beim Notar erscheinen und unterschreiben. Es ist schwierig, aber möglich, vier alte Männer an einem Tag gemeinsam an einen Tisch zu bringen. Einer der stolzen Besitzer lebte in Venezuela, der hatte einen Bevollmächtigten auf der Insel. Einer lebte in Bilbao, der hat sich ins Flugzeug setzen müssen und die anderen beiden Teilhaber wohnten zum Glück auf der Insel. Der gemeinsamen Unterzeichnung des Kaufvertrages stand also nichts mehr im Wege.

Bei Kaufverträgen war es hier im Allgemeinen üblich, Bargeld auf den Tisch zu legen. Das war zwar ein wenig kompliziert, da man bei der Bank sein eigenes Geld sozusagen „vorbestellen“ musste, aber es hat durchaus seine Vorteile, wenn das Geld abgezählt vor den Käufern auf dem Tisch liegt. Die Versuchung, den Vertrag noch ein wenig aufzubessern und den Kaufpreis doch noch ein bisschen nach oben zu treiben ist dann nicht mehr ganz so groß. Sonst könnte ja das ganze schöne Geld weg sein!

In unserem Fall hat diese Situation der Teilbesitzer der Finca, der im Baskenland lebte, ausgenutzt. Er wollte erst unterschreiben, wenn ihm die anderen drei seinen Flug bezahlen. Kein Geld für den Flug – keine Unterschrift von ihm! So weit kann sich Geld innerhalb von Minuten entfernen. Was also tun? Nicht schwer zu erraten, oder? Die anderen drei Besitzer haben zähneknirschend die angemessenen Euros aus ihrem Päckchen Geld gezogen, es über den Tisch geschoben und dann aufatmend feststellen können, das auch die vierte Unterschrift unter den Vertrag gesetzt wurde. Mit diesem Notariatsakt in La Laguna hat die Finca in Santa Bárbara endgültig ihren Besitzer gewechselt. Warum in La Laguna? Das soll mich lieber niemand fragen, denn diese Stadt ist für nicht Ortskundige ein Labyrinth erster Klasse und GPS war zu dieser Zeit noch absolut kein Thema. Unsere Makler haben in nächster Zeit noch mehrere Notare mit Verdienstmöglichkeiten beglückt, großzügig rund um die Insel verteilt. Den Grund kenne ich nicht wirklich und will ihn auch gar nicht kennen, es wird schon einen geben.

Eines ist einmal klar, wenn man in ein fremdes Land kommt, vor allem, wenn man die Sprache am Anfang noch nicht gut versteht, vertraut man oft den falschen Leuten. Man nimmt Tatsachen hin, bei denen man ganz genau weiß, dass es nicht stimmen kann, was einem da so erzählt wird. Man darf einfach nie vergessen, dass wir uns in Europa befinden und nicht im Lande Nirgendwo oder in einer Bananenrepublik ohne Gesetze. Im Großen und Ganzen verläuft das Geschäftsleben hier nicht anders als in Österreich oder Deutschland. Oft dauert es ein wenig länger und man kennt die Netzwerke noch nicht. Also nur nicht die Geduld verlieren – gut Ding braucht Weile!

Auf alle Fälle sollte niemand den Fehler machen, auf Grund irgendwelcher Empfehlungen von anderen Einwanderern oder Maklern von einem Fachmann – der eben auch eine Fremdsprache spricht – zum anderen zu wechseln. Wer würde in Österreich zu einem Steuerberater, Rechtsanwalt oder Architekten zu gehen, der aus Italien oder Spanien kommt?  Ein Österreicher wird sich sicherlich besser in seinem Fach auskennen – oder auch nicht. Wie es auch sei, es muss sowieso jeder seine eigene Erfahrung sammeln. Wir haben auch Lehrgeld gezahlt, wenn auch nicht zuu viel. Aber immerhin. Und Geld, das irgendjemand einmal in der Tasche hat, rückt er nie wieder heraus. Einige Menschen verdienen sich hier so ihren Lebensunterhalt. Soll anscheinen recht lukrativ sein. Zumindest schaut es so aus. Aber der Blick von außen kann natürlich auch täuschen.

Fortsetzung folgt, denn im Jahr 2006 können wir endlich mit der Renovierung beginnen …

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Das alte Fincahaus

Ich habe ja versprochen, die Geschichte von ARTlandya zu erzählen und euch einige Fotos zu zweigen. Ich werde es zwar nicht auf einmal und sofort schaffen, aber mit der Zeit wird es schon gelingen. Ein Anfang ist erst einmal gemacht, ich habe ein wenig in meinen Fotoalben geblättert und einige Bilder eingescannt. Klingt für euch komisch? Für mich auch, aber als wir die Finca gekauft haben, habe noch mit einer ganz normalen Spiegelreflexkamera fotografiert. Das waren noch Zeiten.

So hat das alte Fincahaus, in dem heute die Ausstellung der TEDDYs ist, im Jahr 2002 ausgesehen. Ein bisschen verfallen aber richtig romantisch, oder? Möchte jemand auch noch einen kleinen Rundgang durch die Innenräume machen?

Heute kann ich euch diese Möglichkeit anbieten, aber als wir die Finca erworben haben, mussten wir den Schlüsseln eine ganze Weile hinterher laufen. Unsere Makler hatten alles fest in seiner Hand und wollten daran auch partout nichts ändern und irgendetwas aus der Hand geben. Wir sind anscheinend nicht als mündige Besitzer sondern eher als naive Geldgeber eingestuft worden.  Aber das soll ja öfter vorkommen.

Wenn man dann noch die halbe Zeit in Österreich ist, wird einem ja erst einmal klar gemacht, das es nicht möglich ist, vom Ausland aus etwas zu regeln. Was natürlich gar nicht zutrifft. Wobei ich eines schon zugeben muss, man lässt sich auch ganz gerne einlullen. Besser ausgedrückt, man macht es sich selbst oft lieber bequem und einfach. Sonst würde man nicht in solche Situationen kommen.

Ein Rechtsanwalt von Mallorca hat einmal ganz richtig bemerkt, dass er es nicht verstehen kann, warum so viele Menschen im Ausland auf Betrüger oder Abzocker hereinfallen. Sein Resümee war, dass es am Flughafen irgendeine Bestrahlung geben muss, die normales Denken ausschalten würde.   Schlussendlich haben wir die Schlüssel ja dann doch bekommen und so können wir nun den Rundgang starten.     

Die Überraschung war groß – eine vollständige Küche war hinter den Türen verborgen. Der Kühlschrank voll funktionstüchtig – oder auch nicht. Immerhin hat er noch fleißig vor sich hingekühlt. Was er gekühlt hat? Luft! Hat aber niemanden gestört, obwohl er wahrscheinlich schon lange keine Daseinsberechtigung mehr hatte.    

Im nächsten Raum stand ein Esstisch mit dazugehörenden Sesseln inklusive Sitzpolstern, im anschließenden Raum ein Schreibtisch, der leider bereits von den alten Dachziegeln ein wenig in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Aber wie sagt man so locker? Alles Gute kommt von oben! Immer ist das allerdings nicht der Fall.

Jetzt kommen wir zum so genannten romantischen Teil des ganzen Hauses.  Ein alter Frisiertisch, inklusive aller Utensilien, die dazu gehören. Ein stilvoller, leider verfressener Tisch, mit einem schönen, geschliffenen, halb blinden Spiegel. Wer davor wohl zuletzt gesessen ist? Eine alte Señora oder ein junges Mädchen? Das bleibt der Phantasie überlassen. Bett konnten wir im ganzen Haus übrigens keines ausfindig machen. 

Wer hat überhaupt in diesem Haus gelebt? Wer hat es gebaut? Wir wissen es nicht. Doch für diese Gegend und vor allem für diesen ländlichen Bereich, muss es ein feudales Haus gewesen sein. Schade, dass wir noch nicht mehr darüber in Erfahrung bringen konnten.

Ein paar stimmungsvolle „Gemälde“ sind mit dem Kauf der Finca auch in unseren Besitz über gegangen. Die Entrümpelungsaktion haben sie leider nicht überlebt. Sie waren durch Wind und Wetter schon zu sehr beschädigt. Eine Restaurierung wäre nicht mehr angebracht gewesen. Schade drum.  

 Abschließen können wir unseren Rundgang im ersten Raum. Er hat anscheinend in der letzten Zeit als Bodega gedient. Die Fässer kann man leider auch nur mehr zur Dekoration verwenden. Aber immerhin etwas. Verborgene Schätze haben wir keine gefunden. Wir sind nur wieder einmal in die Lage gekommen, die Überreste vergangener Zeiten zu entsorgen. Genauso wie es uns in unserem Mietshaus in La Vega ergangen ist. Mit einem kleinen Unterschied – diesmal war es unser eigener Mist, wenn auch nur unwissentlich frisch erworben. Damals war es ein gemieteter!    

Die große Überraschung kam für uns allerdings im letzten Raum. Mit neuzeitlichem Unrat haben wir eigentlich nicht gerechnet. Doch wie heißt das elfte Gebot? Richtig! Du sollst dich nicht täuschen.Gelebt hat auf der Finca ja schon lange niemand mehr. Ein Sohn einer der ehemaligen Besitzer hat hier aber des Öfteren seine Wochenenden verbracht. Mit viel Wein und anscheinend auch mit Unmengen von Yoghurt! Drei große Müllsäcke voll Yoghurtbecher haben wir entsorgt – von anderem Müll gar nicht zu reden.

So, dass war einmal der erste Rundgang. Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich! Die Renovierung kann beginnen! Oder wie kann man das sonst noch nennen? Wir nennen es auf alle Fälle Renovierung! Aus alt mach neu – und genau das haben wir gemacht. Deshalb können wir in unserem Bilderbuch ein wenig weiterblättern …

Die ganze Geschichte kann ich nicht auf einmal erzählen, es wird also noch öfter heißen – Fortsetzung folgt … es begann 2002

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Außergewöhnliche Menschen: Ingrid und Georg vom ARTlandya-Doll-Museum in Icod de Los Vinos.

ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll …. danke!

Travel Without Age - Limit

„Komm, da fahren wir hin“, ordnete meine Gattin vor einigen Jahren an, als wir wieder einmal auf Teneriffa dem Winter einige Wochen abtrotzten.

„Puppen?Ich?“…“Du hast nen Dachschaden, was soll ICH denn in einem Puppenmuseum?“ Doch wer Jule kennt weiß, dass Widerstand fast immer zwecklos ist.

Gut. Zähneknirschend fuhr ich hin. Mein Navi führte mich u.a. durch einen Bauernhof, weil ich – typisch Mann – nicht nach dem Weg fragen wollte. (By the way: Wussten Sie, weshalb Moses 40 Jahre mit seinem Volk durch die Wüste irrte? Genau! Weil er nicht nach dem Weg fragte)

Heute ist das einfacher. Die Beiden hatten – nach heftigen Kämpfen mit der örtlichen Verwaltung – Hinweisschilder in Icod de Los Vinos (Im Nordwesten Teneriffas) anbringen dürfen. Ich bitte Sie inständig, diesen Schildern zu folgen, wenn Sie sich auf der Insel befinden. Es ist lohnend. Lohnend für den Liebhaber exquisiter Puppen – die kein Spielzeug…

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es war einmal … once upon a time

Fotoalben mit Bildern aus längst vergangenen Zeiten, Poesiealben – oder Stammbücher wie wir sie genannt haben – Tagebücher mit verrosteten Schlössern oder einfach nur eine alte Zigarrenkiste mit kleinen schwarz weißen Fotos und alten Ansichtskarten sind etwas ganz Besonderes in unserem Leben. Wenn jemand dann noch die Möglichkeit hat, auf einem Dachboden oder in irgendeinem vergessenen Schrank wühlen zu können, kommen wahrscheinlich bei jedem Menschen dieselben Worte über die Lippen. Einmal laut und erfreut – und ein andermal vielleicht mit einer gewissen Wehmut in der Stimme. „Weißt du noch? Kannst du dich noch erinnern? Ach damals – da ist alles anders gewesen!“

alt
so sah ARTlandya im Jahr 2002 aus …

Wenn ich mir die ersten Seiten meines Inseltagebuchs durchlese, finde ich mich oft selbst in einer fast fremden Welt wieder. Es ist zwar alles noch so nah und doch irgendwie schon so unendlich weit entfernt. Fast unwirklich auf der einen Seite und viel zu real auf der anderen Seite.

neu
… und so könnt ihr ARTlandya heute besuchen ..

Oft kommt es mir vor, als ob ich eine Geschichte über ein anderes Leben, über fremde Menschen lesen würde. Eine Geschichte, die noch mit viel Witz und neugierigem Entdeckungsgeist geschrieben worden ist. Der Witz ist mir mit der Zeit irgendwann einmal ein bisschen abhanden gekommen. Der Wissensdurst wohl auch. Naja, das soll wohl öfter im Leben vorkommen und vielleicht finde ich ja wieder zu einer gewissen Leichtigkeit zurück. Ab und zu gelingt es mir ja – leider viel zu selten.    Ich möchte auch wieder einmal …

„Das Leben ist ein Tagebuch, in das jeder eine Geschichte schreiben will, die dann doch ganz anders verläuft.“  schrieb J.M. Barrie. Ob das wirklich immer so ist? Irgendwie hat der gute Mann schon recht, aber damit ihr auch wisst, wovon ich rede, erzähle ich euch in den nächsten Wochen die Geschichte von uns, einer alten, verlassenen Finca auf Teneriffa und die Entstehung von ARTlandya. Ihr dürft also neugierig bleiben …

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Dickblattgewächse

Unter sogenannten Pflanzensammlern ist die Echeveria leider nicht so bekannt wie es die schönen Pflanzen eigentlich verdienen. Die Gattung gehört zu den Crassulaceae und wurde schon im Jahr 1828 von dem Schweizer Botaniker De Condolle erwähnt. Er wählte den Pflanzenmaler Atanasio Echeveria als Paten und benannte die Pflanze nach ihm.

echeveria.jpg

So, das war jetzt einmal das fachliche Wissen um eine Pflanze, die wahrscheinlich viele von euch kennen. Mir ist der Name auch nur aufgefallen, weil ich mir gestern ein besonders schönes Exemplar gekauft habe und in dem kleinen Töpfchen ist, wie üblich, ein Kärtchen mit einer  Gebrauchsanweisung gesteckt. So funktioniert Fortbildung!

Die Pflanze kommt ursprünglich aus Mexiko und es gibt hunderte verschiedene Arten davon. Sie bilden wunderschöne, abstrakte Rosetten und mich faszinieren vor allem die gedeckten Farben an diesen Gewächsen. Hier auf Teneriffa wachsen die Pflanzen wunderbar im Freien, in Österreich müsste ich sie allerdings auf die Fensterbank stellen, denn winterhart sind die exotischen Schönheiten leider nicht.

Im Volksmund wird sie auch „Perle von Nürnberg“ genannt. Warum?  Das habe ich leider nicht herausfinden können, aber vielleicht weiß es ja jemand?

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Mandelblüte auf Teneriffa

Teile von Österreich und Deutschland versinken im Schnee und bei uns ist seit Wochen der Himmel über uns blau und fast immer wolkenlos. Es ist warm aber leider auch ziemlich trocken. Ich weiß schon, wer will schon Regenwetter, aber ohne Regen geht es irgendwie überhaupt nicht – auch wenn das die Urlauber nicht gar so gerne hören. Doch das ist heute nicht das Thema, denn wir haben gestern einen Ausflug in den Frühling gemacht.

Vor allem in der Gegend rund um Santiago del Teide blühen besonders viele Mandelbäume und Jahr für Jahr verwandelt sich die Landschaft mit ihren weißen und rosa Farbtupfern für kurze Zeit in etwas ganz besonders.

Wenn man nur mit dem Auto durch die Gegend fährt, sieht es vielleicht gar nicht so aufregend aus, aber wenn man sich zu Fuß auf den Weg macht, spürt man den Zauber der zarten Blüten. Die duftigen weißen und rosafarbenen Baumkronen der oft schon sehr alten Bäume schaffen auf ihre Art eine verzauberte Märchenwelt. 

Dieses Foto ist leider nicht von gestern sondern schon ein Jahr alt, aber in diesem Jahr haben wir den Höhepunkt der Blütenpracht leider verschlafen übersehen. Falls ihr noch eine schöne Wanderung oder einen Spaziergang durch die blühenden Landschaft machen wollt, solltet ihr das sofort machen, dann gar so lange dauert es sicher nicht mehr, bis auch die letzten Blüten verschwunden sind.

Die Mandelblüte, la floración de los almendros, hat eigentlich Mitte Jänner oft sogar noch Anfang Februar ihren Höhepunkt, doch dieses Jahr müssen die Bäume schon früher zu blühen begonnen haben.

Zwischen den weißen und rosafarbenen Blüten waren bereits ziemlich viele hellgrüne Blättchen zu sehen. Schade, denn damit verliert sich der Eindruck einer duftigen Blütenwolke. Kurze Zeit später stehen dann nur mehr ganz normale, unscheinbare grüne Bäume in der Gegend herum – bis zum nächsten Jahr im Jänner.

Wenn jetzt irgendjemand sofort wieder den Klimawandel ins Spiel bringen möchte, kann ich euch in dem Fall beruhigen. Ich habe selbst in meinem Inseltagebuch geblättert und im Jahr 2013 waren die Mandelblüte genau so früh dran wie dieses Jahr. Die Natur hat eben ihren eigenen Kalender und dabei spielt das Wetter der vergangenen Monate eine größere Rolle als wir glauben.

Wenn ihr mehr über die Mandelbäume und die Bedeutung der Mandel auf den Kanarischen Inseln wissen wollt, lest doch meinen Beitrag vom vergangenen Jahr – Tausche wintergrau gegen weißen Blütenzauber oder die Mandelblüte auf Teneriffa Viel Spass und hasta pronto …

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