Semana Santa und der Reindling

Meine Ostereier habe ich bereits gestern bunt gefärbt, gekochter Schinken und Würstchen sind sicher im Kühlschrank verstaut, jetzt muss nur noch der Reindling gebacken werden. Ihr könnt mit einem Reindling nichts anfangen? Ganz einfach, das ist im Grunde genommen ein Hefekranz mit einer Füllung aus Zucker, Zimt, Rosinen und gehackten Nüssen. Heute wird er meistens, der schönen Form wegen, in einer Gugelhupfform gebacken, aber ursprünglich schob man den Kuchen in einem – auf kärntnerisch – Reindl, sprich Kochtopf ins Backrohr.

bei uns gibt es morgen beide Varianten – links mit Mohn und rechts mit Zimt und Zucker

Daher kommt also sein Name und zu Ostern ist dieser Reindling in Kärnten ein muss bei der Osterjause und die Patenkinder bekommen traditionell ebenfalls einen Reindling als Draufgabe zum Patengeschenk. Für alle, die es noch immer nicht wissen, werde ich noch einmal kurz erklären, was zur typischen Kärntner Osterjause gehört. Denn – auch wenn wir hier auf Teneriffa sind – zu Ostern kommt nichts anderes auf den Tisch!

Also – zu einer echten Kärntner Osterjause gehören natürlich der geräucherte Osterschinken, viele bunte, hart gekochte Eier, frisch geriebener Kren, gekochte Rindszunge, Selchwürste, und der Reindling. Bevor die Köstlichkeiten allerdings endlich auf den Ostertisch kommen, wird die Jause in vielen Familien in die Kirche getragen und vom Pfarrer geweiht. In ganz Kärnten finden um die Mittagszeit in allen großen und kleinen Kirchen Fleischweihen statt – und erst im Anschluss daran wird aufgetischt.

Auf ARTlandya ist es heute ruhig, am Karfreitag verirren sich so gut wie keine Besucher zu uns, es ist still und leise. Die Sonne scheint, trotzdem ist es nicht besonders warm, es weht zur Abwechslung ein kühler Wind. Aber wie hat Martin Luther schon gesagt? „Wer den „stillen Freitag“ und den Ostertag nicht hat, der hat keinen guten Tag im Jahr.“ Mir kommt der ruhige Tag gerade recht, denn so kann ich in aller Ruhe meine österlichen Vorbereitungen erledigen und kann ein bisschen dahin trödeln. Herrlich!

Ich wünsche euch heute schon erholsame Osterfeiertage und eine gute Osterjause! Viel Glück beim „Eier pecken“ und viel Spaß beim Osterspaziergang und dazu wunderschönes Frühlingswetter. Übrigens, der Karsamstag wird auf der Insel auch ab und zu Sabado de Gloria genannt. Das klingt schön, oder? ¡Felices Pascuas! Mit ganz lieben Grüßen von unserer kleinen Insel im Atlantik!

Der Osterhase ist in Startposition und hier sind noch ein paar Links auf alle Osterbeiträge der letzten Jahre. Der Startschuss für Ostern fällt ja schon am Palmsonntag, aber ich habe euch auch die Geschichte über den Eier bringenden Osterhasen und die Ostereier erzählt.

Wenn ihr mehr über die Bruderschaften oder Ostern auf Teneriffa lesen wollt, hier sind meine Berichte der vergangenen Jahre und wie immer findet ihr dort auch viele Fotos …

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PuppenKUNST und Hobby

So viele und unterschiedliche Puppen wie heute hat es noch nie gegeben. Nie zuvor haben sich mehr Künstler mit der Puppenbildhauerei beschäftigt als heute. Während der vergangenen zwanzig Jahre entstand nicht nur in Europa, sondern auch auf internationaler Ebene, eine sich immer stärker ausbreitende neue Kunstrichtung – die zeitgenössische PuppenKUNST.

Die Grundlagen dieser Kunstrichtung sind alle erdenklichen Materialien, die dann von kreativen Händen in Puppenkinder verwandelt werden. Den verwendeten Materialien sind nahezu keine Grenzen gesetzt – Holz, Keramik, Porzellan, Wachs, Papier, Leder, Textilien sowie Kunststoff, alles wird verwendet und jedes Material ist auf seine Art faszinierend und schön.

Bei Puppensammlern steht wahrscheinlich noch immer die Puppe aus Porzellan im Vordergrund. Für viele Sammler ist dieses Material wertvoller und beständiger als alle anderen Werkstoffe. Kennt man jedoch  den aufwendigen, an Bildhauerei grenzenden Werdegang einer Puppe aus Cernit, kann man daraus ermessen, wie wertvoll auch diese Puppen sind. Jedoch auch die Puppe, die „nur“ aus Stoff oder Filz entstehen und deren Gesicht mit Nadel und Zwirn ausdrucksvoll geformt wurde, steht nicht im Schatten der Schönheit aus Porzellan. Vielleicht ist ihre Herstellung sogar noch komplizierter.

Das Thema PUPPE ist heute zu einer fast endlosen Diskussion geworden: sind die Künstlerpuppen nun Handwerk, Kunsthandwerk oder gar Kunst? Ab wann sind Puppen Reproduktionen und aus welchem Material müssen Künstlerpuppen hergestellt werden? Serien aus Porzellan? Oder sind es die großen Auflagen in Vinyl? Einigen wenigen Künstlerinnen gelang es sogar, einen eigenen Produktionsbetrieb zu gründen und ihre Modelle in Serien, zum Teil weltweit zu vertreiben. Fragen über Fragen, die sich über kurz oder lang selbst beantworten.

Am  Ende  entscheidet der Sammler. Der Kunde schafft eigene Marktgesetze durch Tausch, An- und Verkauf. Die Eigenständigkeit und Originalität macht diese Puppe der Kunst so unverwechselbar. Sie lässt sich keiner Stilrichtung zuordnen, da jede oder jeder dieser Künstlerinnen und Künstler seine eigene Linie verfolgt. So sind denn auch diese Künstlerinnen und ihre Arbeiten einmalig und unverwechselbar.

Im vergangenen Jahrhundert wurden Puppen und deren Mütter durch eine riesige Nostalgiewelle mit einem Schlag salonfähig. Die Jahrhunderte alte Tradition der Puppenkultur erlebte eine eindrucksvolle Renaissance. Kein Wunder – schließlich gehört die Puppe zum ältesten Kulturgut der Menschheit.  Die Künstlerpuppe kann nicht mehr von der Bildfläche verschwinden. Sie bleibt ein Teil unseres kulturellen Lebens, s i e   l e b t!

Aber wie erkennt man eine Künstlerpuppe? Ist es eine vom Künstler modellierte Puppe oder doch nur eine Reproduktion? 

Diese Frage stellt sich der Sammler immer wieder. Ist die Puppe, die er gekauft hat tatsächlich eine vom Künstler vollkommen eigenständig modellierte Puppe? Oder ist es doch nur eine – vielleicht etwas um modellierte Reproduktion, hergestellt mit Hilfe irgendeiner der vielen im Handel vorhandenen Puppenformen? 

Es gibt ein Problem auf dem Künstlerpuppenmarkt. Durch die große Zahl der im Handel erhältlichen Formen ist der Überblick etwas schwieriger geworden. Welches Gesicht, welche Hand oder welcher Fuß ist aus einer der handelsüblichen Form entstanden? In der Szene tauchten viele selbst ernannte Künstlerinnen auf, die der Meinung waren, dass es genügen würde, die einzelnen Teile einer Puppe zusammen zu bauen. Doch diese Puppen sind zwar hübsche Hobbyarbeiten, aber noch lange keine Künstlerpuppen! Doch darüber ein anderes Mal mehr …

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Das Mädchen und das Bärenkind

Heute Nachmittag ist mir eigentlich mehr oder weniger durch Zufall eine kleine Geschichte in die Hände gefallen. Ich habe sie vor vielen Jahren einmal für eine Teddyausstellung verwendet und damit sie nicht wieder im Dunkeln verschwindet, schreibe ich sie jetzt noch einmal auf. Vielleicht gefällt sie euch ja auch? Es handelt sich um ein kleines Mädchen und einen jungen Bären…

Vor vielen Jahren an einem schönen Tag im Herbst, saß ein kleines Mädchen auf einer Bank vor dem Haus saß ein Mädchen und weinte. „Niemand spielt mit mir, warum spielt denn niemand mit mir?“ schluchzte es. Ein neugieriges Bärenkind sah das kleine Mädchen an und brummte gutmütig: „Wenn du möchtest, können wir gemeinsam spielen.“ Da sah die Welt gleich ganz anders aus und das Mädchen war glücklich.

Der Tag ging zu Ende und als es an der Zeit war, ins Bett zu gehen, durfte der kleine Bär im Puppenwagen im Kinderzimmer schlafen. Der Mond zog seine Bahn über den Himmel und in der Nacht träumte der junge Bär vom Wald, von Vater Bär und Mutter Bär.

Als der kleine Bär am nächsten Morgen aufwachte, war er sehr krank. Es schüttelte ihn nur so, er schlotterte mit allen Tatzen. Das war gar nicht gut und die ganze Familie überlegte, was man für das Bärenkind  wohl tun könne. „Ich glaube, es ist Heimweh“, sagte der Vater auf einmal und weil er ein kluger Mann war und wusste, wo die Bären wohnen, nahm er das kleine Bärenkind huckepack und trug es zurück in den großen Wald.

Das kleine Mädchen aber weinte bitterlich weil es das Bärenkind so gern behalten hätte. Mit wem sollte sie denn spielen? Weit und breit war niemand da, der mit ihr spielen konnte. Da hatte die Mutter eine Idee! Sie setzte sich an die Nähmaschine und nähte einen kleinen Stoffbären für ihre Tochter. Dieser Bär konnte kein Heimweh bekommen und auch nicht weglaufen. Er konnte gut zuhören, war der perfekte Spielgefährte und am Abend legte das kleine Mädchen den Bären in ihren kleinen Puppenwagen und deckte ihn gut zu.

Am nächsten Tag kamen die Nachbarskinder vorbei und als sie den Stoffbären sahen, wollten sie natürlich auch mit ihm spielen. Damit es keinen Streit unter den Kindern gab, nähte die Mutter für jedes Kind einen eigenen Teddybär. Sie nähte und nähte. Vielleicht näht sie heute noch….

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Der alte Leuchtturm von Abona

Am Montag hat es uns nach langer Zeit zur Abwechslung wieder einmal in die Gegend von Arico verschlagen und da wir vor unserem Treffen mit Freunden in El Medano noch ein bisschen Zeit hatten, haben wir ganz spontan einen kurzen Abstecher zum Leuchtturm von Abona gemacht.

Der Himmel war zwar auch über dem Meer ziemlich grau und düster, aber für einen Spaziergang an der Küste ist das gar nicht so schlecht. Viel Zeit hatten wir sowieso nicht und für einen kurzen Spaziergang war es perfekt.

Das ist also el Faro de Abona, der Leuchtturm von Abona, oder besser gesagt, der alte Leuchtturm, der 1899 in Betrieb genommen worden ist. Wenn ich an einen Leuchtturm denke, habe ich allerdings ein anderes Bild vor Augen.

Da sehe ich einen schlanken, runden, hohen Turm vor mir und kein geducktes Haus mit einem kleinen, unscheinbaren Glassturz auf dem Dach. Das passt einfach nicht in meine Vorstellung. Aber weil es in Spanien üblich ist oder war, die neuen Leuchttürme unmittelbar neben ihre Vorgänger zu bauen, steht neben diesem kleinen Leuchttürmchen natürlich auch noch ein schöner, hoher, rot-weiß gestreifter Turm an der Küste. So wie es sich gehört!

Von diesem Punkt aus könnte man auch die sogenannte Geisterstadt von Abades erkunden, doch dazu hätten wir gestern keine Zeit gehabt. Aber auch wenn wir das geplant hätten, der Himmel wolkenlos blau gewesen wäre und die Sonne vom Himmel gelacht hätte, wäre es kein guter Tag dafür gewesen.

Von Zeit zu Zeit trainieren Soldaten in dieser Landschaft und wer weiß – vielleicht wären wir gestern zu Kriegsgefangenen erklärt worden.

Ob die Burschen scharf geschossen haben oder ob sie nur in der Gegend herum geballert geknallt haben, kann ich nicht sagen, aber irgendwie war es ganz lustig, die getarnte Truppe zu beobachten. Sie haben sich tapfer durch die verstreuten Büsche geschlagen und Krieg gespielt.

Ich habe sie dann aus den Augen verloren und wir sind unseren Weg an der Küste ganz unbehelligt weiter gegangen und als wir wieder Richtung Leuchtturm zurück gekommen sind, haben sie sich anscheinend zum Abtransport gesammelt.

Wenn ihr noch mehr über den Faro de Abona lesen wollt, lest euch den älteren Blogbeitrag über den Leuchtturm von Abona durch. Ihr findet dort auch eine nette Geschichte über einen Leuchtturmwächter in alten Zeiten…

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Der Manager

Eine Stunde Sonnenschein und dann übernehmen die Wolken die Herrschaft am Himmel. Um die Mittagszeit fallen die ersten Regentropfen und als Draufgabe ist am Nachmittag dann auch noch coole Schneeluft dazu gekommen und es war es A…kalt. Langsam aber sicher reichen die Kühlschranktemperaturen wirklich. Kann es nicht einmal anständig regnen und gut ist? Von mir aus gerne zwei oder drei Tage, aber dann ab mit den Wolken und Sonne herbei!

ein Blick von unserer Terrasse auf den Teide vor zwei Tagen

Der Teide hat immerhin eine dekorative Schneehaube bekommen, auch wenn nicht wirklich Massen von Schnee gefallen sind. Ob heute ein paar Schneeflocken dazu gekommen sind kann ich euch leider nicht verraten, denn unser Vulkan versteckt sich hinter grauen Wolken.

Viel mehr habe ich heute nicht zu erzählen, aber bei der Arbeit ist mir ein Gedicht untergekommen und das möchte ich euch nicht vorenthalten. In ein paar Tagen sieht meine Welt schon wieder anders aus und dann kann ich euch mit Sicherheit einige interessante Geschichten erzählen. Bis dahin – liebe Grüße von der kleinen Insel im Atlantik.

Der Manager
Ein Mensch wird alle Tage kränker –
nur noch Betriebs- und Wagenlenker,
lebt er dahin, teils seelenhastig,
teils leibträg, ohne Heilgymnastik.

Was hat er Wichtigs zu erledigen!
Vergebens Frau und Freunde predigen,
dass er auf die Gesundheit seh
und, wenn schon nicht in Urlaub geh,
ein bisschen laufe, schwimme, turne –
zu spät: der Rest kommt in die Urne;

Der Schlag, just vor der Unterschrift
des letzten Briefs den Menschen trifft.
Die Sekretärin, noch hienieden,
schreibt drunter: nach Diktat verschieden.
Eugen Roth

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Ursache und Wirkung

Es wird Abend auf der Insel. Draußen ist es trüb und kühl, es hat leicht zu nieseln begonnen. In unserem Stübchen ist es angenehm warm, ein kleines Feuer knistert im Kamin. Ideale Voraussetzungen für eine Märchenstunde und deshalb erzähle ich euch jetzt eine kleine Geschichte:

Es war einmal ein Siedler in Kanada … er steht vor seiner Hütte und riecht den Winter, der nicht mehr weit weg ist. Er nimmt seine Hacke in die Hände und beginnt zu arbeiten. Ein Stück Holz nach dem anderen verwandelt sich unter seinen Schlägen auf dem Holzblock in ofenfertige Scheite. Um die Mittagszeit kommt ein Indianer an seinem Haus vorbei. „Na, wie wird der Winter in diesem Jahr?“ fragt ihn der Siedler. „Kalt“ sagte der Indianer „sehr kalt“

Der Siedler nickt und arbeitet fleißig weiter. Scheit für Scheit fällt zu Boden und bis zum Abend hat er schon einen Großteil seiner Arbeit geschafft. Der Holzstoss vor dem Haus ist um ein schönes Stück gewachsen.

Am nächsten Tag kommt der Indianer abermals bei seinem Haus vorbei und der Siedler fragt ihn noch einmal: „Wird der Winter wirklich sehr kalt?“ „Sehr, sehr kalt – extrem kalt wird es werden!“ antwortet der Indianer und geht weiter.

Der Siedler wird nachdenklich, denn er geht davon aus, dass der Indianer die Vorzeichen für kalte Wintermonate aus irgendwelchen Vorkommnissen erkennen kann. Frieren möchte er in den kalten Monaten nicht und deshalb hackt er wie ein Verrückter weiter, damit sein Vorrat an Brennholz groß genug wird und er im Winter gemütlich in der warmen Stube sitzen kann.

Als der Indianer ein paar Tage später wieder auftaucht und meint, dass dies der kälteste Winter aller Zeiten werden würde fragt ihn der Siedler: „Und woher weißt du das?“ „Alte Weisheit des roten Mannes“ meint der Indianer „wenn weißer Mann viel Holz hackt, wird der Winter sehr kalt.“

Das nennt man das Prinzip von Ursache und Wirkung, denn jede Ursache hat ihre Wirkung und jede Wirkung ihre Ursache. Alles was geschieht, geschieht auf Grund einer bestimmten Gesetzmäßigkeit.  Jede Wirkung hat aus diesem Grund eine Ursache und wenn irgendjemanden die Auswirkung nicht passt, müsste er also nur die Ursache Wurzel des Übels finden und beseitigen oder ändern.

Das kann doch nicht so schwer sein, oder doch? Schon der ehrwürdige Johann Wolfgang von Goethe hat folgendes festgestellt: „Man liebt Ursache und Wirkung zu verwechseln. Der denkende Mensch irrt besonders, wenn er sich nach Ursache und Wirkung erkundigt, sie beide machen zusammen das unteilbare Phänomen. Wer das zu erkennen weiß, ist auf dem rechten Wege zum Tun, zur Tat.“

Das klingt zwar ein bisschen verwirrend – ist es aber nicht. Wir wissen ja fast immer, wo der Fehler begraben liegt. Wir wollen die Tatsache aber nicht sehen, denn meistens ist es ist viel bequemer, einfach die Folgen auf die Seite zu drücken. Das beste Beispiel sind wohl Kopfwehtabletten.

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Mascarita – un Huevito oder „wer gibt mir ein Ei?“

Mit dem Aschermittwoch ist der Fasching eigentlich vorbei, aber wie so oft, liegt die Betonung wieder einmal auf eigentlich. In vielen Orten wurde gestern auf Teneriffa der Karneval in Form einer Sardine beerdigt oder besser gesagt verbrannt. In Icod de los Vinos war das nicht der Fall, bei uns steigt die Seele des Fisches erst am Samstag in den Himmel auf und bis dahin wird offiziell weiter gefeiert.

Am Aschermittwoch wird auch nicht zum Heringsschmaus eingeladen, in der Stadt sind verkleidete Kinder mit Körben unterwegs um Eier zu sammeln. Mascarita – un Huevito heißt diese Tradition und laut alten Aufzeichnungen taucht der Brauch  „um Eier zu bitten“ schon im 18. Jahrhundert auf und war bis ins 20. Jahrhundert ein fester Bestandteil des Faschings. 

auch das sind Teile von Fotos die Alfonso Martín gemacht hat

Das Eiersammeln in der Faschingszeit hatte in alten Zeiten einen doppelten Zweck. Erstens waren Hühnereier sehr begehrt nicht zu verachten, denn damit wurden eben Arme Ritter oder andere Eierspeisen auf den Tisch gebracht und zweitens brauchte man so viel wie möglich Munition für den Karneval. Diese Eier wurden wie ein Schatz in Körben oder Schubladen gehortet und kurz vor den närrischen Tagen wurden sogenannte Eierstäbe, los huevos taco o huevos talco, gebastelt.

Eier und Munition? Der Spass bestand darin, während der Zeit vor dem Karneval so viele Eier auszublasen wie nur möglich. Dann wurden die Eierhüllen nicht wie bei uns kunstvoll bemalt und verziert, sondern mit Puder oder Konfetti gefüllt. Die Löcher wurden mit Papier und Kleister, oder einer Mischung aus Mehl und heißem Wasser verschlossen. La diversión consistía en guardar durante los días anteriores al carnaval cáscaras de huevos cuidadosamente vaciadas y rellenas con polvos de talco o confetis. Fertig war der Zauber und das Pudergeschoss für den närrischen Kampf war gesichert.

Diesen Brauch gab es auch in Icod de los Vinos doch 1906 wurde er verboten. Vor einigen Jahren haben die Kinder der Escuela Municipal de Folclore de Icod de los Vinos diesem Brauch wieder neues Leben eingehaucht und so wird seit kurzem am Aschermittwoch die Hauptstraße geschmückt und die verkleideten Kinder ziehen von Geschäft zu Geschäft, von Tür zu Tür, um überall um Eier zu bitten. 

Als Belohnung gibt es für alle Kinder danach im Casa de Cáceres süße Arme Ritter als Stärkung. Kennt ihr Arme Ritter?  Nein ich meine keine verarmten Gestalten in klapprigen Blechrüstungen, ich rede von den Armen Rittern, die ich – und ihr bestimmt auch –schon als Kinder gerne genascht habe. Also, wer kennt die nicht?! In Spanien sind die Armen Ritter, las torrijas, eine traditionelle Mehlspeise in der Fastenzeit …

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