immer wieder dieselben Lieder …

Ein ganz normaler Tag geht zu Ende. Zu erzählen habe ich heute leider gar nichts, obwohl der Tag randvoll mit Geschichten ist. Aber es gibt eben auch Geschichten, die ich für mich behalte. Keine Angst, es geht bald wieder weiter – wie gewohnt …

Wo sind die Tage an denen wir glaubten, wir hätten nichts zu verlieren?

Wir machen alte Kisten auf, holen unsere Geschichten raus. Ein großer, staubiger Haufen Altpapier. Wir hören Musik von früher, schauen uns verblasste Fotos an. Erinnern uns, was mal gewesen war.

Und immer wieder sind es dieselben Lieder, die sich anfühlen, als würde die Zeit stillstehen.

Ich geh‘ auf meine Straße, lauf‘ zu unserem Laden. Seh‘ euch alle da sitzen, weiß, dass ich richtig bin. In welchen Höhen und welchen Tiefen wir gemeinsam waren. Drei Kreuze, das wir immer noch hier sind.

Und immer wieder, sind es dieselben Lieder, die sich anfühlen, als würde die Zeit stillstehen. Denn es geht nie vorüber, dieses alte Fieber, das immer dann hochkommt, wenn wir zusammen sind.

Wir stoßen an, mit jedem Glas auf alle, die drauf gegangen sind…

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Fincaalltag, Tagebuch, Yannes Welt, Zitate | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Die Drachenfrucht – La Pitahaya

Die gefährlichen, feuerspeienden Drachen sind nicht nur ein Thema von vielen alten Legenden und Mythen, sie sind sozusagen hier auf der Insel zu Hause. Wer auf Teneriffa mit offenen Augen durch die Gegend spaziert findet sie fast überall, Drachen aller Arten…

Das mit den Drachen ist so eine Sache, denn auf Teneriffa oder besser gesagt auf allen Kanarischen Inseln wachsen nicht nur Drachenbäume in den Himmel, hier huschen auch kleine und größere Drachen durch die Landschaft. Das könnte ich jetzt hier einfach so stehen lassen, denn diese Aussagen findet ihr in jedem Reiseführer und darin wird wohl die Wahrheit stehen, oder?

In der Realität sieht es ein kleines bisschen anders aus, denn die Drachenbäume sind keine Bäume und bei den Drachen aus dem Tierreich handelt es sich nicht um Feuer speiende Ungeheuer, sondern um eine ungefährliche Art von Eidechsen, los lagartos, genau gesagt, um Gallotia galloti, die Kanareneidechse. Für das Feuer, das zur Zeit auf der Nachbarinsel La Palma wütet können sie also auf keinen Fall zur Verantwortung gezogen werden. Diese, im Grunde genommen harmlosen aber sehr gefräßigen Eidechsen sind auf den Kanarischen Inseln endemisch und haben im Vergleich zur Echten Eidechse einen relativ breiten Schädel und ein etwas anderes Schuppenkleid.

Dann wäre da noch der Drachenbaum, el Dracaena Draco. Eine der Legenden erzählt, dass Drachen nach ihrem Tod zu Drachenbäumen werden, also muss es auf der Insel eigentlichen irgendwann einmal wirklich richtige Drachen gegeben haben, oder? Die Eidechsen können damit ja nicht gemeint sein, auch wenn es in früheren Zeiten sehr viel größere Arten davon gegeben hat. Auf den Kanarischen Inseln wachsen tatsächlich sehr viele beeindruckende Drachenbäume, aber davon möchte ich euch heute gar nicht erzählen und wenn ihr mehr darüber lesen wollt, findet ihr am Ende meiner Geschichte den Link dazu.

Kennt ihr die Drachenfrucht, la Pitahaya? Vielleicht habt ihr sie ja schon einmal gesehen, sie ist ziemlich auffällig, da sie eine Farbe hat, die mich an einen Kaugummi in meiner Jugend erinnert. Zuckersüß mit einem ganz eigenen Geschmack und fast giftig pinkfarben – mit Bazooka konnte man die größten und tollsten Blasen machen. Aber jetzt bin ich schon wieder vom Thema weg, denn heute geht es noch nicht um die Früchte sondern erst einmal um die Blüten aus der diese Früchte entstehen.

Die Blüte der Pitahaya zählt zu den schönsten Blüten der Welt. Sobald es dunkel ist, öffnen sich die Blüten und verströmen einen Duft, der mich ein bisschen an Jasmin erinnert. Für mich ist es immer wieder faszinierend, wenn sich die vorher grünen Knospen innerhalb von kurzer Zeit in eine wunderschöne Blüte verwandelt.

Diese Kaktusblüten sollen die größten Blüten aller Kakteen sein und ich glaube, das könnte stimmen, denn sie haben einen Durchmesser von ungefähr 25 Zentimetern. Das ist schon ziemlich beeindruckend. Aber es ist eine sehr vergängliche Schönheit, denn die Blüte öffnet sich nur für eine Nacht. Am nächsten Vormittag sind sie zwar auch noch sehr schön, aber spätestens in den frühen Abendstunden fallen sie komplett zusammen und hängen nur mehr traurig auf den Boden. Der Zauber der Nacht ist vorbei. Wahrscheinlich wird sie auch deshalb öfter Königin der Nacht genannt – obwohl sie keine ist! Aber das ist eine andere Geschichte.

Zum Glück blüht die Drachenfrucht nicht nur einmal im Jahr. Bei uns hier auf der Finca blühen sie zwischen Juli und September ungefähr in drei Schüben. Bei der ersten Blüte sind es meistens nur ein paar vereinzelte Exemplare doch beim zweiten Mal sind heuer in einer einzigen Nacht über zwanzig Blüten zur gleichen Zeit aufgeblüht und es stehen noch sehr viele in den Startlöchern, die in den nächsten Tag folgen werden.

„Ich hätte nie gedacht, dass die Welt der Früchte etwas so Wundervolles hervorbringen könnte wie die Drachenfrucht. Sein Fruchtfleisch hat die Farbe und das Aussehen von aufgerollten Rosenblättern und sein saftiges Fleisch schmeckt nach einem Kuss eines leidenschaftlichen Liebhabers. Nie zuvor hatte ich ein Stück rote Erde in meinen Händen gehalten “, sagte der französische Dichter André Breton, als er zum ersten Mal eine mexikanische Pitahaya probierte.

Wir selbst haben leider noch nie eine Frucht geerntet, aber vielleicht klappt es ja dieses Jahr? Damit sich aus der faszinierenden Blüte eine Frucht entwickeln kann, müsste, oder besser gesagt muss, die Bestäubung innerhalb ein paar Stunden stattfinden. Wenn die Blüte in der einzigen Nacht, in der sie offen bleibt, nicht bestäubt wird, trägt sie logischerweise auch keine Früchte. Deshalb sind in der natürlichen Umgebung hauptsächlich Fledermäuse für diese Arbeit zuständig – Bienen verbringen ihre Nächte ja im Bienenstock.

Klingt ganz logisch, aber in den Vormittagsstunden fliegen wirklich sehr viele Bienen in die Blüten und schwirren von einer Blüte zur anderen. Allerdings habe ich die Bienen immer nur zwischen den Staubgefäßen gesehen und dadurch, dass der Stempel ziemlich am Rand der Blüte liegt, nutzt uns die Arbeit der Bienen in dem Fall leider nichts. Wenn man Früchte haben will, ist also Handarbeit gefragt. Die Bienen sind, sie wie es aussieht, anscheinend ungeeignet und auf die Fledermäuse ist auch kein Verlass.

Selbst ist der Mann ist das Motto und so haben wir die Arbeit selbst in die Hand genommen. Georg hat mit einem Pinsel die Arbeit der Fledermäuse übernommen. Wir sind also bewaffnet mit einer Taschenlampe und einem Pinsel gegen Mitternacht losgegangen und haben die Befruchtung eigenhändig erledigt. Ob wir damit Erfolg haben, kann ich euch sicher bald sagen, denn wenn es nicht funktioniert hat, fallen die verwelkten Blüten in einigen Tagen von selbst auf den Boden. Dann war‘s wohl nix. Wenn es gut geht, entstehen aus den Blüten bald eiförmige Früchte in einer Farbe, die an Kaugummirosa erinnert, mit weicher und glatter Haut und vielen, grünen und harten Blättern auf ihrer Oberfläche. Aber das ist noch Zukunftsmusik!

Die Fotos in der Nacht sind leider nicht berühmt, aber besser habe ich es in der dunklen Nacht nicht hinbekommen. Die Geschichte über die Drachenfrucht ist aber noch lange nicht zu Ende – ihr dürft neugierig bleiben. Ich halte euch auf dem Laufenden, versprochen!

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, ARTlandya, Blumen und Pflanzen, Fincaalltag, Tagebuch, Teneriffa, Tiere, Yannes Welt | Verschlagwortet mit , , , | 11 Kommentare

El Dia de La Candelaria 2020

Heute einfach einmal ein paar kluge Worte von Eugen Roth…

Ein Mensch sah jedes Mal noch klar:
Nichts ist geblieben so, wie’s war.-
Woraus er ziemlich leicht ermisst:
Es bleibt auch nichts so, wie’s grad ist.
Ja, heut schon denkt er, unbeirrt:
Nichts wird so bleiben, wie’s sein wird.

Auf dem Foto seht ihr die Basilica de la Virgen de la Candelaria en la Plaza de la Patrona de Canarias und auf Teneriffa wird am 15. August der wichtigste kirchliche Feiertag der Insel, el Dia de La Candelaria, gefeiert. Im Mittelpunkt steht eine schwarze Madonna, la Morenita, wie sie liebevoll genannt wird, ist die Schutzheilige der Insel und bereits in der Nacht davor führen auf der Insel alle Wege nach Candelaria.

Tausende Menschen wandern auf traditionellen Pilgerwegen über die Berge oder entlang der Autobahn  zur schwarzen Madonna nach Candelaria. Egal ob religiös oder nicht, jung oder alt, aus Freude an der Tradition oder mit sportlichem Eifer. Der Weg ist das Ziel – und am Ende wird. Doch dieses Jahr gibt es weder Pilger noch irgendeine kleine Feier. Der Virus mit der Krone hat das Zepter übernommen und die Regentschaft übernommen…

Ich wünsche euch allen noch einen wunderbaren Abend und morgen einen schönen Sonntag!

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, Fiestas und Veranstaltungen, Fincaalltag, Tagebuch, Teneriffa, Yannes Welt | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Hoffnung oder Optimismus?

Heute habe ich einen Spruch gelesen, der mir komischer Weise nicht aus dem Kopf gegangen ist. Ich habe ihn ein paar Mal gelesen, aber ich habe ihn nicht wirklich verstanden. Oder macht er für mich einfach keinen Sinn? Einige Menschen haben ja auch das Virus, das in aller Munde ist und unser Leben so durcheinander geschüttelt hat, als ein positives Ereignis für die Menschheit gesehen. Oder sieht es vielleicht immer noch so. Ich weiß es nicht. Egal, in der Weisheit geht es auch um Hoffnung.

„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“ (Vaclav Havel)

Ist Hoffnung überhaupt noch Hoffnung, wenn sie nicht mehr enttäuscht werden kann?Kurz gesagt, die Zukunft macht also immer Sinn, egal wie es ausgeht. Das kann schon sein, mit dieser Einstellung kann könnte jeder von uns einer  ungewissen Zukunft mit Gelassenheit entgegen sehen. In dieser Zeit vielleicht ein beruhigender Gedanke, aber für die Realität nicht besonders geeignet. Ganz ehrlich – wer von euch kann sich mit ewiger Unsicherheit arrangieren? Ich kann es nicht. Hoffnung ist für mich mit einem guten Ende verknüpft uns wenn das Ende nicht gut ist, hat sich die Hoffnung einfach zerschlagen.

„Give me time“ von Erik Johansson

Es kann nicht jede Geschichte, weder im Märchen noch im Leben, gut ausgehen, es gibt nicht immer ein Happy End. Das erwarte ich auch gar nicht, aber was wäre, wenn uns jemand plötzlich die Hoffnung wegnehmen würde? Einfach so. Unter dem Motto „alles hat einen Sinn, ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.“ Ich glaube, das würde nicht funktionieren.

Hoffnung gibt Kraft und Hoffnungslosigkeit lässt uns verzweifeln. Ohne einen kleinen Funken Hoffnung würden wir wohl sehr oft die Flinte ins Korn werfen und aufgeben. Ohne Hoffnung hätten wir wahrscheinlich auch keine Ziele im Leben, denn auch wenn wir vieles berechnen können bleibt das Leben doch eine riesengroße Wundertüte mit vielen Überraschungen. Oder wie Karl Jaspers, ein deutscher Psychiater und Philosoph , treffend geschrieben hat

„Die Hoffnungslosigkeit ist schon die vorweggenommene Niederlage.“

Und weil aller guten Dinge drei sind, zum Abschluss heute noch einen klugen Spruch von William A.Ward

„Der Pessimist beschwert sich über den Wind,
Der Optimist erwartet, dass er sich ändert;
Der Realist richtet seine Segel aus.“

Hoffnung und Optimismus sind eindeutig die bessere Wahl. Also mit viel Optimismus ans Werk, auch wenn optimistische Gedanken nicht alle Probleme lösen können, es läuft ja nicht alles schlecht und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt …

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, Fincaalltag, Tagebuch, Yannes Welt, Zitate | Verschlagwortet mit , , | 4 Kommentare

aller guten Dinge sind mehr als Drei!

Seit Sonntag ist bei uns irgendwie der Wurm drinnen. Todo está fuera de horarios hoy. Zuerst blieb am Sonntag stundenlang der Wasserhahn trocken, kein Trinkwasser, schmutziges Geschirr in der Küche, die Waschmaschine stellt ihre Arbeit ein, nix mit Händewaschen. Aber diese Spielerei ist noch nichts Besonderes. Das passiert in Icod de los Vinos seit einigen Wochen immer wieder einmal fast jeden Tag für eine Stunde. Damit kann man leben, wenn man weiß, wann und wie lange das Wasser abgesperrt wird.  

Am Nachmittag hat als Draufgabe die Dichtung der Kaffeemaschine nicht mehr mitgespielt. Jetzt gab es zwar Wasser, dafür keinen Kaffee mehr. Zum Glück kennen wir einen Ersatzteilhandel in Santa Cruz, also auch nicht so schlimm. Am Montag hieß es  deshalb auf nach Santa Cruz. Wir wissen ja wo das Geschäft ist – oder besser gesagt wo es ursprünglich gewesen ist. Als wir dort angekommen sind, wurde gerade renoviert und der nette Maler hat uns die neue Adresse seines Vormieters verraten. Der Mensch kann ja auch Glück haben und mit diesem bisschen Glück haben wir unser Ziel dann relativ schnell gefunden. Auto in einer Seitengasse abstellen, Kaffeemaschine unter den Arm nehmen und Füsse in die Hand. Nach ein paar hundert Metern waren wir am Ziel. Maske aufsetzen, rein ins Geschäft, Dichtung gekauft und alles war gut. Der Heimfahrt stand nichts mehr im Weg.

Nachdem es ziemlich warm gewesen ist, wollte ich am Abend noch schnell ein paar Blumentöpfe gießen, aber komisch, aus dem Wasserschlauch kommt plötzlich kein Wasser mehr…

Das ist bei 30 Grad irgendwie gar nicht lustig. „Naja, vielleicht wird irgendetwas bei den Wassertanks fürs Fincawasser umgestellt und über Nacht ändert sich das wieder“ haben wir uns gedacht. Aber dem war nicht so. Nach einem kurzen Telefonat am nächsten Tag waren wir schlauer und das nächste Problem wollte gelöst werden. Aus irgendeinem Grund ist die letzte Rechnung nicht hier bei uns sondern bei irgendjemanden in der Careterra Santa Bárbara gelandet und nachdem derjenige weder einen Garten noch etwas mit den Lieferanten für Fincawasser zu tun hat, hat er die Rechnung wahrscheinlich einfach entsorgt und natürlich nicht für unser Wasser gezahlt. In Coronazeiten konnte ja auch niemand seine Wohnung ohne Grund verlassen, also was sollte er sonst damit tun. Kein Geld, kein Wasser – und so haben sie kurzerhand das Fincawasser abgestellt.

Also auf nach La Guancha, im Büro von Balten die Rechnung holen, nach Icod zur Bank, den Betrag einzahlen und dann per WhatsApp die Bestätigung wieder ins Büro schicken. Aufwendig, aber was soll’s. So bin ich wenigstens zu ein paar tollen Fotos vom Wassertank in La Guancha gekommen. Kein Vorteil ohne Nachteil – oder war’s umgekehrt?

Und dann schlägt das Gesetz der Serie aufs Neue zu. Als hätte das noch nicht gereicht, funktionierte plötzlich das spanische Telefon auch nicht mehr. Kein Telefon, kein Internet – toll. Und wie will soll man sich bei der Telefongesellschaft ohne Telefon beschweren? Zum Glück habe ich in meinem Telefon 2 Simkarten und so konnten wir mit der österreichischen Nummer wenigstens den spanischen Fehler melden. Wie alles auf der Insel wird natürlich auch bei den Telefonanbietern die gesamte Verwaltung über eine Zentrale in Spanien geleitet und da hieß es, in ein, zwei Stunden müsste es wieder funktionieren. Die Betonung liegt auf „müsste“

Ihr ahnt es wahrscheinlich schon – Wasser und Telefon hat erst am nächsten Tag wieder funktioniert, genau gesagt gestern in der Früh sprudelte das Fincawasser für den Garten wieder. Geschafft, jetzt kann eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder doch? Wenn man denkt, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her, kann sich der Spieß auch umdrehen und alle Lichter gehen aus. Um zehn Uhr, genau um 9.45 Uhr am schönen Vormittag wurde es mit einem Schnipser still und leise im Haus. Ist eine Sicherung geflogen? Nein, alles in Ordnung, alle Sicherungen stehen in Reih und Glied, der Trennschutz so wie er sein soll, nur der Stromzähler steht still. Soviel ich weiß, zieht weit und breit kein Unwetter durch die Gegend, ein Blitzeinschlag kann es also auch nicht sein. Vielleicht irgendwo Bauarbeiten? Wir können sowieso nur abwarten, gar so lange wird der Stromausfall wahrscheinlich nicht dauern.

Für Licht war um diese Zeit ja zum Glück die Sonne zuständig, der Kühlschrank, die Waschmaschine, das Backrohr und das Radio konnten damit leider nichts anfangen. Die Stunden vergehen und nichts tut sich. Das Telefon funktioniert ja, wir rufen jetzt bei Endesa an und fragen, wie lange der Spuck noch dauern wird – dachten wir. Aber das Telefon war sozusagen tot, mausetot. Das kann ja wohl nicht wahr sein!

Mittlerweile weiß ich auch warum. Apagón en Tenerife Stromausfall auf der ganzen schönen Insel. Nix ging mehr und Handymasten laufen ungefähr vier Stunden auf Notbetrieb, dann ist auch damit Schluss. Schon erschreckend, ohne Strom tappst du vollkommen im Dunkeln, du hast keine Ahnung was da draußen passiert. Kein Internet, keinen Fernseher, kein Radio und am Ende nicht einmal Telefon. Wie Robinson auf einer Insel irgendwo im weiten Meer. Da soll noch jemand sagen, dass Nachrichten überflüssig sind.

Wasserschlauch, Gartenschere und Malerpinsel funktionieren zum Glück auch ohne Strom. Die restlichen Stunden haben wir gestern sehr vorbildlich mit energiesparender Arbeit verbracht. Mein Brotteig hat mir ein bisschen Kopfzerbrechen bereitet. Ohne Energie aus der Dose könnte ich zwar ein tolles Menü auf den Tisch stellen, wir kochen zum Glück mit Gas. Kochen ist also kein Problem, aber das Backrohr heizt ohne Strom leider gar nicht. Da hilft weder gutes Zureden noch Streicheln, die Heizspiralen wollen einfach nicht.

Am Ende ist der Tag trotzdem ganz gut zu Ende gegangen. Um vier Uhr am Nachmittag war die Welt wieder in Ordnung, der Strom kam, wie es sein soll, aus der Steckdose, die Uhr beim Herd blinkte, aus den Lautsprechen dudelte leise Musik und ich konnte mein Brot in den Ofen schieben. Einem normalen Abend stand nichts mehr im Weg.

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, ARTlandya, Fincaalltag, Tagebuch, Teneriffa, Yannes Welt | Verschlagwortet mit , , | 10 Kommentare

… legte jeden Tag ein Ei …

Eigentlich gibt es nichts zu schreiben, aber eine kleine Geschichte muss ich euch doch erzählen. Mit unserer neuen Untermieterin habe ich euch ja bereits bekannt gemacht. Ihr erinnert euch noch an ein braunes Huhn mit dem hochtrabenden Namen Brigitte – sprich Brischid? Nachdem sie uns sozusagen adoptiert hat und wir uns gegen den Suppentopf entschieden haben, lebt Madame eben bei uns.

Wir sorgen für ihr leibliches Wohl und dachten an ein Ei pro Tag. Das ist für Kost und Logis nicht zu viel verlangt, oder? Am Anfang ihres Aufenthalts hat das auch ganz gut geklappt aber plötzlich war Schluss mit lustig. Ein Tag ohne Ei, noch ein Tag ohne Ei…

Dabei lebt sie bei uns ein richtiges Luxusleben, sie wandert wohin sie will, das Futter wird ihr vor die Haustüre gebracht, weit und breit kein einengender Zaun und frisches Wasser kann sie im kühlen Baumschatten aus dem kleinen Bächlein trinken. Huhn, was willst du mehr? Aber was soll’s, das Leben ist eben kein Wunschkonzert. Dann soll sie eben bei uns ihren Lebensabend verbringen – haben wir uns gedacht. Doch vor ein paar Tagen war plötzlich alles ganz anders. Unter diesem Benjamin lag einsam und verlassen – ein Ei!

Ein Ei ist nichts Aufregendes, das stimmt, aber wenn man beim genauen Hinschauen noch mehr davon sieht, dann glaubt man im ersten Moment an eine Luftspiegelung. Die gesamte Ausbeute waren neunundzwanzig Eier! Unsere Henne hat anscheinend kurzerhand ihren Schlafplatz gewechselt und zieht das schattige Plätzchen im Freien ihrem luxuriösen Einfamilienhaus vor. Oder sie einfach kein Homeoffice mehr? Mir soll es recht sein, ab jetzt wissen wir wenigstens wo wir die Miete kassieren können.

Den Büroplaner hat Peter Gaymann im Angebot, vielleicht sollte ich ihn mir kaufen? Sein Markenzeichen sind Hühner, er wird auch ab und zu Herr der Hühner genannt, und ich habe seine Bücher und Cartoons schon vor dem Einzug unserer Henne geliebt. Er hat aber nicht nur Hühner und vorlaute Katzen im Angebot sondern macht sich auch Gedanken über Pärchen und ihre Beziehungsprobleme. Ich liebe seinen Humor und deshalb werde ich mir jetzt eines seiner Bücher aus dem Regal holen…

„Humor sorgt für das nötige bisschen Entspannung, gerade wenn es schwierig wird“, sagt Peter Gaymann.

Ich wünsche euch jedenfalls noch einen wunderschönen Abend – morgen werde ich einen Kuchen backen – mit ganz vielen Eiern von einer glücklichen frei laufenden Henne.

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, ARTlandya, Fincaalltag, Tagebuch, Teneriffa, Tiere, Yannes Welt | Verschlagwortet mit , , | 7 Kommentare

ARTlandya Juni 2020

Zur Zeit beginnt sich das Leben zum Glück auch auf Teneriffa wieder zu normalisieren und am vergangenen Wochenende haben wir ARTlandya das erste Mal nach drei Monaten für Besucher geöffnet.

Vorerst werden wir auch nur an den Wochenenden, also Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr öffnen und das wird bis Ende des Jahres wahrscheinlich so bleiben. Ich glaube kaum, dass sich im Sommer das Urlaubsleben auf der Insel „normalisieren“ wird und deshalb müssen auch wir, wie so viele andere, für uns selbst neue Wege suchen.

Puerto de la Cruz Mitte Juni 2020

Wie überall auf der Welt hat der Virus mit dem schönen Namen COVID 19 auch auf Teneriffa anständig zugeschlagen, er hat die Kanarischen Inseln leider nicht verschont und das Leben von jetzt auf gleich von oben nach unten gedreht. Von einem Tag auf den anderen keine Besucher mehr zu haben ist schon ein harter Brocken und im ersten Moment bricht eine Welt, wenn auch nur die eigene, klirrend in sich zusammen. Was also machen?

ruhige Zeiten in Icod de los Vinos

Viele Unternehmer haben Gutscheine für ihre Kunden angeboten, wir haben uns aber dagegen entschieden, denn in unseren Augen können Vorauszahlungen für irgendwelche Leistungen in der Zukunft nicht viel an der Situation ändern. Abgesehen davon, dass niemand die Zukunft verlässlich vorher sehen kann. Ein Buch schreiben? Auch keine gute Lösung, denn meine Geschichten kann jeder seit Jahren vollkommen kostenlos im weltweiten Netz lesen. Virtuelle Museumsbesuche sind ebenfalls keine befriedigende Lösung – also müssen die Puppen und Teddies wohl oder übel noch einige weitere Wochen in Einsamkeit mit gezählten Bewunderern verbringen.

Schade, dass wir noch keine Pensionisten sind, dann hätten wir kein Problem, aber auf dieses Einkommen müssen wir noch einige Jährchen warten. Aber aufgeben gilt nicht! Damit es trotz dieser ungeliebten Auszeit, die uns über Nacht ein Virus beschert hat, so schnell wie möglich weitergehen kann, werden wir den bis jetzt sehr unpraktischen Arbeitsplatz für unsere Glasarbeiten zu einem Studio ausbauen. Die Arbeitsfläche, der Lagerraum für Glas und der Platz für die Glasöfen müssen optimiert werden, dann können in Zukunft viele noch mehr fantasievolle Objekte aus Glas entstehen. Die ersten Kunstwerke haben bereits den Ofen verlassen und neue Besitzer gefunden. In Zukunft sind wir damit weniger abhängig von Gästen, die ARTlandya besuchen, denn die kleineren Glasobjekte können wir ganz einfach verpacken und mit der Post auf den Weg schicken.

Ein Hilfsprojekt, das von der EU unterstützt wird, kann könnte uns dabei sehr hilfreich sein, denn im Moment zählt wirklich jeder Euro. Ihr könnt euch die Seite für unsere Gläsernen Illusionen ja einmal ansehen, vielleicht unterstütz uns ja jemand von euch?

Ich weiß, zur Zeit wird überall um Hilfe Unterstützung gebeten und jeder hat so seine kleinen und großen Sorgen, aber ich dachte, ich versuche es einmal. Ich bin nicht so geübt im „bitten“, ich löse meine Probleme am liebsten selbst, aber so wie es aussieht, sollte man nie glauben, dass man das immer schafft. Ohne, oder mit sehr gezählten Besuchern geht leider gar nichts, denn die laufenden Kosten für Wasser, Strom, Telefon und was sonst noch so fällig ist, müssen bezahlt werden und mit dem Ausbau des GLASstudios sehen wir ein Licht am Ende des dunklen Tunnels.  

Es gibt vielleicht wirklich nicht nur Probleme sondern auch Lösungen – bitte helft uns dabei diese Herausforderung zu meistern. Das wäre super toll!!! Und vielleicht kennt ihr ja jemanden, der jemanden kennt, der sich für Glaskunst interessiert… bitte weiter erzählen!

In diesem Jahr werden uns viele von euch leider nicht besuchen können, aber vielleicht sehen wir uns ja im kommenden Jahr wieder. Seht euch die Seite einfach einmal an – und danke für jede, noch so kleine Hilfe. Kommt gut in die Neue Woche 🌸🌹🌸

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, ARTlandya, Ausstellung, Fincaalltag, Kunst und Kultur, Tagebuch, Teneriffa, Yannes Welt | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Das kleine Wörtchen NEIN

Ein langweiliger Tag – durch und durch. Am Vormittag strahlender Sonnenschein und blauer Himmel, aber jetzt ist der Himmel vollgestopft mit Wolken und die ersten Regentropfen tröpfeln auf die noch sonnenwarme Erde. Es ist grau in grau und ungemütlich. Da vergeht einem die Lust auf jede Arbeit und zum Glück habe ich mein Arbeitspensum heute bereits erledigt. Naja, fast. Sonnenschein und blaues Meer vermitteln eindeutig ein besseres Lebensgefühl als Wolken und Regentropfen. Bei grauem Himmel fühlt es sich manchmal an, als würde das Leben an einem vorbeiziehen. Warum das so ist? Keine Ahnung, aber Sonnenstrahlen beleben eben.

Bei mir ist das so. Vielleicht war ich in irgendeinem vorherigen Leben eine freche Nixe oder eine Art von Sonnenanbeterin? Ein netter Gedanke, doch meine vorherigen anderen Leben werden wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Falls ich schon einmal gelebt haben sollte! Das ist aber wahrscheinlich doch eher nicht der Fall, hoffe ich wenigstens. Für mich ist nur eines sicher – der Blick aufs Meer, oder besser gesagt die uneingeschränkte Weitsicht bereichert mein ganz persönliches Leben. Keine Einschränkungen in der Sicht, immer das Gefühl der Weite vor sich haben – das ist für mich Lebensqualität!

Laut Lothar Seiwert, einem schlauen Autor von vielen interessanten Büchern, gehört zur Lebensqualität von jedem Menschen unbedingt noch ein ganz wichtiges Wort mit vier Buchstaben. Das Wörtchen nein! Er hat mit Sicherheit recht, denn das Wörtchen nein steht an der Spitze der Waffen gegen Zeitfresser. Aber warum fällt uns das Neinsagen so schwer? Will man andere nicht vor den Kopf stoßen, erhofft man sich Anerkennung und Lob? Will man Mitmenschen nicht verletzen oder möchte man es allen recht machen? Diese – oder andere Gründe könnten stimmen. Aber warum macht man das? Ich frage mich das deshalb, weil man von den Nutznießern meistens wenig Anerkennung bekommt und wenn es ganz krass hergeht, wird man sogar noch ausgenutzt. Auch nicht Sinn und Zweck der Aktion, oder?

Was macht man mit schlechten Angewohnheiten? Richtig, man versucht sie abzulegen. Man ändert sich so gut es geht. Doch Ballast kann man erst abwerfen, wenn man fähig ist, öfter nein zu sagen! Laut Lothar Seiwert sollte man erst im kleinen Kreis üben. „Jetzt nicht. Ich bin eine Stunde faul.“ Dann steigern: „Ich bin heute faul.“ Bis man bei jeder Gelegenheit Grenzen ziehen und sagen kann: „Nein, das ist mir gerade zu viel, das mag ich jetzt nicht machen.“ Das ist das Ziel! Hat man diese Hürden erst einmal geschafft, sollte man sich am Ende eines Tages fragen, wie viele Sachen man wirklich unbedingt im Laufe der letzten Stunden erledigen musste. Dann sollte man endgültig in der Lage sein, das Notwendige vom Unnötigen unterscheiden – und am nächsten Tag weglassen zu können. Essen, Reden, Lachen, Lieben – das sind die wirklich wichtigen Dinge des Lebens für die man mehr Zeit haben sollte!

Einen Versuch ist es auf alle Fälle wert, man kann ja nichts verlieren, oder? Nein heißt eben nein – und nicht naja, vielleicht geht’s ja doch. Ich sehe schon, dass muss ich noch üben – aber wie heißt es so klug? Richtig, Übung macht den Meister!

Dieses Gedicht ist mir heute zwischen die Finger gekommen und weil auch noch das Wochenende vor der Tür steht, schreibe ich es schnell noch hier auf. Alles Liebe und einen guten Start ins Ende der Woche, erholt euch gut!

eine Künstlerpuppe von Joke Grobben in der Ausstellung von ARTlandya

Das kleine Mädchen
Es war ein armes kleines Mädchen,
das stickte nur mit kurzen Fädchen;
ich glaube Lina war ihr Name.

Sie wurde eine schöne Dame,
war fleißig, brav und lernte gerne,
da kam ein Prinz aus weiter Ferne.
Der sagte: „Liebe gute Lina,
komm mit mir auf mein Schloss nach China.“
Dort sitzen sie nun alle beide
auf einem Thron von gelber Seide.
Joachim Ringelnatz (1883 – 1934) der eigentlich Hans Bötticher hieß …

Veröffentlicht unter Allgemein, Fincaalltag, Tagebuch, Teneriffa, Yannes Welt | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare

NebeL ist LebeN?

Der Tag hat heute mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein begonnen, aber Petrus hat sich kurz darauf anders entschieden. Am Vormittag sind graue Wolken aufgezogen und bald darauf sind die ersten Nebelschwaden vom Meer nach oben über die Hügel gezogen. Am Nachmittag hat es sogar leicht zu regnen begonnen. Na ja, Regen ist ein bisschen übertrieben, es handelt sich eher um Wasserstaub als um Regentropfen.

Alles ist möglich – nur Wunder dauern etwas länger. Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.

Diese Weisheit – oder soll man besser Erkenntnis sagen – soll vom griechischen Philosophen Platon stammen. Deshalb ist mein Motto des Tages heute „Every day may not be good, but there’s something good in every day.“

Ist euch eigentlich schon einmal aufgefallen, dass Leben von rückwärts gelesen Nebel heißt?  Vielleicht fehlt uns aus diesem Grund öfter der Durchblick? Es ist kein Zufall, dass Leben verkehrt gelesen, Nebel heißt. Es werden ja auch im realen Leben viele Dinge Tatsachen kurzerhand hinter einem Schleier des Vergessens versteckt. Was man nicht direkt sieht, existiert nicht mehr und niemand kann – oder soll – die ganze Wahrheit erfahren. Das funktioniert zwar nicht immer, aber einige Menschen glauben fest daran.

nebel_artlandya

Bei zu dichtem Nebel kann kein Mensch mehr klar sehen, Menschen, Tiere, Bäume, Blumen und oft sogar das Nachbarhaus verschwinden von einer Sekunde zur anderen hinter einem diffusen Dunstschleier und man blickt erst wieder durch, wenn sich der Nebel lichtet. Aber dann ist es oft schon zu spät und der Zug ist abgefahren – sozusagen im Leben Nebel verschwunden.

nebel_artlandya1

Man kann das Ganze aber auch umgekehrt sehen. Liest man Nebel von hinten nach vorne landet man mitten im Leben! Nebel verdeckt zwar öfter die klare Sicht und macht schlechte Laune – aber es kann auch ganz anders sein! Nebel kann Leben erst möglich machen! Zum Beispiel im ehemaligen Südwestafrika, in Namibia. Dort hoffen alle Bewohner, dass dem Land der Wasser spendende Nebel erhalten bleibt, denn für das Land am Rande der Wüste ist lebenswichtig, genau genommen überlebenswichtig!

Für die Menschen in Südwest Afrika Namibia hat der feine Nebel eine ganz besondere Bedeutung. Es hat mit den Nebelschwaden, die sich über die Dünen der Wüste Namib zu tun. Mit dem grauen Schleier über Städten wie Swakopmund und den Bewohnern, für die der Nebel bis jetzt genauso normal gewesen ist, wie das Meer und die Wellen. Die feuchten Nebelschwaden gehören einfach zu ihrem Leben dazu. Bis vor ein paar Jahren hat niemand darüber nachgedacht, denn der Nebel war ein fixer Bestandteil des Wetters, er war immer da. Doch das ändert sich in Namibia langsam aber sicher. Seit sich weltweit das Klima wandelt, ist leider nichts mehr selbstverständlich. Nicht einmal das Selbstverständliche.

nebel_artlandya1a

Sogar Oscar Wilde hat sich schon Gedanken über den Nebel gemacht, er schrieb: „London ist allzusehr erfüllt von Nebel und ernsthaften Leuten. Ob die Nebel die ernsthaften Leute oder die ernsthaften Leute die Nebel hervorbringen, weiß ich nicht genau.“  1f609 Für mich verdeckt der Nebel die Sicht und manchmal verdirbt er mir auch die Laune. Ab und zu finde ich die Stimmung im Nebel aber auch schön, denn rund herum ist das Leben gedämpft und verschleiert. Eine Landschaft im Nebel kann auch etwas besonderes, oft märchenhaftes sein.

Kann man mit Wortspielereien wirklich eine Parallele zum Leben ziehen? Könnte ja möglich sein, oder? Also denkt daran, wenn einmal keine Sonne scheint und ihr sehnsüchtig an die grenzenlose Freiheit über den Wolken denkt. Gönnt euch ein gutes Schlückchen etwas Schönes und sucht die Sonne im Herzen. Der Nebel gehört zu unserem Leben – auch wenn diese Tatsache nur beim rückwärts Lesen zu erkennen ist. kuss (2)

Nebel ist Leben, let’s do it!

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, Fincaalltag, Tagebuch, Wetter, Yannes Welt, Zitate | Verschlagwortet mit , | 7 Kommentare

Der letzte Applaus – el último aplauso…

Der letzte Applaus, der Vorhang fällt. Die Schauspieler verneigen sich, das Stück ist aus, die Zuschauer gehen nach Haus…

So würde es sich nach einer gelungenen Aufführung auf der Bühne im Theater oder an der Oper abspielen, aber in diesem speziellen Fall hat die Szenerie einen gravierenden Fehler – sie spielt sich im richtigen Leben ab und fühlt sich deshalb irgendwie schal an. Obwohl der Titel „Die Helden der Nation“ sehr vielversprechend klingt. Ihr wollt wissen, was das echte Leben mit den Brettern, die für viele die Welt bedeuten, zu tun hat? Wie ich auf so einen absurden Gedanken komme?

Begonnen hat die Geschichte am 14. März, als die spanische Regierung ein ganzes Land lahm legte und für alle Bewohner absoluten Hausarrest verordnete. Plötzlich waren die Straßen leer gefegt und die Wohnungen voll belegt, arbeiten durften nur Ärzte und vor allem viele, viele Pfleger, Polizisten und Menschen, die für die Lebensmittelversogung zuständig waren, die Helden der Nation, los Héroes de la pandemia.

Die Welt war von einem Tag auf den anderen wie ausgewechselt und Abend für Abend versammelten sich die Menschen auf den Balkonen und klatschten, damals noch bei Mondschein und Licht der Laternen, Beifall für alle arbeitenden Mitmenschen, die in den Krankenhäusern und an anderen Stellen dafür sorgten, dass das Leben irgendwie weiter gehen konnte. Ich selbst habe diesen Applaus nie mitbekommen, ARTlandya ist da ein bisschen zu weit von der Innenstadt entfernt, aber von Bekannten habe ich gehört, dass in ihrer Umgebung jeden Abend geklatscht wurde. Jeden Abend zur selben Zeit.

Mittlerweile sind wir aber in der ersten Phase der Lockerungen und damit haben sich die Schwerpunkte der Menschen geändert und das Klatschen ist leiser geworden. Die ersten Geschäften haben ihre Türen wieder geöffnet, Spaziergänge sind erlaubt und das abendliche Ritual ist an vielen Stellen verschwunden. Um dem Tribut ein würdiges Ende zu geben wird heute Abend noch einmal zu einem ganz besonders langem und kräftigen Applaus auf den Balkonen aufgerufen. Desde las redes sociales, se pide para este domingo a las 19.00 horas el „mejor y más largo homenaje desde los balcones“, „el último“ aplauso.

„Aplausos desde el balcón“, foto enviada a ABC. – Pedro Martín García

Heute Abend am 17. Mai 2020, geht mit diesem letzten Applaus von den Balkonen eine ganz besondere Zeit zu Ende. Es heißt, dass die Arbeit der Pflegekräfte auch weiterhin nicht vergessen werden wird. Aber wird das wirklich so sein oder ist das nur ein netter Vorsatz? An die vielen fleißigen Mitarbeiter der Lebensmittelgeschäfte denkt doch heute schon niemand mehr mit besonderer Dankbarkeit. Die Neue Normalität ist aus der Taufe gehoben…

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, Fincaalltag, Tagebuch, Teneriffa, Yannes Welt | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare