Teneriffa und die Drachenbäume

Icod de los Vinos, Mittwoch 20. September 2017 

Die Sonne scheint, der Tag ist fast vorbei und mir sind gerade durch Zufall zwei lustige Fotos unter gekommen. Die Aufnahmen sind schon sieben Jahre alt und das Gewächs darauf hat sich in der Zwischenzeit ziemlich verändert, aber seht selbst …

drago_artlandya_tenerife1a

Was soll denn das sein? Eine Riesenananas? Sieht fast so aus – ist es aber nicht! lachen Es ist aber auch eine blöde Frage, denn wer soll darin schon einen Drachenbaum erkennen? Doch so putzig sieht der mystische Drachenbaum in den Kinderschuhen eben aus. Man kann ihn eigentlich kaum von einer Agave unterscheiden. Aber es ist wirklich El Drago, der Drache unter den Bäumen und das Wahrzeichen der Kanarischen Inseln. Mit dem mystischen Baum hat dieses Drachenkind natürlich noch keine Ähnlichkeit.  Aber was nicht ist kann ja noch werden, oder?

drago_artlandya_tenerife1

Dieses Exemplar ist ungefähr drei, vier Jahre alt und damals habe ich dem armen Kerl mit einem scharfen Messer die unteren Blätter abgeschnitten. Durch diesen Schnitt trocknen die verbliebenen Teile der Blätter schneller, fallen nach ein paar Monaten von selbst ab und der Stamm bleibt unverletzt. Er soll möchte ja – irgendwann einmal – auch zu einem Prachtexemplar heranwachsen.

drago_artlandya_tenerife1b

Mittlerweile sieht unser Exemplar schon etwas erwachsener aus, aber verästelt hat sich der Drachenbaum trotzdem noch nie, denn bis heute hat er sich geweigert nur eine einzige Blüte zu treiben – und ohne Blüten gibt es keine neuen Verästelungen.

drago_artlandya_tenerife1aa

Der kleine Drachenbaum hat sein großes Vorbild ja fast vor der Nase – el Drago Milenario de Icod, den tausendjährigen Drachenbaum. Seine volle Schönheit werde ich selbst mit Sicherheit nicht mehr erleben. Dafür reicht meine Zeit auf Erden beim besten Willen und bei gesündester Lebensweise nicht aus. Aber der kleine Drago darf jetzt schon davon träumen. lachen Wir werden ihn dabei auch mit aller Kraft unterstützen – mehr können wir leider nicht zu seinen Träumen beisteuern.

1drago_teneriffa1b

El Drago Milenario in Icod de los Vinos

Dragos, wie die Einheimischen die Drachenbäume nennen, sind faszinierende Gewächse der Kanarischen Inseln. Mit ihrer Ausstrahlung übertreffen sie jede Palme, jeden Kaktus und andere tropische Pflanzen. Der Drachenbaum ist ein verzauberter, skurriler Baum, der gar kein Baum ist und aus einem anderen Zeitalter zu kommen scheint.

drago_palma_artlandya1

Drachenbäume auf unserer Nachbarinsel La Palma

Man findet kleine und große Drachenbäume überall auf der Insel und meistens sind es auf Teneriffa Einzelgänger. Gruppen von Drachenbäumen habe ich bis jetzt nur auf unserer Nachbarinsel La Palma gesehen. Von Natur aus wachsen sie verstreut in der Landschaft – so, als hätte jemand Samenkörner vom Himmel regnen lassen. Sie sind uralt, eigentlich ein Relikt aus dem Tertiär, ein lebendes Fossil, wie es auch versteinerte Funde in Südfrankreich bestätigen.

drago_palma_artlandya1b

Drachenbäume bei Barlovento auf La Palma

Das ist wieder einmal der Beweis, dass an vielen Tatsachen das Klima schuld ist und war. Heute würden die Medien mit Sicherheit von einer Klimakatastrophe oder zumindest von Klimawandel berichten. Aber dass sich das Wetter nicht an die Vorstellung der Menschen halten kann oder will beweist die Entwicklung der Erde. Die Eiszeiten veränderten biologisch und geologisch nicht nur den gesamten Mittelmeerraum  – bis nach Marokko. Auf Grund dieser Veränderungen im Klimageschehen bildete sich Makaronesien.

Dazu zählt man heute die Azoren, Madeira,las  Ilhas Selvagens, die Kanarische Inseln und zuletzt die Kapverdischen Inseln. Lange dachte man, dass der Drachenbaum, el Dracaena draco, eine endemische Pflanze der Kanarischen Insel sei, aber er wächst auch auf Madeira, den Kap Verden und in Marokko. Er ist also eine typische Pflanze von Makaronesien.

drago_palma_artlandya2

Drago auf La Palma

Von weitem sieht der Drago fast wie der Rasierpinsel von meinem Opa aus aber wenn man direkt vor ihm steht, wirkt er wie ein Dinosaurier der Pflanzenwelt. Mit der Altersbestimmung ist es allerdings ziemlich schwer, denn da es ja kein Baum ist, kann auch niemand seine Jahresringe zählten. Die gibt es schlicht und einfach nicht. Damit hat sich auch schon der vielzitierte Humbold herum geschlagen, denn er hat angeblich den damals größten Drachenbaum im Orotavatal, den Drago de Franchy auf viertausend Jahre geschätzt und hat damit natürlich arg daneben gegriffen. Den Baum gibt es schon lange nicht mehr, denn wie so viele seiner Altersgenossen hat er sein Leben bereits im vergangenen Jahrtausend ausgehaucht, er wurde vor über 150 Jahren von einem orkanartigen Sturm ins Jensseits befördert.

Über die Drachenbäume der Insel gibt es noch viel zu erzählen. Heute habe ich leider keine Zeit mehr dafür, aber in den nächsten Tagen könnt ihr mehr darüber lesen – wenn ihr wollt lachen Bleibt also neugierig …

 

Advertisements
Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, Blumen und Pflanzen, Fincaalltag, Tagebuch, Teneriffa | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Illusionen

Icod de los Vinos, Dienstag 19. September 2017

Illusionen – das Wort verführt irgendwie zum Träumen. Es klingt gut, aber tun uns Illusionen wirklich gut?   Selbsttäuschung, trügerische Hoffnung, Einbildung oder Imagination, Traumgebilde, Trugbild oder Traum könnte man auch dazu sagen.

talenthaus

Ein Werk von Erik Johansson, einem schwedischen Fotografen

„Inspiration ist überall. Und was du dir vorstellen kannst, das kannst du erschaffen.“ sagt der schwedische Fotograf Erik Johansson und zeigt diese Einstellung mit Hilfe seiner Bilder. Aber was wäre, wenn alles was man sieht nur eine Illusion, eine Täuschung wäre? Es könnte ja niemand das Gegenteil beweisen, oder doch? Lebensträume entpuppen sich dadurch eigentlich also zur reinen Ansichtssache. Besteht die Realität aus Logik oder aus einer schönen Illusion?

Für den einen ist es Realität, für den anderen ein Witz, eine Illusion. Doch wo entstehen die Bilder? Sie entstehen nur in unserem Kopf. Ist unser Leben also doch nur ein Traum?Albert Einstein hat dieses Problem vielleicht auf den Punkt gebracht – alles ist relativ!

Ich habe noch Träume und bin mir ziemlich sicher, dass einige davon auch in Erfüllung gehen werden. Pläne und vielleicht auch Träume sind überlebenswichtig. Was würden wir denn ohne sie tun? Ohne sie wäre der Alltag wohl ziemlich grau und trostlos. Ohne Träume hätten wir auch kein Ziel mehr vor Augen. Ein Leben ohne Ziel? 1f609 Das ist doch auch nicht das Gelbe vom Ei.

Oder hat doch Salvador Dali recht? Er sagte einmal: „Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt der Träume.“ Vielleicht hat er recht – oder auch nicht. Ich weiß es nicht und werde es wahrscheinlich auch nie wissen. Macht aber nichts, denn ich bleibe weiter dran und irgendwann gibt es dann zwischen Illusion und Realität keinen Unterschied mehr.

Als logische Ergänzung gibt es heute noch eine kleine Geschichte zum Nachdenken. lachenMir hat sie gut gefallen – sie trifft voll ins Schwarze!

Eine Katze jagt eine Maus über einen Bauernhof. Die Maus, schon sehr erschöpft und in Todesangst rennt in den Kuhstall, rennt zur ersten Kuh die da steht und bittet sie: „Bitte bitte liebe Kuh, mach einen Fladen auf mich sonst frisst mich die Katze!“

Die Kuh will helfen und macht einen großen Fladen auf die Maus, die sich zusammen kauert und unterm Fladen versteckt. Im nächsten Moment kommt die Katze in den Stall, schaut sich um, läuft zum Kuhfladen und sieht den Schwanz der Maus heraushängen.

Die Katze zieht die Maus am Schwanz aus dem Kuhfladen und frisst sie.

Nun die Moral von der Geschichte: Nicht jeder der dich bescheisst ist dein Feind! Nicht jeder der dich aus der Scheisse herauszieht ist dein Freund. Wenn du mal in der Scheisse sitzt – immer schön den Schwanz einziehen!!

Soviel zum realen Leben … kuss (2)

talenthaus1

‚Let’s Leave‘ © Erik Johansson

•*¨*•❥ surreal Photography by Erik Johansson – einfach geniale Arbeiten

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, Fincaalltag, Tagebuch, Zitate | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Wocheneinkauf auf kanarisch

Icod de los Vinos, 16. September 2017

Wocheneinkauf am Samstag ist hier so ähnlich wie die große Schlacht am kalten Büfett.  Die gesamte Familie, inklusive Oma und Opa, schiebt sich durch Gänge und. Schklangen von Kunden stehen geduldig für frischen Fisch, Fleisch und Käse vor den verschiedenen Theken an. Es wird getratscht und gelacht, man begrüßt dich fröhlich mit Küsschen und Schulterklopfen und man hat das Gefühl, hier trifft sich die ganze Welt auf einer lustigen Party. Zeit spielt keine Rolle und das Wort Eile gibt es nicht. Zwischendurch werden die kleinen Kinder beruhigt, Oma und Opa unterhalten sich gut.

obst_einkaufen_teneriffa1a

Dann sind die Einkaufswägen voll und die Schlangen vor den Kassen werden immer länger. Der Endspurt kann beginnen. Doch alles geschieht in Ruhe und die Kassiererin hat zwischendurch noch immer Zeit für ein paar freundliche Worte und hilft sogar noch beim Verstauen der Einkäufe im Wagen. Ab und zu hört man ein Lachen und hie und da quengelt ein Kind. Das klingt wahrscheinlich ein bisschen nach einem Kapitel eines romantischen Kitschromans, oder? Ihr meint das kann nicht sein? Doch, kann es! Auch wenn es nicht die heile Welt auf Erden ist, ein kleiner Rest davon ist hier noch zu finden. Sogar beim Wocheneinkauf! Einen Satz habe ich hier in all den Jahren so gut wie noch nie gehört „geht das nicht schneller, ich hab’s eilig!!“ Okay, stimmt nicht ganz – Urlauber haben es oft ziemlich eilig, aber das ist ja auch kein Wunder, sie müssen ja noch genug Zeit haben, um ihren Urlaub zu genießen …

Damit man nicht in dieses durchaus liebenswürdige Chaos gerät, muss man sich bei der Wahl der Zeit jedoch lediglich an zwei Regeln halten. Entweder man schafft den Einkauf bis elf Uhr am Vormittag oder man wirft sich erst um zwei, halb drei Uhr am Nachmittag in die Schlacht.  Alles klar? Ich entscheide mich meistens für diese Variante und deshalb wünsche ich euch jetzt ganz entspannt ein wunderschönes Wochenende … kuss (2)

obst_einkaufen_teneriffa1

P.S.: ich habe von einem Einkauf in einem ganz normalen Supermarkt in Icod de los Vinos erzählt, in einem Einkaufszentrum oder in unserer Großstadt Santa Cruz spielt sich das Einkaufserlebnis sicher auch ein bisschen anders ab …

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, Fincaalltag, Tagebuch, Teneriffa | Verschlagwortet mit , , | 4 Kommentare

Elfen oder Feen?

Icod de los Vinos, 15. September 2017

Heute Früh hat es ordentlich gekracht. Es hat fast geklungen, als ob irgendwo eine Mauer einstürzen würde, aber es war nur ein Donnerschlag. Gewitter auf Teneriffa sind sehr selten und bei uns hat es leider auch gar nicht geregnet sondern nur eine Stunde lang gedonnert. Das Gewitter muss irgendwo draußen über dem Atlantik gewesen sein, aber vor lauter Wolken konnte ich nicht einmal einen einzigen Blitz sehen. 1f609

tatjana_raum_artlandya1

ein kleiner Naturgeist von Tatjana Raum

Meine Fenster müssten auch wieder einmal geputzt werden, schade, dass es keine Heinzelmännchen mehr gibt. Ich könnte ein paar von diesen kleinen Helferlein wirklich brauchen. lachen Vielleicht haben ja doch noch irgendwelche anderen Naturgeister Lust zur Nächstenhilfe?  Es wäre jedes Wesen willkommen!

Lachen ist nicht nur gesund, es soll auch Elfen und Feen magisch anziehen. Überall dort, wo Geschichten erzählt werden, Musik in der Luft liegt oder wo Blumen wachsen – sind sie meistens auch nicht weit weg.  Vielleicht habe ich ja doch ein bißchen Glück und die kleinen Naturgeister gehen mir hilfreich zur Hand?

Kennt ihr den Unterschied zwischen Elfen und einer Fee? ¿Conoce la diferencia de una sílfide y una hada? Das ist ganz einfach, Elfen gehören zur Landbevölkerung und Feen verkehren in höfischen Kreisen. Das Wort Fee, la hada, leitet sich vom lateinischen fatum, Schicksal, ab und in Frankreich wurde daraus die zauberhafte fée.

Elfen leben im Wald und auf Wiesen, sie sitzen auf weichen Moospolstern im Schatten von zarten Farnblättern oder wohnen in zarten Blütenkelchen. Der Name kommt aus dem Mittelhochdeutschen, von elbe oder alb und das bedeutet soviel wie weiß. Das Domizil der  Feen kenne ich leider nicht, denn ich verkehre nicht in aristokratischen Kreisen.

Elfen und Feen wandern seit Menschengedenken durch unsere Welt. Einmal helfend, ein anderes Mal strafend. Je nach Lust und Laune. Man sollte sie also nicht unterschätzen und bei Laune halten.  Vielleicht erscheint ja auch bei uns einmal eine gute Fee, die uns drei Wünsche erfüllt?!

enderness_artlandya1

eine zauberhafte Künstlerpuppe von Hannie Sarris

Every time a child says,
„I don’t believe in fairies“
there is a little fairy
somewhere that falls down dead.
Sir James Matthews Barrie

„Immer, wenn ein Kind sagt, dass es nicht an Feen glaubt, stirbt irgendwo eine Fee.“ Vielleicht sollten wir einfach an sie glauben, dann wird irgendwo auf der Welt wieder eine Fee neu geboren. So absurd ist dieser Vorschlag nicht, immerhin gibt es in Island sogar einen Regierungsbeauftragten für Elfen.  Und ans Christkind und den Osterhasen glauben wir ja auch, oder? kuss (2)

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, Fincaalltag, Tagebuch, Yannes Welt | Verschlagwortet mit , , , | 5 Kommentare

Eine Frage ohne Antwort

Icod de los Vinos, 10. September 2017

Auch wenn heute Sonntag ist, ist es für mich ein Tag wie jeder andere auch und es ist absolut nichts Besonderes passiert. Ein paar Besucher mehr könnten auftauchen, aber auch das ist normal für die ersten Wochen im September. Nicht einmal übers Wetter kann ich mich beklagen, es ist einfach normal. Nicht kalt, nicht heiß, die Sonne scheint vom tiefblauen Himmel und es bewegt sich kaum ein Blättchen, denn der Wind streikt. 1f609 Alles in bester Ordnung – zum Glück! Aber, ist das Glück?

garten_artlandya1

Es gibt ja viele Geschichten, wo sich vermeintliches Glück als Unglück – oder erlebtes Unglück am Ende als Glück erwiesen hat. Glück oder Unglück? Der ganz alltägliche Wahnsinn oder die so genannte Langeweile macht halt manchmal Sinn, den man nicht auf den ersten Blick erkennen kann. Die Gedanken machen sich selbständig auf die Reise. Das passiert nicht nur mir und deshalb erzähle ich euch eine kurze Geschichte aus China.

chinese

Sie erzählt von einem armen Bauern, der seinen kleinen Acker mit einem alten, müden Pferd pflügte und mehr schlecht als recht mit seinem einzigen Sohn von der Ernte leben konnte. Eines Tages lief ihm auch noch sein Pferd davon und alle Nachbarn bedauerten ihn wegen seines Unglücks.

Aber der Bauer blieb ganz ruhig und murmelte: „Wer weiß, ob das nicht Glück bringt?“ Und tatsächlich kehrte das Pferd nach ein paar Tagen auf den Bauernhof zurück – und brachte zehn Wildpferd mit. Da gratulierten ihm die Nachbarn zu seinem großen Glück. „Erst läuft dir das Pferd davon – und dann bringt es eine ganze Herde mit! Was hast du bloß für ein Glück!“ Der Bauer schüttelte den Kopf und antwortete bedächtig: „Wer weiß, ob das nicht Unglück bringt?“

Sein Sohn fing die Pferde ein, nahm sich das Wildeste, schwang sich auf den Rücken des Wildpferdes und ritt los. Aber das wilde Pferd warf ihn ab, und der Sohn brach sich ein Bein. Schnell waren wieder alle Nachbarn zur Stelle und jammerten über das Unglück. Der Bauer blieb wieder ruhig und gab in seiner bedächtigen Art eine kurze aber gut überlegte Antwort: „Wer weiß, ob das nicht Glück bringt?“

Bald darauf brach ein Krieg aus und die Soldaten des Königs kamen auch in das kleine Dorf des Bauern. Alle jungen Männer mussten zur Armee, nur der Sohn des alten Mannes mit seinem gebrochenen Bein durfte zu Hause bleiben. Da riefen die Nachbarn: „Was für ein Glück! Dein Sohn wurde nicht eingezogen!“ Und was hat der Bauer darauf geantwortet? „Wer weiß, ob das Glück bringt?“ Was hätte er auch sonst sagen sollen?

Ein Jahr später fielen die Barbaren über die Grenze ein. Die erwachsenen Männer bespannten ihre Bögen und zogen in den Kampf. Neun von zehn Grenzbewohnern wurden dabei getötet, mit Ausnahme des Sohnes wegen seines gebrochenen Beins. Vater und Sohn waren geschützt und überlebten beide.

Und die Moral aus der Geschichte? Wer weiß das schon …

Den Faden der Geschichte könnte man wohl endlos weiter spinnen, aber ich glaube, das ist gar nicht notwendig und ich habe auch so begriffen, was damit gesagt werden will. Glück und Unglück wohnen eng beisammen, wer weiß schon immer sofort, ob ein Unglück nicht doch sein Glück ist? 1f609

•*¨*•❥  die Parabel Glück im Unglück – Unglück im Glück endet in der Originalübesetzung mit den Worten „Unglück bewirkt Glück und Glück bewirkt Unglück. Dieses passiert ohne Ende und niemand kann es abschätzen.“ Sie Geschichte ist schon uralt, denn sie wurde bereits im zweiten Jahrhundert vor Christus geschrieben …

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, Fincaalltag, Tagebuch, Zitate | Verschlagwortet mit , , | 3 Kommentare

TEDDYbär Tag

Icod de los Vinos, 9. September 2017

Heute werden alle Teddybären gefeiert! Keine Ahnung warum gerade heute, aber so ist es nun einmal. Am 9. September steht der internationale Teddybär Tag im Kalender. Warum und wieso es diesen Tag überhaupt gibt bleibt zwar unklar aber für alle Teddy, die den plüschigen Kerl gern haben, ist es sowieso nicht wichtig. Verdient hat der kleine Kerl diesen Ehrentag mit Sicherheit, denn ein Leben ohne einen kuscheligen Teddybären ist für viele Menschen jenseits der Vorstellungskraft. Ich glaube kein anderes Spielzeug hat es in so viele Herzen und so viele Kinderzimmer dieser Welt geschafft.  Und dabei ist es auch geblieben.

Der typische Teddy ist die Nachbildung eines Bären. Er hat meistens ein braunes Fell und dunkle Knopfaugen, die Größe variiert von klein bis groß. Sein Innenleben besteht aus Baumwolle, Holzwolle, Kunststoffgranulat oder anderen Materialien. Die ersten Teddies, sind im Gegensatz zur Puppe, für Kinder genäht worden. Er wurde als Kinderspielzeug geboren, aber wer glaubt ein Teddy bringt nur Kinderaugen zum Strahlen, befindet sich eindeutig auf dem Holzweg.

artlandya_teddy

Ein Teddy macht Freude, er beruhigt und tröstet oder er zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht und sorgt für gute Laune. Ganz abgesehen davon, dass er der beste Zuhörer der Welt ist, denn ihm kann man jedes Geheimnis anvertrauen, er wird es mit Sicherheit niemanden weiter erzählen. Bei ihm sind sie gut aufgehoben.  Aber Teddybären sind heute auch bei Erwachsenen beliebt und werden auf der ganzen Welt gesucht, gekauft und gesammelt. Der Teddy lässt also auch Sammlerherzen höher schlagen.

Eine Puppe ist eine Puppe und der Plüschbär ist ein Bär. Warum nennen wir ihn dann alle Teddy? Wie und warum ist der liebenswerte Plüschbär denn zu seinem Namen gekommen? Darüber gibt es viele Geschichten und einer Legende nach verdankt er seinen Namen Theodore Roosevelt.

Der amerikanische Präsident, von seinen Freunden auch Teddy genannt, liebte die Jagd. Im jahr 1902 wurde ihm auf einer Jagd in Mississippi von den Mitgliedern seiner Jagdgesellschaft ein angebundenes Bärenbaby vor die Flinte gesetzt. Er weigerte sich jedoch das hilflose Bärenjunge so zu erschießen und gewann damit die Herzen vieler Amerikaner. Nur als Ergänzung der Geschichte – der kleine Bär überlebte trotzdem nicht, John M. Parker, der Gouverneur von Louisiana, konnte es nicht lassen und tötete ihn mit einem Jagdmesser. Also in Wirklichkeit kein märchenhaftes Ende.

miola_artlandya2

P.S.: Die beiden Teddybären auf den Fotos sind zwei original Miola Teddies. Sie kommen aus Tschechien und wurden von Olga Sulcova und ihrer Mutter Anna Borisova liebevoll genäht. Die junge Bärenmacherin wurde in Moskau geborgen, lebt aber nun schon seit einigen Jahren in Prag und hat erst vor zwei Jahren mit dem Nähen von Teddybären begonnen.

miola_artlandya

Mich faszinieren ihre Teddies, auf besondere Art. Man könnte fast glauben, dass sie durch viel Glück von einem mitleidigen Menschen aus ihrem Versteck am Dachboden befreit worden wären. Nun geht es ihnen zwar wieder gut, aber irgendetwas macht sie nachdenklich und traurig. Denken sie an das Kind, das sie eine Zeit lang durchs Leben begleitet haben? Für mich sieht es so aus und ich bin mir sicher, dass wir von Olga noch viele bärige Gesellen zu Gesicht bekommen werden.

Hier gibt es noch mehr Geschichten …

•*¨*•❥   Warum eigentlich Teddy?   oder  Ein königlicher Pate

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, ARTlandya, Fincaalltag, Tagebuch, Teddybären | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare

Grau ist nicht immer grau

Icod de los Vinos, 8. September 2017

Ein Wahnsinn, wie die Zeit verfliegt. Es war doch eben erst Montag? Die Woche hat ja erst vor einem Augenblick begonnen, doch ein paar Mal mit den Augen zwinkern und schon sind fünf Tage vorbei.  Ich bin mir ziemlich sicher – da müssen ein paar ganz dreiste Zeitdiebe am Werk sein!

Der Himmel ist grau und die Pasatwolken stauen sich an den Hängen des Teide. Am Vormittag war es noch teilweise sonnig, doch mittlerweile umgibt uns ein dichtes Wolkenmeer. Ihr denkt das ist trostlos? Ist es trotzdem nicht, denn es ist warm und für die optischen Farbtupfer sorgen unsere Blumen.

1tulipero_teneriffa1c

Die afrikanischen Tulpenbäume protzen mit ihren riesigen Blüten und ein Teil der Gartenlandschaft präsentiert sich in flammenden Orangetönen. 1f60a Es sieht einfach traumhaft schön aus und die Vögel freuen sich ebenfalls über die exotischen Blüten und hüpfen zwitschernd von einer Blüte zur anderen.

1tulipero_teneriffa1a

Grau ist laut Lexikon ja eine unbunte Farbe. „Als Grau wird ein Farbreiz bezeichnet, der dunkler ist als Weiß und heller als Schwarz, aber keinen oder nur einen geringen farbigen Eindruck  erzeugt“  Was damit wohl gemeint sein könnte? Ich verstehe es irgendwie nicht wirklich, denn im Hintergrund der roten Blüten auf den Fotos besteht aus  dunkelgrauen Wolken, aber für mich wirkt er fast wie ein wunderschöner, blauer Himmel. lachen Dieses Mal müssen die Blüten den Zauberstab geschwungen haben, ich bin vollkommen undschuldig – ich habe nur fotografiert.

So meine Lieben, ich verabschiede mich für heute, der Tag war lange genug und nun ist Feierabend angesagt. Ab unter die Dusche und dann ist Couchsurfen angesagt. Wenn es euch interessiert, könnt ihr in einem anderen Beitrag von mir noch mehr über den afrikanischen Tulpenbaum lesen.  Bis demnächst – schlaft gut! Hasta pronto y muchos saludos! kuss (2)

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, Fincaalltag, Tagebuch, Teneriffa | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen