Man nehme zwölf Monate

Für die richtige Adventstimmung habe ich heute ein Gedicht, das mir sehr gut gefällt, ausgesucht. Geschrieben wurde es schon vor vielen, vielen Jahren vom Stürmer und Dränger der Literaturgeschichte – von Johann Wolfgang von Goethe.

Man nehme zwölf Monate,
putze sie ganz sauber von Bitterkeit, Geiz, Pedanterie und Angst,
und zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile,
so dass der Vorrat genau für ein Jahr reicht.
Es wird ein jeder Tag einzeln angerichtet
aus einem Teil Arbeit und zwei Teilen Frohsinn und Humor.
Man füge drei gehäufte Esslöffel Optimismus hinzu,
einen Teelöffel Toleranz, ein Körnchen Ironie und eine Prise Takt.
Dann wird das Ganze sehr reichlich mit Liebe übergossen.
Das fertige Gericht schmücke man mit einem
Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten und serviere es täglich mit Heiterkeit.
von Johann Wolfgang von Goethe

Goethe verdiente seinen Lebensunterhalt für kurze Zeit als studierter Rechtsanwalt,dafür hat er die Feinheiten des Lebens erstaunlich poetisch beschrieben. Kein Wunder, dass er im Endeffekt als Schriftsteller und nicht als Rechtsverdreherin die Geschichte eingegangen ist. Er ist so ziemlich das beste Beispiel dafür,welchen Vorteil es haben kann, wenn man seine Träume nicht von heute auf morgen verwirklichen kann. Der Startschuss zu seinem Erfolg waren Werthers Leiden.Durch seine eigene unglückliche Liebe zu einem gewissen Fräulein – damals gab es dieses nette Wort noch – Charlotte Buff wurde er zu diesem Meisterwerk, das in mit einem Schlag berühmt machte, inspiriert.

Wenn heute jemand Johann Wolfgang von Goethe hört, denkt jeder Mensch sofort an Weltliteratur- oder an den Erlkönig. „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind. Er hat den Knaben wohl im Arm, Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm …“ Bei mir geistern diese Zeilen noch immer im Kopf herum. Aber nur diese paar Sätze, dann ist Schluss. Der Rest der Ballade ist vom Winde verweht worden. Also kein Schulwissen, das im wahren Leben einen Platz gefunden hat. Aber egal, das ist auch gar nicht so wichtig.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich fast jeder Schüler mit dieser elendslangen Ballade in seiner Schulzeit abquälen musste! Dass Goethe in seinem Leben vom Geheimen Legationsrat, im Januar 1779 zum Leiter der Kriegs- und Wegebau-Kommission und kurz darauf zum Geheimen Rat ernannt wurde, weiß aber so gut wie kein Mensch.

Nach diversen anderen Zwischenstationen in seinem Berufsleben war er Leiter des Weimarer Hoftheaters und ab dem Jahr 1803 erhielt er sogar die Oberaufsicht über die naturwissenschaftlichen Institute der Universität Jena. 1804 wurde er zum Wirklichen Geheimen Rat ernannt und auf dem Erfurter Fürstenkongress begegnete er Napoleon. Als krönendem Abschluss seiner persönlichen Karriere wurde er mit dem ehrenvollen Amt eines Staatsministers betraut. Er war ganz oben auf der Leiter angekommen.

Ein Lebenslauf, wie er im Bilderbuch stehen könnte. Beruflicher Erfolg auf allen Ebenen, beruflicher Erfolg als Staatsmann, Anerkennung als Künstler, familiäres Glück und die Freiheit, seinen privaten Interessen nachgehen zu können. Ob sich für ihn alle seine Träume erfüllt haben? Man könnte kann es eigentlich annehmen.

Übrigens  der kleine Goethe hat keine Schule besucht, er wurde von seinem Vater zu Hause unterrichtet und studierte anschließend in Leipzig Jura.

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Gedanken zur Weihnachtszeit

Sag,wann fängt Weihnachten eigentlich an? Wenn man sich was wünschen kann, wenn viele Kerzen und Lichter erstrahlen, wenn Kassen klingeln und Leute bezahlen…   

Abendstimmung in La Orotava


Es weihnachtet, se nota ya el ambiente de Navidad…

Grüne oder weiße Weihnachten, Navidad sin o con nieve? Weihnachten oder keine Weihnachten? Ich habe das Gefühl, dass über kein Fest des Jahres soviel gemosert, gejammert, gemeckert und kritisiert wird, wie über dieses. Aber warum ist das so, por qué?

La Orotava am Abend

Es geht um Heuchelei, Einkaufstress und Zwang. Es geht um Geld, viele Geschenke, Warenumtausch und Familienunglück. Frohe Weihnachten, glückliche Festtage und der Einfachheit halber auch gleich um einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Ach du lieber Himmel, por el amor de Dios! Da werden Unmengen von Keksen gebacken und schon vor ihrer Vernichtung wird über die Diät danach laut nachgedacht. Es wird von Vanillekipferln geschwärmt und auf den Weihnachtsbraten geschimpft. Zu Weihnachten müssen alle Verwandten, Bekannten, Eltern und Geschwister besucht werden – obwohl eigentlich jeder seine Ruhe haben will – oder doch nicht?  Warum eigentlich akkurat zu Weihnachten?

Das erinnert mich so ganz dumpf an einen anderen ominösen Tag im Jahr – dem Muttertag. Für viele Mütter der einzige Tag im Jahr, an dem es den Kindern einfällt, dass sie ihrer Mutter wenigstens einmal einen schönen Blumenstrauß bringen sollten könnten. 

vorweihnachtliche Stimmung in La Orotava

Glaubt denn niemand mehr ans Christkind? Das muss wohl so sein, denn sonst würde sich dieser unnatürliche Stress von selbst erledigen. Die Eltern sind doch nur in Ausnahmesituationen die weltlichen Helfer der himmlischen Heerscharen. Die eigentliche Logistikzentrale befindet sich auf einer ganz anderen Ebene unseres Weltbildes.  In den himmlischen Werkstätten wird das ganze Jahr über hart gearbeitet. Die fleißigen Engel in den Backstuben haben jetzt Hochsaison und der Verteilungsplan für alle Geschenke steht schon seit vielen Wochen fest. Abgesehen davon, dass in keinem Weihnachtsratgeber der Welt eine Zeile über Hausputz zu lesen ist. Warum machen es sich die Menschen dann gerade zu diesem Fest das Leben so schwer?

auch das Liceo in La Orotava ist weihnachtlich beleuchtet

Ich werde es wohl nie begreifen, bei mir ist diese Hektik nie angekommen und das wird auch so bleiben! Ich wünsche euch allen einen gemütlichen Abend, in den nächsten Tagen werde ich euch noch einiges über Krippen und Weihnachten erzählen, denn auf unserer Insel im Atlantik spielen Krippen nämlich eine wichtige Rolle und wir sind von unzähligen Weihnachtskrippen umgeben. Da ergibt sich das Thema fast wie von selbst. ¡Buenas noches, que duermas bien!

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Bischofsmütze oder Königskrone?

Die Inselbewohner feiern – und wir arbeiten wieder einmal.  Sind wir nicht fleißig? In Österreich wird am sechsten Dezember der Ehrentag des Nikolaus gefeiert. Nikolaustag, el día de San Nicolás, steht im Kalender.  Tagsüber ist allerdings ein normaler Arbeitstag – zu Hause bleiben gilt nicht – aber auf Teneriffa sind trotzdem die Türen der meisten Geschäfte geschlossen . 

Auf den Kanarischen Inseln kennt man diesen Brauch nicht, der gute Mann ist hier vollkommen unbekannt. Trotzdem ist er ein viel beschäftigter Mann! Er reist nämlich im November mit dem Schiff von Spanien in Richtung Niederlande ab. Schließlich ist er der Schutzpatron der Seefahrer. Eine lustige Seefahrt ist also durchaus angebracht! In den Niederlanden besucht der Nikolaus ab dem letzten Samstag im November mit seinem Schiff die verschiedenen Hafenstädte. Sobald er seine Pflicht erledigt hat, kehrt er nach Spanien zurück. Wo er sich dann aufhält und was er das ganze Jahr über so treibt? Keine Ahnung, darüber habe ich keine Informationen gefunden. 

In Spanien wird heute ein ganz anderes Ereignis gefeiert. Gemäß der Verfassung vom 6.Dezember 1978 ist Spanien ein sozialer und demokratischer Rechtsstaat mit der Staatsform einer parlamentarischen Monarchie.

Rund um uns herum sind die Häuser beflaggt, Fahnen wehen im Lüftchen. Auf Teneriffa, oder vielmehr in ganz Spanien, ist heute Staatsfeiertag. Der Tag der Verfassung, el Día de laConstitución.  Gefeiert wird hier also nicht der alte Mann mit weißem Bart und Bischofsstab sondern die Verfassung des Staates – ganz kurz gefasst. Am 6. Dezember 1978 wurde die Constitución Española mit einem Referendum von der Mehrheit des spanischen Volkes anerkannt. Drei Wochen später, am 27. Dezember 1978, unterschrieb König Juan Carlos die Verfassung und damit war der Übergang von der Diktatur Francos zur Demokratie vollzogen. Seitdem existiert in Spanien eine parlamentarische Erbmonarchie, die die Grundsätze eines demokratischen und sozialen Rechtsstaates akzeptiert. Staatsoberhaupt ist der König. Er überwacht die Regierungsgeschäfte wie ein Schiedsrichter ein Fußballspiel. Zusätzlich ist er der Oberbefehlshaber der Streitkräfte und er und seine Frau repräsentieren das Land in aller Welt.

Wir werden am Abend ein paar Kastanien braten. Am Gasherd funktioniert das perfekt – eine alte Pfanne mit Deckel, ein scharfes Messer und dann auf’s Rütteln und Schütteln nicht vergessen. Fertig sind köstliche, heiße Kastanien … 

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Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…

Fiesta de San Andrés, das Fest der Kastanien und des neuen Weins, wird jedes Jahr schon am Vorabend des 30. November gefeiert. Zu San Andrés, also besser gesagt am Abend davor, werden die Weinkeller geöffnet und der junge neue Wein wird traditionell das erste Mal verkostet. Alles natürlich eher symbolisch aber mit viel Stil und hochoffiziell. Für mich ist San Andrés eine Mischung aus Martinifest und Nikolaus. Beide Feste gibt es auf der Insel nicht – dafür verschmelzen die beiden Heiligen hier zu einer Person – dem heiligen Andreas.  Das Martinigansel bleibt auf der Insel natürlich am Leben, den es gibt gesalzene Sardinen, Kartoffeln mit Mojo, Gofio, Kastanien und natürlich den neuen Wein. Mit diesem Tag ist der junge Wein und gebratene Kastanien im Mittelpunkt des Geschehens. 

das ist ein Bild vom vergangenen Jahr – mein Gesteck ist noch immer nicht fertig :o)

Mit unserer gewohnten Adventzeit beginnt auf Teneriffa traditionell also die Zeit der Weinfeste. Das ist schön, aber wir bleiben trotzdem bei unseren eigenen Traditionen, wir sind eben Gewohnheitstiere.  Der Adventkranz wird zwar zum Adventgesteck, aber nur deshalb, weil grüne Zweiglein aller Art in ein paar Tagen vertrocknen und leise auf die Tischdecke rieseln. Kekse habe ich bis heute leider noch keine gebacken, aber im Laufe der nächsten Woche wird die Keksdose gefüllt. Das habe ich mir fest vorgenommen!  

Auf den Kanarischen Inseln kennt man eigentlich keine Adventzeit, el tiempo deadviento, wie wir es gewohnt sind. Auch Adventsonntage und Adventkränze sind unbekannt. Irgendwie auch ganz verständlich, die Weihnachtszeit verläuft hier auf der Insel im Atlantik eben ein bisschen anders als in den Alpenländern.  Schön ist die vorweihnachtliche Zeit aber allemal!

Weihnachtssterne blühen an allen Ecken und Enden, am Straßenrand, in Gärten, hinter Zäunen und Mauern, bewusst angepflanzt aber auch verwildert irgendwo in der Landschaft. In den Städten wurden zusätzlich bereits Unmengen von weißen und roten Weihnachtssternen als weihnachtliche Dekoration in den Parkanlagen ausgepflanzt und die vorweihnachtliche Beleuchtung vermehrt sich von Tag zu Tag. Viele mögen es kitschig nennen – ich finde es wunderschön!  Obwohl auch ich zugeben muss – öfter muss ich wirklich lachen, denn ab und zu wird es doch zu kitschig oder gar lachhaft!

So meine Lieben, ich werde mich jetzt an die Arbeit machen und noch ein bisschen Vorweihnachtsstimmung in unsere Räume zaubern. Euch wünsche ich noch einen schönen und gemütlichen 1. Adventsonntag, morgen ist ein neuer Tag … 

Ach ja, bevor ich es vergesse – falls sich der eine oder andere Leser seine Gedanken machen sollte – mein Beitrag von heute strotzt nicht vor Rechtschreibfehlern. Es hat alles seine Richtigkeit, denn in Österreich heißt es eben nicht AdventSkalender, AdventSkranz oder ChristkindelSmarkt   wir Alpenländer schreiben diese Wörter ohne „s“ und auch wenn ich heute auf einer kleinen Insel im Atlantik leben, meine Nationalität bleibt immer gleich 

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Erster Dezember

Der Dezember beginnt mit traumhaftem Wetter. Wolkenloser, blauer Himmel. kein Wind und wunderbare, klare und warme Luft! Der 1.Dezember ist der 335. Tag des Gregorianischen Kalenders – in Schaltjahren der 336. – damit ist in 30 Tage das Jahr zu Ende. Nicht mehr all zu lange, oder?

In Österreich öffnen heute die Kinder das erste Türchen vom Adventkalender. Auf den Kanarischen Inseln beginnt der Adventkalender mit dem 14. Dezember. Die spanischen Kinder müssen also noch warten, ehe sie das erste Fensterchen öffnen können. Obwohl ich mir ziemlich sicher bin, das die wenigsten Kinder hier mit einem Adventkalender überhaupt etwas anfangen können. Der Adventkalender ist wahrscheinlich nur eingeschleppt worden. Die Globalisierung macht eben auch vor den kleinen Inseln im Atlantik nicht halt.

Im deutschen Sprachraum findet man diesen vorweihnachtlichen Kalender hingegen in fast jedem Haus. Mit seiner Hilfe kann man die Tage bis Weihnachten leichter zählen. Vielleicht vergeht die Wartezeit dann doch ein klein bisschen schneller? Eigentlich ist der Adventskalender ja ein Dezemberkalender, denn er beginnt nicht mit dem ersten Adventssonntag, sondern am 1. Dezember. Das stört aber sicher niemanden wirklich und so genau nimmt das auch niemand, oder?!

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Wasser und Wellen

Vielleicht habt ihr ja schon Fotos oder gar Videos von den Wellen, die gestern an die Küsten von Teneriffa gedonnert sind, gesehen? Unser Nachbarstädtchen Garachico hat es, wie vorhergesagt, wieder einmal voll erwischt. Deshalb wurde die Straße, die am Meer entlang führt auch bereits seit dem Nachmittag gesperrt. So waren zwar keine Menschen in Gefahr, aber die Häuser haben ziemlich viel ab bekommen. 

Garachico sieht in der Küstenregion aus, wie wenn eine Bombe los gegangen wäre, überall liegen Steine und Trümmer, der  Fußballplatz ist wohl noch das geringste Problem. Nicht nur die italienische Eisdiele ist völlig zerstört, die Naturgewalt hat ganze Arbeit geleistet …

Wie immer im Winter zeigt der Atlantik seine Kräfte – einmal mehr und dann wieder weniger. Alle Jahre wieder sind davon bestimmte Abschnitte der Küste davon betroffen und die gigantischen Kräfte des Wassers richten Schäden an. Das ist schlimm und ich möchte auch nicht in der Haut der Betroffenen stecken –  aber es ist kein neuartiges Phänomen. Ich habe deshalb ein bisschen in meinem eigenen Tagebuch geblättert und da habe ich, fast auf den Tag genau, vor vier Jahren diese Einträge gemacht:

19. November 2014 Von außerordentlichen Schäden auf der Insel habe ich bis jetzt nichts gelesen. Klar, ab und zu sind schon kleine bis große Bäche über die Strassen geflossen, aber meistens sind die Wassermassen bald Geschichte. In Puerto de la Cruz war der Tunnel an einer der Einfahrtsstrassen für kurze Zeit gesperrt und auf der ganzen Insel plätschern die Wasserfälle über die Felswände. 

In Icod hat sich auf der Straße vor dem Centro Medico ein See gebildet, der die Zufahrt unmöglich machte. Auf der Hauptzufahrtstraße zum Ortskern, Avenida Principes de España, bildete sich ebenfalls ein kleiner See und dadurch kam es zu ein paar Verkehrsbehinderungen.  Unsere Besucher haben uns aber trotzdem gefunden. Am Abend ist mir dann noch dieses Foto untergekommen…

das sind die Fotos, die ich 2014 ins Tagebuch gegeben habe, das Foto mit dem Taxi ist natürlich nur ein Witzfoto aus der Zeitung gewesen

28. November 2014 Die Wetterwarnstufe für Regen, Wind und Wellen ist heute Früh auf rot erhöht worden. Rot gilt für die Inseln La Gomera, El Hierro und Teneriffa sowie für die Gipfelregionen von La Palma und Gran Canaria. Vor allem in den Bergen und an den Nordostküsten wird es voraussichtlich besonders stürmisch. Die Warnstufe ist derzeit bis Samstag 29. November, 10 Uhr geplant. Die heftigsten Böen werden in der zweiten Tageshälfte des Freitags und in der Nacht zum Samstag erwartet. Parallel dazu gilt weiterhin die Warnstufe Orange in allen anderen Bereichen der Kanaren. Die niedrigen Luftdruckwerte sorgen für sehr starke Luftströmungen; auf der Nachbarinsel La Gomera wurden 158 km/h Windgeschwindigkeit gemessen. Auch für Teneriffa ist die Alarmstufe rot ausgegeben. Gewarnt wird vor Orkanböen bis 130 km/h, vor ergiebigem Regen und Wellen bis 6 m Höhe. Letzte Nacht erreichte der Orkan beim Observatorium (2.370 m) einen Spitzenwert von 175 km/h.

Auch für Teneriffa ist die Alarmstufe rot ausgegeben. Gewarnt wird vor Orkanböen bis 130 km/h, vor ergiebigem Regen und Wellen bis 6 m Höhe. Letzte Nacht erreichte der Orkan beim Observatorium (2.370 m) einen Spitzenwert von 175 km/h.

Wir sind zum Glück gut davon gekommen, der Krug ist sozusagen an uns vorüber gegangen. Es hat zwar geschüttet was die Wolken hergaben, aber von einem Sturm haben wir nichts abbekommen. Auf dem Foto oben seht ihr die starken Wellen, die an die Küste von Garachico knallen. Auf der Umfahrungsstraße des kleinen Örtchens sah es ein bisschen anders aus – ziemlich nass, wenn ihr mich fragt.

Vor vier Jahren hat die Mauer des neuen Hafens ziemlich gelitten, doch dieses Mal gab und gibt es sehr viel mehr zum Aufräumen …

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Playa de los Barqueros

Auf der Landkarte habe ich La Playa de los Barqueros gefunden. Gehört habe ich davon noch nicht, aber da wir sowieso einen Spaziergang machen wollten …

Hotel Meliá Hacienda del Conde

Wir fahren also nach Buenavista del Norte oder besser gesagt Richtung Punta de Teno, doch wir biegen vorher Richtung Golfplatz ab. Beim nächsten Kreisverkehr geht es noch einmal rechts weg und parken am Ende der Straße unser Auto.

Entlang der Grenze des Golfplatzes führt ein schmaler Fußweg an die Küste und es dauert nicht lange, da können wir auch schon die Wellen, die mit viel Getöse an die Felsen schlagen, hören. Aber noch liegt links von uns der englische Rasen des Golfplatzes und auf der anderen Seite mehr oder weniger ursprüngliche Natur.

Habt ihr schon einmal von Rosas de Piedra, Steinrosen oder Basaltrosen gehört? Auf Teneriffa gibt es einige davon und die bekannteste findet man an der Straße, die von La Orotava in den Nationalpark führt. Die Blume an der Küste von Buenavista del Norte ist zwar nicht so schön und auch nicht so groß wie ihre bekannte Schwester, aber verstecken muss sie sich auch nicht.

Wie der Name eigentlich schon verrät, bestehen Basaltrosetten aus vielen, radial angeordneten Säulen aus Basalt. Wie sie ganz genau entstehen kann ich euch leider nicht erklären, aber es hat mit Lavazungen, Lavastömen und Lavatunneln zu tun und ist etwas ganz Besonderes. Auf Teneriffa soll es angeblich die meisten dieser Basaltrosen geben, also Augen auf beim Wandern! 

Un barquero ist entweder ein Ruderer oder ein Fährmann, egal wie man es jetzt übersetzt, mit kleinen Booten hat es auf alle Fälle zu tun, mit einem Strand im herkömmlichen Sinn nicht. Es ist eine wunderschöne Bucht, in der man eine Pause einlegen kann. 

Wo der Barranco de Triana endet war früher einmal eine Anlegestelle für viele Fischer aus Buenavista del Norte. Die Natur hat hier für die besten Voraussetzungen gesorgt, denn am Rand der Bucht bietet eine große Höhle Schutz für Boote. Die ständigen Wellen des Atlantiks haben dafür gesorgt, dass die weicheren Basaltschlacken wie in einer Waschanlage aus der Lava gewaschen wurden, in loses Gestein zerfielen und eine breite Höhle entstehen konnte.

Es ist ein kleiner, vergessener Strand, wo vor vielen Jahren die Frauen auf ihre Männer und ihre gefangenen Fische warteten. Sie bedeckten die Fische mit nassen, salzigen Moosen und gingen mit dem schweren Korb auf dem Kopf in die umliegenden Dörfer um ihre Ware zu verkaufen. 

Heute ist von den Fischern und ihren Frauen nicht mehr viel zu sehen aber ich vermute, dass die versteckte Bucht im Sommer ein schöner Platz für ein paar Stunden am Meer ist – auch wenn die vielen großen Steine nicht sehr einladend wirken.

Wir wollten aber nicht schwimmen sondern haben unseren Spaziergang an der Küste fort gesetzt. Nicht weit von dieser Bucht soll es Salinen geben, las Salinas de la Tablada. Wenn ich Saline höre, habe ich sofort ein weißes Salzfeld vor meinen Augen, Salz, soweit da Auge reicht.

So eine Art von Saline gibt es hier natürlich nicht. Es sind es nur ein paar flache Steine an der Küste, die so geformt sind, dass sich darauf Pfützen sammeln können. Sie wurden im Sommer als natürliche Salzpfannen verwendet. Hier konnte das Wasser perfekt verdampfen und das Salz kristallisierte aus. Das Salz wurde immer wieder aufgelockert und aus den tieferen Teilen wurde das Wasser händisch gleichmäßig verteilt. So konnte der ganze Prozess sehr gut kontrolliert werden. 

Wenn das Wasser vollkommen verdunstet war, wird wurde das getrocknete Salz aufgesammelt und gelagert. Die Gewinnung von Meeressalz war sehr wichtig, denn es wurde sowohl fürs Würzen als auch für das Einlagern von Lebensmitteln gebraucht. 

Über die Küste gibt es nicht viel zu erzählen, aber die Landschaft erzählt hier eine Geschichte nach der anderen. Sie verändert ständig ihr Gesicht und zeigt sich einmal sanft und bunt, dann wieder eckig, kantig und hart – immer begleitet durch die künstliche Landschaft des Golfplatzes.

Golf ist ja eine Sportart, aber wenn ich mir die Golfer so ansehe, wie sie mit ihren Golfwägelchen von Loch zu Loch fahren um dann einmal einen Ball ein Stückchen weiter zu befördern, frage ich mich schon wer da sportlicher unterwegs ist. Wir als Spaziergänger oder diese Sportler?

Aber egal ob Sportler oder nicht, jeder genießt die Landschaft auf seine Weise und ein Spaziergang entlang der Küste ist für mich einfach immer wieder eine schöne Abwechslung.

Hier habe ich noch einige Fotos von diesem Ausflug, wenn ihr Lust habt, könnt ihr euch ja durch die Galerie klicken, viel Spaß dabei… 

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