die Menschen ändern sich – nicht …

„Die Leute sagen immer: die Zeiten werden schlimmer. Die Zeiten bleiben immer. Die Leute werden schlimmer“ Der Spruch ist von  Joachim Ringelnatz und ich finde, er hat den Nagel damit richtig auf den Kopf getroffen. Das Wort schlimm hat für mich dabei nicht die Bedeutung von böse sondern eher von gleichgültig. Aber vielleicht täusche ich mich ja auch und es menschelt doch mehr auf der Welt, als es mir vorkommt.

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das ist der Hauptplatz meiner Heimatstadt Villach

Ab und zu habe ich das Gefühl, dass heute viele Menschen alles haben und sehen wollen. Aber bitte mit Sahne, wenn möglich, kostenlos und auf dem Silbertablett serviert. „Dort musst du unbedingt hin gehen, die Portionen sind so groß, dass du daheim noch zwei Tage essen kannst – und billig ist es auch noch!“

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Pizza, Schnitzel, Schuhe, Kleider und alles was sonst noch zum Leben gehört wird im Internet bestellt, bei Nichtgefallen schonungslos zurück geschickt und dann wird gemeckert, dass sich die meisten Dörfer und Städte in trostlose Geisterstädte verwandeln.

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Dafür ernährt sich der Vorzeigebürger „bio“ und kauft selbstverständlich nur fair gehandelte Ware und fährt bald mit dem Elektroauto munter durch die Gegend. Egal welcher Strom aus der Steckdose kommt – falls er für alle bezahlbar bleibt. Bei einer Tasse nespresso kann man entspannt die Welt verbessern und sich darüber aufregen, dass böse Menschen so sorglos mit Plastiktüten die Welt ersticken – am besten auf dem Oberdeck eines Kreuzfahrtschiffes. 1f607 Stattdessen schicken wir ein paar Dieselautos auf den Schrottplatz, dann können wir mit gutem Gewissen noch ein paar Frachtschiffe rund um den Globus schicken. Der Welthandel muss schließlich funktionieren, damit die Aktionäre nicht am Hungertuch nagen müssen, die Chinesen deutsche Milch trinken und wir dafür wertvollen billigen Fisch aus Vietnam auf den Tellern servieren können.

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Ich weiß, das ist jetzt ziemlich kindlich und einfach so dahin geschrieben, aber gar so kompliziert ist die Wirtschaft wirklich nicht gestrickt. Wenn jeder seinen Teil dazu beträgt, funktioniert die Maschine ziemlich reibungslos und ohne viel Verzicht für jeden von uns. Wir alle müssten nur hin und wieder wenigstens ein paar Minuten darüber nachdenken. Das Problem ist nämlich nicht neu, denn sogar vor fast zweihundert Jahren haben sich die Menschen darüber Gedanken gemacht – aber vielleicht sind wir heute in der Lage, ein bisschen daraus zu lernen …

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„Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, dass nicht irgendjemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.

Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten.

Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen sie für das Risiko, dass sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn sie das Tun, dann haben sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.“
John Ruskin engl. Sozialreformer (1819-1900)

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 die Dünen von Maspalomas auf Gran Canaria

Eines ist klar, wir haben selbst die Wahl, in welcher Welt wir leben wollen. Wir können nicht alles ändern und bestimmen, das ist mir schon bewußt. Aber die Wüste besteht auch aus unendlich vielen Sandkörnern und ist nicht nur trostlos und öde sondern hat eine zweite Seite – und die ist traumhaft schön … kuss (2)

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Los Abrigos und frische Fische

Wir sind zur Abwechslung von El Medano aus nicht sofort wieder auf die Autobahn gefahren sondern haben die Straße, die direkt am Flughafen entlang führt gewählt. Erstens wollten wir uns endlich einmal die Höhle des einzigen kanarischen Heiligen ansehen und wer weiß, vielleicht entdecken wir ja wieder etwas Neues?

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Die Landschaft sieht in dieser Gegend eher außerirdisch aus, karg, steinig, staubig und eintönig. Die sandige Luft, die der Calima aus Afrika mitgebracht hat, verbessert die Situation auch nicht gerade zum Besten. Ein strahlend blauer Himmel würde sogar dieser Mondlandschaft noch einen Hauch von Schönheit abgeben. Aber es ist so viel Sand in der Luft, dass man die Berge in der Ferne nur schemenhaft erkennen kann.

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Um zu wissen, dass der Flughafen Aeropuerto deTenerife Sur in greifbarer Nähe ist, muss man erst gar nicht auf die Landkarte schauen. Das hört man in regelmäßigen Abständen, denn die Flugzeuge, die in alle Herren Länder starten, machen sich beim Abheben in diese Richtung ziemlich lautstark bemerkbar. Aber irgendwo muss es eben einen Flughafen geben, ich muss ja zum Glück nicht hier wohnen.

Nach kurzer Zeit erreichen wir Los Abrigos und auch wenn die Häuserreihen entlang der Hauptstrasse nichts Besonderes versprechen, wollen wir einmal hinter die Fassaden blicken. Am Ende eines engen Gässchens haben wir sogar das Glück und finden einen Parkplatz. 1f60a Wir sind durch Zufall direkt beim Hafen gelandet.

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Vor langer Zeit waren die Frauen in dieser Gegend verantwortlich für den Fischfang. Die Männer waren auf den Tomatenplantagen beschäftigt und die Frauen sorgten für den Fisch auf dem eigenen Tisch aber sie verkauften ihn auch. Ich kann mir das gar nicht vorstellen, aber in den  40er und 50er Jahren wanderten die Frauen von Los Abrigos bis nach San Miguel, Granadilla oder Vilaflor! Mit oft mehr als vierzig Kilo Fisch in den Körben trugen sie ihre Ware auf dem Kopf und oft barfuß mit den Waagschalen in der Hand zu ihren Kunden. Mit Kartoffeln, Gemüse und Eiern kamen sie wieder an die Küste zurück.

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Los Abrigos in den späten 60er Jahren

Ursprünglich hieß der kleine Ort El Abrigo. Abrigo heißt auf Deutsch der Mantel aber bitte was hat ein Mantel mit dem Meer zu tun? Angeblich stammt die Bedeutung daher, das hier einer der wenigen natürlich geschützten Häfen im Süden der Insel ist und ein Fischermantel reichte, um sich bei Wind und Wetter zu schützen.

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so hat sich der Hafen im Laufe der Jahre verändert

In der Geburtsstunde des kleinen Ortes hat auch ein ehemaliger Sklave eine Rolle gespielt. Klingt absurd oder?

Los Abrigos war ursprünglich ein Unterschlupf aus einigen Hütten, in denen während der Fangsaison für Fische die Mitglieder einer Familie mit dem Namen Marcelino lebten. Im Jahr 1783 heiratete María de la Antigua Camejo, eine junge Frau aus Valle de Santa Inés auf Fuerteventura den freien Mann José Marcelino. José stammte aus Kuba, wurde als Kind nach Teneriffa gebracht und lebte als Sklave auf dem Besitz von Doña Bárbara Josefa Pantaleón in de Icod de los Vinos. Nachdem in dieser Zeit auf der Insel sehr viel Zuckerrohr angebaut worden ist, hat er wahrscheinlich einen Teil seines Lebens auf den Feldern verbracht. Aber das weiß ich nicht genau. Immerhin konnte sich José Marcelino seine Freiheit erkaufen, und eine Familie gründen. Er starb als freier Mann im Alter von 48 Jahren in Adeje. Das Leben seiner Nachkommen ist übrigens sehr genau im Buch „Genealogías del Municipio de Adeje“ bis ins 20. Jahrhundert dokumentiert und einige von ihnen leben heute noch in Los Abrigos.

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Auf Teneriffa gibt es derzeit 10 Fischervereinigungen, die aus ungefähr 500 Fischern und 340 Boote bestehen und rund neun Millionen Kilo Fisch ans Land befördern. La Lonja pesquera, der Fischmarkt von Los Abrigos ist einer der besten Orte auf der ganzen Insel, um frischen Thunfisch, Makrele, Sardinen, Samas, Brassen, Garnelen und Tintenfische direkt bei den Fischern zu kaufen.

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„Fischers Fritz fischt frische Fische „ – und wo bekommt man sie sonst her? lachen Der neue Fischmarkt von Los Abrigos wurde am 6. Juni 2013 eröffnet und seitdem wird hier im Hafen fangfrischer Fisch verkauft. Mittlerweile wir der überschüssige Fisch dort auch in einem eigenen Raum verarbeitet und verpackt. Die vielen bunten Fischerboote im Hafen sind also keine Dekoration sondern wirklich Teil des täglichen Lebens vieler Bewohner des Ortes.

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Versteckt zwischen den Häusern und einem schon ewigem Rohbau steht das kleine Kirchlein des Ortes, la Ermita de San Blas. Hier, auf der Nueva Plaza findet auch jede Woche ein Markt statt. Ich habe gelesen, dass es der einzige Markt ist, der auf der Insel am Abend stattfindet.

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Sehenswürdigkeiten sucht man, in dem kleinen Ort vergeblich, aber am Rand der Siedlung findet man einen schönen Sandstrand, La Playa Grande steht auf dem Schild das dort im Sand steckt, und Tauchen soll man hier am felsigen Teil der Küste ebenfalls sehr gut können.

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Am Rande des kleinen Hafens reiht sich an einer schönen Promenade ein Fischlokal an das andere und ich kann mir vorstellen, dass hier tatsächlich nur Fisch frisch aus dem Meer auf den Tischen oder besser gesagt auf den Tellern landet.

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Wir haben ein lauschiges Plätzchen im Schatten eines riesigen Gummibaumes gefunden und bei dem tollen Ausblick auf den Hafen mit den bunten Fischerbooten auf den Wellen hat der Fisch und der kühle Weißwein noch einmal so gut geschmeckt.

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Und was macht man, wenn man keine Aussicht bieten kann? Man klebt die Landschaft einfach an die Wand. Geht doch, oder?

Hier habe ich noch einige Fotos von unserem Spaziergang, viel Spass beim Ansehen und vergesst nicht – es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken … kuss (2)

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So funktioniert Wirtschaft

Diese Geschichte hat zwar schon einige Jährchen auf dem Buckel, aber im Grunde genommen ist und bleibt sie immer aktuell. In unserer fast bargeldlosen Zeit denkt man sehr oft gar nicht mehr daran, dass für alles, was wir kaufen können vorher andere Leute nicht nur Liebe und Arbeit sondern auch Geld in die Hand genommen haben. Jeder muss schließlich irgendwie sein Geld verdienen, egal ob er dafür Gemüse anbaut, Fische angelt, Bretter zusammen nagelt oder für Unterhaltung sorgt. 1f607 Wirtschaft kann nur funktionieren, wenn alle mit tun und es eigentlich sollte es ganz einfach sein …

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Kommt ein Tourist in ein Hotel, legt einen 100 Euro  auf die Theke und bittet um einige Zimmerschlüssel, damit er mal nachschauen könne, ob Ihm die Zimmer gefallen würden. Die 100 Euro bleiben als Sicherheit liegen. Der Hotelier gibt ihm, da er keinen einzigen Gast hat, alle Zimmerschlüssel.

Als der Gast verschwunden ist um sich die Zimmer anzusehen, rennt der Wirt zum Fleischhauer und gibt dem 100 Euro. Damit sind endlich seine offenen Rechnungen bezahlt. Für ihn ist die Sache erledigt und er sprintet in sein Hotel zurück.

Der Fleischhauer läuft zum Bauern, gibt dem die 100 Euro und sagt: „Hier ist das Geld für das Schwein letzte Woche, das noch zu bezahlen ist.“ Der Bauer geht zur einzigen Prostituierten des Dorfes und gibt ihr die 100 Euro, weil er noch seine beiden letzten Besuche bei ihr schuldig geblieben ist. Die Prostituierte rennt zum Hotel und übergibt dem Hotelier die 100 Euro, die sie ihm noch für zwei Zimmermieten schuldet.

In dem Moment kommt der Urlauber die Treppe herunter und sagt, dass ihm keins der Zimmer gefallen würde. Er gibt dem Hotelier die Zimmerschlüssel, nimmt seine 100 Euro und verlässt das Hotel.

Und was sagt uns die Geschichte? Was ist die Moral daraus? Ganz einfach – alle Schulden sind bezahlt und keiner hat Geld! So funktioniert Wirtschaft! 1f60a Dieses kluge Geschreibsel ist zwar nicht von mir, aber besser könnte ich es auch nicht beschreiben.

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Urlaub auf Balkonien

Die Urlaubszeit hat begonnen, aber nicht jeder Mensch bricht zu großen Reisen auf. Sonne, Palmen, Strand und Meer, Karibik, Neuseeland, Skandinavien, Hawaii, New York oder Balkonien? Den passenden Urlaubsort gibt es für jeden. Fernreise oder einfach nur zu Hause bleiben? Klettert man in ein Flugzeug, überquert man mit einem Schiff die Ozeane, rattert man mit dem Zug in die Berge oder staut man mit dem Auto in den Süden? Die Auswahl ist groß und ein Patentrezept für Erholung gibt es mit Sicherheit nicht. 1f607 Da nützt auch kein Rat vom Arzt oder Apotheker.

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Playa de Las Teresitas bei Santa Cruz

Auch das Reisebüro ihres Vertrauens kann nur eine winzigen Beitrag zum perfekten Urlaub beitragen, denn am Ende muss wirklich jeder selbst entscheiden, wo er oder sie die sogenannte schönste Zeit des Jahres verbringen will. Wer die Wahl hat, hat eben auch die Qual.

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noch einmal La Playa de Las Teresitas

Wie ich auf Urlaub gekommen bin? Für uns ist es ja zur Zeit leider kein Thema und das Gedankenkarussell ist auch gar nicht von Bildern in einem Urlaubskatalog in Gang gesetzt worden. Es war schlicht und einfach ein Lied, ein uralter Song der Gruppe Pur. Vielleicht kennt ihr ihn ja auch? „Komm mit mir ins Abenteuerland. Der Eintritt kostet den Verstand. Komm mit mir ins Abenteuerland … “ Jede große Reise beginnt als Abenteuer im Kopf. „Die wahren Abenteuer sind im Kopf und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo!“ sang André Heller vor vielen, vielen Jahren. Ich bin mir sicher, dass diese Aussage den Nagel auf dem Kopf trifft – aber da war doch noch etwas anderes? 1f60e Ich habe gehört, dass es auch Menschen geben soll, die gar keine Abenteuer erleben wollen.

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Das hat sich wahrscheinlich auch der Reisejournalist Burkhard Müller-Ullrich gedacht und hat einen Marco-Polo-Reiseführer für Balkonien geschrieben. Komm mit nach Balkonien ist der Titel des Reiseratgebers und der Autor findet, dass derjenige, der Urlaub auf Balkonien macht, sich doppelt so gut erholt wie jeder andere Urlauber. Ich bezweifle das zwar, aber vielleicht trifft das ja nur auf meine Wenigkeit zu.  1f60a Ich bin nämlich nicht wirklich für einen richtigen Urlaub in den vier Wänden geeignet.

Der gute Tipp, die Hausarbeit vor dem Urlaub zu erledigen und dann alle Fünf gerade sein lassen bringt mir nichts. Funktioniert überhaupt nicht! Da nützt auch die Aussage „wenn sie in Italien sind, können sie auch nicht Staub saugen“ relativ wenig. Ganz einfach, wenn ich in Italien wäre, würde ich zu Hause weder schmutziges Geschirr noch klebrige Gläser produzieren und im Haus würde auch niemand aus und ein gehen und „Schmutz“ verteilen. Ganz abgesehen davon, dass mein Vorrat an sauberen Geschirr, Besteck und Gläsern auf Null schrumpfen würde. Diese Katastrophe könnte man ja noch vermeiden, doch ich hätte damit das nächste Problem – ich hasse Plastikgeschirr und Plastikbecher!

Aber zurück zum Urlaub auf Balkonien. Ich konnte natürlich nicht widerstehen und habe mir diesen Reiseführer schon vor ein paar Jahren gekauft, gelesen und bis heute in der Lade der Vergessenheit verschwinden lassen. Jetzt habe ich ihn noch einmal aus dem Regal geholt, vielleicht sind ja doch ein paar gute Vorschläge für einen Urlaub für mich dabei? 1f60e Also, nichts wie auf in unser neues Urlaubsland.

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Kommt mit nach Balkonien, einem Ferienparadies, in dem sich jeder wirklich wie zu Hause fühlen kann! Man kennt uns und man spricht deutsch! Ein Urlaubsort, der leicht erreichbar ist und doch nicht überlaufen. Sicher, sauber und preisgünstig, die besten Voraussetzungen für einen angenehmen Urlaub sind in jeder Hinsicht gegeben.

Das vom Tourismus noch völlig unberührte Traumland liegt voll im Trend! Im Grunde genommen ist jeder Urlaub auf Balkonien ein Pauschalurlaub. Alle Leistungen sind inklusive, denn Miete zahlen wir ja sowieso und Lebensmittel einkaufen müssen wir ja auch ohne Urlaub. Es gibt keine versteckten Kosten, keine Liegestuhlgebühren, Kurtaxen oder Schönwetterzuschläge.  Das Essen schmeckt wie zu Hause und nicht einmal Trinkgeld wird fällig. Keine Abzockerei wie in einschlägigen Touristenfallen üblich. Nichts davon müssen wir auf Balkonien befürchten. Dafür geht ein uralter Traum in Erfüllung. 1f60e Wir werden nicht gleich als Tourist erkannt und behandelt! Wir können uns ganz zwanglos unter die Eingeborenen Einheimischen mischen! Auf dem Balkon ist es auch viel angenehmer als in einem teuren Luxushotel. Dort sind wir fremd und das nette Mädchen an der Rezeption kann uns noch so freundlich begrüßen. Es ändert nichts an der Tatsache, dass wir uns im ganzen Haus überhaupt nicht auskennen.

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Mein Gott – hoffentlich ist das Zimmer schön, nirgendwo eine Baustelle versteckt, die Aussicht vom Balkon gigantisch und das Essen schmeckt. War das Hotel nicht doch zu teuer? Sofort werden immer größere Mengen von Stresshormonen in unsere Blutbahnen geschickt und der Erholungsfaktor von, sagen wir mal drei Urlaubstagen, ist schon im voraus verbraucht. Naja, es dauert dann ja meist doch nicht lange und jeder von uns bekommt den Durchblick für die nächste Zeit. 1f60e Der lange herbei gesehnte Urlaub wird endlich Realität, die schönsten Tage des Jahres können beginnen.

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Urlaub wird übrigens so definiert – erstens, die Zeit, in der man nicht arbeiten muss und zweitens ein Aufenthalt an einem Ort, der weit weg von zu Hause ist und an dem man sich von der Arbeit erholt. Für einen Urlaub in den eigenen vier Wänden muss also das Gleiche gelten, wie für einen auf der anderen Seite der Weltkugel – Urlaub ist Urlaub und Arbeit ist Arbeit!

Ob Fernreisen oder Balkonien, ob Abenteuerurlaub oder wandern in den Bergen, ob Relaxen auf den Malediven oder Spielen am Schotterteich – gelingen wird der Urlaub nur, wenn wir den Augenblick genießen!

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an der Rambla de Castro bei San Juan de la Rambla

Zum Schluss noch ein Tipp für ein  wunderschönes Urlaubsziel – Teneriffa. Vor allem die Sommermonate sind sensationell. Warm und beständig, Gewitter sind so gut wie unbekannt und die notwendigen Regenfälle kommen in den Wintermonaten vom Himmel auf die Erde … kuss (2)

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Santa Cruz in Flammen …

Wir haben gestern eigentlich nur die Sonne gesucht. Nachdem es in Icod am Vormittag nur bewölkt und grau gewesen ist und die Suche auf den Webcams der Insel auch im Süden keinen Sommertag versprochen haben, ist unsere Wahl auf Santa Cruz gefallen.

Bis Tacoronte hat sich das Bild am Himmel nicht gravierend verändert, aber oh Wunder, ab dem Nordflughafen ist die Wolkenlandschaft bedeutend freundlicher geworden und ein kleines Stück weiter hat sich der blaue Himmel über uns gewölbt. Santa Cruz lag vor uns – umgeben von blauem Meer, wolkenlosen Himmel und Sonnenschein. Perfekt!

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Um diese Zeit bietet Santa Cruz ein besonders schönes Bild, denn für einige Wochen steht die Stadt sozusagen in Flammen. Nein, nein, keine Angst, in der Inselhauptstadt wütet kein vernichtendes Feuer. Die Flammenbäume blühen und verleihen jedem Foto einen besonderen Flair. Überall in der Stadt könnt ihr zur Zeit an den Straßenrändern die flammendroten Baumkronen dieser Bäume sehen.

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El árbol del fuego oder flamboyán, wie die Spanier den Flammen- oder Feuerbaum nennen, stammt ursprünglich von Madagaskar und gehört zu den Johannisbrotbäumen. Mit seinen feuerroten Blüten, die im Frühjahr vor der Ausbildung der fein gefiederten Blätter blühen, ist er für mich einer der schönsten Tropenbäume überhaupt. In seiner Heimat ist der Baum vom Aussterben bedroht, aber mittlerweile ist er ein Globetrotter geworden und wächst hier auf den Kanaren ebenso wie in Florida, Ägypten oder in der Karibik.

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Der Flammenbaum wächst ziemlich schnell und da er nicht sehr hoch wird, aber eine riesige Baumkrone hat, wird in den Gärten, Parks und Alleen in Australien, Afrika oder Südamerika gerne als Schattenbaum gepflanzt. Ein wunderschöner, farbenfroher Sonnenschirm, den die Natur zur Verfügung stellt.

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Die große Baumkrone die für Mensch und Tier angenehmen Schatten spendet, hat allerdings auch einen Nachteil. In den Ländern, wie zum Beispiel Australien, in denen der Baum verwildert, sorgt sie dafür, dass einheimische Bäume verdrängt werden, da die weit ausladende Krone und die vielen in unmittelbarer Nachbarschaft keimenden Samen, anderen Pflanzen den Lebensraum nimmt.

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Aber das ist hier auf der Insel nicht der Fall und deshalb dürfen wir uns einfach nur über die schöne Blütenpracht freuen. Mit seinen blutroten Blüten und den hellen, grünen Blättern ist der Flammenbaum sicher einer der farbenprächtigsten Bäume der Welt und auf Teneriffa sorgt er einmal im Jahr für kräftige Farbtupfer in den Gärten und Parks.

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Der Flammenbaum ist zwar fast ausschließlich ein Ziergehölz, doch einige Pflanzenteile wurden oder werden in der Volksheilkunde noch immer auch als Mittel gegen Fieber, Malaria oder Blutarmut verwendet.

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Wie der Baum wirklich zu seinem Namen gekommen ist, konnte ich leider nicht herausfinden, aber es gibt eine Geschichte, die von zwei Kindern, erzählt. Sie waren gute Freunde und trafen sich zum Spielen immer bei einem Baum. Das änderte sich auch nicht, als der Krieg begann. Als in den Kriegsjahren rund um den Baum herum alles in Schutt und Asche zerfiel, blühte der Baum trotzdem wunderschön. Wegen der roten Blüten und der Kraft in den schlimmsten Zeiten zu überleben nannten die Kinder ihn Flammenbaum …

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königliche Kunden …

Die meisten von euch denken mit Sicherheit, je mehr Kunden ein Geschäft hat, desto besser. Aber dem ist nicht so, denn manche Kunden sind schlicht und ergreifend schlecht fürs Geschäft und verderben die beste Atmosphäre. Dass der Kunde König ist und immer recht hat ist ja eine weit verbreitete Floskel Meinung. Nur, stimmt das auch?

Ich glaube eher, dass dieser Sager dazu führt, dass Kunden glauben, sie könnten sich alles erlauben. Dürfen sich Kunden tatsächlich so verhalten wie sie wollen? Laut dieser Definition wären sie ja immer im Recht, oder? Wenn das wirklich so sein sollte, würde das auf der anderen Seite bedeuten, dass beleidigende übelgelaunte Menschen besser behandelt werden als freundliche Kunden.  1f607 Das kann ja wohl nicht ganz richtig sein!

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Die Phrase „Der Kunden hat immer recht“ wurde 1909 von Harry Gordon Selfridge erfunden. Er war der Gründer des Kaufhauses Selfridges in London und wollte mit diesem Slogan die Kunden davon überzeugen, dass sie in diesem Geschäft guten Service erwarten können. Seitdem wird diese Binsenweisheit in der Geschäftswelt benutzt und als höchstes Ziel angepriesen. Ob das tatsächlich so sein soll oder nicht, darüber haben sich viele schlaue Fachleute den Kopf zerbrochen. Das Ergebnis ihrer schlaflosen Nächte überrascht mich nicht, denn die Realität lautet: „Der Kunde sollte nur wie ein König behandelt werden, solange er sich auch so verhält.“  

Diese Feststellung muss mit keinem Wort ergänzt werden aber mir fällt sofort noch ein schlauer Spruch ein. „Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus,“  hat meine Oma immer gesagt und Freundlichkeit hat noch niemanden etwas gekostet. Wenn sich jeder daran halten würde, wären unsere Tage gleich um einiges schöner und so mancher Mensch würde mit einem angenehmen Gefühl nach Hause gehen und sich am nächsten Tag auf seine Arbeit freuen.

Das kann doch nicht so schwer sein, oder? Dafür muss auch niemand mit einem breiten Dauergrinsen durch die Gegend rennen, es reicht durchaus, wenn das Gegenüber seinen Frust nicht großzügig und wahllos an Leute verteilt, die überhaupt nichts dafür können und gar nicht wissen, wie ihnen geschieht. Ein bisschen Benehmen würde schon reichen. Zum Glück kommen mir solche Menschenkinder selten unter, aber ab und zu denke ich mir schon meinen Teil. Wofür fahren solche Leute überhaupt auf Urlaub? 1f60e Die Sonne ist zu heiß, der Strand zu schwarz, die Straßen zu steil, die Musik zu laut, das Brot schmeckt zu Hause besser, das Bier ist zu kalt, die Torten zu süß und überhaupt …

Also ich würde mit dieser Einstellung nirgendwo hin fahren und auf Balkonien Urlaub machen. Das ist erstens billiger und wenn es mir dort auch nicht gefällt, kann ich mich in mein gewohntes Bett legen und vom perfekten Traumurlaub träumen. Einen Nachteil hätte diese Art von Urlaub allerdings – woher sollte man dann die vielen Beweisfotos zaubern um allen zeigen zu können, was man im Urlaub alles gesehen hat? Aber auch dafür gibt es bestimmt eine Lösung … kuss (2)

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in den Cañadas …

Über den Wolken scheint fast immer die Sonne und aus diesem Grund haben wir uns gestern kurzerhand mit dem Auto auf den Weg gemacht und sind erfolgreich in der Sonne gelandet. 1f60a Wenn sich die Sonnenstrahlen nicht bis zu uns durchkämpfen wollen, durchbrechen eben wir die Wolkenschicht! Wir haben wollten nach oben und haben uns spontan dazu entschieden, den Nationalpark nicht über La Orotava sondern über Guía de Isora anzufahren. Die Landschaft sieht von jeder Seite anders aus und außerdem könnte es ja passieren, dass sich schon am Erjospass die Wolken verziehen.

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Also haben wir die Strasse über El Amparo quer über die Berge Richtung Santiago del Teide genommen. Die Aussicht war heute zwar eher mau mau, von Zeit zu Zeit sind immer wieder weiße Nebelschwaden über die Landschaft geschwebt und das hat sich auch auf der anderen Seite nicht wirklich geändert Guía de Isora lag noch unter einer Wolkendecke, aber kurz darauf waren die Wolken endgültig vergessen und über uns hat sich ein strahlend blauer Himmel gewölbt. 1f60a Sommerwetter vom Allerfeinsten!

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Eigentlich blühen um diese Zeit ja die Tajinasten sehr schön, doch dieses Jahr wollten sie irgendwie nicht so richtig. Der rote Natternkopf, la tajinaste rojo, mit den rosaroten Blüten wächst nur hier oben in den Cañadas und blüht einmal im Jahr von Mitte Mai bis Mitte Juni. Nur zu dieser Zeit kann man die faszinierenden Riesenkerzen in ihrer vollen Pracht bewundern. Ein paar schöne Exemplare haben wir zwar entdeckt, aber wenn ihr richtig tolle Fotos dieser wunderschönen Blume sehen wollt, müsst ihr in meinem Blogbeitrag vom Vorjahr nachsehen.

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Die Landschaft im Nationalpark ist aber auch ohne besondere Blüten jedes Mal aufs Neue faszinierend. Je nach Tageszeit und Sonnenstand wirken die Farben der Steine anders. Tiefschwarz und freundliches hellbraun, giftiges grün und warmes rot wechseln sich ab und die verschiedenen grünen und blühenden Pflanzen sorgen auch noch für Farbtupfer der besonderen Art.

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Manchmal hat man direkt den Verdacht, dass man in einer der vielen Wüsten der Welt gelandet ist. Der Eindruck, dass es sich bei dieser Weite um einen Vulkankrater handelt verblasst und man begreift ganz schnell, wie klein der Mensch im Grunde genommen ist.

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Die unwirkliche Traumlandschaft befördert uns ruck zuck in die Realität. Das klingt zwar ein bisschen theatralisch, aber ich empfinde es so. Es will einfach nicht in meinen Kopf, dass diese Sandhügel und Felsengebirge nichts anderes sind, als ein Teil eines alten Vulkans.

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Nach Hause gefahren sind wir dann über La Orotava und  – wie üblich – mussten wir auch auf der Fahrt nach ins Tal durch Nebel und Wolkenschwaden tauchen. 1f60a Auf der Heimfahrt ist es allerdings nicht mehr so schlimm, denn ein ganzer Tag voll gefüllt mit Sonnenschein und Blütenduft rechtfertigt auch das Schnuddelwetter in einer gewissen Höhe.

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Wie gesagt, wenn ihr mehr über den rote Natternkopf, la tajinaste rojo, lesen wollt, müsst ihr in meinem Blogbeitrag vom Vorjahr nachlesen. Dort findet ihr auch Unmengen von tollen Fotos, gestern habe ich solche schönen Exemplare leider nicht gefunden … kuss (2)

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