La Giganta in Santa Úrsula

Vor einigen Tagen haben wir wieder einmal die Schönheit in Santa Úrsula besucht. Vielleicht kennt ihr sie ja schon von Fotos? Es handelt sich dabei um La Giganta de Jardin Social en La Quinta. Der Park an und für sich ist nichts besonderes, aber wir wollten einen Spaziergang machen und die Aussicht auf die Küste ist in Santa Úrsula schon besonders schön. Aber dazu später, erst einmal zurück zu unserer blumigen Dame.

Auf Teneriffa werden ja gerne große Veranstaltungen organisiert und fast in jedem Ort findet irgendwann im Jahr ein Festival Cultural statt. Dazu gehören meisten viele Veranstaltungen für kleine und große Kinder. Dicke und farbenprächtige Festprogramme werden gedruckt und verteilt – oder auch nicht, Pressekonferenzen abgehalten, die Wichtigkeit der Veranstaltung wird wortreich erklärt, es wird gelobt und geredet…

Unzählige Theaterstücke werden inszeniert, Ausstellungen organisiert, Lesungen gehalten und Geschichten erzählt. Konzerte dürfen natürlich auch nicht fehlen und für Speis und Trank wird ebenfalls gesorgt. In Santa Úrsula wurde 2012 so ein Fest mit dem Namen Su Guiño a la priavera das erste Mal aus der Taufe gehoben – und leider einige Jahre später wieder zu Grabe getragen. Dafür wurde der Park neben dem öffentlichen Schwimmbad angelegt, el Jardin Social La Quinta, und ein Jahr später erblickte la Giganta das Licht der Welt.

Es entstand eine Skulptur, die sich in die Landschaft schmiegt, eine vier Meter hohe Frauengestalt aus Steinen, Sand und Zement die mit vielen verschiedenen Pflanzen bekleidet wurde. Was oder wen sie darstellt? Vielleicht den Frühling oder die Natur? Wartet sie auf jemanden oder lässt sie einfach gelangweilt die Zeit an sich vorüber ziehen? Für die Besucher des Parks oder gar für den Teide interessiert sie sich auf alle Fälle nicht, denn sie schaut eindeutig in eine andere Richtung.

„Si te das cuenta, le falta un pecho, en su lugar está lleno de flores, es un homenaje a las mujeres con cáncer de mama.“ hat mir eine Bekannte geschrieben. Ob es so beabsichtigt war oder Zufall weiß ich leider nicht, aber es könnte auch eine Hommage an Frauen mit Brustkrebs sein, denn wie ihr seht, blühen statt der fehlenden Brust bunte Blumen.

Damit die grünen Pflanzen, aber vor allem die bunten Blumen, auf diesem kargen Untergrund überhaupt wachsen können, wurden die Körperteile mit Moos und einem feinen Gitter umwickelt und wenn ihr – so wie ich – unter den bepflanzten Armen durchgeht, tropfen euch von oben ziemlich kalte Wassertropfen auf den Kopf.

Ursprünglich sollte die Schöne im Park zu so etwas wie einem Wahrzeichen von Santa Úrsula werden aber nachdem das Festival im Jahr 2014 zum letzten Mal statt fand, ist der Park und auch die Gegend rund herum wohl nicht mehr so wichtig gewesen. Die meisten Menschen, die sich hier her verirren sind mit Sicherheit Besucher des Schwimmbads und keine Parkbesucher. Aber egal wie und warum – für mich ist die Riesin ein schönes Fotomodell.

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Dia de la Cruz

La Primavera, der Frühling ist in Santa Cruz de Tenerife eine ganz besondere Jahreszeit. Bei den Feiern im Mai, las Fiestas de Mayo, spielen Blumen und Traditionen die Hauptrolle und verwandeln das Bild der Stadt.

Santa Cruz feiert am Freitag nicht nur das Kreuz sondern auch seine Gründung am 3.Mai 1494 und dafür werden kunstvolle Blumenkreuze aufgestellt und im Parque García Sanabria stellen Gärtner und Kunsthandwerker ihre Werke aus Blumen aus.

Los Realejos, die Stadt zwischen La Orotava und Puerto de la Cruz hat kein cruz im Namen – feiert aber trotzdem den Tag des Kreuzes. Der Überlieferung nach, sollte hier die erste christliche Kirche zu Ehren des Apostels Santiago gebaut werden und so wurde an dieser Stelle ein Kreuz errichtet. 

Kurz nach der Eroberung der Insel durch die Spanier inszenierte der damalige Bischof Muros, Obispo Muros, ein Fest bei dem ein Kreuz aufgestellt, getanzt und auch gefeiert wurde.

Heutzutage werden an diesem Tag über dreihundert Kreuze mit Unmengen von Blumen geschmückt, die Tänze werden noch immer getanzt, nur die Lagerfeuer haben sich im Laufe der Zeit gewandelt. Die Zeit verändert eben auch Traditionen. Las flores y fuegos artificiales, Blumen und Feuerwerk – Andacht und kurzlebige Kunst ist das Motto für den 3. Mai und für den Start der ersten Rakete zählt die Uhr vor der Bibliothek von Los Realejos das ganze Jahr die Minuten. Der Countdown läuft…

das Foto ist natürlich noch nicht aktuell :o)

Der Tag des Kreuzes, el Dia de Cruz. Ich habe mir eigentlich keine Gedanken darüber gemacht, warum dieser Tag überhaupt gefeiert wird. Andere Länder andere Sitten, andere Feste – dachte ich mir, aber die Dekoration vor dem Casino von Cruz Santa hat mich ein wenig irritiert – und neugierig gemacht. Was sollte diese Anordnung von Holzkreuzen, einem Brunnen und allerhand anderen Utensilien wohl bedeuten?

Ihr kennt mich – ich habe mich schlau gemacht und jetzt kann ich euch auch erklären, was es mit dem Tag des Kreuzes auf sich hat! Es handelt sich dabei zwar nicht um historisch belegte Tatsachen, aber davon erzählt die Bibel ja auch nicht. Immerhin geht es um einen Gegenstand, der in dieser Geschichte zum offiziellen Zeichen des Glaubens geworden ist! Es gibt darüber drei unterschiedliche Versionen die noch dazu in verschiedenen Sprachen überliefert worden sind. Ich erzähle euch nur eine davon, einverstanden? 

Die erste Legende erzählt von der römischen Kaiserin Helena und einer Wallfahrt nach Jerusalem. In einer zweiten Legende findet nicht Helena, sondern der Jude Judas das Kreuz. Nach seiner Entdeckung des Kreuzes wechselt er zum Christentum, gibt sich den christlichen Beinamen Cyriacus und wird später Bischof von Jerusalem. Im Mittelalter war diese Version sehr beliebt, denn in der Erzählung findet man einen lauten Unterton gegen die Juden. Und dann gibt es auch noch eine dritte Legende in der das Geschehen gleich einmal vom vierten ins erst Jahrhundert vorverlegt wurde.  Und diese Geschichte werde ich euch jetzt erzählen, denn sie passt für mich am besten ins Land der Märchen.

Die Hauptdarstellerin ist in diesem Fall eine Frau mit dem komischen Namen Protonike. Sie wurde kurz und schmerzlos dem römischen Kaiser Claudius als Ehefrau angedichtet. Der Name Protonike bedeutet „erster Sieg“ und sollte wohl ein Hinweis auf den Sieg des Christentums über die Heiden und besonders über die Juden hinweisen. Die junge Protonike reiste also in der Erzählung mit ihren beiden Söhnen und einer jungfräulichen Tochter nach Jerusalem. Dort will sie den Berg Golgota und das Kreuz Jesu zu sehen. Das war aber nicht so einfach, denn das Kirchenoberhaupt von  Jerusalem erklärte ihr, dass der Berg Golgota den Juden gehöre. Weil die Juden aber die Christen unterdrückten wäre ein Zugang nicht möglich. Für die Ehefrau des Kaisers war das natürlich kein Problem, sie befahl den Oberen der Juden kurzerhand den Golgota an die Christen zu übergeben. Dem Befehl einer Frau wurde natürlich sofort Folge geleistet. Als die Übergabe erfolgt war, ging Protonike dorthin und fand, wie könnte es auch anders sein, drei Kreuze im Grab von Jesus. Als sie mit ihren Kindern die Grabstätte betrat, fiel ihre jungfräuliche Tochter auf der Stelle tot um. Und jetzt kommt der älteste Sohn ins Spiel, denn der stellte eigentlich ganz logisch fest, dass „es Christus nicht zulassen würde, dass jemand, der an ihn glaubt, seinetwegen stirbt.“ Jetzt war guter Rat teuer, aber Protonike wußte sofort, was zu tun sei. Sie legte eines der Kreuze, auf den toten Körper ihrer Tochter und betete. Nichts geschah. Als das ohne Wirkung blieb, versuchte sie dasselbe erfolglos mit dem zweiten Kreuz. Erst als sie das dritte Kreuz über das tote Mädchen hielt, kehrte es augenblicklich ins Leben zurück. Damit war das Kreuz Christi identifiziert.

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt, Protonike ließ eine Kirche über dem Ort erbauen und kehrte nach Rom zurück. Dort erzählte sie Claudius von ihren Abenteuern, worauf der Kaiser alle Juden aufforderte, Italien zu verlassen. Diese Legende ist übrigens nur in syrischer und später in armenischer Sprache überliefert, von den beiden anderen sind Fassungen auf Latein, Griechisch und Aramäisch bekannt.

Die Legende der Kreuzauffindung ist also in drei unterschiedlichen Versionen überliefert. Die ursprüngliche Version ist die Helena-Legende, deren Existenz seit den 390er Jahren belegt ist. Neben dem Heiligen Kreuz sollen auch die Nägel und das Heilige Grab wiedergefunden worden sein. Also nehmen wir einmal an, Helena war die Finderin des Kreuzes. Helena von Konstantinopel, war die Mutter des römischen Kaisers Konstantin, von dem sie zur Augusta ernannt wurde. In der katholischen und der orthodoxen Kirche wird sie als Heilige verehrt. Helena veranlasste Grabungen, bei denen unter anderem Reste des Kreuzes Christi sowie der Ort des Heiligen Grabes gefunden wurden.

Sie ließ die Reste des Kreuzes Christi in drei Teile teilen. Ein Drittel des Kreuzes blieb in Jerusalem, ein Drittel nahm die Kaisermutter mit nach Rom, und ein Drittel sandte sie ihrem Sohn nach Konstantinopel. Ob die heute bekannten Reliquien tatsächlich zum Kreuz Jesu gehörten oder auch nur echt in dem Sinne sind, dass sie überhaupt aus der Zeit um 33 nach Christus stammen, ist jedoch umstritten. Über dem Grab und der Fundstelle ließen Helena und ihr Sohn Konstantin eine Basilika errichten, die sogenannte Grabeskirche. Auch die Geburtskirche in Bethlehem und die später zerstörte Basilika auf dem Ölberg gehen auf Helena zurück. Zudem ist sie auch Stifterin vieler anderer Kirchenbauten in und um Jerusalem sowie an anderen Orten. Helena soll übrigens auch Reliquien der Heiligen Drei Könige gefunden haben. Lange waren die Reliquien im Familienbesitz und Jahre später wurden sie Bischof Eustorgius geschenkt. Sie kamen schließlich nach Mailand, bis sie von Kaiser Friedrich Barbarossa in den Kölner Dom verbracht wurden. Und wenn sie nicht gestorben sind dort werden sie heute noch verwahrt.

Jetzt ist die Geschichte doch wieder länger geworden als ich es eigentlich wollte, aber wenn ich einmal zu stöbern beginne, dann kann ich meistens nicht mehr aufhören. Egal. Auf alle Fälle wird der Tag des Kreuzes deshalb gefeiert, weil seit diesem Tag – wenigstens symbolisch – das Holzkreuz zum offiziellen Zeichen der Kirche geworden ist.  Und wie hat der Papst treffend festgestellt? „Eines ist sicher, Gott war nicht katholisch!“

P.S.: Einige Historiker sehen zwischen dem Cruz de Mayo eine Verbindung zum Ursprung des Maibaumes. Der Kult um den Maibaum war in den europäischen Religionen hauptsächlich bei den Kelten, Griechen, Römern und Slawen verbreitet. Im mittelalterlichen Frankreich stellten die Bauern am 1. Mai geschmückte Bäume vor den Herrenhäusern und Kirchen auf. In Österreich werden heute noch viele Maibäume geschmückt und starke Burschen klettern um die Wette bis an die Spitze. Eigentlich ist es ja mehr ein Klammern und Kraxeln und für den Sieg brauchen die Burschen nicht nur Können und Glück – sondern auch Pech!

Wer noch mehr über das Kreuz mit dem Kreuz oder den Feuerzauber in Los Realejos erfahren will …

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der Tanz in den Mai oder Walpurgisnacht?

Hat von euch jemand daran gedacht? Heute ist die Walpurgisnacht, eine Nacht voller Orakel und einem ganz besonderen Zauber. Mir fällt dazu sofort ein kleines Büchlein ein, das wahrscheinlich von euch auch alle kennen.  Das Buch „Die kleine Hexe“ war zumindest in meiner Jugend eine Pflichtlektüre.  Es ist die Nacht, in der angeblich die Hexen auf dem Blocksberg ein großes Fest abhalten. In dieser Nacht wurden Freudenfeuer entzündet, um den Frühling zu begrüßen tanzte man in den Mai.

Besonders wild und gefährlich geht es in diesen Stunden in der näheren Umgebung des Harzes zu, wo nach einem alten Volksglauben Hexen auf ihren Besen durch die Lüfte reiten. Sie wollen auf dem Brocken an den Hexenfeiern zur Walpurgisnacht teilzunehmen. Aber unsere kleine Hexe hatte ein großes Problem. Diese arme, jungfräuliche Hexe musste sich ja wirklich einiges einfallen lassen, um an dieser Zeremonie teilnehmen zu können. Mit ihren 127 Jahren war sie einfach viel zu jung um auf dem Blocksberg mitzutanzen!


Karoline Herfurth als die kleine Hexe und Suzanne von Borsody als die böse Hexe Rumpumpel in einer Szene des Films „Die Kleine Hexe“.

Diese Dinge werden sehr oft als Märchen abgetan, dabei haben sie durchaus einen tieferen Hintergrund. In der Walpurgisnacht muss viel Lärm  gemacht werden, Lärm oder fröhliche Musik. Damit kann man ganz erfolgreich Hexen und Dämonen vertreiben und die Natur hat freie Bahn – der Sommer kann beginnen! Mit viel Lachen, lauter Musik und Tanz wurden schon in alten Zeiten die Geister der Finsternis endgültig vertrieben.

Die kleine Hexe im Kinofilm

Mit Beginn der Christianisierung, nach dem Sieg Karls des Großen über die Sachsen, wurde diese Tradition verboten. Wer das alte Fest weiterhin in der alten Form feierte, wurde verdächtigt gemeinsames Spiel mit dem Teufel zu treiben und wurde als verdächtigt, eine böse Hexe zu sein. Die Kirche verdammte jede und jeden und verbreitete das gruselige Gerücht, dass in dieser Nacht die Hexen ausflogen, um sich auf dem Blocksberg zu versammeln und dort auf die Ankunft des Teufels zu warten.Das war der Ursprung des Hexenglaubens und ein triftiger Grund um unliebsame Mitbewohner als Hexen verbrennen zu können. Das Vermögen der diversen Hexen konnte die Kirche ganz gut für ihre eigene Kasse brauchen. Da war es ziemlich nebensächlich, ob es sich dabei um gewinnbringende Postlinien oder Waffenproduktion handelte.

Der Ursprung der Walpurgisnacht geht also nicht auf die alten Maifeste und den Volksglauben zurück, sondern wurde in den Kirchenbüchern erfunden. Auf diese Art wurde der Bevölkerung weiß gemacht, dass Frauen mit medizinischen Kenntnissen einen Vertrag mit dem Teufel geschlossen hätten. Woher hätten die dummen Frauen denn sonst ihr Wissen beziehen können? Lesen und schreiben zu lernen wurde den Mädchen ja vorsichtshalber verboten, sie könnten ja Unheil über die Menschheit bringen. Es kann also nur die Unterwelt ihre Finger im Spiel haben, oder?

Es war die Heilige Katholische Kirche, die im Schatten der Inquisition immer schaurigere Geschichten erzählte. Sie erzählten über das unglaubliche Unwesen, das die von ihnen als Hexen bezeichnete Frauen angeblich trieben. Aber wie auch bei anderen heidnischen Bräuchen und Festen, hat die Kirche dafür gesorgt, dass diese vertrauten Angewohnheiten des einfachen Volkes in einem kirchlichen Fest aufgefangen wurden. Der erste Mai wurde kurzerhand der der Heiligen Walpurga, der Schutzpatronin der Bäuerinnen und Mägden geweiht. Aus diesem einfachen Grund entstand der heute so märchenhaft und geheimnisvoll klingende Name Walpurgisnacht. Selbstverständlich wurde der Heiligen Walpurga von der Kirche nachgesagt, dass sie vor den Hexen schützen sollte. Wie sollte es auch anders sein? ¿No podía haber sido de otra manera?

KünstlerPUPPEN von Annette Himstedt

Die Walpurgisnacht auf dem Brocken wird heute noch gefeiert. Doch was kaum jemand weiß – dieses Fest hat eigentlich der gute Goethe mit seinem Faust „verbrochen“. In der Nacht vom 30. April lässt er Faust und Mephisto auf den Blocksberg steigen, denn in diesen Stunden sollte das Schicksal entscheiden…

Nein, keine Angst, ich erzähle euch nicht auch noch die lange Geschichte über Gretchen und Faust.  Jetzt ist Schluss für heute – also tanzt alle fröhlich in den Mai oder träumt etwas Schönes!

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ist Glück ansteckend?

Forscher und Wissenschaftler entdecken ja fast täglich etwas Neues, egal ob in der Luft, im Meer oder in irgendwelchen Lebensmitteln. Plötzlich wissen wir nicht mehr woher Popeye the sailor seine Kraft bekommen hat, denn der Spinat kann es nicht gewesen sein. Das war nur ein Rechenfehler. Von einem Tag auf den anderen stürzt sich die Menschheit auf Superfood aller Art und trinkt nur noch speziell aufbereitetes Wasser, veganes Fleisch aus dem Labor erobert die Küche und ohne irgendeinem noch so fantasielosen Label geht gar nichts mehr.

„the mushroom seller“ ein Künstlerpuppe von Laura Scattolini

Die Liste könnte ich wohl endlos weiter führen. Auch wenn heute fast jede Forschung von der Industrie bezahlt wird, hat die Wissenschaft noch immer ihre Berechtigung. Vor nicht allzu langer Zeit hat die Forschung wieder ein neues Virus entdeckt und ich bin mir sicher, bei diesem Virus stecken wir uns wohl alle gern an – obwohl das Virus hoch ansteckend sein soll. Sein Name: Glück! Ob es wohl bald eine neue Schutzimpfung geben wird? Das könnte leicht passieren, wenn die Pharmaindustrie heraus findet, dass nicht nur Krankheiten sondern auch Glück ansteckend ist!

Das ergab jedenfalls eine Langzeitstudie der amerikanischen Forscher Nicholas Christakis von der Harvard-Universität und James Fowler von der Universität von Kalifornien in San Diego. Ihre Erkenntnisse, die sie in über zwanzig Jahren aus sozialen Beziehungen von rund 5000 Menschen gewonnen haben, veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift „British Medical Journal“ . Also eine durchaus seriöse Quelle, oder?

„Glück ist offenbar ansteckend wie Schnupfen. Ein zufriedener Mensch macht Freunde, Verwandte und sogar Nachbarn glücklich. Selbst Personen, die ihn nur über mehrere Ecken kennen, könnten profitieren. Jemand, den Sie nicht kennen und noch nie getroffen haben – der Freund eines Freunds eines Freunds – kann einen größeren Einfluss auf Sie haben als Hunderte von Geldscheinen in Ihrer Tasche“, erklärt Fowler.

„Sommerkinder“ Künstlerpuppen von Laura Scattolini

Ich lasse die Studie jetzt einfach einmal so im Raum stehen, denn ich glaube nicht, dass sich Glück wie eine Seuche verbreiten kann. Ich könnte Glück nicht einmal richtig beschreiben – was aber nicht heißt, dass ich noch nie glücklich gewesen bin. Aber wie soll ich dieses Gefühl oder diesen Moment beschreiben? Ich kann es nicht und das ist bestimmt auch gar nicht wichtig. Richtig ist mit Sicherheit, dass uns glückliche frohe und zufrieden Menschen aufbauen und aufmuntern und wenn wir gemeinsam lachen können werden unsere Probleme etwas kleiner und verlieren ihren Schrecken. Wie schon ein chinesisches Sprichwort sagt „Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.“

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Semana Santa und der Reindling

Meine Ostereier habe ich bereits gestern bunt gefärbt, gekochter Schinken und Würstchen sind sicher im Kühlschrank verstaut, jetzt muss nur noch der Reindling gebacken werden. Ihr könnt mit einem Reindling nichts anfangen? Ganz einfach, das ist im Grunde genommen ein Hefekranz mit einer Füllung aus Zucker, Zimt, Rosinen und gehackten Nüssen. Heute wird er meistens, der schönen Form wegen, in einer Gugelhupfform gebacken, aber ursprünglich schob man den Kuchen in einem – auf kärntnerisch – Reindl, sprich Kochtopf ins Backrohr.

bei uns gibt es morgen beide Varianten – links mit Mohn und rechts mit Zimt und Zucker

Daher kommt also sein Name und zu Ostern ist dieser Reindling in Kärnten ein muss bei der Osterjause und die Patenkinder bekommen traditionell ebenfalls einen Reindling als Draufgabe zum Patengeschenk. Für alle, die es noch immer nicht wissen, werde ich noch einmal kurz erklären, was zur typischen Kärntner Osterjause gehört. Denn – auch wenn wir hier auf Teneriffa sind – zu Ostern kommt nichts anderes auf den Tisch!

Also – zu einer echten Kärntner Osterjause gehören natürlich der geräucherte Osterschinken, viele bunte, hart gekochte Eier, frisch geriebener Kren, gekochte Rindszunge, Selchwürste, und der Reindling. Bevor die Köstlichkeiten allerdings endlich auf den Ostertisch kommen, wird die Jause in vielen Familien in die Kirche getragen und vom Pfarrer geweiht. In ganz Kärnten finden um die Mittagszeit in allen großen und kleinen Kirchen Fleischweihen statt – und erst im Anschluss daran wird aufgetischt.

Auf ARTlandya ist es heute ruhig, am Karfreitag verirren sich so gut wie keine Besucher zu uns, es ist still und leise. Die Sonne scheint, trotzdem ist es nicht besonders warm, es weht zur Abwechslung ein kühler Wind. Aber wie hat Martin Luther schon gesagt? „Wer den „stillen Freitag“ und den Ostertag nicht hat, der hat keinen guten Tag im Jahr.“ Mir kommt der ruhige Tag gerade recht, denn so kann ich in aller Ruhe meine österlichen Vorbereitungen erledigen und kann ein bisschen dahin trödeln. Herrlich!

Ich wünsche euch heute schon erholsame Osterfeiertage und eine gute Osterjause! Viel Glück beim „Eier pecken“ und viel Spaß beim Osterspaziergang und dazu wunderschönes Frühlingswetter. Übrigens, der Karsamstag wird auf der Insel auch ab und zu Sabado de Gloria genannt. Das klingt schön, oder? ¡Felices Pascuas! Mit ganz lieben Grüßen von unserer kleinen Insel im Atlantik!

Der Osterhase ist in Startposition und hier sind noch ein paar Links auf alle Osterbeiträge der letzten Jahre. Der Startschuss für Ostern fällt ja schon am Palmsonntag, aber ich habe euch auch die Geschichte über den Eier bringenden Osterhasen und die Ostereier erzählt.

Wenn ihr mehr über die Bruderschaften oder Ostern auf Teneriffa lesen wollt, hier sind meine Berichte der vergangenen Jahre und wie immer findet ihr dort auch viele Fotos …

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PuppenKUNST und Hobby

So viele und unterschiedliche Puppen wie heute hat es noch nie gegeben. Nie zuvor haben sich mehr Künstler mit der Puppenbildhauerei beschäftigt als heute. Während der vergangenen zwanzig Jahre entstand nicht nur in Europa, sondern auch auf internationaler Ebene, eine sich immer stärker ausbreitende neue Kunstrichtung – die zeitgenössische PuppenKUNST.

Die Grundlagen dieser Kunstrichtung sind alle erdenklichen Materialien, die dann von kreativen Händen in Puppenkinder verwandelt werden. Den verwendeten Materialien sind nahezu keine Grenzen gesetzt – Holz, Keramik, Porzellan, Wachs, Papier, Leder, Textilien sowie Kunststoff, alles wird verwendet und jedes Material ist auf seine Art faszinierend und schön.

Bei Puppensammlern steht wahrscheinlich noch immer die Puppe aus Porzellan im Vordergrund. Für viele Sammler ist dieses Material wertvoller und beständiger als alle anderen Werkstoffe. Kennt man jedoch  den aufwendigen, an Bildhauerei grenzenden Werdegang einer Puppe aus Cernit, kann man daraus ermessen, wie wertvoll auch diese Puppen sind. Jedoch auch die Puppe, die „nur“ aus Stoff oder Filz entstehen und deren Gesicht mit Nadel und Zwirn ausdrucksvoll geformt wurde, steht nicht im Schatten der Schönheit aus Porzellan. Vielleicht ist ihre Herstellung sogar noch komplizierter.

Das Thema PUPPE ist heute zu einer fast endlosen Diskussion geworden: sind die Künstlerpuppen nun Handwerk, Kunsthandwerk oder gar Kunst? Ab wann sind Puppen Reproduktionen und aus welchem Material müssen Künstlerpuppen hergestellt werden? Serien aus Porzellan? Oder sind es die großen Auflagen in Vinyl? Einigen wenigen Künstlerinnen gelang es sogar, einen eigenen Produktionsbetrieb zu gründen und ihre Modelle in Serien, zum Teil weltweit zu vertreiben. Fragen über Fragen, die sich über kurz oder lang selbst beantworten.

Am  Ende  entscheidet der Sammler. Der Kunde schafft eigene Marktgesetze durch Tausch, An- und Verkauf. Die Eigenständigkeit und Originalität macht diese Puppe der Kunst so unverwechselbar. Sie lässt sich keiner Stilrichtung zuordnen, da jede oder jeder dieser Künstlerinnen und Künstler seine eigene Linie verfolgt. So sind denn auch diese Künstlerinnen und ihre Arbeiten einmalig und unverwechselbar.

Im vergangenen Jahrhundert wurden Puppen und deren Mütter durch eine riesige Nostalgiewelle mit einem Schlag salonfähig. Die Jahrhunderte alte Tradition der Puppenkultur erlebte eine eindrucksvolle Renaissance. Kein Wunder – schließlich gehört die Puppe zum ältesten Kulturgut der Menschheit.  Die Künstlerpuppe kann nicht mehr von der Bildfläche verschwinden. Sie bleibt ein Teil unseres kulturellen Lebens, s i e   l e b t!

Aber wie erkennt man eine Künstlerpuppe? Ist es eine vom Künstler modellierte Puppe oder doch nur eine Reproduktion? 

Diese Frage stellt sich der Sammler immer wieder. Ist die Puppe, die er gekauft hat tatsächlich eine vom Künstler vollkommen eigenständig modellierte Puppe? Oder ist es doch nur eine – vielleicht etwas um modellierte Reproduktion, hergestellt mit Hilfe irgendeiner der vielen im Handel vorhandenen Puppenformen? 

Es gibt ein Problem auf dem Künstlerpuppenmarkt. Durch die große Zahl der im Handel erhältlichen Formen ist der Überblick etwas schwieriger geworden. Welches Gesicht, welche Hand oder welcher Fuß ist aus einer der handelsüblichen Form entstanden? In der Szene tauchten viele selbst ernannte Künstlerinnen auf, die der Meinung waren, dass es genügen würde, die einzelnen Teile einer Puppe zusammen zu bauen. Doch diese Puppen sind zwar hübsche Hobbyarbeiten, aber noch lange keine Künstlerpuppen! Doch darüber ein anderes Mal mehr …

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Das Mädchen und das Bärenkind

Heute Nachmittag ist mir eigentlich mehr oder weniger durch Zufall eine kleine Geschichte in die Hände gefallen. Ich habe sie vor vielen Jahren einmal für eine Teddyausstellung verwendet und damit sie nicht wieder im Dunkeln verschwindet, schreibe ich sie jetzt noch einmal auf. Vielleicht gefällt sie euch ja auch? Es handelt sich um ein kleines Mädchen und einen jungen Bären…

Vor vielen Jahren an einem schönen Tag im Herbst, saß ein kleines Mädchen auf einer Bank vor dem Haus saß ein Mädchen und weinte. „Niemand spielt mit mir, warum spielt denn niemand mit mir?“ schluchzte es. Ein neugieriges Bärenkind sah das kleine Mädchen an und brummte gutmütig: „Wenn du möchtest, können wir gemeinsam spielen.“ Da sah die Welt gleich ganz anders aus und das Mädchen war glücklich.

Der Tag ging zu Ende und als es an der Zeit war, ins Bett zu gehen, durfte der kleine Bär im Puppenwagen im Kinderzimmer schlafen. Der Mond zog seine Bahn über den Himmel und in der Nacht träumte der junge Bär vom Wald, von Vater Bär und Mutter Bär.

Als der kleine Bär am nächsten Morgen aufwachte, war er sehr krank. Es schüttelte ihn nur so, er schlotterte mit allen Tatzen. Das war gar nicht gut und die ganze Familie überlegte, was man für das Bärenkind  wohl tun könne. „Ich glaube, es ist Heimweh“, sagte der Vater auf einmal und weil er ein kluger Mann war und wusste, wo die Bären wohnen, nahm er das kleine Bärenkind huckepack und trug es zurück in den großen Wald.

Das kleine Mädchen aber weinte bitterlich weil es das Bärenkind so gern behalten hätte. Mit wem sollte sie denn spielen? Weit und breit war niemand da, der mit ihr spielen konnte. Da hatte die Mutter eine Idee! Sie setzte sich an die Nähmaschine und nähte einen kleinen Stoffbären für ihre Tochter. Dieser Bär konnte kein Heimweh bekommen und auch nicht weglaufen. Er konnte gut zuhören, war der perfekte Spielgefährte und am Abend legte das kleine Mädchen den Bären in ihren kleinen Puppenwagen und deckte ihn gut zu.

Am nächsten Tag kamen die Nachbarskinder vorbei und als sie den Stoffbären sahen, wollten sie natürlich auch mit ihm spielen. Damit es keinen Streit unter den Kindern gab, nähte die Mutter für jedes Kind einen eigenen Teddybär. Sie nähte und nähte. Vielleicht näht sie heute noch….

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