einfach einmal lächeln …

wight_teneriffa1f.jpg

eine Elfe aus Metall von Robin Wight

Mach öfter mal verrückte Sachen,
erfreu‘ die Welt mit deinem Lachen.
Oups – Planet der Herzen

Diese Medizin ist kostenlos und garantiert frei von Nebenwirkungen – Lachen ist einfach gesund! Schon aus diesem Grund sollte man das Lachen nicht verlernen. 1f60a

Aber aufgepasst – die Dosis macht das Gift macht’s.  Zu viel Freundlichkeit ist auch nicht angebracht. Ein nettes Lächeln wird nur zu oft mit Dummheit verwechselt. Das ist dann auch nicht Sinn und Zeck – sonst heißt es im Endeffekt – dann lacht der Dritte!

Also, lache und die Welt lacht mit! Denn jedes mal, wenn ein Mensch lacht, fügt er seinem Leben ein paar Tage hinzu – sagte zumindest Curzio Malaparte.

Advertisements
Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, Fincaalltag, Tagebuch, Yannes Welt, Zitate | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar

Fiesta de los Finaos, das Fest der Toten

Der All Hallows‘ Eve sprich Allerheiligenabend, ist der Abend vor Allerheiligen und wurde in alten Zeiten nur in Irland gefeiert. Ursprünglich war es ein Fest der keltischen Druiden. Die Kelten glaubten, dass die Seelen der Verstorbenen in dieser Nacht als Geister auf die Erde zurückkommen würden, um in ihre Häuser zurückzukehren.

halloween_puerto_teneriffa3.jpg

Halloween – die einen lieben diesen Tag, die anderen können gar nichts damit anfangen und schimpfen darüber, aber warum eigentlich? Schon lange bevor Halloween die Welt zurückeroberte, existierten in allen Ländern dieser Erde unzählige Bräuche in der Nacht zum 1. und 2. November.

¿Canarión conoces nuestras tradiciones? Sagt euch Fiesta de los Finaos o Finados etwas? Wahrscheinlich genauso wenig, wie es mir gesagt hat. 1f607 Dabei handelt es sich um eine uralte Tradition auf allen Kanarischen Inseln. In vielen Teilen der Inseln wird zwischen dem 31. Oktober und dem 2. November das Leben und der Tod gefeiert. Finaos, was soviel wie difunto, auf deutsch verstorben, bedeutet, gibt dem Fest den Namen. Ursprünglich wurde in der Nacht vor dem Totentag, oder Allerseelen wie wir sagen, Día de Difuntos also dem 2. November gefeiert, mittlerweile hat es sich auf den Vorabend von Allerheiligen, Dia de Santos verschoben.

puerto_de_la_cruz.jpg

Halloween in Puerto de la Cruz

Die Zeiten ändern sich und in den letzten Jahren wurden viele alte Traditionen, die fast verloren gegangen sind, von Vereinen aus den Schubladen gekramt und wieder zum Leben erweckt. Halloween als Feier gab es in Spanien nicht, auch wenn heute in den meisten Städten Partys veranstaltet werden. Liebhaber der Horrorverkleidung wollen eben auch auf ihre Kosten kommen und wenn fast die ganze Welt verrückt spielt, warum sollten die Spanier dann außen vor stehen?

icod_friedhof1.jpg

Wie in allen katholischen Ländern ist es zu Allerheiligen auch in Spanien üblich, auf den Friedhof zu gehen, die Gräber der Verstorbenen aufzuräumen und üppig mit Blumen und Kränzen zu schmücken. Lampen werden aufgestellt und Kerzen erhellen am Abend den dunklen Friedhof. So werden traditionell die Toten geehrt.

icod_friedhof1d.jpg

Auf Teneriffa und in Südamerika nennen die Menschen diesen Tag auch Día de los Muertos, den Tag der Toten, wobei auf Mexikos Friedhöfen die Uhren noch einmal ganz anders ticken. Dort wird richtig gefeiert – und zwar am Friedhof, mitten unter den Verstorbenen und ihren Seelen. Den Tag der Toten begehen die Mexikaner als großes Volksfest, mit einem schönen Picknick am Familiengrab, Volksmusik, die neben der Friedhofskapelle gespielt wird und schaurig süßen Totenköpfen aus Zuckerguss, aber das ist eine andere Geschichte.

mexico.jpg

Auf den Kanarischen Inseln wurden diese Tage mit verschiedenen Traditionen gefeiert, von denen viele schon fast vergessen waren, die an einem Ort existierten und an einem anderen Ort ganz anders gelebt wurden. Ich kenne nicht alle Bräuche, aber im Norden Teneriffas war es üblich, dass am Vorabend des Allerheiligentages Kinder durch die Orte gezogen sind …

Die Tage werden immer kürzer, der Herbst hat begonnen und der Winter ist nicht mehr weit. Die lange Dunkelheit verbindet sich fast wie von selbst mit der Welt der Toten. Doch auch wenn es so aussieht, der Tod muss nicht unweigerlich mit dem Tod Hand in Hand gehen. Wenn man sich an  die Toten erinnert, kann man auch das Leben feiern und Ängste werden durch erzählen von Geschichten und Anekdoten, mit Essen und Trinken einfach verjagt!

todo_santos

Aber erst wurde der Jüngste des Hauses mit einem Korb los geschickt um im Ort von Haus zu Haus zu gehen. “¿Hay Santos?” oder “¿Pan por Dios?” Mit dieser Frage klopften die Kinder an Fenster und Türen. Darauf bekamen sie Mandeln Walnüsse, Feigen oder Kastanien und wenn der Korb gut gefüllt war, gingen sie nach Hause.

kastanien.jpg

Am späten Nachmittag versammelten sich die Familien um an die Toten zu denken. Es war auch üblich, für jeden der Toten der Familie den ganzen Tag Kerzen oder kleine Öllampen anzuzünden. Meistens erzählte dann die älteste Frau jeder Familie über die zuletzt Verstorbenen, hob natürlich ihre Tugenden hervor, erzählte Anekdoten und Geschichten über ihr Leben und es wurde gemeinsam gegessen. Es wurden Kastanien geröstet, dazu gab es Mandeln und andere Früchte. Aus passierten Feigen wurden kleine Teile geformt in denen man eine Mandel versteckte, es gab Käse, Fisch und Chochos. Für die kalte Jahreszeit durfte natürlich auch der Wein. Ron miel, der Honigrum und Anisschnaps nicht fehlen. Der Höhepunkt war el baile de los finaos, der Tanz der Verstorbenen Toten. Dazu gehörten die Ranchos de ánimas, eine Gruppe von Männern, die auf den Straßen mit Gitarren und Timples zum Tanz aufspielten. Freunde, Verwandte und Nachbarn versammelten sich auf dem Platz, um sich an die Verstorbenen zu erinnern, eine eigentümliche ganz besondere Nacht, la Noche de Finados, in der kein Platz für Traurigkeit war.

san_juan-rambla.jpg

San Juan de la Rambla

In sehr vielen Orten auf Teneriffa gewinnt die kanarische Tradition seit einigen Jahren wieder an Bedeutung. Ursprünglich war die Feier rein familiär, doch mittlerweile wird das Fest zu einem Volksfest, mit dem man ein ganzes Dorf sozusagen symbolisch um eine Gitarre, ein Glas Wein und geröstete Kastanien versammelt. Eigentlich ganz logisch, oder? Die Tage werden kürzer, die Dunkelheit immer länger – es muss gefeiert werden!

Wir leben heute zum Glück in einer globalisierten Welt und da sollten alle Traditionen friedlich nebeneinander Platz haben, die einen feiern eben Halloween und andere das Fest der Toten. Heute ist keine Nacht des Schreckens oder der Traurigkeit, es ist eine Nacht, in der man reden, debattieren, sich unterhalten, singen und tanzen kann. Sich mit einem Lächeln an die Verstorbenen erinnert und Geschichten erzählt, die uns an sie erinnern.

Falls ihr noch immer nicht genug habt, hier könnt ihr noch in anderen Blogbeiträgen stöbern –

  • Erst ist er grün und murmelklein, dann aber wächst er ungemein. Wird semmelgelb und kugelrund und wiegt noch mehr als hundert Pfund. Aber wieso gehören Kürbisse und Halloween überhaupt zusammen? Und warum heißen die kunstvoll ausgehöhlten Kürbisse eigentlich Jack O’Lanterns?
  • Kürbisfest oder Haloween Der All Hallows‘ Eve sprich Allerheiligenabend, ist der Abend vor Allerheiligen und wurde in alten Zeiten nur in Irland gefeiert. Ursprünglich war es ein Fest der keltischen Druiden. Die Kelten glaubten, dass die Seelen der Verstorbenen in dieser Nacht als Geister auf die Erde zurückkommen würden, um in ihre Häuser zurückzukehren…
  • Allerheiligen nicht immer todernst – dabei sollte am Allerheiligentag eigentlich ein lustiges Fest gefeiert werden, ein Fest für die Lebenden, doch das macht niemand. Zumindest nicht in unserem Kulturkreis, dafür aber in Mexico.
  • Und dann fällt mir noch etwas Außergewöhnliches zu Friedhöfen ein. In Tirol, in Kramsach, findet man ein einzigartiges Überbleibsel aus alten Zeiten, einen ziemlich lustigen Friedhof.
Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, Fiestas und Veranstaltungen, Fincaalltag, Geschichte, Tagebuch, Teneriffa, Yannes Welt | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

El Hueco del Rayo

El Hueco heißt auf deutsch das Loch und el rayo ist ein Strahl, un rayo de luna ist zum Beispiel ein romantischer Mondstrahl. Jetzt werdet ihr euch sicher fragen, was ich damit sagen will? Was haben Löcher und Strahlen mit Teneriffa zu tun?

costa_buenavista3.jpg

Wir haben gestern Nachmittag einen Spaziergang an der Küste zwischen Los Silos und Buenavista del Norte gemacht und in dieser Landschaft an der Küste befindet sich in der Nähe des neuen Leuchtturmes von Buenavista del Norte ein riesiges Loch im Gelände – El Hueco del Rayo.

costa_buenavista1bb.jpg

Wie dieses große Loch entstanden ist, darüber gibt es keine offizielle Erklärung und wo es keine belegten Tatsachen gibt, entstehen eben Geschichten. Eine davon erzählt, dass ein gigantischer Blitz ein Loch ins Lavagestein geschlagen haben soll, andere vermuten sogar dass die grünen Männchen vom Mars ihre Finger im Spiel gehabt haben könnten. Aber das klingt ziemlich unwahrscheinlich, oder?

costa_buenavista1ab.jpg

Ich vermute eher, dass die Wellen des Atlantiks eine große Rolle gespielt haben, denn an diesem Teil der Küste schlagen die heftigen Wellen fast das ganze Jahr über mit großer Wucht an die Küste. Steter Tropfen höhlt bekanntlich ja jeden Stein und so wird das salzige Meereswasser im Laufe der Zeit einfach eine Höhle zum Einsturz gebracht haben. Irgendwie schon ein komisches Gefühl, wenn man daran denkt, dass man mit Sicherheit sehr oft über solche Lavablasen geht. 1f60a Aber egal, wenn es solche Spielereien in der Natur nicht geben würden, hätte ich kein tolles Fotomotiv gefunden.

costa_buenavista1abc.jpg

Damit ihr euch die Größe dieses Loches vorstellen könnt, habe ich hier auch die Planen der angrenzenden Plantage mit aufs Bild genommen und wenn ihr ganz genau hinseht, erkennt ihr auch noch Georg auf dem Foto. lachen  Ja, genau, das ist die winzige Figur am anderen Ende doch in der Realität ist er wirklich kein Zwerg, das könnt ihr mir glauben!

costa_buenavista3abc.jpg

Das Gebiet neben dem Leuchtturm wird El Rayo genannt und die Küstenlandschaft ist hier wirklich fantastisch unbeschreiblich schön. Ständig ändern sich die Farben und Formen des Gesteins und zu jeder Jahreszeit wechselt auch das Bild der Pflanzen.

costa_buenavista4.jpg

Wir sind einige Kilometer Richtung Los Silos spaziert und auf der ganzen Strecke sind uns nur zwei Quads begegnet. Die Fahrer hatten zwar bestimmt ihren Spass, aber von der Schönheit der Küste haben sie leider gar nichts gesehen. Geschmäcker sind zum Glück ja verschieden und jeder erlebt die Natur eben auf seine Weise.

Sehr viel mehr gibt es über diese Gegend nicht zu erzählen, man muss sie einfach erleben! Falls ihr einmal Lust und Zeit dazu habt, seht es euch an, es lohnt sich wirklich! Egal an welchem Ende ihr startet, der Blick auf die Küste ist überall traumhaft. In Los Silos beginnt der Weg beim Walskelett und auf der anderen Seite könnt ihr beim Leuchtturm euer Auto parken und los gehen.

Ich zeige euch noch ein paar Fotos, vielleicht machen die ja Lust auf mehr … kuss1

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, Ausflugsziele, besondere Tipps, Buenavista del Norte, Fincaalltag, Landschaft, Leuchtturm, Strand und Küsten, Tagebuch, Teneriffa, Yannes Welt | Verschlagwortet mit , , , , | 4 Kommentare

WeltNUDELtag

Vor einem Jahr genau auf den Tag hat die Sonne vom blauen Himmel gelacht und heute hat uns Petrus endlich Regen gegönnt. Ich weiß schon, niemand will, dass es regnet und wenn die Urlauber auch das Wetter buchen könnten, würden wir wahrscheinlich auf einer wüsten ähnlichen Insel leben, aber nach Monaten ohne Nass von oben ist es wirklich kein Weltuntergang, wenn es einmal regnet.

nebel_august1.jpg

So gegen sieben Uhr früh hat es also bei uns zu regnen begonnen. Richtig dicke Tropfen haben aufs Dach getrommelt, draußen über dem Atlantik hat es anständig geblitzt und gedonnert aber am Vormittag war der Spuck auch schon wieder vorbei und die Sonne hat durch die Wolken gezwinkert. Zwar nur für kurze Zeit, aber immerhin! Ob es für den ersten Schnee am Teide gereicht hat, kann ich euch noch nicht sagen, denn der Teide versteckt sich erfolgreich hinter grauen Wolken. Ich bleibe aber dran – versprochen!

pfuetze_artlandya.jpg

Doch auch wenn der Tag grau, feucht und unfreundlich ist, heute ist trotzdem mein Tag! Die Welt feiert den Tag der Nudel! Am 25. Oktober ist Weltnudeltag!

Es gibt sie in allen Varianten und fast überall auf der Welt – dünn, dick, gedreht, gewalzt – grün, gelb, schwarz oder rot! Spaghetti. Makkaroni. Ravioli oder Fusili. Am 25. Oktober 1995 wurde die staatstragende Bedeutung der beliebten Teigware endlich anerkannt und vierzig internationale Hersteller von Nudeln riefen den Weltnudeltag ins Leben. Also dann, nix wie los und ein paar Nudeln in den Nudeltopf! kuss1

nudeln.jpg

Falls ihr noch in anderen, älteren Blogbeiträgen über die Nudel stöbern wollt …

 

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, Fincaalltag, Menükarte, Tagebuch, Teneriffa, Yannes Welt | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Messer oder Schere?

Stellt euch vor, es gibt eine ganz neue Erkenntnis lachen Fertiggerichte sind teurer als selbst Geschnibbeltes. Zu faul zum Schnibbeln, Schälen und Putzen? Das kann teuer werden! Na so was, das Ist ja eine ganz überraschende Neuigkeit! Bequemlichkeit muss eben leiden büßen.  Bequemlichkeit hat also ihren Preis. Angeblich sind Fertiggerichte aber praktisch für die schnelle Küche auch wenn sie nicht den besten Ruf haben. Pizza, Lasagne, Linsensuppe, Baguettes aller Art und Nasi Goreng werden in den Hitparaden der Industrieküche gelistet. Pizzaservice und Schnitzeldienst sind dabei anscheinend noch gar nicht eingerechnet.

Im Vergleich zu selbst gekochten Gerichten sind Fertigprodukte aber deutlich teurer, wie nun die Verbraucherzentrale Hamburg meldet. Insgesamt verglichen die Tester 14 frisch zubereitete Lebensmittel mit 21 Fertigvarianten. Das Ergebnis? Im Schnitt war das Fertiglebensmittel um 184 Prozent teurer. Im höchsten Fall waren es sogar 650 Prozent!! Bemerkenswert ist eines – die meisten der ersparten Zubereitungsschritte hätten mit wenig Aufwand selbst ziemlich schnell erledigt werden können. Im Preis inbegriffen sind allerdings Aromen und Zusatzstoffe. Ist doch was, oder?

gemuese.jpg

Mich interessiert diese alte neue Erkenntnis nur am Rande – ich habe immer schon lieber selbst gekocht und kann mir sicher sein, dass ich weiß, was ich esse. Abgesehen davon, dass es dann genauso schmeckt, wie es meinem unserem Geschmack entspricht. Selbst ist die Frau der Mann am Herd!

 

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, Fincaalltag, Tagebuch, Yannes Welt | Verschlagwortet mit , , | 6 Kommentare

ein Ei, Kolumbus und Amerika

Nachdem heute in Spanien Nationalfeiertag, la Fiesta Nacional de España  ist und dieser Tag mit einem ganz bestimmten italienischen Seefahrer im Dienste der spanischen Krone zu tun hat, möchte ich euch eine Geschichte erzählen. Die nächste Gelegenheit dazu würde sich ja erst wieder in einem Jahr ergeben und das dauert mir dann doch ein bisschen zu lange. 1f60a Also zurück zum 12. Oktober des Jahres 1492, als Christoph Kolumbus Amerika entdeckte. Besser gesagt, als er Amerika entdeckte, ohne es selbst zu wissen.

Er war am 3. August 1492 mit seinen drei Schiffen von Palos de la Frontera in Andalusien in die Richtung der Kanarischer Inseln aufgebrochen und war auf der Suche nach einem kurzen Seeweg nach Indien in Richtung Westen. Die Portugiesen hatten bereits Anfang des 14.Jahrhunderts damit begonnen, einen Handelsweg nach Indien zu suchen. Sie wählten dabei aber die Route um Afrika herum. Mit der westlichen Route wollte die spanische Krone den Vorsprung der Portugiesen im lukrativen Gewürzhandel mit Indien wettmachen. Geschafft haben sie es nicht. 1f607 Kolumbus hat Indien – außer in seiner eigenen Vorstellung – nie erreicht.

Aber damit habe ich euch ja nichts Neues erzählt, die Geschichte kennt, glaube ich, jedes Kind. Bei Kolumbus ist mir heute beim Frühstück aber etwas ganz anderes durch den Kopf gegangen – ein Ei. Ein ganz normales Hühnerei. Wo in der ganzen Geschichte hat sich eigentlich dieses blöde Ei versteckt?

Das Ei des Kolumbus ist ja eine Redensart, die eine einfache Lösung für ein unlösbar scheinendes Problem beschreibt. Die Herkunft der Redensart soll auf einer Anekdote beruhen, die so lautet:

Christoph Kolumbus wurde nach seiner Rückkehr aus Amerika während eines Essens bei Kardinal Mendoza im Jahr 1493 vorgehalten, es sei ja ein Kinderspiel gewesen, die Neue Welt zu entdecken. Das hätte jeder andere Mensch auch schaffen können! Dafür hätte Spanien keinen Kolumbus aus Italien gebraucht. Den anwesenden Herren vom spanischen Hofe passte es nämlich ganz und gar nicht, dass einem Ausländer und noch dazu einem Mann, der nicht einmal von adeliger Herkunft war, so große Anerkennung und Ehre erwiesen wurde. „Mich dünkt„, sagte einer der adeligen Herren, „der Weg nach der sogenannten Neuen Welt war nicht so schwer zu finden: das Weltmeer stand überall offen, und kein spanischer Seefahrer würde das Ziel verfehlt haben!“

Kolumbus ärgerte sich über diese Äußerungen und forderte die anwesenden Herren dazu auf, ein Ei so auf die Spitze zu stellen, dass es nicht umfällt. Alle versuchten die Aufgabe zu lösen, aber niemand schaffte es! Am Ende der Aktion waren alle Beteiligten davon überzeugt, dass dies eine unlösbare Aufgabe sei. Unmöglich, kein Mensch kann ein Ei auf mit der Spitze nach unten auf einen Tisch stellen. Abgesehen davon, ich glaube auch nicht, dass man ein Ei überhaupt frei stehend irgendwo aufstellen kann, aber ich muss zugeben, ich habe es noch nie versucht. 1f607 Wofür gibt es denn Eierbecher?

ei_kolumbus1.jpg

diese Radierung von William Hogarth hängt in London, im British Museum

Aber zurück in die Vergangenheit. Kolumbus wird also darum gebeten, es selbst zu versuchen. Er schlägt sein Ei mit der Spitze auf den Tisch, so dass sie leicht eingedrückt wird – und das Ei bleibt stehen! Als die Anwesenden protestieren, dass sie das auch gekonnt hätten, antwortete er: „Der Unterschied, meine Herren, ist, dass Sie es hätten tun können, ich hingegen habe es getan!“

Wahrscheinlich hat diese Episode nie stattgefunden, aber es ist trotzdem eine nette Anekdote, oder nur die halbe Wahrheit. Man findet diese Aussage zwar im Buch „Die Geschichte der Neuen Welt“ in dem Girolamo Benzoni im Jahr 1565 über Kolumbus berichtete, aber er selbst kannte die Geschichte vom Ei auch nur vom Hörensagen.

Es gibt auch noch andere Theorien über den Ursprung dieses Sprichwortes. Eine hat mit dem Bau der Kuppel des Doms in Florenz zu tun und irgendwann im Jahr 1922 tauchte der Trick mit dem Ei sogar im Orient auf. Warum auch nicht – alles ist möglich!

ei_kolumbus_sevilla.jpg

Kolumbus im Ei als Denkmal in Sevilla

Aber heute passt die nette Erzählung für mich am besten zu Kolumbus und das Ei des Kolumbus hat in Spanien einige Ehrenplätze, eines davon steht in Sevilla. Es ist ein Denkmal mit dem klingenden Namen „El nacimiento del hombre nuevo“, die Geburt eines neuen Menschen, das im allgemeinen aber nur Huevo de Colón genannt wird.

Die Skulptur hat eigentlich auch nicht direkt etwas mit dem Ei des Kolumbus sondern mit der Entdeckung Amerikas zu tun, denn seit diesem Tag hat sich die Welt für immer verändert. Es ist so, ob es uns gefällt oder nicht. Die politischen und wirtschaftlichen Spielregeln auf der Weltkugel wurden mit diesem Ereignis neu geschrieben und die spanische Sprache ist zu einer Weltsprache geworden.

ei_kolumbus_sevilla1.jpg

Die große Skulptur hat ihren Platz im Park von San Jerónimo und ist, mit einer Höhe von 32 Metern, stolze 45 Meter mit Eierschale, die größte Bronzeskulptur in Sevilla und ganz Spanien. Es ist das Werk des russischen Bildhauers Zurab Tsereteli aus Tiflis und ein Geschenk der Stadt Moskau für Sevilla. Eingeweiht wurde die Skulptur im Oktober 1995 von der damaligen Infantin Elena de Borbón.

ei_kolumbus_sevilla1a.jpg

Das ganze Kunstwerk wurde auf dem Seeweg von Russland in die Stadt Santurce gebracht und von dort im August 1994 auf der Straße nach Sevilla befördert. Die gigantische Skulptur besteht aus einem großen Ei, das aus den Segeln eines Schiffes besteht und der Statue von Christoph Kolumbus, der in seinen Händen eine Seekarte hält, auf der die drei Schiffe über das Meer segeln. Es ist ein Symbol für den Wandel der Weltanschauung, den die Entdeckung Amerikas ausgelöst hat.

Anlässlich des 500. Jahrestages im Jahr 1992 beschlossen Spanier und Amerikaner gemeinsam, Monumente auf beide Kontinente dies und jenseits des Ozeans zu bauen. Mit einem Wettbewerb wurde das beste Projekt gesucht und gefunden und die Wahl fiel auf den Vorschlag von Zurab Zereteli. Seine zwei Monumente vereinigen symbolisch die Städte des Anfangs und des Endes der Reise von Columbus.

ei_kolumbus2.jpg

Nacimiento del Nuevo Mundo“ in Puerto Rico

Das Denkmal in der alten Welt hat seinen Platz in Sevilla bekommen und die zweite Skulptur für Kolumbus symbolisiert die Geburt der Neuen Welt und ragt auf der anderen Seite des Atlantiks in den Himmel. In Puerto Rico, in der kleinen Stadt Arecibo, an der Atlantikküste der Insel, steht ein Denkmal mit dem Titel “Nacimiento del Nuevo Mundo“, die Geburt der Neuen Welt. Dieses Denkmal ist 126 Meter hoch, alleine die Figur des spanischen Admirals beträgt 25 Meter. Der russische Bildhauers war der Meinung, dass das Monument so groß sein sollte, dass es von den Booten, die von Europa nach Amerika segeln, gut gesehen werden kann.

Falls ihr noch mehr über den Feiertag oder Christoph Kolumbus wissen wollt, in dem Beitrag la Fiesta Nacional de España könnt ihr weiter lesen … kuss (2)

 

 

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, Fincaalltag, Geschichte, Kunst und Kultur, Tagebuch, Teneriffa, Yannes Welt | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Illusionen …

Klingt gut – aber tun sie gut? Vision, Illusion, Halluzination oder Traum?

Was wäre, wenn alles, was man sieht, nur eine Illusion wäre? Niemand könnte das Gegenteil beweisen, oder doch? Entpuppen sich Träume dann als Schaumbad Schäume? Ein altes Sprichwort sagt ja ‚Träume sind Schäume“. Ab und zu kann das schon stimmen – aber das muss nicht immer so sein.

kleiner_prinz1a.jpg

eine Illustration aus einem russischen Buch über den Kleinen Prinz

Besteht die Realität aus Logik oder aus einer schönen Illusion? Für den einen ist es Realität, für den anderen lediglich ein Witz, eine Illusion. Doch wo entstehen die Bilder? Entstehen sie einfach in unserem Kopf, ist die Wirklichkeit doch nur ein Traum? Albert Einstein hat dieses Problem vielleicht besser auf den Punkt gebracht – alles ist relativ!

Ich habe noch immer Träume und bin mir ziemlich sicher, dass einige davon auch in Erfüllung gehen werden. Träume und Pläne sind über lebenswichtig. Was würden wir denn ohne sie tun? Ohne sie wäre der Alltag doch ziemlich grau und trostlos. Ohne Träume hätten wir auch kein Ziel mehr vor Augen. Ein Leben ohne Ziele? Das ist auch nicht das Gelbe vom Ei.

salvador_dali.jpg

ein Druck von Salvador Dalis L’Auroran

Vielleicht hat aber Salvador Dali recht? Er sagte einmal: „Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt der Träume.“ Ich hoffe, bis zu dieser Erkenntnis dauert es noch ein paar Tage und bis es soweit ist, machen wir uns noch ganz schnell ans Werk um unsere Träume zu verwirklichen…

kleiner_prinz

eine russische Interpretation des Kleinen Prinzen

Veröffentlicht unter aktuelle Meldungen, Allgemein, Fincaalltag, Tagebuch, Yannes Welt, Zitate | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen