April, April – im Dezember

Icod de los Vinos, Donnerstag 28. Dezember 2017

Heute ist der Tag der unschuldigen Kinder, el Día de los Inocentes. Auf Teneriffa kann man den Tag allerdings eher mit unserem ersten April, el Dia de Bromas, vergleichen. La broma, bedeutet soviel wie Scherz oder Spass und wer nicht aufpasst, wird zum Narren gehalten – und, ich weiß leider nicht wohin, geschickt.  Der April kann’s ja wohl nicht sein! 1f602 Ich muss Georg fragen, vielleicht weiß er es, denn er ist leider eines der Opfer gewesen.

Bei uns daheim sagt man einfach „April, April, da schickt man den Esel wohin man will!“  und gut ist’s. Hier entschuldigt sich der Spaßvogel im allgemeinen sogar mit den Worten que la inocencia te valga für den Scherz.  1f607 Aber das macht wahrscheinlich den Unterschied zwischen Dezember und April aus.

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Mialotta, eine Künstlerpuppe von Nicole Marschollek

Kennt ihr den Spaghettibaum? Nein, ihr habt noch nie etwas davon gehört? Schade, aber es ist auch kein Wunder, es gibt ihn ja gar nicht. Doch im Jahr 1957 erlaubte sich der bekannte und seriöse englische Sender BBC einen Aprilscherz der besonderen Art.

Über die Bildschirme flimmerte ein Beitrag über die Spaghetti-Ernte im Tessin. In dem kurzen Filmchen konnte man Schweizerinnen dabei zusehen, wie sie mühsam Spaghetti von Bäumen pflückten und sie anschließend zum Trocknen in die Sonne legten. Viele Zuschauer verstanden jedoch nicht, dass es sich nur um einen Scherz handelte, sie hielten die Dokumentation über Schweizer Bauern bei der Spaghetti-Ernte für echt. Das ist auch kein Wunder und die Menschen waren deshalb nicht blöd, denn in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren Spaghetti in England kaum bekannt, sie waren noch eine exotische Delikatesse.

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BBC zeigte im Jahr 1957 einen dreiminütigen Beitrag über Spaghetti-Bäume im Tessin. Bild: BBC

Und so glühten nach der Ausstrahlung die Telefonleitungen. Tausende Zuseher riefen bei BBC an, um sich zu erkundigen, wie man einen Spaghetti-Baum anpflanzen oder wo man das Bäumchen kaufen könne. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr euch den Beitrag Spaghetti-Harvest in Ticino  auf YouTube ansehen.

Also glaubt heute nicht alles was so in der spanischen Zeitung steht – es könnte morgen schon nicht mehr wahr sein. Der Schein trügt … 1f607

 

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Eisbären und Luftschlösser …

Icod de los Vinos, Mittwoch 27. Dezember 2017

Seit gestern haben wir Kaiserwetter, also strahlend blauen, wolkenlosen Himmel und den ganzen Tag scheint die Sonne. Trotzdem habe ich irgendwie den Verdacht, dass sich da draußen der Eisbär ein Versteck gesucht hat. Obwohl der Teide noch immer kein weißes Schneehäubchen bekommen hat, weht fast so etwas Ähnliches wie Schneewind durch die Gegend. In der Sonne ist es angenehm warm aber im Schatten spürt man die kalte Luft und in der Nacht werden die Grade immer weniger.

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Zumindest mir ist kalt. kalt  Unsere Besucher, die den kalten Wintertagen in Europa entflohen sind, sehen das naturgemäß ein bisschen anders. Es ist eben ein riesengroßer Unterschied ob man aus der Kälte kommt, oder eben nicht.

Wir haben es am Abend auf alle Fälle angenehm warm, denn dann knistert im Kamin ein lustiges Feuerchen. Wen stört dann das kühle Lüftchen? Mich nicht … 1f618

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ein wahr gewordener, königlicher Traum – Schloss Neuschwanstein

Ein Neurotiker ist ein Mensch,
der ein Luftschloss baut.
Ein Psychotiker ist der Mensch,
der darin lebt.
Und ein Psychiater ist der, der die Miete kassiert.
Jerome Lawrence, U.S.-Schriftsteller

Was ist eigentlich ein Luftschloss? Soviel ich weiß, gibt es dafür weder eine lästige Bauvorschrift noch eine mögliche Genehmigung. Es kann also jeder frisch und fröhlich drauf los bauen und sein individuelles Traumhaus errichten und ausschmücken. Jenseits von Gut und Böse. 1f609 Welches Baumaterial man dazu verwenden sollte? Luft, Liebe und viel Fantasie – würde ich einmal sagen, aber da hat wohl jeder seine eigenen Wunschgedanken. Vielleicht unterstützt eine Bestellung ans Universum diese Träume noch zusätzlich und erleichtert am Ende die Bezahlung der Rechnung? Ich glaube, der Gedanke wäre durchaus eine Überlegung wert, schaden kann es ja auf keinen Fall!

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Le Mont Saint Michel in der Normandie

Werden an der Wall Street auch Luftschlösser gebaut? Dort sind wahrscheinlich sogar die erfolgreichsten Architekten zu Hause, denn heute wird das große Geld nicht mit Arbeit sondern mit Spekulation angehäuft. Da macht sich kein feiner Herr mehr die Finger schmutzig und wird trotzdem immer reicher. Otto Normalverbraucher spielt bei diesem Spiel nicht mit, das Volk ist in dem Fall überhaupt gefragt. Was die anderen können, das kann ich auch – dachte sich so mancher brave Bürger und hat dabei ganz vergessen, dass man eigentlich nur mit Arbeit Geld verdienen kann.

So wurde aus so manchem Luftschloss ein Eigenheim und als erstes Volk kamen vor einigen Jahren dann die Amerikaner zum Handkuss und mussten über Nacht aus ihren Tagträumen aufwachen. Dabei darf man es gerade diesem Volk gar nicht verübeln, denn auf jedem Ein-Dollarschein wird ihnen immer wieder ein Satz vor Augen gehalten. „In God We Trust“ steht drauf gedruckt. Um die amerikanische Wirtschaft handelt es sich bei dieser Aussage also nicht, da sind schon höhere Mächte gefordert. „God bless America“, diesen Wunsch hat das Land dringender nötig.

Immer öfter hat sich in den vergangenen Jahren der so genannte amerikanische Traum in einen faulen Kredit verwandelt. Und im Endeffekt konnte und kann es die ganze Welt ausbaden. Etwas ist an dem ganzen weltweiten, wirtschaftlichen Desaster allerdings sehr eigenartig.

Über Spielernaturen in Casinos wird gelästert, Spielautomaten in anderen Lokalen werden wegen Volksgefährdung aus dem Verkehr gezogen. Glücksspiele sind hoch brisant und gefährlich – aber Spekulanten an der Börse sind angesehene Wirtschafter. Dabei hat jeder Mensch, mit einer kleinen Portion Glück, die Chance beim Spiel zu gewinnen, das Glück muss den Investoren genauso beistehen wie den Spielern. Kommt natürlich auf den Blickwinkel an, das ist schon klar, aber weit klaffen diese beiden Welten nicht auseinander. Ja ja, wenn die liebe Geldgier nicht wäre und die Menschen wenigstens irgendwann einmal den Hals voll bekommen würden. Ob die Bewohner dieses Planeten einmal etwas bescheidener und zufriedener werden? Auf diese Kehrtwendung der Gesellschaft warten wir vermutlich umsonst – auch wenn schon Mahatma Gandhi gesagt hat: „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“

Noch eine kleine Bemerkung zum Schluss. Ein Luftschloss bauen kostet nichts und die Bautätigkeit ist wahrscheinlich in weniger als fünf Minuten erledigt – und es tut gut, ab und zu im Wolkenkuckucksheim zu sitzen. Die Redewendung entstand übrigens schon im 16. Jahrhundert von der Redensart „ein schloß in der lufft bawen“, was so viel wie auf dem Dachboden sitzen und träumen bedeutete.

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Die vier Kerzen

Icod de los Vinos, Sonntag 24. Dezember 2017

Heute ist ja nicht nur Weihnachtsabend sondern auch noch der vierte Advent. Ich vermute, der ist bei dem ganzen Weihnachtstrubel und der Vorfreude auf die Bescherung am Abend ziemlich ins Hintertreffen geraten. Bei mir hat er in diesem Jahr gar keine Chance bekommen. stern5 Ich habe nämlich, ich glaube das erste Mal in meinem Leben, keinen Adventkranz gemacht. Zuerst ist mir die Zeit davon gelaufen und dann war es irgendwie zu spät …

Wir haben den Tag heute gemütlich begonnen und ein bisschen später machen wir einen Weihnachtsausflug und werden uns ein paar Krippen anschauen, durch die weihnachtlich geschmückten Gassen spazieren. Ich verabschiede mich für heute und wünsche euch von ganzem Herzen ein fröhliches Weihnachtsfest!

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Kreisverkehr in Los Silos vor ein paar Jahren

Die vier Kerzen
Vier Kerzen brannten am Adventskranz.
Es war still.
Die erste Kerze seufzte und sagte:
„Ich heiße Frieden.
Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden,
sie wollen mich nicht.“
Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte:
„Ich heiße Glauben.
Auch ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen.
Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne.“
Ein Luftzug wehte durch den Raum und die Kerze war aus.

Leise und sehr traurig meldete sich die dritte Kerze zu Wort:
„Ich heiße Liebe.
Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite.
Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen.“
Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Dann kam ein Kind ins Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte:
„Aber, aber, ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!“
Und es fing an zu weinen.
Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagt:
„Hab keine Angst! Solange ich brenne,
können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden.
Ich heiße Hoffnung.“

Da nahm das Kind mit einem Hölzchen das Licht von der Kerze
und zündete die anderen Kerzen wieder an … star

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habt ihr schon das Christkind gesehen?

Icod de los Vinos, Samstag 23. Dezember 2017

Hat schon jemand das Christkind, el niño Jesús, gesehen? Bei mir hat es sich heuer leider noch nicht gemeldet und so werde ich mich wohl selbst einmal an die Arbeit machen müssen.  Schade, ich hätte Unterstützung ganz gut gebrauchen können, aber was nicht ist kann ja noch werden, oder?

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Das Christkind war ursprünglich eigentlich nur eine trotzige Erfindung von Martin Luther (1483-1546). Im Mittelalter wurden die Kinder am Nikolaustag oder am Tag der unschuldigen Kinder beschenkt – wenn sie beschenkt wurden. Die Protestanten lehnten zwar die katholischen Heiligen ab, doch die Geschenke am Nikolaustag waren ein Problem.  Sollte man diesen Tag einfach abschaffen? Davon wollten auch die Protestanten nichts wissen.

Luther verlegte die Bescherung also kurzerhand vom Nikolaustag auf Weihnachten. Plötzlich war der heilige Christ, ein unschuldiges Baby dafür verantwortlich. Für Kinder und die einfachen Leute war diese Figur allerdings viel zu anonym und farblos. Wo war der alte, gütige Mann mit seinem Sack voller Geschenke geblieben? Ein heiliges Nichts? Ein heiliger Geist? Unvorstellbar für das einfache Volk.  stern5 Also wurde daraus ein kleines Mädchen mit goldenem, lockigem Haar und zwei kleinen Flügerln. Es dauerte nicht lange, dann setzte sich das evangelische Christkind zusammen mit dem Adventkranz und dem geschmückten Weihnachtsbaum auch bei Katholiken durch.

Die Herkunft des Wortes Christkind ist jedoch nicht eindeutig belegt. Es ist sogar eine große Frage ob das Christkind mit dem neugeborenen Christus identisch ist, oder die Bezeichnung auf Weihnachtsspiele zurück geht, in denen die Christkinder zur Krippe zogen und dem Jesuskind Geschenke gebracht haben sollen. Und  da steht noch eine Frage, die sich ergibt, im Raum.  Warum wird das Christkind traditionell als Mädchen oder als Engel dargestellt? Jesus war doch ein Mann – oder habe ich da irgendwo etwas verschlafen? 1f607 Ich glaube nicht.

Egal, im 19. Jahrhundert haben die Katholiken das Christkind von der Konkurrenz geklaut und während es im protestantischen Weihnachtsbrauch eine immer geringere Rolle spielte und langsam vom guten, alten Weihnachtsmann verdrängt wurde, ist es heute noch immer in der sogenannten katholischen Kirche zu Weihnachten für die Kinder in guter Mission unterwegs. Ich finde diese Vorstellung vom engelhaften Christkind schön und märchenhaft. Es gehört einfach zu meiner Vorstellung von Weihnachten, trotzdem ist es ganz lustig, in der Geschichte der Weihnacht ein bisschen zu stöbern.

Vielleicht sollte man gerade in diesen Tagen darüber nachdenken, wie unkompliziert in früheren Zeiten Menschen, Ideale oder sogar erfundene Figuren in die Gesellschaft eingegliedert worden sind.  Das beste Beispiel ist das Christkind – ursprünglich ein Vorzeigebild für Protestanten, geistert das Christkind heutzutage vor allem in katholischen Haushalten durch die Träume der Kinder. stern5  Wer sollte denn sonst  die vielen Briefe und Wunschzettel der Kinder ans Christkind einsammeln? Da müssen ja himmlische Helfer am Werk sein. Oder wer sollten denn den Christbaum am Heiligen Abend in die Wohnzimmer stellen? Oder den Baum schmücken? Und wer sollte sonst die vielen Geschenke verteilen und die kleine, silberne Glocke vor der Bescherung läuten, bevor es wieder lautlos verschwindet? Das kann nur ein himmlisches Wesen … 1f607 Das Christkind ist übrigens schnell wie der Wind – deshalb sieht man es auch nicht sehr oft.  Eigentlich so gut wie gar nicht. Niemand weiß ganz genau, was das Christkind alles tut oder kann. Wo es das ganze Jahr über ist oder wo es wohnt. Es ist und bleibt ein geheimnisvolles Wesen, dem man seine Mystik lassen sollte. Man muss nur daran glauben! Glaubt mir!

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Das Christkind bringt außer im deutschsprachigen Raum auch in Italien, Gesû Bambino, und in Kolumbien, El niño Jesus, zu Weihnachten die Geschenke für Groß und Klein. Auch wenn der Weihnachtsmann immer öfter auch in diesen Ländern auftaucht. Überall auf der Welt trifft man mittlerweile den bärtigen Gesellen im roten Mantel, während das Christkind langsam in der Versenkung zu verschwinden droht. stern5 Dabei ist er nur eine geniale Werbefigur von Coca Cola. So was Blödes! Und wie ist das in anderen Ländern? Wie kommen die Kinder da zu ihren Geschenken? Rund um Weihnachten gibt es ja noch viele geheimnisvolle Figuren. Manche haben je nach Region unterschiedliche Namen, manche sind überall dieselben, einige teilen sich dieselben Funktionen, andere gibt es nur in ganz bestimmten Gegenden und nirgends sonst.  Ich bin mir sicher, dass sich Kinder auf der Welt über ihre Geschenke freuen, egal, wer sie ins Haus gezaubert hat. der Countdown  läuft … 1f607

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el Gordo oder der Dicke …

Icod de los Vinos, Freitag 22. Dezember 2017

Auf den Strassen von Icod geht es heute ein bisschen ruhiger zu. Der Grund ist die alljährliche Weihnachtslotterie. Im Sack vom Dicken, also von El Gordo sind heute ziemlich viel Geld und die meisten Inselbewohner sitzen wohl daheim vor dem Fernseher und warten aufs große Geld.  stern5 Mist, wir waren wieder nicht dabei. Nicht weil unser Los nicht gezogen worden ist, sondern weil wir nicht gespielt haben. Kein Einsatz – kein Gewinn. Das ist eben die Regel.

Obwohl – wenn man sich diese Tatsache in der heutigen Zeit bewusst macht – ergibt es überhaupt keinen Sinn. Die Spieler mit der großen Einsatzkasse in der Tasche sind sowieso die Banken. Sie haben in den letzten Jahren unvorstellbare Summen, Milliarden von Euros von der Zentralbank abkassiert. Unvorstellbar – aber wahr. Da soll noch irgendjemand sagen, dass er nicht an den Weihnachtsmann oder das Christkind glauben kann, weil er – oder sie – es noch nie gesehen hätte. stern5  Ich habe so eine unvorstellbare Menge Geld auch noch nie gesehen. Aber es gibt sie doch! Oder doch nicht? Dabei hätten wir ja auch reich werden können – wenn wir ein Los gekauft hätten. Wie gesagt, dieser Traum wird leider nicht Realität werden, denn wir haben eben kein Los gekauft. Ja, ja, wenn das kleine Wörtchen wenn nicht wäre …

In der deutschen Sprache kann man ja in einem Satz fast immer „wenn“ mit „falls“ einsetzen. Umgekehrt funktioniert das allerdings nicht. Wir wissen das, aber so mancher Ausländer nicht. Deutsch ist eben eine schwere Sprache und deshalb kann auch nicht jeder die Feinheiten erkennen. Unter anderem auch nicht die Flugbegleiter der Aeroflot, die auf den Flügen nach Deutschland die Durchsagen auf Deutsch in Mikrophon hauchen. So gab es während eines Fluges nach Hamburg mit einer schon älteren Tupolewmaschine folgende Durchsage: „Meine Damen und Herren, falls unser Flugzeug die geplante Flughöhe erreicht, servieren wir das Mittagessen.“  1f602 Für diejenigen von euch, die in einigen Tagen auf unsere kleine Insel im Atlantik fliegen gibt es allerdings keinen Grund zur Sorge, das Flugzeug ist und bleibt eines der sichersten Verkehrsmittel. Wenn ihr mehr davon lesen wollt, diese und andere skurrile Anekdoten stammen aus dem Buch „Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt“ von Stephan Orth und Antje Blinda. Also dann – guten Flug! Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit euch!

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Jetzt ist es schon spät geworden und am dunklen Nachthimmel blinken die Sterne. Der Halbmond ist hinter den Hügeln verschwunden, es ist angenehm warm, windstill – und total ruhig. stern5 In der Ferne leuchten noch ein paar Straßenlaternen aber die bunten, blinkenden Weihnachtsbeleuchtungen in unserer Nachbarschaft sind nicht mehr in Betrieb. Ich verabschiede mich für heute und begebe mich ins Land der Träume.  Gute Nacht – träumt was Schönes … 1f618

der Christbaum l_santasteht und ist fertig geschmückt … und wer noch ganz genau wissen will, wie die spanische Weihnachtslotterie funktioniert, kann ja hier noch weiter lesen …

El Gordo ist eine eigene, spanische Geschichte. Am 22. Dezember hört ganz Spanien singenden Kindern zu. Sechsunddreißig Buben und Mädchen der Klosterschule San Ildefonso sind seit 1771 die Glücksbringer der Nation und sie singen keine Weihnachtslieder sondern verkünden in einem komischen Singsang die Prämien und Losnummern der Weihnachtslotterie. Ich habe diese Aktion noch nie vorher beobachtet, doch im vergangenen Jahr wollte ich die Wetternachrichten sehen und habe am Bildschirm statt dem Satellitenbild zwei Mädchen in Schuluniform präsentiert bekommen. Das System dieser Weihnachtslotterie habe ich lediglich theoretisch durchblickt. Wie die Ziehung aufgebaut ist, ist für mich ein – noch – ungelöstes Rätsel.

Das System dieses nationalen Glücksspiels besteht aus vielen Zehntellosen und verschiedenen Serien. Den Hauptgewinn gibt es 1.800 Mal und damit ist er eigentlich großzügig aufgeteilt, denn es gewinnen viele Leute ziemlich viel Geld. Verkauft werden einhundertachtzig Serien mit jeweils fünfundachtzigtausend verschiedenen, fünfstelligen Nummern und daraus ergibt sich eine Vielzahl an Losnummern. Grundsätzlich besteht ein Los aus zehn Einzellosen, las décimas. Diese Anzahl pro Serie multipliziert mit zehn ergibt die stolze Summe von 1.800 Gordos à 300.000 Euro. Damit haben wir einen Hauptgewinn mit der gigantischen Summe von 540 Millionen Euro. Dieses Geld wird mit dem System allerdings gut verteilt und da sehr oft ganze Lose von einer Gruppe oder sogar einer Dorfgemeinschaft gekauft werden, freuen sich viele Menschen über kleine und große Gewinner … stern5

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ein tierisches Weihnachtsmärchen

Icod de los Vinos, Donnerstag 21. Dezember 2017

Vor vielen Jahren haben einige Tiere über Weihnachten nachgedacht. Es ging darum, warum und wieso Weihnachten eigentlich gefeiert wird und da hat durchaus jedes Tier seine eigenen Vorlieben. stern5 Aber bei uns Menschen ist es im Grunde genommen auch nicht viel anders, oder?

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weihnachtliche Verkehrsinsel in Icod de los Vinos im vergangenen Jahr

Der schlaue Fuchs meldete sich als erster zu Wort. „Das ist doch ganz klar, der Gänsebraten ist das Wichtigste!“ „Schnee“, sagte der Eisbär, „viel Schnee.“ Und er begann mit verklärten Augen ganz verzückt von weißen Weihnachten zu schwärmen. „Ich brauche einen schönen Tannenbaum, sonst kann ich überhaupt nicht Weihnachten feiern“ meldete sich das scheue Reh. „Aber bitte nicht zu viele Kerzen“ grummelte die Eule, „es muss schön schummrig und gemütlich sein. Eine schöne Stimmung ist die Hauptsache.“

„Na ja, aber mein neues Kleid muss man schon sehen können“, meinte der stolze Pfau und schlug ein Rad. „Wenn ich kein neues Kleid bekomme, ist für mich das Weihnachtsfest gelaufen.“ „Aber auf den Schmuck darf niemand vergessen!“ krächzte die Elster. „Zu Weihnachten gehört ein Ring, ein Armband oder eine glitzernde Kette. Das ist für mich das allerschönste Geschenk.“

„Aber vergesst nicht auf den Weihnachtsstollen, das ist doch die Hauptsache! Wenn es keinen Lebkuchen und keine Kekse gibt, verzichte ich auf Weihnachten,“ brummte der Bär. „Mach’s wie ich,“ sagte der Dachs, „schlafen, schlafen, schlafen. Das ist das Schönste. Weihnachten heißt für mich einmal richtig ausschlafen!“ „Und saufen,“ ergänzte der Ochse. „Richtig saufen – und dann schlafen.“ Aber da schrie er laut „Aua“, denn der Esel hatte ihm einen anständigen Tritt versetzt. „Du blöder Ochse,  denkst du denn überhaupt nicht an das Kind?“ stern5 Da senkte der Ochse beschämt den Kopf und sagte „Das Kind. Jaja, das Kind – das ist doch die Hauptsache. Übrigens“, fragte er dann den Esel, „wissen das eigentlich auch die Menschen?“

Das ist wirklich die Frage, wissen eigentlich auch die Menschen warum wird am Ende des Jahres dieses Fest so intensiv feiern? Ich habe ehrlich gesagt noch nie wirklich darüber nachgedacht, aber ich glaube, ich bin einfach damit aufgewachsen, es gehört zum Jahresablauf in meinem Leben dazu. Und es ist schön … stern5

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wozu gibt es Kerzen?

Icod de los Vinos, Mittwoch 20. Dezember 2017

Weihnachten rückt immer näher und wahrscheinlich ergeht es mir so, wie alle Jahre wieder. 1f602 Hast du es nicht gesehen und Silvester steht vor der Tür. Na ja, ganz so schnell geht es nicht und die paar Tage bis zum Weihnachtsabend sind auch etwas Besonderes. Es ist die schöne Zeit der Geschichten und Träumereien, der Abende, an denen man so richtig kitschige romantische Weihnachtsfilme am laufenden Band schauen kann. Ihr macht das nicht? Ich schon! Auch wenn ich die Filme in und auswendig kenne, weil ich sie schon hundert Mal gesehen habe. stern5  Warum nicht, unser Weihnachtslieder bleiben ja auch wie sie sind und Kekse backen wir ebenfalls Jahr für Jahr die gleichen Sorten.

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Ich muss jetzt noch meine letzten Lebkuchenkekse ins Backrohr befördern, dann fehlt eigentlich nur noch die weihnachtliche Dekoration und Weihnachten kann kommen. Deshalb gibt es für euch nur eine kurze Geschichte denn ich mach mich ganz hurtig an die süße Arbeit. 1f607 Genascht wird mit Sicherheit heute auch noch davon …

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Ein Gespräch zwischen Zündholz und Kerze
Es kam der Tag, da sagte das Zündholz zur Kerze: „Ich habe den Auftrag, dich anzuzünden.“
„Oh nein“, erschrak die Kerze, „nur das nicht. Wenn ich brenne, sind meine Tage gezählt. Niemand mehr wird meine Schönheit bewundern.“
Das Zündholz fragte: „Aber willst du denn ein Leben lang kalt und hart bleiben, ohne zuvor gelebt zu haben?“
„Aber brennen tut doch weh und zehrt an meinen Kräften“, flüstert die Kerze unsicher und voller Angst.
„Es ist wahr“, entgegnete das Zündholz. „Aber das ist doch das Geheimnis unserer Berufung: Wir sind berufen, Licht zu sein. Was ich tun kann, ist wenig. Zünde ich dich nicht an, so verpasse ich den Sinn meines Lebens. Ich bin dafür da, Feuer zu entfachen. Du bist eine Kerze. Du sollst für andere leuchten und Wärme schenken. Alles, was du an Schmerz und Leid und Kraft hingibst, wird verwandelt in Licht. Du gehst nicht verloren, wenn du dich verzehrst. Andere werden dein Feuer weiter tragen. Nur wenn du dich versagst, wirst du sterben.“
Da spitzte die Kerze ihren Docht und sprach voller Erwartung: „Ich bitte dich, zünde mich an!“

Ich habe leider keine Ahnung woher die Geschichte ursprünglich stammt, aber mir hat sie so gut gefallen, dass ich sie mir hier aufgeschrieben habe. Im Leben handelt es sich ja nicht immer nur um Kerzen und Streichhölzer … 1f618

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