Ein bisserl brav sein

Jetzt liegt eine Woche Hausarrest hinter uns, seit Sonntag vor einer Woche leben wir sozusagen im Ausnahmezustand. Schulen und Kindergärten ohne Kinder, geschossene Geschäfte, Fußgängerzonen menschenleer, Arbeit ohne Arbeitsplatz. Überforderte Ärzte und Pfleger, die rund um die Uhr im Einsatz sind, Polizisten, die immer wieder dafür sorgen müssen, dass Menschen begreifen, dass sie sich ebenfalls an Regeln halten müssen. So sieht die Realität aus, wenn ein kleiner, kugelrunder und noch dazu nicht sichtbarer Virus die Welt in Atem hält.

Hier sind ein paar Fotos, die ich auf Internetseiten von einigen Zeitungen gefunden habe. So verändert sich das Bild der Alltag, wenn die Welt zu Hause bleibt, alles ist wie ausgestorben. Menschenleere Plätze wo sonst Menschen das Bild beherrschen, so gut wie kein öffentliches Leben wohin man schaut.

Viele Menschen sprechen ja von Zeiten wie im Krieg, aber wo bleiben dann die Bomben, Panzer und Gewehrsalven? Zusammen gebombte Häuser, Chaos und Hunger? Ich glaube, das ist ein ziemlich blöder und falscher Vergleich, denn wir alle kommen mit dieser Ausnahmesituation noch einmal ganz gut davon. Wir können uns in den Geschäften fast ganz normal mit Lebensmitteln versorgen – auch wenn zur Zeit jeder einzeln einkaufen gehen muss und den Einkauf nicht für einen gemeinsamen Familienausflug nutzen kann. Nachdem sich die Hamster erfolgreich versorgt haben bekommt man sogar wieder genügend Klopapier und Nudeln sind nie knapp gewesen. Abgesehen davon, dass es auf Teneriffa viele keine Läden gibt, die immer frisches Obst und Gemüse verkaufen. Es wird also auch in den nächsten Wochen niemand Hunger leiden oder gar verhungern.

Mit dem Hausarrest ist das natürlich eine andere Sachen. Mir, oder besser gesagt meinem Schatz und mir, geht es da ja relativ gut, denn wir können uns ganz normal im Freien austoben. Auf einem Hektar Grund rund ums Haus geht die Arbeit sowieso nie aus und theoretisch könnten wir hier sogar unsere Laufrunden drehen – wenn wir joggen würden. Aber Tage- und sogar Wochenlang in einer Wohnung sitzen und dann vielleicht auch noch mit kleinen oder auch großen Kindern stelle ich mir nicht gar so lustig vor.

Ab jetzt hilft nur noch beten, werden vielleicht einige sagen. Fragt sich nur, wo? Die Kirchen stehen auf Teneriffa im Moment nicht zur Verfügung, denn vor allem bei einem Gottesdienstes könnte gefährlich werden. In der Bibel steht zwar irgendwo „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ aber das gilt nicht nur für den lieben Gott, sondern auch für das ­Coronavirus. Um die Bevölkerung vor dieser Gefahr zu schützen, wurden, soviel ich weiß, auch die Osterfeierlichkeiten der Kirche auf der Insel abgesagt. Keine Ostermessen, keine Prozessionen. Ich glaube, das hat es vor Corona noch nie gegeben.

Y de repente despertamos un día y todo cambió, eines Tages wachten wir auf und alles war anders. Für jeden von uns hat sich von heute auf morgen das Leben um 360 Grad verändert. Und das nicht für alle zum Positiven. Ich kann mir auch nur das Gute aus der ganzen Situation herauspicken, um den Rest kümmere ich morgen.

Nach dem Regen kommt wieder Sonnenschein, das klingt zwar ziemlich abgedroschen, stimmt aber! Gestern früh war der Himmel strahlend blau, als ich mich in die Sonne setzen wollte um endlich mein neues Buch zu lesen, haben sich die Wolken zusammen gezogen, in der Nacht hat es wie aus Kübeln geschüttet und jetzt, am späten Nachmittag scheint wieder die Sonne. Im Moment versteckt sich der Teide zwar noch erfolgreich hinter ein paar Wolken, aber ich bin mir sicher, dass er eine weiße Schneehaube verpasst bekommen hat.

Also dann wie der Robert Heinrich I, Kaiser von Österreich sagt: „Z’haus bleiben und brav sein! Nicht eh nur ganz kurz zu einem Freund auf Besuch. Weil – ganz unter uns – so leiwand sind die Leut’, die man da draußen trifft, auch wieder nicht.“ Bis morgen – bleibt neugierig…

Über ARTlandya - der Blog

Teneriffa ist eine ganz besondere Insel im Atlantik und auf ARTlandya, einer wunderschönen Finca in Icod de los Vinos erwartet euch eine verzauberte Welt mit KünstlerPUPPEN, TEDDYbären und viel Natur :-) Lasst euch überraschen und stöbert einfach in meinen Beiträgen!
Dieser Beitrag wurde unter aktuelle Meldungen, Allgemein, Fincaalltag, Tagebuch, Teneriffa, Yannes Welt abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Ein bisserl brav sein

  1. Aluterr GmbH schreibt:

    Es ist eine Art biologischer Krieg, wo der Feind unsichtbar ist, aber er ist da. Ich hoffe, dass die Leute sich an die Regeln halten und wir bald da weiter machen können, wo wir aufgehört haben. Schöne Grüße aus Deutschland!

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.