Das alte Fincahaus

Ich habe ja versprochen, die Geschichte von ARTlandya zu erzählen und euch einige Fotos zu zweigen. Ich werde es zwar nicht auf einmal und sofort schaffen, aber mit der Zeit wird es schon gelingen. Ein Anfang ist erst einmal gemacht, ich habe ein wenig in meinen Fotoalben geblättert und einige Bilder eingescannt. Klingt für euch komisch? Für mich auch, aber als wir die Finca gekauft haben, habe noch mit einer ganz normalen Spiegelreflexkamera fotografiert. Das waren noch Zeiten.

So hat das alte Fincahaus, in dem heute die Ausstellung der TEDDYs ist, im Jahr 2002 ausgesehen. Ein bisschen verfallen aber richtig romantisch, oder? Möchte jemand auch noch einen kleinen Rundgang durch die Innenräume machen?

Heute kann ich euch diese Möglichkeit anbieten, aber als wir die Finca erworben haben, mussten wir den Schlüsseln eine ganze Weile hinterher laufen. Unsere Makler hatten alles fest in seiner Hand und wollten daran auch partout nichts ändern und irgendetwas aus der Hand geben. Wir sind anscheinend nicht als mündige Besitzer sondern eher als naive Geldgeber eingestuft worden.  Aber das soll ja öfter vorkommen.

Wenn man dann noch die halbe Zeit in Österreich ist, wird einem ja erst einmal klar gemacht, das es nicht möglich ist, vom Ausland aus etwas zu regeln. Was natürlich gar nicht zutrifft. Wobei ich eines schon zugeben muss, man lässt sich auch ganz gerne einlullen. Besser ausgedrückt, man macht es sich selbst oft lieber bequem und einfach. Sonst würde man nicht in solche Situationen kommen.

Ein Rechtsanwalt von Mallorca hat einmal ganz richtig bemerkt, dass er es nicht verstehen kann, warum so viele Menschen im Ausland auf Betrüger oder Abzocker hereinfallen. Sein Resümee war, dass es am Flughafen irgendeine Bestrahlung geben muss, die normales Denken ausschalten würde.   Schlussendlich haben wir die Schlüssel ja dann doch bekommen und so können wir nun den Rundgang starten.     

Die Überraschung war groß – eine vollständige Küche war hinter den Türen verborgen. Der Kühlschrank voll funktionstüchtig – oder auch nicht. Immerhin hat er noch fleißig vor sich hingekühlt. Was er gekühlt hat? Luft! Hat aber niemanden gestört, obwohl er wahrscheinlich schon lange keine Daseinsberechtigung mehr hatte.    

Im nächsten Raum stand ein Esstisch mit dazugehörenden Sesseln inklusive Sitzpolstern, im anschließenden Raum ein Schreibtisch, der leider bereits von den alten Dachziegeln ein wenig in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Aber wie sagt man so locker? Alles Gute kommt von oben! Immer ist das allerdings nicht der Fall.

Jetzt kommen wir zum so genannten romantischen Teil des ganzen Hauses.  Ein alter Frisiertisch, inklusive aller Utensilien, die dazu gehören. Ein stilvoller, leider verfressener Tisch, mit einem schönen, geschliffenen, halb blinden Spiegel. Wer davor wohl zuletzt gesessen ist? Eine alte Señora oder ein junges Mädchen? Das bleibt der Phantasie überlassen. Bett konnten wir im ganzen Haus übrigens keines ausfindig machen. 

Wer hat überhaupt in diesem Haus gelebt? Wer hat es gebaut? Wir wissen es nicht. Doch für diese Gegend und vor allem für diesen ländlichen Bereich, muss es ein feudales Haus gewesen sein. Schade, dass wir noch nicht mehr darüber in Erfahrung bringen konnten.

Ein paar stimmungsvolle „Gemälde“ sind mit dem Kauf der Finca auch in unseren Besitz über gegangen. Die Entrümpelungsaktion haben sie leider nicht überlebt. Sie waren durch Wind und Wetter schon zu sehr beschädigt. Eine Restaurierung wäre nicht mehr angebracht gewesen. Schade drum.  

 Abschließen können wir unseren Rundgang im ersten Raum. Er hat anscheinend in der letzten Zeit als Bodega gedient. Die Fässer kann man leider auch nur mehr zur Dekoration verwenden. Aber immerhin etwas. Verborgene Schätze haben wir keine gefunden. Wir sind nur wieder einmal in die Lage gekommen, die Überreste vergangener Zeiten zu entsorgen. Genauso wie es uns in unserem Mietshaus in La Vega ergangen ist. Mit einem kleinen Unterschied – diesmal war es unser eigener Mist, wenn auch nur unwissentlich frisch erworben. Damals war es ein gemieteter!    

Die große Überraschung kam für uns allerdings im letzten Raum. Mit neuzeitlichem Unrat haben wir eigentlich nicht gerechnet. Doch wie heißt das elfte Gebot? Richtig! Du sollst dich nicht täuschen.Gelebt hat auf der Finca ja schon lange niemand mehr. Ein Sohn einer der ehemaligen Besitzer hat hier aber des Öfteren seine Wochenenden verbracht. Mit viel Wein und anscheinend auch mit Unmengen von Yoghurt! Drei große Müllsäcke voll Yoghurtbecher haben wir entsorgt – von anderem Müll gar nicht zu reden.

So, dass war einmal der erste Rundgang. Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich! Die Renovierung kann beginnen! Oder wie kann man das sonst noch nennen? Wir nennen es auf alle Fälle Renovierung! Aus alt mach neu – und genau das haben wir gemacht. Deshalb können wir in unserem Bilderbuch ein wenig weiterblättern …

Die ganze Geschichte kann ich nicht auf einmal erzählen, es wird also noch öfter heißen – Fortsetzung folgt … es begann 2002

Über ARTlandya - der Blog

Teneriffa ist eine ganz besondere Insel im Atlantik und auf ARTlandya, einer wunderschönen Finca in Icod de los Vinos erwartet euch eine verzauberte Welt mit KünstlerPUPPEN, TEDDYbären und viel Natur :-) Lasst euch überraschen und stöbert einfach in meinen Beiträgen!
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11 Antworten zu Das alte Fincahaus

  1. Pingback: La Vega – von oben nach unten | Teneriffa – InselLEBEN einmal anders …

  2. Susanne Henke schreibt:

    ob das Mädchen auf dem Bild über dem einst an dem Frisiertisch saß …?
    Wer auch immer sie war, wäre sie sicherlich begeistert zu sehen, mit welcher Liebe und Hingabe Ihr ihr einstiges Zuhause hergerichtet habt

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  3. Ruth Doster schreibt:

    Ihr habt etwas tolles geschaffen,

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  4. Claudia Hocke-Wulfhorst schreibt:

    Freue mich ausführlich auf die nächste Ausgaben . Es ist sehr schön . Ich habe ja einige Bilder gesehen

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  5. Elke Holler schreibt:

    Ihr habt wirklich viel Mut bewiesen, als ihr euch auf dieses Abenteuer eingelassen hab.

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  6. Teda Lessiak schreibt:

    Es ist sooo unglaublich, was ihr da geschafft und geschaffen habt!!!! Wirklich bewunderswert. Ein Wohlfühlort, ein Kleinod! Wie gern würd‘ ich wieder auf der Terrasse stehen und a feines Glasale mit euch trinken!!!! Auf die Fortsetzung freue ich mich schon volle!!!

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  7. Bin gespannt auf die Fortsetzung!

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